Enigma knackbarkeit

  • Grüß Gott,


    nicht nur die Kriegsmarine, sondern insbesondere Panzer-Einheiten nutzen die Enigma zur Kommunikation. Wie war es möglich, daß der Feind "mit hörte", egal, wieviel Walzen genutzt wurde und der Wechsel der "Tageseinstellung", das alles hilft nicht weiter, weil in jeder Sprache die Häufigkeit eines bestimmten Buchstaben erkannt werden kann. Verschlüsselte man also ein Klartext buchstabengetreu auf reproduzierbarweise, so kann dieser Text entschlüsselt werden.


    Nicht so leicht entschlüsselbar wäre ein deutscher Klartext, der buchstabenweise in einen italienischen Bibleltext eingesetzt.


    Hallo Holzkopf, falls Du hier auftaucht, weiß ich, daß Du so krank bist, mir nachzustellen!


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Guten Morgen Wolfgang,


    erstmal:

    Quote

    Hallo Holzkopf, falls Du hier auftaucht, weiß ich, daß Du so krank bist, mir nachzustellen!

    Solche Brandbeschleuniger bringen mich blitzschell zur Höchstform,

    ich werde dann ekelig, keile aus, nehme mir dann gerne alle Verfehlungen eines Mitglieds vor.

    Hier sehe ich davon ab, ich kenne die Vorgeschichte...das soll`s dann aber auch gewesen sein, verstanden?

    Hat was von "Nachkarten", wer´s nötig hat.....


    Zum Thema:

    Panzereinheiten nutzten die Enigma? Ab welcher Formationsgröße?

    Mir neu, aber ich lerne gerne dazu.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo zusammen,


    genutzt wurden Enigmas aller Baureihen u.a. von allen Wehrmachtsteilen, SS, Reichsaussenministerium, Reichsbahn, Reichspost, Abwehr....

    Die geschätzte Fertigungszahl von den Zwanziger Jahren an, liegt irgendwo zwischen 40.000 und 200.000 Stück.

    Deshalb kann davon ausgegangen werden, das die "Formationsgrösse" auf Regimentsebene begann.


    Beste Grüsse

    Ingo

  • Guten Tag zusammen,


    Bert, Ingo, vielen Dank.

    Mir war natürlich bekannt, das die Wehrmacht die Enigma "auf/in allen Feldern" eingesetzt hat,

    aber in der Größenordnung?


    Vielleicht, oder wahrscheinlich, bin ich auch nur "verblendet" durch die U-Boot-Filme,

    in denen suggeriert wurde, einzig dort lägen die Chancen der Briten eine dieser "Schreibmaschinen" zu ergattern.;)


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Thomas,


    die Briten haben die Enigma sogar auf winzigen Fischkuttern=O erbeutet, die als Wetterschiffe der Kriegsmarine eingesetzt waren.


    Beste Grüsse

    Ingo

  • Hallo zusammen,


    das die Geräte erbeutet wurden, war ja, soweit ich weiß, nicht ganz so schlimm. Gefährlich wurde es doch erst, wenn dazu die entsprechenden Chiffrierunterlagen erbeutet wurden. Oder liege ich da falsch? Genackt wurden die Enigma-M3 bzw. Enigma-M4 doch erst, als die Unterlagen, in den U-Booten die durch die Engländer aufgebracht wurden, nicht vernichtet wurden. Oder verwechsele ich das jetzt mit der kompletten Vernichtung des Gerätes?


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo zusammen,


    Quote

    Enigma in einem Befehlspanzer. Dazu gibt es sogar Bilder.

    nun, das Foto ist etwas sehr allgemein. das Foto zeigt eine Sd. Kfz. 251/3 – Mittlerer Funkpanzerwagen von oben in den Kampfraum

    photographiert. Der Begriff "Befehlspanzer" suggeriert im Kontext mit dem Guderian Panzer Mythos das zackig von vorn

    geführt, gefunkt und geschlüsselt wurde das die Heide gewackelt. Dem war nicht so, es wurde vom Nachrichten-Führer der jeweiligen

    Eben befohlen wer wie weit mit welchen Geräten und Unterlagen wie weit nach vorne durfte. Die "letzte Meile" war in der Regel immer noch

    etwas für die Melder.

  • Guten Abend,


    Die Enigma wurde im Jahre 1936 schon zum Kaufen angeboten also "normale" Wahre.

    Das Entscheidende ist einerseits welche Enigma man Verwendet 3 oder 4 Räder und welchen Schlüssel man Verwendet.

    Den Britten ist es bald gelungen in den Schlüssel zu einzubrechen, und dieser Schlüssel blieb aber, je nach Dienstelle, bis zu einem Jahr im Einsatz.


    Werde versuche über die Woche die Quellen zusammen zu suchen.


    Grüße

    Ralf


    P.S. der SPW oben ist eine der Ausführung A deren Produktion schon im Jahr 1939 eingestellt wurde.

  • Hallo Thomas,


    vorweg: Deine Ansage ist angekommen, falls Micha sich hier meldet, wird von meiner Seite nix weiter passieren. Was Du nicht wissen kannst, er hat mir eine unverschämte PN geschickt. Ich werde akzeptieren, daß er krank ist.


    Und nun zur Nutzung der Enigma bei der Panzertruppe, es gibt mehrere Fotos von Heinz Guderian und daneben einen Ver/Entschlüssler mit einer Enigma, u.a. das im Anhang befindliches. Du hast meinen Post sicher so verstanden, daß die einzelnen Panzer untereinander enigmaverschlüsselte Funksprüche gesendet hätte, damit wäre aber der taktische Vorteil, den die deutschen Panzer hatte, die schnelle Verständigung untereinander, dran gegeben. Ver/Entschlüsselung mit der Enigma dauert recht lange, viel zu lange, um mitzuteilen, "Panzer 1, greift den Feindpanzer ganz links, Panzer 2, bitte unterstützen Sie mich dabei".


    Es gibt Enigma-Apps zum Download. Da der Enigma-Code sehr leicht entschlüsselt werden kann, sollte diese Technik nicht zur Verschlüsselung eigene Daten.



    Gruß Wolfgang

  • Hallo,

    Enigmakonnte nicht immer und sofort durch die Engländer entschlüsselt werden.

    Ganz selten sofort, also zeitnah, sonst wäre der II. WK in Kürze zu Ende gewesen, sondern Tage oft erst Wochen danach. Dann waren die Meldungen oft schon überholt oder fast wertlos, dienten lediglich zur "Fütterung" , also zum Zweck der weiteren Entschlüsselungsmölichkeiten der Rechner etc.

    ES wurden aus Puzzeln der Meldungen und Auswertung gleicher Worte nachrichtendienstlich Rückschlüsse auf Orte gezogen, wie allgemein üblich, wenn man z. B. wusste, dass "Tulpe" Lorient oder so bedeutete. Also eine Intellektuelle Arbeit zur Auswertung von Fragmenten aus Ultra.


    Siehe u. a. auch:

    Dissertation:

    "Chiffriermaschinen und Entzifferungsgeräte im Zweiten Weltkrieg:Technikgeschichte und informatikhistorische Aspekte"


    Gruß Karl

  • Hallo Nicco,



    das die Geräte erbeutet wurden, war ja, soweit ich weiß, nicht ganz so schlimm. Gefährlich wurde es doch erst, wenn dazu die entsprechenden Chiffrierunterlagen erbeutet wurden. Oder liege ich da falsch? Genackt wurden die Enigma-M3 bzw. Enigma-M4 doch erst, als die Unterlagen, in den U-Booten die durch die Engländer aufgebracht wurden, nicht vernichtet wurden. Oder verwechsele ich das jetzt mit der kompletten Vernichtung des Gerätes?

    Da liegst Du völlig richtig, alldieweil die Walzengrundeinstellung in diesen Unterlagen waren, damit meine ich, welche Walze in welche Position eingelegt werden mußte, das wurde täglich gewechselt. In welche Anfangsposition die Walzen zu stellen, vor der Entschlüsselung, wurde der Nachricht vorangeschickt.

    Das alles läuft aber auf eine "Cäsarverschlüsselung", die so um Christigeburt entschlüsselt werden konnte, weil die Verschlüsselung zu regelmäßigen Muster, der Code weist Muster auf, denen man folgen kann. Was auch der Vatikan für eine spanische Korrespondenz genutzt hat.


    Sehr effektiv war daher die alte Geheimdienstmethode, man nehme irgendein Buch und bestimme die Startposition, danach chiffriere den Klartext durch nummern der Position in diesem Buch, das ergibt nicht eine regelmäßig Struktur, die rechnerisch erfasst werden könnte.


    Die Amerikaner hatten mit ihren "Windtalkers", das waren Navajo-Indianer, die in ihre Muttersprache, die mit keine andere Sprachen verwand ist, kommunizierte.


    In Blechley Park haben Kreuzworträtsel-Fans versucht enigmaverschlüsselte Codes zu entschlüssen, weiter kamen die nicht. Da es um maschinenverschlüsselte Texte handelte, konnte eine Entschlüsselungsmaschine helfen, eine Turing-Bomb!


    Heute würden wir die mechanische Lösungsversuche durch den Computer ersetzen


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

    Edited 4 times, last by Lobito060454 ().

  • Hallo hier Beteiligte,


    die ersten, die den Enignma-Code geknackt haben, waren die Polen. Die hatten nämlich sehr gute Mathematiker!


    Aachtung in Sibiren sitzen viele begabte und gelangweilte Mathematiker, die Eure Internetaktivitäten verfolgen und knacken könnten.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo Thomas,


    wenn Dein Link mehr als weißen Scree liefern würde, wäre vielleicht interessant.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo zusammen,


    Quote

    Den Britten ist es bald gelungen in den Schlüssel zu einzubrechen, und dieser Schlüssel blieb aber, je nach Dienstelle, bis zu einem Jahr im Einsatz.

    das war überhaupt der Punkt die Schlüssel blieben zu lang im Gebrauch und man hätte die Zahl der Walzen stärker variieren müssen.

    Bei der nötigen Disziplin bei der Schlüssel und Walzenverwaltung wäre das nicht oder viel später geknackt worden, aber die Hybris der

    unbesiegbarkeit lies das schleifen.

    Gruss Dieter

  • Hallo Augustdieter

    Wenn fast jeder Funkspruch mit Heil Hitler endet macht es den Knackern auch leichter!

    Ich habe mal in einer Dokumentation gesehen das die Alliierten alles was mit den Codeknackern bekannt wurde mit Flugzeugen oder anderen Möglichkeiten zusätzlich aufgeklärt haben, damit die Deutschen nicht auf die Idee kommen Enigma ist geknackt!


    Gruß Arnd

    Edited once, last by Arnd50 ().

  • Hallo Arnd,


    Quote

    Wenn fast jeder Funkspruch mit Heil Hitler endet macht es den Knackern auch leichter!

    genau, auch hier ist das Stichwort Funk Hygiene, Stereotype vermeinten genau so wie "Sinnvolle" Decknamen

    und alle so gern und heiß geliebten Gewohnheiten nicht anwenden. Genau so eine Stereotyp hat dazu geführt das

    die Briten den Anfang des Ariadne Faden zum verstehen der Funksprüche gefunden haben denn 1 : 1 entschlüsseln

    konnten die Codeknacker von Blechley Park bist Kriegsende nicht verstehen schon.


    Quote

    wurde mit Flugzeugen oder anderen Möglichkeiten zusätzlich aufgeklärt haben,

    weil ja auch die Möglichkeit bestand das die deutsche Seite schon einen Schritt weiter war und die

    Briten mit "Fake News" fütterte.

    Gruss Dieter