• Grüß Gott,


    in einer ganzen Reihe Kriegsfilmen und Wochenschauen sieht man das MG 34 auf einem Zweibein montiert, ich habe aber ein Foto von meinem Vater, der in einer MG-Kompanie im Krieg war, auf diesem Foto war allerdings das MG auf einer Lafette mit Rückenpolster, wie ich im LdW gesehen habe, waren im Kampf beide Montagen möglich. Mein Vater erwarb das EK I am 28.04.1944 für das "Ausheben eines Russennestes mit blanker Waffe", mein Vater erzählte mir, daß dies so geschrieben sei, damit er das EK I kriege, aber schon länger frage ich mich, ob das logisch ist: Aus seinem MG-Stand wäre er dann auf das "Russennest" zu gerannt, mit nichts weiter als einer "Blankwaffe", warum sollte ein Soldat sowas tun, statt so einen Angriff seinen besser bewaffneten Kameraden überlassen?


    Meine Frage: wann und mit welcher Lafette nahm ein MG-Schütze an einem Angriff teil?


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Schönen Nachmittag Wolfgang,


    das MG 34 hatte ein Zweibein und wurde auch in "allen" Einheiten so geführt.

    Für den s MG Halbzug (zu Kriegsbeginn in den Schützenkompanien) oder der MG Kompanie gab es als Zusatzausstattung ein Dreibeinlafette die mit dem Rückenpolster.

    Mit dieser Lafette die auch ein Optisches Visier hatte wurde das MG als schweres MG eingesetzt.

    Diese Lafette konnte auch für das MG 42 verwendet werden.

    Solche Lafetten wurden und werden z.B. auch noch in Österreich verwendet (bin selbst darauf ausgebildet worden).


    Weitere mögliche Lafetten waren das Fliegerdreibein und die Fla-Doppel Lafette.

    Soweit in Kürze.


    Grüße

    Ralf

  • ja servus nach Österreich,


    danke für die schnelle Antwort.


    Und wie unterscheide ich visuell das MG 34 und 42? Oder ist das Gelbwurscht?


    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann wäre also mein Vater 1944 mit einem MG auf einer Zweibeinlafette vorgerückt, also besser bewaffnet, als die übrigen Infanteristen?


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Grüß Gott Wolfgang,


    im Anhang die beiden MG's , Unterschiede gab es aüßerlich am Rohr, gelocht beim MG 34 ,sowie beim Ladehebel.


    dein Vater ist wohl mit einem Trommelmagazin am Mg und die Hände am Zweibein, Mg an der Hüfte nach vorne......


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Hallo Wolfgang,


    nun bin ich kein Hellseher, aber wenn ich lese:

    Ausheben eines Russennestes mit blanker Waffe",

    dann glaube ich eher, dass Dein Vater im Rahmen eines Späh - oder Stoßtrupps dieses " Russennest" ausgehoben hat, also nicht im Zuge eines allgemeinen Angriffs seiner Einheit.

    Spähtrupp betreibt im Gegensatz zum Stoßtrupp Aufklärung und Erkundung möglichst ohne Waffengewalt, es sei denn gegen feindl. Spähtrupps oder in bestimmten Situationen, also wenn sich eine günstige Gelegenheit bietet, z. B. "Ausheben einer gegnerischen Stellung" um Gefangene zu machen usw.( Soviel in Kurzform).

    Aber wie geschrieben, es ist Auslegungssache. Ggf könnte es natürlich auch so sein, wie Du es Dir vorstellst:

    wäre also mein Vater 1944 mit einem MG auf einer Zweibeinlafette vorgerückt,

    Anmerkung: Das Zweibein ist keine Lafette im eigentlichen Sinne, sondern eben ein anklappbares Zweibein. ( Siehe 2. Foto von Eumex).

    "Mit blanker Waffe" würde streng genommen mit Bajonett/Seitengewehr oder mit aufgepflanztem Bajonett auf dem Gewehr/Karabiner oder freigemachtem Spaten; aber auch jede andere blanke Waffe bedeuten; eben ohne Schusswaffe.

    Als Angehöriger einer MG-Kompanie oder MG-Schütze bedeutet das aber auch nicht unbedingt, dass er in diesem Moment ein MG bediente. Je nach Situation kann da auch ein Einsatz ohne MG, z. B. mit Pistole oder blanker Waffe erfolgt sein.


    Gruß Karl

  • Grüß Gott Karl,


    mein Vater hat dazu erklärt, es sei nicht wirklich passiert, seine Vorgesetzten habe das so geschrieben, damit die Verleihung des EK I gerechtfertig war.


    Blanke Waffe ist also nicht Schußwaffe, dann scheint es mir wahrscheinlich, daß hier der Spaten gemeint ist. Bajonett will ich aufgrund einer Erzählung ausschließen, er traf im Zug ein jungen Soldaten, der sich Sorgen machte, weil er sein Gewehr am Bahnhof vergessen hatte und ihm seines gegeben hat, weil er das nicht brauche, wozu also sollte er Bajonett mit führen, vielleicht ein Kampfmesser.


    Vielen Dank für Deinen Hinweis.


    Gruß Wolfgang

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  • Moin Wolfgang,


    das Bajonett wurde an alle Soldaten ausgegeben, die einen Karabiner empfangen haben. Auch wenn er seinen Karabiner abgegeben hatte wird er sicher sein Seitengewehr behalten haben. War damals nämlich auch ein gutes Werkzeug. Mein Opa hatte immer ein Seitengewehr, auch wenn er MPi oder nur Pistole führte.


    IM Nahkampf wurde oft von "blanker Waffe" gesprochen, auch wenn alle Schusswaffen einsetzten und keiner mit Spaten oder Seitengewehr angriff. War halt ein schneidiger Begriff für den Nahkampf.


    Beste Grüße

    Frank

    Suche alles zur 2. Marineinfanteriedivision und zur 5. FallschJgDiv

  • Hallo,


    Quote

    Bajonett will ich aufgrund einer Erzählung ausschließen, er traf im Zug ein jungen Soldaten, der sich Sorgen machte, weil er sein Gewehr am Bahnhof vergessen hatte und ihm seines gegeben hat, weil er das nicht brauche, wozu also sollte er Bajonett mit führen, vielleicht ein Kampfmesser.

    so einfach war das nicht. Jede dienstlich ausgegebene Waffe war mit Nummer im Soldbuch eingetragen. Kam diese weg, hatte er den Verlust zu melden.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Moin,


    sollte aber möglich gewesen sein. Ich habe ein Bericht (Marineinfanterie in Rethem), da wurde vor Abzug aus Rethem den Soldaten befohlen, dass, wenn möglich, alle Karabiner gegen die vorhandenen StG 44 der Verwundeten zu tauschen sind. Mein Interviewpartner nahm dann einfach das StG 44 und die Magazine (4 Stück ohne Magazintaschen, ganz nebenbei) eines am nächsten liegenden Verwundeten uns stellte dafür sein 98k hin. Der Tausch wurde erst Anfang Mai 1945 im Internierungsraum in Schleswig-Holstein im Soldbuch eingetragen.


    Beste Grüße

    Frank

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  • Hallo Frank


    Das war zum Ende des Krieges , da wurden auf solche Feinheiten nicht mehr so viel Zeit investiert!

    Außerdem hatte er ja ein Gewehr.

    Ich weiß aus Erzählungen eines ehemaligen Nachbarn, dass bei einer Übung, im Gelände, ein MG stehen gelassen wurde!

    Das hatte zur Folge dass die ganze Gruppe auf dem Kasernenhof geschliffen wurde!

    Sie waren so fertig, dass sie sich am Geländer die Treppen hoch gezogen haben!

    Eine unmenschliche Zeit !


    Gruß Arnd

  • Im Kasernendienst waren die Vorschriften heilig. An der Front nicht immer

    Suche alles zur 2. Marineinfanteriedivision und zur 5. FallschJgDiv

  • Grüß Gott Thilo,


    ich habe das Soldbuch meines Vaters, auf welche Seiten wurden die ausgegebenen Waffen eingetragen? Bekleidungsstücke habe ich gesehen, aber Waffen nicht. Könnte es sein, daß etwa bei einem Angehörigen einer MG-Kompanie die Ausgabe bestimmter Waffen vorausgesetzt wurde.


    Ich weiß von meinem Bruder, der bei der BW war, immer schönes neues Werkzeug hatte, ich habe ihm meine ausgelutschten Schraubenschlüssel gegeben und schon hatte ich einen neuen ;). War das bei der Wehrmacht ähnlich locker?


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Grüß Gott,


    danke für die Beiträge!


    Aber bitte beachtet, daß mein Vater behauptete, daß seine Vorgesetzten es so hingeschrieben hätten, Es lohnt sich also nicht ins Detaill gehen, mich hat nur interessiert, ob das so möglich war.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo Nick,


    hier im Forum werden keine Sondler, Black Digger o.ä. unterstützt deshalb wurde das Bild bearbeitet !

    Gruss Dieter

  • Hallo Augustdieter,


    wie Du möchtest. Bin aber kein Sondler/Black Digger, wir suchen die vermissten Soldaten vom Krieg und es gibt das Erlaubnis vom Staat dafür. Im Wald kann man aber auf interessante Sachen anstießen und ich habe das mitgeteilt. Wenn es nicht akzeptabel hier ist - okay, habe's verstanden.


    Gruß

    Nick

  • Hallo Raúl,


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    Gruß Wolfgang

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