Wie Gliedert sich ein Flugplatz

  • Schönen Guten Abend.


    Habe mich gerade vom Sommennachtskonzert der Wiener Philharmoniker weggerissen um euch eine Frage zu Stellen.

    Grundsätzlich gliederte sich ein Flugplatz nach der Stärkenachweisung 1304 und nach l, a, b, c, d und e.

    l = Leithorst = 552 Soldaten und Beamte sowie 630 Zivilisten

    a, b, c, = Flugplätze mir verschiedenen Fähigkeiten =Typ A = 294 Soldaten und Beamte sowie 388 Zivilisten

    e = Einsatzhafen = 190 Soldaten und Beamte sowie 153 Zivilisten


    Wenn man nun bedenkt das es nach dem Mob-Plan vom 1.7.39:

    64 Leithorste

    119 Fliegerhorste A

    17 Fliegerhorste B, C, und D

    119 E-Häfen

    So war das ein gewaltiger personeller Einsatz.


    Nun die Erste Frage hat jemand die Friedensstärkenachweise 1304? ich habe mir damals nur die Kriegsstärkenachweise aus Freiburg geholt.

    Da währe ein Vergleich sehr interessant ob der Apparat im Frieden auch so groß war.

    Hier http://www.pennula.de/luftfahr…ughafenplatzkommandos.pdf auf Seite 9 werden die Fähigkeit aufgelistet.

    So hat der Leithorst eine Luftnachrichten Kompanie die Anderen nur eine Nachrichten Stelle


    So ein Flugplatz hatte verschiedene Aufgaben und dafür gab es auch entsprechende Bauten.

    So gab es auf dem Leithorst und auf den Horsten der Kat. A eine Fliegerwerft. Diese hatte, bei später im Frieden errichtete Flugplätze dieses Aussehen Skizze hier http://members.aon.at/kgrimm1/CHRONIK_teil1.pdf Seite 23.

    Ebenso gab es Eine Werkstatt und eine Waffenwerkstatt.

    Nun die Frage kann jemand etwas genaueres über die Gebäude sagen oder hat jemand das "Zentralblatt der Bauverwaltung" Heft 9 vom 3 März 1937 darin sollen Hangars sein eventuell mit Grundrisse. Leider hatte mein Bemühen hier ein Exemplar zu bekommen noch nicht gefruchtet.


    Interessant werden dann die Kompaniegebäude wo zwei Kompanieblöcke für 76 Mann zugewiesen wurde?

    Bei meiner nächsten Wortmeldung mehr dazu.


    Liebe Grüße

    Ralf

  • Hallo Ralf,


    Quote

    Interessant werden dann die Kompaniegebäude wo zwei Kompanieblöcke für 76 Mann zugewiesen wurde?

    das werden wohl gemischte Dienst- und Unterkunft Gebäude sein denn für eine reine Unterkunft sind 76 Mann zu wenig


    Hier ein Beispiel von den "Kombi-Bauten" aus Wahn-Heide

  • Hallo Ralf,


    in Delmenhorst wird seit einigen Jahren von der Interessengemeinschaft Modellbau/Boelcke-Kaserne ein möglich originalgetreues Modell/Diorama des ehemaligen Fliegerhorstes Delmenhorst Adelheide nachgebaut, vielleicht ist dort noch etwas interessantes für Dich dabei? https://www.boelcke-kaserne.de/


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Mahlzeit,


    nehmen wir zum Beispiel den Flugplatz Linz-Hörsching Link ==> http://www.flh-vogler.at/pages/bauphase.php

    So ist dieser als A-Hafen geplant und gebaut worden.

    Es sollte an Truppen folgende Einheiten aufnehmen:

    1 x Fliegerhorstkommandantur A Friedenstärkenachweis 01 304 a (L)


    2 x Stab einer Kampfgruppe Friedenstärkenachweis 01 162 (L)

    6 x Kampfstaffel Friedenstärkenachweis 01 163 (L)

    4 x Flughafenbetriebskompanien Friedensstärkenachweis 01 663 (L)


    Einen Übersichtsplan des Fliegerhorstes gibt es hier http://www.flh-vogler.at/pages/bauphase/baubeginn.php ganz unten.

    Da gibt es zweimal den Bereich Unterkunftsgebäude (Kammartig mit je 6 Zähnen [Unterkünfte]). Wenn man nun annimmt das jeder der beiden Unterkunftsbereiche 3 Kampfstaffeln aufnimmt so hat jede Kampfstaffel 2 Gebäude.

    Im Bereich Stabsgebäude Süd wurden die beiden Stäbe der Kampfgruppen untergebracht sein, der kleine Appendix rechts das Kommando der Fliegerhorstkommandantur.

    Und in dem langgezogenen Gebäude zwischen den beiden Unterkunftsbereichen werden wohl die 4 Flughafenbetriebskompanien gewesen sein.

    Den einzelnen Staffeln ist ein Hangar zugewiesen wobei sich die Eine Gruppe auf Hangaranlage Nord die andere auf Hangaranlage Nord-Ost verteilt.

    Hinter der Hangaranlage Nord-Ost steht noch ein Hangar und es sieht so aus als sei daneben (Südlich) noch ein zweiter gestanden vielleicht die Hangars des Stabes der Kampfgruppen.


    Die Aufgliederung der Fliegerhorstkommandantur muss ich mir noch ansehen.


    Grüße

    Ralf

  • Schönen Guten Abend,


    wie Gliederte sich nun ein Fliegerhorst A?


    Leider habe ich nur die Kriegsstärkenachweisung vom 15.7.38. Danach bestand die:


    Gruppe Kommandant aus 2 Offizieren (Kommandant, Offizier z.b.V.) und 5 Unteroffizieren

    Flugleitung aus 1 Offizier, 3 Unteroffiziere, 4 Mannschaften

    Flieger-Landeleuchttrupp aus 2 Mannschaften (siehe St.N. Nr.1 382(L))

    Luftnachrichtenstelle A einer Fliegerhorstkommandandur aus 1 Offizier, 28 Unteroffizieren und 40 Mannschaften (siehe St.N. Nr. 3 389a(L))

    Wetterwarte einer Fliegerhorstkdtr. aus 11 Unteroffiziere, 19 Mannschaften, 25 Beamte, 9 Angestellte sowie 5 Lohnempfänger (siehe St. N. 5 793(L))

    Flugwache aus 1 Unteroffizier, 11 Mannschaften und 1 Beamter

    Feuerwehrgruppe aus 1 Beamten, 1 Angestellten und 12 Lohnempfänger

    Fliegerhorstbildstelle aus 2 Unteroffiziere und 2 Mannschaften (siehe St.N. Nr. 1 323(L))

    Munitionslager aus 1 Unteroffizier (Munitionslagerpersonal ist nach Bedarf aus den Lohnempfängern der Fliegerhorstkommandantur zu entnehmen)

    Offiziersheim und Kameradschaftsheim aus 1 Unteroffizier (Ordonanzen und Aufwartepersonal sind nach Bedarf aus dem allgemeinen Truppendienstpersonal bzw. den Lohnempfängern des Fliegerhorstes zu entnehmen)

    Fliegerhorst Kompanie aus 1 Offizier, 19 Unteroffiziere sowie 101 Mannschaften [Kraftfahrzeuge: 1 s.Krad mit Beiwagen, 1 le. Pkw, 2 m.Pkw (Kfz 12), 1 kleinlastwg offen, 1 m.LKW (zugl. f. Trsp. Sauerstoffumfüllgerät und Mannschaften), 2 m. Radschlepper, Anhänger: 2 Mittlere Anhänger Offen (mehrachs.), 1 Anh. für Tragflächen (Sd.Anh. 450), 1 Anh. für Tragflächen (Sd.Anh. 451), 3 Betriebsstoffkesselwagen als Anh. (Sd. Anh. 454)

    Sanitätsgruppe aus 2 Offiziere, 8 Unteroffiziere und 5 Mannschaften

    Technische Stellen:

    Fliegertechnische Gruppe aus 1 Beamten 2 Angestellten und 25 Lohnempfängern

    Technische Verwaltung aus 2 Unteroffiziere, 1 Beamten, 8 Angestellte sowie 18 Lohnempfänger

    Prüfgruppe aus 4 Beamte sowie 2 Angestellte

    Fliegerhorstwerft aus 5 Beamte, 5 Angestellte und 90 Lohnempfänger (siehe St.N. Nr. 1 310(L))

    Fliegerhorstfunkmeisterei aus 1 Unteroffizier, 1 Angestellter sowie 6 Lohnempfänger (siehe St.N. Nr. 3 518(L))

    Leitung Waffentechnische Gruppe aus 1 Beamten und einem Angestellten (kann weiblich sein)

    Fliegerhorstwaffenmeisterei aus 1 Unteroffizier 1 Beamter, 2 Angestellte sowie 7 Lohnempfänger

    Leitung Kraftfahrtechnische Gruppe aus1 Beamter, 3 Angestellte und 1 Lohnempfänger

    Fliegerhorstkraftwagenwerkstatt aus 1 Beamter, 1 Angestellter sowie 8Lohnempfänger (siehe St.N. Nr. 1 318(L))

    Betriebstechnische Gruppe aus1 Beamter, 5 Angestellte 30 Lohnempfänger

    Gruppe Verwaltung aus 2 Unteroffiziere, 6 Beamte, 7 Angestellte sowie 150 Lohnempfänger (für Sonderzwecke)


    Soweit die KStN.


    Liebe Grüße

    Ralf

  • Schönen Guten Morgen,


    nun ordne ich den ersten Teil einmal zu.

    Fliegerhorst Werft

    Auf jeden Fliegerhorst A und Leithorst gab es eine Fliegerhorst Werft.

    Dies war ein Einheitsbau genannt "Werfthalle Land III/37, Typ 201 Berliner-Stahlbau"

    Dieses Gebäude hatte in der zentralen Halle zwei elektrisch betriebene Werfthallenkrane mit 10t Tragfähigkeit und 17,3m Spannweite die Lauflänge belief sich auf 50,66m.

    Und im Spritzlackierraum einen 3 t Handlaufkran mit 12 m Spannweite.

    Irgendwo im Gebäude war auch ein Aufzug mit einer Tragfähigkeit 2.500kg vorhanden, Größe des Fahrkorbes Länge = 3,5m, Breite = 2m Höhe 2,5m. Er diente dazu lasten vom Erdgeschoß ins Obergeschoss zu bringen.

    Hier http://members.aon.at/kgrimm1/CHRONIK_teil1.pdf auf Seite 23 sieht man solch eine Halle und rechts ist der Spritzlackierraum.


    An Personal standen zur Verfügung:

    Werftleiter (Angehöriger des Ing. Korps.), Beamter

    Oberwerkmeister, Beamter

    Werkmeister für Flugwerk, Beamter

    Werkmeister für Triebwerk, Beamter

    Werkmeister für Gerät, Beamter

    2 technische Hilfskräfte (davon 1 Zeichner), Angestellte

    3 Schreibkräfte (können weiblich sein), Angestellte

    86 Facharbeiter, Lohnempfänger, davon

    30 Flugzeugschlosser (davon 3 Vorarbeiter)

    15 Flugmotorenschlosser (davon 2 Vorarbeiten)

    6 Flugzeugelektriker (davon 1 Vorarbeiter)

    5 Flugzeug Feinmechaniker (davon 1 Vorarbeiter)

    5 Flugzeugklempner (davon 1 Vorarbeiter)

    5 Flugzeug Metaller

    5 Flugzeug Sattler

    5 Flugzeug Maler (davon 1 Vorarbeiter)

    5 Flugzeug Tischler (davon 1 Vorarbeiter)

    3 Dreher

    3 Schmiede (davon 2 Schweißer)

    1 Werkzeugmacher (für Werkzeugausgabe)

    4 Lohnempfänger


    Erläuterungen:

    1) Die Stärken des Werftpersonal ist eine Normstärke. Davon können bis zu 20% Angestellte sein (Meister), jedoch keine Schreibkräfte, Bürohilfskräfte und techn. Hilfskräfte. Weiters zusätzliches Werftpersonal für Verbände, Schulen usw. ist in der Stärkenachweisung der betreffende Einheit festgelegt. Dieses tritt zur Arbeitsleistung zur Fliegerhorstwerft und wird von der Fliegerhorstkommandantur wirtschaftlich betreut. Die Verbände kommandieren außerdem ihr militärisches Werftpersonal zur Ausbildung nach Bedarf in die Fliegerhorstwerft.

    2) Es können zusätzlich eingestellt werden:

    a) Werkmeister

    1 für Lift

    2 für Barth

    b) Schreibkräfte

    1 für Barth

    c) Facharbeiter

    für Werften mit Motor-Grundüberholung

    15 Flugmotorenschlosser

    für List

    12 Handwerker

    für Jüteborg-Waldlager

    10 Handwerker

    für Greifswald

    35 Handwerker

    für Barth

    27 Handwerker

    d) Lohnempfänger

    4 für Barth.


    Zum Schluss möchte ich mich noch bei Herrn Vzlt Dinier bedanke der mich mit Unterlagen im Bezug auf den Fliegerhorst Hörsching unterstützt ==> http://www.flh-vogler.at/


    Liebe Grüße

    Ralf

    Edited once, last by SanUO ().

  • Guten Abend,


    weiter vorne ist auch ein Abschnitt über die Munitions-Erstausstattung eines Einsatzflugplatz. Beim LKR XVII.


    Muss aber die Dinge noch ordnen dann kommt etwas.


    Grüße

    Ralf

  • Schönen Guten Abend,


    Ich habe mir einmal die Google Maps der Fliegerwerften genauer angesehen.

    Da sieht man ganz deutlich ,wie in Langenlebarn, das auf dem einen Flügel der Lift ist (kleines Quadratischer Aufbau) und am gegenüberliegenden Flügel der Lakierraum mit dazugehörigem Lift sein muss.

    Interessant wären nun aufnahmen aus einem solchen Hangar wie aus dem Hangar 8 wo früher die Mig 21 gestanden ist.

    Wenn ich mir den oben genannten Lesestoff hineingesaugt habe frage ich mich wo nun die Feuerwehrgruppe war?

    Gab es dazu einen Einheitsbau?

    Und was war im Objekt 32 während der Wehrmacht untergebracht? ==> http://www.flh-vogler.at/pages/1945---1955/1953.php


    Grüße

    Ralf

  • Schönen guten Abend,


    aus dem Zentralblatt der Bauverwaltung vom 3. März 1937 von Seite 217 unten habe ich einen Plan entnommen der die Werfthalle Land III/37, Typ 201 Berliner-Stahlbau darstellen könnte.

    Zumindest die Bemaßung ist abgeglichen mit den Satellitenaufnahmen.

    Der Einzig mir aufgefallene unterschied ist das der Lift am Plan hinten angeordnet ist und in Wirklichkeit, wie in Hörsching, vorne ist.

    Leider habe ich über die anderen Hangars noch nichts Genaues gefunden obwohl ich schon etwas von Jürgen Zapf aufgearbeitet habe.

    Liebe Grüße

    Ralf

  • Guten Abend,


    ich habe gerade bei Budraß, Flugzeugindustrie und Luftrüstung, auf Seite 793 gelesen das es eine "Normhalle" im ausmaß von 85m x 42 m gegeben hat.

    Hat dazu jemand Informationen?


    Grüße

    Ralf