EK oder Urlaub bei Tapferkeit?

  • N´Abend allerseits!


    Habe mittlerweile wiederholt von Veteranen gehört und gelesen, dass es die Möglichkeit gab (vernutlich ab September 1944), für eine tapfere Tat entweder eine Stufe des Eisernen Kreuzes zu erhalten, oder eine Woche Sonderurlaub wegen "Tapferkeit vor dem Feinde". Klar konnten Orden posthum wegen "Tapferkeit vor dem Feinde" verliehen werden, aber darum schreibe ich hier nicht. Gelesen habe ich auch schon von einer zusätzlichen Beförderung wegen "Tapferkeit vor dem Feinde", daher meine Frage: Wer kann zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen von "besonderer Tapferkeit" bzgl. Beförderungen, Urlaub oder Ehrenzeichen / Orden machen? Danke euch!


    Grüße

    Sven

  • Moien,

    mein alter Herr bekam beides, lag wohl am Vorgesetzten. Für Panzerabschüsse mit der PzFaust bzw. Nahkampfmittel gab es Urlaub.

    Tapferkeitsbeförderungen: Falls es zutrifft Beförderung eines FF im Range eines Gefreiten zum Leutnant durch den Dicken im Herbst 1939, angebliche Versenkung eines britischen Flugzeugträgers mit Ju 88. Der Träger müßte einer dieser Unsinkbaren, Unsichtbaren, Unscheinbaren etc. gewesen sein.

    Bekannt ist auch die Auszeichnung des Bordfunkers vom Major Becker, NJG 6, der schoß mit dem Heck MG 131 drei Lancaster und B-17 beim Unterfliegen ab. 19. März 45, Verleihung des RK.


    h.

  • Hallo Avia,


    Zitat: „ …Beförderung eines FF im Range eines Gefreiten zum Leutnant durch den Dicken im Herbst 1939 …“

    Ab September 1939 kam auf Sylt das Erprobungskommando 88 (Bestand 18 JU A-0 und A-1) unter dem Befehl von Hptm Pohle zum ersten Fronteinsatz. In kurzer Folge wurde diese verstärkte Staffel in die I./KG 25, ab Mitte September in dann I./KG 30 umbenannt.

    Diplom-Ingenieur Carl Francke, Leiter der Abteilung E 7 der Erprobungsstelle Rechlin, ein sehr erfahrener Ingenieur und Testpilot, hatte sich seinem Freund Pohle zuteilen lassen, um das auch für ihn relative neue Flugzeugmuster im Kriegseinsatz zu testen.

    Bei dem Angriff von vier Ju 88 A-1 der I./KG 0 am 26. September 1939 auf einen britischen Flottenverband, glaubte Flugzeugführer Gefreiter Francke, mit einer seiner SC-500-Bomben einen Treffer auf einem Flugzeugträger erzielt zu haben. Francke war zwar ein exzellenter „Zivil-„Flieger, als Kampfpilot jedoch nicht ausgebildet. Als deutsche Aufklärer kurz darauf keinen Flugzeugträger mehr beim britischen Flottenverbandentdecken konnten, folgerte das dt. Oberkommando, der Träger, die HMS Ark Royal, müsse gesunken sein: Ein Erfolg, der in der Goebbelschen Propaganda gefeiert wurde. Und Carl Francke zur Beförderung zum Leutnant durch Generalfeldmarschall Göring verhalf.


    Ab Oktober war Francke maßgeblich an der Entwicklung der He 177 in Rostock beteiligt.

    1941 wurde er Direktor der Erprobungsstelle Rechlin, bevor er 1942 als Technischer Direktor zu den Heinkel-Werken wechselte.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Moien Ingo!


    Ja, das ist er! Nur beim Träger lag ich daneben, war auf der Ark nicht ei deutscher Kater der die spätere Versenkung überlebte und jedes weitere Schiff auf dem er "Dienst" tat ebenfalls versenkt wurde? Bei dem Aberglauben der Seeleute?

    h.