Suizid von Offizieren bei aussichtsloser Gefechtslage

  • Liebe Mitforscher,

    ich suche Hinweise bzw. Fachliteratur zum Thema "Suizid von Offizieren". Man findet hier im Forum nur ansatzweise etwas zu diesem Thema und die Literatur zum Thema ist auch kaum vorhanden. Besonders interessiert mich die Unterscheidung zwischen einem "ehrenvollen" Suizid eines Offiziers und Selbsttötungen einfacher Soldaten, die man scheinbar oft als eine Art Sabotage wahrgenommen hat! Zudem würde mich interessieren, ob die Todesursache "Suizid" finanzielle Auswirkungen auf die Versorgung der Witwe hatte? Wäre für eure Einschätzungen oder Erfahrungen dankbar!

    Beste Grüße

    Carsten

  • Hallo Carsten,


    hoffentlich ist Dir bei Deiner Fragestellung bewusst, dass es dabei sehr oft keine

    "Schwarz/Weiß-Antworten" geben wird.

    Wohl auch, um negative Auswirkungen auf die Hinterbliebenen-Versorgung zu

    vermeiden, wurde eine Suizid-Absicht durch bewusstes Aussetzen der feindlichen

    Waffenwirkung in die Tat umgesetzt. Dabei fällt der Nachweis einer Suizid-Absicht

    naturgemäß schwer.

    Ein prominentes Beispiel war wohl Freiherr von Fritsch; bei GFM Model handelte es

    sich dagegen eindeutig um Suizid. In dieser Bandbreite werden sich die von Dir

    gesuchten Fälle bewegen.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo,


    Suizid galt nicht als Wehrdienstbeschädigung, daher hatten Angehörige keine Versorgungsansprüche. Außerdem galt der Versuch nach Kriegssonderstrafrechtsverordnung § 5 Abs. 3 als "Wehrkraftzersetzung" und hätte bei Misslingen -schon fast ironisch- zur Todesstrafe führen können.


    Da gab es keinen Unterschied zwischen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften, wobei man es bei Offizieren aus ideologischen Gründen eher unter den Teppich kehrte und eine andere Todesursache angab.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    Mir ist nur ein Buch bekannt, in dem das Thema Suizid gesondert behandelt wird. Es handelt sich dabei um „Quiet Flows the Rhine - German General Officer Casualties in WW II“, von French L. MacLean. Herausgegeben von J J Fedorowicz Publishing, 1996.


    Es handelt sich nur um Verluste im Generalsrang und der Autor gibt die Zahl von 64 an.Er beschreibt auch eine Reihe von Ihnen, jedoch selten mit vielen Details. So zum Beispiel Brigadeführer August Zehender, Kommandeur der „Maria Theresia“ beim Ausbruch aus Budapest. Auf Seite 138 erwähnt er GL Erpo von Bodenhausen, der nach seinen Angaben in Kurland am 9. Mai nach der Kapitulation Selbstmord beging. Ebenso GdSS Walter Krüger, der sich noch am 20. Mai von Kurland nach Ostpreussen durchschlagen wollte und sich kurz vor der Gefangennahme erschoss.


    Diese Episoden sind über das ganze Buch verstreut. Vielleicht ist es ein erster Ansatz. Lass mich wissen, ob ich das Buch durchforsten soll.


    Übrigens las ich gerade das Buch von F.W. von Mellenthin mit seinen Porträts der Generäle, die er persönlich kennenlernte während des Krieges, und er hat dort den Augenzeugenbericht des Adjutanten von Fritsch. Er lief neben Fritsch als die Kugel ihn in die Beinvene traf und sagt ausdrücklich, dass es sich nicht um einen gewünschten Tod handelte. Tag und Nacht hatte er Monate mit von Fritsch verbracht und weder die Umstände noch das Verhalten ließen ihn auf eine erfüllte Todessehnsucht schließen. Wir werden es wohl nie wissen.


    Grüße,


    Egbert


    PS. Die ist mein erster Post auf dem Forum. Ich wünschte, ich hätte es schon früher gefunden.

  • Hallo,


    vielen Dank für eure Einschätzungen! Dann ist das bei uns in der Familie seltsam gelaufen. Mein Opa hat sich als Battailonskommandeur 1944 in der Ukraine mit der Dienstwaffe erschossen, genau so wie der ebenfalls anwesende Oberstabsarzt (aussichtslose Lage, Einkreisung durch russische Truppen). Diese Variante wurde vom überlebenden Funker der Einheit 1956 bei der WaSt. zu Protokoll gegeben. Meine Oma hat aber trotzdem vom Versorgungsamt immer die kompletten Witwenbezüge bekommen. Da gab es scheinbar einen Spielraum für die zuständigen Beamten. Trotzdem ist es natürlich seltsam, dass sich ein Offizier umbringt, wenn er fürchten muss, dass dadurch seine Frau und zwei kleine Kinder materiell ruiniert wären. Aber wer von uns kann sich schon in eine solche Lage versetzen?


    Grüße


    Carsten


    PS: Thilo : Wo findet man den die entsprechenden Verordnungen?

  • Hallo,

    In einem Beispiel bei dem es sich zwar nicht um einen Offizier, sondern einen Mannschaftsdienstgrad (12. SS-PzDiv Hitlerjugend) handelte, ist im März 1944 folgendes geschen, nachdem sich der Soldat selbst erschossen hat.

    Der Tote wurde auf einem Gemeindefriedhof bestattet (angeblich im Leinensack), auf der offiziellen Verlustmeldung habe laut dem Gefechtsschreiber gestanden „Unehrenhafter Freitod, hat sich durch eigene Hand dem Wehrdienst entzogen“.

    Zumindest der Ort der Beisetzung entspricht der Befehlslage:

    Gemäß Sonderbefehl der 12. SS-PzDiv „Hitlerjugend“/ Gräber-SS-Führer vom 11.11.1943 wird unter 5. Die Beisetzung von standrechtlich Erschossenen und Selbstmördern geregelt: "Die Beisetzung von standrechtlich Erschossenen und von unehrenhaften Selbstmördern erfolgt außerhalb von deutschen Soldatenfriedhöfen. Die Gräber sind mit einem einfachen Grabzeichen zu versehen, auf dem nur der Name, Vorname, Geburtstag und –ort und Todestag, doch nicht Dienstgrad und Einheit des Toten, anzugeben sind." Dieser Befehl schließt somit auch Offiziere mit ein.


    Ob die Bezeichnung "unehrenhafter Selbstmörder" eine Bedeutung hat und es auch Personen gab, die offiziell einen "ehrenhaften Freitod" beginnen, kann ich mit Dokumenten nicht belegen.

    Gruß,

    andernach



  • Hallo,



    Ob die Bezeichnung "unehrenhafter Selbstmörder" eine Bedeutung hat und es auch Personen gab, die offiziell einen "ehrenhaften Freitod" beginnen, kann ich mit Dokumenten nicht belegen.

    ein ehrenhafter Selbstmord war dann anzunehmen, wenn sich ein Offizier in aussichtsloser Lage nicht ergab, sondern erschoss....also " mit seinen Soldaten bis zur letzte Patrone gekämpft hatte und dann erschoss" um evtl. bei einem Fronteinsatz verwundet in Feindeshand zu fallen.

    Für Hitler war Paulus ein solches Beispiel, da er sich nicht erschoss sondern in russische Gefangenschaft begab.

    Dass vor allem " Feldherren" sich nach verlorener Schlacht umbrachten hat in der Historie sicher tausend Beispiele. Es war " Ehrenschsache", wenn man sein ganzes Heer geopfert hatte, sich umzubringen.

    Ein anderer - japanischer Ritual - Selbstmord: Harakiri, worauf ich nun nicht weiter eingehe, denn sonst müsste man auch noch die Kamikaze abhandeln.


    Ein prominentes Beispiel war wohl Freiherr von Fritsch;

    Das kann ich nach Kenntnis der Gesamtumstände (lt. mehrfacher Literaturhinweise und der Vita, sowie der damaligen Ehrauffassung und des Charakters von Frisch ) nur bestätigen!


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    ich lese hier mit großem Interesse mit. Hast Du Quellen bzw. Belege für die Option "ehrenhafter Selbstmord"? Andernach hat sich ja auch schon gefragt, ob es neben der offiziellen Bezeichnung (vgl. Sonderbefehl) des "unehrenhaften Selbstmörder" auch den offiziellen Begriff des "ehrenhaften Selbstmörders" in irgendeiner Vorschrift etc. gegeben hat.

    Am Beispiel Paulus war die Devise "Ein deutscher Generalfeldmarschall fällt nicht lebend in Feindeshand". Wie er das nun anstellt war nicht gesagt, ein Selbstmord war nicht explizit vorgesehen. Hätte man sich nun im Falle eines Selbstmordes immer mit einer Krücke behelfen müssen: "gefallen als letzter seiner Männer" etc. oder hätte man den Begriff des "ehrenhaften Selbstmörders" auch offiziell bemühen können. Dafür würde mich eine Quelle analog zum "unehrenhaften Selbstmörder" interessieren.


    Viele Grüße

    Andre

  • Hallo Andre,


    eine Vorschrift kenne ich nicht. Bei solchen Dienstgraden war dies ohnehin "Führersache".

    Nächste Beispiel: GFM Rommel: "unfreiwilliger gewünschter Selbstmord" zum Schutz der Familie; Staatsbegräbnis!


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,

    bei Rommel greift aber offiziell auch nicht der Begriff "ehrenhafter Freitod". Offiziell erlag er seinen Verwundungen, daher konnte ein Staatsbegräbnis etc. gewährt werden. Wenn es eine Vorschrift für den "unehrenhaften Selbstmörder" und keine Vorschrift für die Möglichkeit des "ehrenhaften Freitods" gab und es auch keine Erwähnung dieser Möglichkeit in z.B. irgendwelchen "Versorgungsbestimmungen für Hinterbliebene" gibt, so jagen wir ggf. ein "Begríffsphantom". Wenn es das tatsächlich offiziell nicht gab musste jeder Freitod von der Umgebung (z.B. Untergebene, Vorgesetzte etc.) ggf. in einen Heldentod oder einen plötzlichen Herztod umgemünzt werden. Aus dem Selbstmord mit Handgranaten wurde dann ein plötzlicher feindlicher Artillerieüberfall etc. oder eben ein Herzinfarkt.


    Viele Grüße

    Andre

  • Hallo,

    der Pfarrer, der mich konfirmierte, erzählte öfter, er war Offizier im Krieg, dass er bei den Nahkämfpen 1945 in Ostpreussen immer eine Patrone in seiner Pistole behalten hat um sich vor einer Gefangennahme zu erschiessen.

    Kein Kommentar dazu von mir.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,


    Todesfälle sind in der Wehrmacht - Straf - Gerichtordnung, auch Selbstmorde, insbes. in de §§ 97,98, 173 - 178 geregelt.

    Bei Selbstorden ist genaue Untersuchuchung, einschl. der Todesursachenermittlung und eine richterliche Untersuchung gem § 166 Gerichtsverfassungsgesetz durchzuführen. Hierzu sind noch besondere Richtlinien erlassen worden. Dort sind auch die Kosten der Überführung usw. unter Hinweis auf die Wehrmachts Sanitäts Verordnung, sowie die H.Dv. 193/5 geregelt.


    Hitler muss das Thema sehr beschäftigt haben, er war ja letztlich auch ein Selbstmörder, denn er hat sich damit in seinen Tischgesprächen 18 x beschäftigt. "....der Mann hat sich totzuschießen, so wie sich früher die Feldherren in das Schwert stürzten..Ein Kapitän geht auch mit seinem Schiff unter..."

    Es regelte sich m. E. also auch nach dem Dienstgrad und/oder der Dienststellung.


    Zur Angehörigenversorgung von Selbstmördern habe ich nichts gefunden, es sind aber insges. ein paar tausend Seiten, die ich durchsuchen müsste; d. d. natürlich zuerst in den enstpr. Inhaltsverzeichnissen.


    Gruß Karl




  • Hallo,


    ein bekannter Fall für den Freitod in aussichtsloser Lage ist Generalleutnant Alexander von Hartmann, Kommandeur 71. Infanterie-Division. Er fiel am 26. Januar 1943 vor Stalingrad am Bahndamm nahe Tsaritza, aufrechtstehend mit seinem K98 auf angreifende sowjetischen Soldaten schießend. Zu seinem Entschluß äußerte er sich zu einem Stabsoffizier folgend: „Ich werde zu meinen Soldaten in die vorderste Linie gehen… Ich suche den Tod in ihren Reihen. Gefangennahme ist für einen General unehrenhaft.“ Mit Wirkung vom 1. Januar 1943 wurde er durch A. Hitler am 15. Februar 1943 posthum zum General der Infanterie ernannt.


    Gruß


    Wolfgang



  • Moin,


    wenn wir die Ehre mal beiseite lassen, dann wäre da noch eine ganz pragmatische Motivation zur Selbsttötung in auswegloser Lage: im Falle einer Verwundung (z.B. Beinschuss) ohne Aussicht auf Bergung (z.B. im Rückzugsgefecht) drohte auch die Begegnung mit Partisanen.

    Vielen Soldaten war durchaus bewusst, dass mit Verwundeten, besonders Offizieren und Unteroffizieren, nicht gerade kurzer Prozess gemacht wurde. In seinem Buch „Als der Osten brannte“ berichtet Henning Stühring von Herausschneiden der Augen oder Abtrennen der Genitalien sowie anderen Verstümmelungen.

    Ich halte in dieser Situation eine Selbsttötung angesichts derartiger Bedrohung für einen letzten Ausweg.


    Gut möglich, dass dies dann nicht als Suizid gemeldet wurde, um dem Ansehen des Kameraden nicht zu schaden und die Bezüge an die Witwe nicht zu gefährden. Der entsprechende Soldat wurde als vermisst gemeldet und fertig.


    Lg Justus

  • Lieber Justus,


    das kann wohl stimmen.

    Wurde der "geschändete" Soldat allerdings von der Wehrmacht aufgefunden, dann war das ein Fall für die Wehrmachtuntersuchungsstelle, der Fälle vom Grausamkeiten und Ermordungen unmittelbar und auf dem schnellssten Wege zu melden waren.

    Mit Verfügung vom 27.08.1941 waren mehrere Gerichtsmediziner an die Ostfront geschickt worden" ...um etwaige völkerrechtswidrige Verletzungen und Handlungen der Bolschewisten aufzuklären..." ( Natürlich nicht die eigenen!)

    Siehe: "Die Wehrmachtuntersuchungsstelle" von Alfred M. de Zayas.


    Sicher haben die nicht alle Fälle untersuchen können, dann wurde mglicherweise so verfahren wie Du schreibst.


    Gruß Karl

  • Lieber Karl,


    Danke für diese Ergänzung! Ich wollte eigentlich den Blick darauf lenken, dass allein aus reiner Furcht vor Verstümmelung und/oder Misshandlung die letzte Kugel für einen selber bestimmt wurde. Im Falle einer schwerwiegenden Verwundung könnte dies ja auch als Panik- bzw. Verzweiflungshandlung geschehen sein, ohne dass tatsächliche Gefahr i.o.g.S. bestand. Als "Resultat" würde für die Statistik in dieser Situation ein Suizid notiert - mit den entsprechenden Konsequenzen lt. Vorschrift. Wenn dagegen die Meldung "Vermisst" bzw. "möglicherweise in Gefangenschaft geraten" gemacht wurde, dann möglicherweise aus Rücksicht auf die Angehörigen (ich denke, dass die familiären Verhältnisse auf Kompanieebene bekannt waren).

    Mir ist ein entsprechender Fall eines Oberleutnants bekannt, der nach einem Rückzuggefecht offiziell als "vermisst" gemeldet wurde. Aus Augenzeugenberichten nach dem Krieg wurde dann im Zuge der gerichtlichen Feststellung des Todes offenbar, dass eine Selbsttötung Todesursache war. Die Witwe und die Kinder bekamen bis Kriegsende den Sold des "Vermissten", der sogar noch (in Abwesenheit) zum Hauptmann befördert wurde.


    LG Justus

  • Moin im Thema,


    Quote

    ...um etwaige völkerrechtswidrige Verletzungen und Handlungen der Bolschewisten

    Wenn ich solch etwas weiter oben lesen muß, dann wird es mir pers. unangenehm in diesem Thema.

    Eine Aufrechnung von Gräueltaten, von welcher Seite damals auch immer begangen, sollte in einem Forum wie dem FdW vermieden werden.


    Vielleicht bin ich pers. zu empfindlich, das mag so sein, aber man kann all das doch in andere Worte fassen, das wollte ich gerne loswerden.

    Mehr ist es gar nicht, und wie immer nur meine persönliche Meinung.


    Gruß


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

  • Hallo,

    zurück zum Thema! Wir waren bei "unehrenvollen" Suizid und einem möglichen "ehrenvollen" Suizid!


    Man kann bei diesem Thema auch die Schwerverwundeten bedenken. Wenn jemand im Lazarett realisiert, dass ihm das halbe Gesicht mitsamt Nase fehlt oder dem jungen Soldaten "untenrum" alles weggeschossen wurde und er sich dann irgendwann noch im Lazarett die Pulsadern aufschneidet oder aus dem Fenster stürzt. Was schrieben dann Stabsärzte und Schwestern:


    a) an die Angehörigen?

    b) in die offiziellen Papiere?


    Ich weiß es nicht, aber vielleicht gibt es Literatur die Auskunft zu dem traurigen Treiben und der Suizidrate in einem Lazarett geben kann?

    Hier wäre der Suizid vielleicht nicht "ehrenvoll", aber gut nachvollziehbar.


    Viele Grüße

    Andre

  • Lieber Micha,


    Karl hatte den von Dir monierten Satz als Zitat gekennzeichnet. Ich glaube, dass das nicht missverstanden werden sollte.


    Du hast natürlich Recht mit Deinem Hinweis, von jedweder Aufrechnung Abstand zu nehmen. Soweit ich diesen Thread (und eigentlich auch unser Forum) überblicke, hat etwas derartiges auch bisher nicht stattgefunden. Im übrigen ist Karl doch über jeden Verdacht erhaben, sich unausgewogen zu äußern.


    LG Justus

  • Tag allerseits,


    ein typisches Beispiel für den Freitod eines Wehrmachtsgenerals in aussichtsloser Situation, so wie dies der "Führer" auch von seinem GFM Paulus erwartet hätte:


    Der letzte Kommandeur der Schule V für Fahnenjunker der Infanterie (Ernst Gonell) war zuletzt Kommandant der Festung Posen. Bei diesen Kämpfen kamen ca. 5.000 Soldaten der Wehrmacht und ca. 6.000 Soldaten der Roten Armee ums Leben. Ernst Gonell wurde noch am 30.1.1945 zum Generalmajor befördert. Er starb am 23.2.1945 (Freitod).


    Am 22. Februar begann der letzte Abschnitt des langwierigen Kampfes um Posen. An diesem Tag wurde auf deutscher Seite der letzte Funkspruch aus der Festung Posen abgesetzt, in dem unmissverständlich klargemacht wurde, dass mit dem Fall der Festung zu rechnen sei. Einen Tag später, am 23. Februar 1945, um 3:00 Uhr morgens, entschied sich Festungskommandant Gonell den Widerstand einzustellen und zu kapitulieren. Gonell selbst nahm sich kurz darauf das Leben.


    Und dann gab es noch "hitlernahe" Offiziere und Generale, die sich in aussichtsloser Lage das Leben nahmen. Wobei solche Selbstmorde teilweise auch geprägt waren von befürchteter Bestrafung wegen sog. "Endphasenverbrechen."

    Ein Beispiel: GFM Model

    Seine Mitwirkung an den Endphaseverbrechen ist unstrittig. Am 7. April 1945 hat Model beispielsweise angeordnet, dass die Insassen von Strafanstalten und Zuchthäusern der Gestapo zur ,Überprüfung’ zu übergeben seien. Dieser Befehl führte schließlich zu Massenerschießungen.


    Dazu

    https://www.derwesten.de/polit…eltkriegs-id10516317.html

    Gruß

    Bert

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