KVK - Sammelverleihungen zum Führer-Geburtstag?

  • Hallo,

    bei einer Recherche hinsichtlich Ordensverleihung an einen Angehörigen bin ich im BA/MA auf eine Seite "Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern-Verleihungsliste" (s. Anlage) gestoßen, die auf eine Sammelverleihung an Führers Geburtstag am 20.04.1944 schließen lässt. Verliehen wurden sie an Angehörige ganz verschiedener Truppenteile des I. SS-Pz. Korps, aber doch sicherlich nicht ohne Grund.

    Auf der Liste findet sich als Einsatzmerkmal nur die Zahl "44", was ich wegen des Verleihungsdatums mir als "1944" erkläre. Kann das jemand bestätigen oder Ist jemandem aus dem Ordensverleihungsbereich KWK schon eine ähnlich allgemeine Begründung begegnet? Oder weiß jemand aus derselben Division "LSSAH" sogar, wofür genau diese Verleihungen als Auszeichnung gemeint gewesen waren?


    Vielen Dank für jeden Hinweis!


    Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    ja, Du bist absolut auf dem richtigen Weg. An " Führers Geburtstag" war natürlich ein ideales Datum um Orden und Ehrenzeichen untere Volk zu streuen. Dazu bot sich das KVK mit Schwertern natürlich ideal an. Nicht nur bei den Streitkräften der verschiedenen Teileinheiten und der SS und Polizei, auch Angestellte und Arbeiter wurden mit den versch. Stufen KvK- Medaille, ohne Schwerter und mit Schwertern bedacht. Die Verleihungsbestimmungen wurden diesbezüglich großzügig ausgelegt. Mir liegt eine Urkunde man einen Arbeiter und eine Sekretärin mit gleichem Datum vor. Vordruck mit Faksimile Unterschrift Keitel... viele Sammler denken leider Originalunterschrift....

    Alles Gute Volker

  • Hallo Volker,

    vielen Dank für Deine Einschätzung und das Beispiel aus dem zivilen Bereich, denn ein wenig hatte ich mich schon gewundert über die Auszeichnung,

    da mein Onkel eigentlich als Dentist im SS-Feldlazarett 501 eingesetzt war.

    Die Verleihung mit der Gießkanne erklärt da eigentlich alles, auch die Verleihung an die Angehörigen anderer Einheiten der Division vom selben Datum.

    Ebenfalls alles Gute

    Wolfgang

  • Hallo!

    denn ein wenig hatte ich mich schon gewundert über die Auszeichnung,

    da mein Onkel eigentlich als Dentist im SS-Feldlazarett 501 eingesetzt war.

    Was wundert dich denn da die Verleihung des "Kriegsverdienstkreuzes"? Wie der Name schon sagt, hat man den Orden erhalten können, wenn man sich "im Kriege verdient gemacht" hat, sprich aktiv für die Kriegsanstrengungen gearbeitet hat, ohne an Kampfhandlungen beteiligt gewesen zu sein. Mag sein, dass die auch manchmal auch "mit der Gießkanne verteilt wurden", würde ich ich aber nicht pauschalisieren, die meisten Verleihungen hatten einen Grund, der zum Teil auch im BAMA nachgelesen werden kann.


    Grüße

    Sven

  • Hallo alle zusammen,


    ich gebe Sven recht. Die Verleihung des Krigsverdienstkreuzes benötigte einen genau benannten Grund/Dienst.

    Das KVK durchlief die gleichen Stufen wie jeder "Orden", es war kein Abzeichen oder Ehrenzeichen, bedeutet vom Vorschlag über die Prüfung bis zur Verleihung.


    Viele Grüße


    Ernst

  • Guten Abend,


    aus den Erinnerungen meiner Großmutter ist mir bekannt, daß dem Großvater das KVK erster Klasse mit Schwertern

    1944 weg. "Flakeinsatz in Belgien" verliehen wurde, mehr ist mir nicht bekannt.

    Der Großvater war damals "Arbeitsführer" (Major) im RAD, und als "Adjutant" tätig, Verleihungsdokumente liegen mir leider nicht vor,

    die originale Auszeichnung befindet sich in meinem Besitz.


    Gruß


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

  • Hallo und herzl. Grüsse ins Forum,

    hier von einer Giesskannenverleihung pauschal zu sprechen ist bestimmt nicht richtig, aber gerade das KVK bot sich hierfür an. Entgegen der o.a. Aussage waren bei dieser Verleihung (siehe Bild) doch Kampfhandlungen Voraussetzung zumindest gelegentlich, ohne Taten die für das EK gereicht hätten. Die Prüfungen, gerade beim EK, waren bis zum Kriegsende doch wesentlich strenger und genauer...im Zweifel gab es KVK mit Schwertern. Mein Opa war bei der Marineflak und ausser "mitschiessen" kam kein Abschuss zustande. Trotzdem gabs das KVK. Das EK 2 gab es an der Kanalküste nach einem Abschuss durch das Geschütz...

    Weitere ähnliche Beispiele gibts in der Literatur.

    Alles Gute und bis dann Volker

  • Tag allerseits,


    das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse wurde in Massen verliehen. Die genauen Verleihungszahlen sind durch die Kriegswirren nicht mehr zu realisieren.


    Zeitweise wurde das Kriegsverdienstkreuz „mit vollen Händen“ überreicht. So z. B. verteilte Joseph Goebbels bei einer Besichtigung der Schäden durch einen Bombenangriff auf Berlin das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern an eine unbekannte Anzahl von Helfern, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Ferner konnte das Kriegsverdienstkreuz auch an ausländische Freiwillige, die auf den Führer und obersten Befehlshaber vereidigt waren, Angestellte bzw. Arbeiter der Wehrmacht, in Rüstungsbetrieben an dessen Angestellte und auch Krankenschwestern verliehen werden.


    Quelle: Wikipedia


    Aus heutiger Sicht ist diese Vergabepraxis kriegsbedingt. Man wollte auch den Helfern der Heimatfront damit danken für ihren Einsatz. Vielleicht liegt es auch an der deutschen Mentalität, dass bei Ordensverleihungen eine gewisse Großzügigkeit herrscht - auch bezogen auf die Jetztzeit hinsichtlich Verdienstorden der Länder und des Bundes.


    Gruß

    Bert

  • Guten Tag,


    lt. dem Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia wurde das KVK erster Klasse ohne und mit Schwertern ca.

    140.000 mal verliehen, ob man sich auf diese Angaben verlassen kann, fraglich?


    Der Großvater als Arbeitsführer im RAD war damals Adjutant des Generalarbeitsführers Günter Klausch,

    ein Foto mit einer pers. Widmung von Klausch habe ich weiter oben im Forum eingestellt.

    Über den Einsatz bei der Flak in Belgien 1944 ist mit leider nichts bekannt,

    Klausch schrieb in seiner damaligen Widmung über "... gemeinsame Arbeit in Belgien".


    Gruß


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

  • Tag allerseits,


    die Verleihungen des Kriegsverdienstkreuzes ohne und mit Schwertern verlief recht unübersichtlich.

    Da bekamen 1940 Soldaten, die noch nie an der Front waren und bis 1940 normalen Dienst in der Heimat absolvierten das KVK 2. Klasse mit Schwertern. Solche Soldaten hatten dann schon wenigstens

    eine Auszeichnung, wenn sie z.B. im Verlauf des Jahres 1941 zu einer kämpfenden Einheit im Osten kamen. Jedenfalls konnten dann schon viele Kameraden an der Front Auszeichnungen wie das EK 2 und

    das Infanteriesturmabzeichen vorweisen. In der Anfangszeit des Krieges hatten diese Orden noch einen besonderen Stellenwert.


    Grüße

    Bert

  • Moin Bert,


    sehe ich pers, nicht so, eine "Streung" des KVK erster Klasse mit Schwertern, mir leider nicht bekannt.


    Abgesehen davon, die damalige Auszeichung ist mir schnuppe, und war es ganz sicher für die Großmutter,

    der Opa war im Personalwesen des RAD tätig, maßgeschneiderte Uniformen, alles sehr chic,

    ein Held war der Mann ganz sicher nicht, eher auf der Suche nach einem Generalsrang im RAD.


    Gruß


    Micha


    P.S. Ehrgeiz war das Thema, die perfekte Uniform ebenfalls, 150% perfekt, keine einzige Falte, gar nichts!

    Die damaligen Fotografien sind erschreckend "perfekt", verstörend...

    All diesen Scheiß träume ich manchmal, diese "Perfektion", grauenhaft...

    Phantasie ist auch eine Begabung

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