Kriegsgefangenenlager JELABUGA

  • Tag allerseits,


    in diesem Kriegsgefangenenlager, in dem deutsche Kriegsgefangene untergebracht waren, kamen im Jahre 1946 die ersten 2.400 japanischen Gefangenen an. Sie hatten 13.000 km Bahnfahrt hinter sich und waren noch bestens ausgestattet (Winterbekleidung,

    Uhren, Drehbleistifte usw). Die 80 Offiziere führten ihre Samurai-Schwerter mit und jeder hatten seinen eigenen Schwertträger.


    Der deutsche Lagerführer, ein Oberleutnant der Luftwaffe aus dem Jagdgeschwader Mölders, leitete die Einweisung der Japaner. Die erste Gruppe von 400 Mann zog dann in die Banja ab. Ein Offizier nahm sein Schwert mit und stellte es in eine Ecke.

    Mit einmal war das Schwert verschwunden.


    Darauf unterhielten sich die japanischen Offizieren ganz kurz. Die 400 Soldaten in der Banja setzten sich auf den Boden und die übrigen 2.000 Japaner außerhalb der Banja verhielten sich ebenso. Da half kein Gebrüll der Russen, kein "dawaj" und

    "bistreh"...Sie saßen und rührten sich nicht. Über eine Stunde lang.


    Die Russen waren halb wahnsinnig vor Wut. Dann erschien der Lagerkommandant - mit großem Gefolge. Und er trat seine russischen Soldaten "in den Hintern". "Sabaki", ich werd euch, ihr Hunde...

    Mit einmal war das Schwert wieder da und alles ging weiter.


    In der Abenddämmerung marschierte dann plötzlich ein Zug von japanischen Stabsoffizieren zum deutschen Lagerführer, im Stechschritt und die Schwerter in Paradehaltung. Dann ein Kommando und die Japaner singen deutsche Lieder.

    Zuerst "Am Brunnen vor dem Tore", danach "Die Fahne hoch...." als Dank für die Hilfe bei der Eingliederung.


    Quelle: Heinrich Gerlach, Odyssee in Rot, S. 511


    Die Todesrate in der Zeit von Januar bis Ende Juni 1943 war verheerend! Von den 1800 deutschen Truppenoffizieren, die in Jelabuga in Gefangenschaft saßen, kamen in dieser Zeit fast drei Viertel um.


    Gruß

    Bert

  • Tag allerseits,


    in letzter Konsequenz schafften es die Sowjets, die Japaner doch klein zu kriegen.

    Die "führenden Köpfe" wurden nacheinander herausgebrochen und weggeschafft. Und dann fiel der Widerstand in sich zusammen. Es gab aber auch die ANDEREN Japaner, die auf die Antifa-Schule gingen.

    Da es die Geschichte der KPdSU nicht auf japanisch gab, hatten sie eine Arbeitsgruppe gebildet und in knapp vier Wochen das ganze Buch übersetzt.


    Quelle: wie oben, S. 512


    Gruß

    Bert