Tiefenverteidungszone, Deckwort für

  • Guten Tag,

    ich habe mal wieder eine Frage, die eigentlich nicht in diese Sparte passt:

    Im August 1944 brachte das OKL-Generalnachrichtenführer Ergänzungen zum "Einheitlichen Deckwortverzeichnis für den Jägersprechverkehr" heraus.

    Darin findet sich das Deckwort "Spargelbeet" für "Tiefenverteidigungszone".

    Nun erkläre mir einer, was hat "Tiefenverteidigungszone" mit der Luftwaffe zu tun? Den Begriff würde ich bei Heeresoperationen ansiedeln.

    Gespannt auf Eure Antworten

    Euer

    Gebhard Aders

  • Hallo Gebhard,


    das dürfte wie am Boden auch ein Bereich sein, in dem der Gegner kontinuierlich durch Flak oder Jäger angegriffen wird.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    das könnte auch der Bereich sein, in dem die leichte und mittlere Flak ( Raketen?) die feindl. Tiefflieger im Verbund der Luftverteidigungszonen bekämpfen musste, nachdem immer mehr Tiefflieger ins Reich eindrangen.

    Ich glaube ähnliches irgendwann gelesen zu haben; habe aber KEINERLEI Belege zur Hand.

    Es war ja so, dass die schwere Flak Tiefflieger grundsätzlich nicht bekämpfen durfte, weil zu langsam. Auch ein Nachschießen war verboten.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,

    "grundsätzlich" ist nicht ganz richtig - die schweren Batterien hatten spätesten '4 eine Bestand an Nahfeuerpatronen zur Bekämpfung von Tieffliegern - Zielvorrichtung Fehlanzeige, es wurde grob übers Rohr gepeilt. Trefferwahrscheinlichkeit nahe 0, aber hatte für Bedienung wenigstens moralische Wirkung.

    Beste Grüße

    G-.A.

  • Hallo G. Aders,


    auf jeden Fall wurde zur Tieffliegerbekämpfung den schw. Flakgeschützen mtl. und le. Flak beigegeben.

    Obwohl in der Vorschrift nicht vorgesehen, versuchte sich in den späteren Kriegsjahren die schw. Flak ( le. und mtl. Flak war teils auch an die Front abgezogen worden) durch sog. "Nahfeuer" mit vorbereiteter Zeitzündermunition im direkten Richtverfahren ihrer (Der Tiefflieger D.U.) zu erwehren. Das Verfahren fand weite Verbreitung.

    "Ebenso wurde gegen die Neigung der Richtkanoniere der le. und mittl. Flak angekämpft, nicht mit dem Visier, sondern nach Augenbeobachtung der L.-Spur der Geschosse zu schießen, angegangen.Mit bloßem Auge konnte die l.-Spur nur bis zu einer Etfernung von 600 m zuverlässig mit dem Ziel räumlich in Verbindung gebracht werden."

    Sh. auch: Koch: " Flak" z. B. S. 48,139, 327 (soweit ich das in der Kürze der Zeit gefunden habe).


    Gruß Karl

  • Hallo,


    den Begriff >Spargelbeet< habe ich schon ein- oder zwei Mal gelesen in den Kriegsschilderungen von ehemaligen Piloten.


    Eine amtliche Definition für den Begriff >Tiefenverteidigungszone< habe ich leider auch nicht, würde mich aber Thilos Meinung voll anschließen.

    Die Flak- und Scheinwerfer Stellungen um Objekte waren ja statisch.

    Wenn man nun eine Flugroute von Feindlichen Pulks erkannt hatte und die Jäger an einem Funkfeuer sammelt, das eventuell zwischen zwei solcher statischer Verteidigungsgürtel liegt, kann man anstreben, die Bekämpfung des Gegners nicht nur punktuell an den Stellungen vorzunehmen, sondern auf der Anflugroute "in die Tiefe zu ziehen".


    Grüße

    Claudio

  • Moien Karl,

    das Nachschießen mit 8,8cm z.B. wurde trotzdem gemacht, habe hier zwei Fälle in dem sie hinter einer P-47 bzw. P-51 nachschosen und mit je einem Schuss trafen. Glückstreffer schon klar, aber Vorschriften wurden schon immer gedehnt!!

    gruß

    h.