Dienstvorschrift, wie der Soldat zu waschen hatte

  • Grüß Gott,


    Wenn ich mich nicht sehr irre, dann gab es in der Wehrmacht eine sehr detaillierte Dienstvorschrift, wie der Soldat sich zu waschen hatte.

    Hat jemand diese? Danke!


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Grüß Gott Karl,


    allerbesten Dank für die Dienstvorschrift!


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Grüß Gott,


    Hmm, der Infantdrist sollte bei der täglichen Wäsche wohl schon die Hosen herunterlassen und sich vor allem zwischen den Arschbacken waschen.

    Und ich vermisse die Mindestzahnputzdauer.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo Wolfgang,

    ich habe nu diverse Jahrgänge der " Reibert" und des " Tschoeltsch" durchgesehen: Vom tägl. "Arschbacken-Säubern" =Ohab ich nix gefunden8o, dafür die Pflich zum einmaligen (!)Duschen/Woche mit der Pflicht, die Haut solange zu reiben, bis sie rot ist:D.

    Mindestdauer fürs Bürsteln mit Holzzahnbürste u Zahnpulver gabs auch nicht. Immerhin die Anweisung, das eine Zahnbürste nicht von mehreren Soldaten benützt werden soll<X.

    Beste Grüsse

    Ingo

  • Grüß Gott Ingo,


    Vielen Dank für Deine Mühe!


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo Leute,


    damals war das nicht wie heute. Wer hatte da schon ein Bad, wie wir es heute kennen. 1 x die Woche Badewanne aufgestellt und heißes Wasser vom Herd, dann die ganze Familie rein und das Wasser anschließend im Garten verwendet;

    Seifenwasser gegen Läuse.

    Im Sommer Freibad, oft ein Naturbad, also einfach ein See, Fluß, Weiher etc.

    Als ich in der Kaserne war, DURFTE man 1 x die Woche, 100 Mann gemeinsam und auf einmal duschen, dann Wasser aus und einseifen, Wasser kurz an....das wars und wer nicht fertig war hatte Pech.* Unter der Woche kalt waschen - Sommer und Winter - auch die Zähne kalt putzen. Feuer im Holz - Kohleofen ab 22.00 Uhr aus.

    Die Leute waren das gewohnt und es gab weniger Hautausschläge wie heute.

    Ich will nicht sagen, das war gut so, aber man kannte das nicht anders...außer die damals Industriellen in ihren Villen.

    Sauna lernten die Landser erst in Norwegen,Finnland, aber auch in Russland kennen.

    Da bei der Wehrmacht gewünscht wurde das DLRG -Leistungsabzeichen zu erlangen, zumindest aber schwimmen zu können, wurde in dieser Zeit wohl mehr gebadet. Übrigens, damals gab es noch sehr viele Nichtschwimmer...wie heute anscheinend wieder.


    Gruß Karl


    * Da wurden dann der Neuling getauft. Einige lenkten ihn unter der warmen Dusche ab, dann wurde er von dem "Beauftragten" von hinten angepinkelt, was ermeist nicht merkte..

    So gab es noch mehr derbe Sachen...heute unvorstellbar. Habe es gut überlebt.


    Gruß Karl

  • Hallo Zusammen,


    Derbe Sachen gab es auch bei der Bundeswehr zumindest 1980 als ich meine Grundausbildung absolvierte:

    Während des Schlafes eine Hand in einen Eimer mit kaltem Wasser hängen. Der hat sich morgens gefreut über sein nasses Bett. Klappte am besten bei Kameraden, die Abends in der Kantine waren und ein bisschen was getrunken hatten, die sind nämlich nicht aufgewacht.

    Etwas ganz Übles war es einem Schlafenden angefeuchtetes Salz auf die Oberlippe zu streichen. Das gab sogar Narben. Harmlos waren die Spielchen, einen in voller Ausrüstung morgen vor dem Appell unter die Dusche zu stellen, das hat meistens die Oberschlauen und die Denunzianten getroffen. Sehr angenehm war es auch wenn mann eine ganze Tube schwarzer Schuhcreme in beiden Stiefeln hatte, hat schön geknatscht beim rumlaufen.


    Übrigens auch 1980 wurde seitens der Vorgestzten (Uffz und Stuffz) darauf geachtet, dass sich der eine oder der andere regelmäßig und richtig gewaschen bzw. geduscht hat. Da gab es auch noch Leute, die sich nur alle 4 Wochen einmal gebadet haben.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo Nicco

    Ich durfte ab 87 bei der Luftwaffe dienen!

    Zwangsdusche gab es damals nicht, war nicht nötig !

    Hand in Wasser des nachts auch nicht!

    Weiß allerdings das ein Azubi, zwei Lehrjahr vor mir, von seinen Kollegen unter die Dusche gestellt wurde!

    Hat geholfen :thumbsup:



    Gruß Arnd

  • Grüß Gott Karl,


    Ja, das war der Deutsche Badetag, jeden Samstag und der Reihe nach durfte die zuerst zu verheiratene Töchter, in der Regel, die älteste, dann die weitere Töchter, dann die Mama und der Papa, schließlich die Söhne und keiner durfte zu viel Badesalz verwenden, vor aiiem ehe der Kopfsalat "geschossen" war, damit der gegossen werden kurze vor der Ernte.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo Arndt, hallo Nicco,


    und was tat man gegen einen Schnarcher?


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo Wolfgang,


    einen Schnarcher in der Bude ist schlimm, zwei davon ist richtig übel. Vor allem, wenn du nicht vorher einschläfst bevor das Konzert losgeht.


    Da hilft nicht viel, üblicherweise Nase zu halten und anschubsen damit er sich umdreht oder aufwecken. Das hilft aber alles nicht wirklich und dummerweise ist man dann immer selbst hellwach. Einer hat mal einem Schnarcher ein Handtuch und ein Kissen auf Nase und Mund gelegt, der wäre beinahe erstickt. Der hatte richtig Glück, dass ein anderer das bemerkt und ihn gerettet hat. :saint:


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo,

    in Köhler's Leitfaden für den theoretischen Unterricht des Infanteristen, Neu bearbeitet von G. v. R., 33. Auflage, Strassburg1883, Seite 26 heisst es: "Jeden Morgen nach dem Aufstehen muss der Soldat Gesicht,Hals, Brustund Hände waschen und die Fingernägel reinigen, den Mund ausspülen, die Zähne bürsten, das Haar kämmen und ordnen. ... Wöchentlich mindestens ein Mal sind die Füsse zu waschen und die Nägel derselben zu schneiden."

    Bei uns kam während meiner AGA einmal der "Heilige Geist" zur Zwangswaschung" eines sehr waschresistenten Kameraden. UvD sagte nur: Ich habe nichts gesehen oder gehört. Das war 1967.

    Es gab auch Übungen, wo das Waschzeug in der Kaserne blieb.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Arndt, hallo Rainer,


    Quote

    Weiß allerdings das ein Azubi, zwei Lehrjahr vor mir, von seinen Kollegen unter die Dusche gestellt wurde!

    Hat geholfen

    War das ein unangenehmer Zeitgenosse oder hat der sich einfach ungern gewaschen?


    @ Rainer: Na klar haben die Vorgesetzten weggesehen. Meiner Meinung nach manchmal zu oft. Suum cuique ist übrigens der Wahlspruch der Feldjägertruppe, aber das weißt du sicher.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo Nicco,

    Suum cuique ist übrigens der Wahlspruch der Feldjägertruppe, aber das weißt du sicher.

    das ist mir bekannt, aber das war der Wahlspruch meines Bataillons, kein Feldjäger. Manche haben das mit "Schwein quiekt" übersetzt besonders die, die nicht von meinem Verein waren..:)

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Rainer,


    ja den Spruch haben wir auch öfters gehört, wenn das jemand an dem Abzeichen am Barett gelesen hat. Das waren aber nur Zivilisten, Soldaten haben sich das so gut wie nicht getraut, ausser wenn die auf Krawall aus waren oder zuviel Alkohol intus hatten. :) In welcher Einheit warst du?


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo Wolfgang


    Da ich nur die ersten 6 Wochen im Ausbildungszug geschlafen habe, ich einen guten Schlaf hatte, war das kein Problem!


    Hallo Nicco


    Er wusch sich nicht so oft


    Gruß Arnd

  • Hallo,


    Körperpflege aus: Dienstunterricht des deutsche Infanteristen 1917:


    Morgens: Kopf, Hals Brust und Arme waschen, Zähne putzen, Haare mit grobem und feinem Kamm kämmen und mit Bürste in Form bringen.


    Im Laufe des Tages Oberkörper waschen wenn in Schweiß geraten, vorher abkühlen lassen. Hände mehrfach waschen, namentlich vor dem Essen.


    Auf Märschen: Füße laufend pflegen, Fußbäder mit Bürste und Seife, zwischendurch mit einem feuchten Lappen zwischen den Zehen reinigen.

    Bei Fußgeruch Füße täglich waschen, Fußlappen täglich wechseln, Streupulver verwenden, Kontrolle durch Korporalschaftsführer!


    Von Baden oder Duschen steht da nichts.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Moin im Thema,


    da habt ihr euch ja wieder einmal einen herausgepickt..., oha! =O


    "Zwangsduschung" in meiner Zeit in der BW erinnere ich, Stubenkamerad H. aus Bremerhaven war ein sobez. "Schmutzfink",

    der junge Mann kannte kein Waschbecken, keine Dusche, in seinem Spind entstanden damals völlig neue "Lebensformen".

    Jeder Biologe hätte seine wahre Freude gehabt, an diesem "Biotop im Spind", speziell an dem Kochgeschirr des Stubenkameraden... <X


    Aus meiner Kinderzeit erinnere ich die Eltern meiner Großmutter, die in einem kleinen Haus am Ortrand zur Miete lebten.

    Uropa Franz ein Veteran des ersten Weltkrieges, und seine bessere Hälfte, die Uroma Swantje.

    Wie man damals sagte, einfache "kleine" Leute, meine Oma schämte sich immer für ihre Herkunft, so war das.


    Egal, fließend Wasser gab es in dem Häuschen nur in der Küche, in einen Spülstein, in einer kleinen Kammer hinter der Wohnküche.

    Toilette, Badezimmer, Dusche, oder gar eine Badewanne, nein.

    Es gab ein Plumpsklo im Garten, mehr gab es nicht.


    Auch wenn die Urgroßeltern vielleicht nicht klinisch rein gelebt haben, so haben beide doch ein Alter von weit über 90 Lebensjahren

    erleben dürfen, das ist doch was!

    Einfaches Leben, eigener Garten, Schweine, Hühner und Kaninchen, ein zufriedenes altes Paar, gemeinsam steinalt geworden,

    und mit nur wenig zeitlichem Abstand voneinander verstorben, wie schön.


    Ich "rieche" es noch heute in meiner Erinnerung, wie es bei Franz und Swantje roch, es roch nach Leben, gelebtem Leben.


    Gruß


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

  • Hallo Nicco, im Internat der Franckeschen Stiftungen Halle/S. lag im Nachbarbett unseres Vierbettzimmers ein Schnarcher.

    Nase zuhalten half nicht.

    Letzter Versuch: Mit der Handkante auf seine Nasenwurzel schlagen.

    Er schnappte und war ruhig, aber nicht bewußtlos.

    Am nächsten Tag hat er sich in anderes Zimmer verlegen lassen.


    Hallo Thilo, zum Thema Fußpflege:

    In einem 7-Bettzimmer des Lehrganges für Ostzonen-Abiturienten - Kaserne Adelheide/Delmenhorst -

    hatten wir einen von Russen abstammenden Kameraden.

    Er war ein hervorragender Turner.

    Wir nannten ihn "Tschukarin" nach einem populären Medaillen-Gewinner.

    Tschukarin schnitt seine Fußnägel auf unserm Abendbrottisch.

    Aber nur einmal...


    Abends marschierte ein Kamerad durch die Kaserne mit dem Ruf: "Jonny, Füße waschen!"

    "Jugendfreund" - so wurden die ehemaligen FDJ-Mitglieder genannt - Jonny hatte Schweißfüße.

    Jonny - er hieß natürlich anders - wurde später ein ziemlich bekannter Kabarettist.

    Hörte niemals in seinen Beiträgen das Wort "Schweißfuß"..


    Gruss an alle Kalt- und Warm- Duscher von jostdieter.