Suche nach Kurt Schäfer, SS-Sturmbannführer, und Scharführer Luger - 1944 -45 Kdt. und Stellv. Kdt. der 7. Ss-Eisenbahnbaubrigade

  • Hallo Gemeinde,

    nachdem ich mit Eurer Hilfe rasch das Rätsel um den Bauzug in Warthausen im April 1945 klären konnte, würde mich zu den -soweit namentlich bekannten- handelnden Personen näheres interessieren. ( Die Geschichte wird Bestandteil eines Eisenbahnbuches zum Standort )


    Inzwischen habe ich zu den örtlichen Begebenheiten einige nähere Details ermitteln können, da mir nun klar wurde, daß ein immer wieder in alten Erzählungen auftauchender "Lazarettzug" in Wirklichkeit dieser Zugteil der 7. SS-Eisenbahnbaubrigade war.... ( wobei es in diesen Tagen aber auch noch andere, tatsächliche Lazarettzüge auf diesem Streckenabschnitt gab, was erst einmal zwei Stunden konzentriertes Sortieren der einzelnen "Mitteilungen" bedingte...)


    Wenn der Beitrag im Buch in Bälde veröffentlicht ist, verlinke ich diesen gerne als "Leseprobe" fürs (Eisenbahn-) Buch.


    Im Zuge der Recherchen sind mir zum Geschehen um den Zug im April 1945 noch ein paar Unstimmigkeiten aufgefallen. Um diese klären zu können wäre es sehr hilfreich, etwas zum Lebensweg und zum Verbleib der zuletzt noch am Zug vorhandenen SS-Angehörigen in Erfahrung zu bringen. Daher meine Anfrage hier, ob jemand über Informationen zu folgenden Personen verfügt:


    1. ) Kurt Schäfer , SS-Sturmbannführer ; Kommandeur der 7. SS-Eisenbahnbaubrigade ( hatte seine Frau und seine 4-jährige Tochter mit dabei - ein Hinweis auf ein mittleres Lebensalter ? )

    Er hat offenbar den Einmarsch der Franzosen überlebt.


    2. ) Luger , SS-Scharführer , (Vorname bisher nicht bekannt) , stellvertretender Kommandeur der 7. SS-Eisenbahnbaubrigade

    ( => er ist nach aktuellem Stand früherer Recherchen mit einem von zwei Zugteilen in / bei Aulendorf zuletzt gesehen worden. Datum 22. / 23. April 1945 ) Angeblich sind von ihm und den Häftlingen / Wachmannschaft keine Spuren mehr aufgetaucht...( !/? ). Zeitgenössische "Gerüchte" gibt es in der gesamten Bandbreite denkbarer Ereignisse: von der Vernichtung des Zuges im Zusammenhang mit einem Luftangriff bis hin zur "Erschießung" der Häftlinge unmittelbar vor dem Einmarsch der Alliierten. .

    Da bisher von diesem Zugteil keine Namen der Häftlinge dokumentiert sind habe ich inzwischen eine Anfrage an die Gedenkstätte des KZ-Buchenwald gerichtet, da die 7. eine kurze Zeit lang einmal diesem KZ verwaltungsmäßig unterstellt war. Vielleicht sind dort oder dann beim ITS über die Namen der Häftlinge Angaben zum weiteren Schicksal der Insassen und somit des Zuges an sich erhalten geblieben. )


    Als einzigen weiteren Namen habe ich noch einen "SDG" Stachowski ( SDG => "Sanitätsdienstgrad" ? , Bezeichnung stammt vom polnsichen Lagerschreiber ).


    Herzlichen Dank für Hinweise zu diesen Personen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Uwe


    ( Hallo Admins: falls Ihr es sinnvoll findet, den Such- Beitrag zum (noch) unbekannten Zug hierher ins Forum Allgemeine SS zu verschieben oder ggfs. zu verlinken , so hätte ich natürlich nichts dagegen.. ;-) Danke. )

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Uwe,


    in: Der Ort des Terrors: Hinzert, Auschwitz, Neuengamme herausgegeben von Wolfgang Benz, Barbara Distel, Angelika Königseder findet sich einiges zur 7. SS-Eisenbahnbaubrigade:


    https://books.google.de/books?id=E0mG9tQy864C&pg=PA219&lpg=PA219&dq=7.+SS-Eisenbahnbaubrigade+schäfer&source=bl&ots=LPCkk51q8t&sig=ACfU3U3yBdpxKtmSiTq83Cyq747ZFRC7VQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwj6yZzxzLviAhV9DmMBHbz8AbsQ6AEwDnoECAcQAQ#v=onepage&q=schäfer&f=false


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    das war ein richtig guter Tip, denn hier sind die eigentlichen Quellen notiert. Herzlichen Dank.


    Grüße

    Uwe

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  • Hallo Uwe,


    Ich kenne zwei K.Schaefer(Moore - Fuehrerliste):

    Schäfer, Kurt Ostuf. 8. 6.11 Karlsruhe 233 484 SS-WVHA 8.44 (Er hatte eine Tochter);

    Schäfer, Kurt St.OJ. 14. 7.25 II./SS-Art.AuE.Rgt. 4.45St.OJ. SS-J.Sch.Prag 12.44


    oder


    Quelle - Rolle 067B(Schaefer, Johannes (19.12.1911) bis Schaefer, Walther (24.08.1889))


    oder Rolle RG260




    MfG

    Albert

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    Edited 3 times, last by holhauer ().

  • Guten Morgen Albert,

    das scheint ganz gut zu passen. Und dann auch noch mit Angabe der Quelle - klasse !

    Du hast mir sehr gut weitergeholfen, herzlichen Dank dafür.


    Einen schönen Tag wünscht Dir

    Uwe

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  • Hallo zusammen,

    Kurt Schäfer, SS-Nr. 233.484, geb.: 8.6.1911 in Karlsruhe, war 1944 Führer der 7.SS-Eisenbahnbaubrigade. Nach 1945 war er in einem französischen Internierungslager, ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde 1972 eingestellt.

    Er war aber nur SS-Obersturmführer.


    Q.: Fings, Karola: Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden


    Viele Grüße

    Rene

  • Hallo an die Mitlesenden,


    eine kleine Aktualisierung, nachdem ich inzwischen "dank mehrerer kleiner Puzzlesteinchen" (danke an die Mitpuzzler!) noch lebende Verwandschaft von Kurt Schäfer ermitteln und kontaktieren konnte.

    Kurt Schäfer lebte nach der Entlassung aus der franz. Internierung in der Lörracher Gegend.

    Seine Frau ist vor nicht allzu langer Zeit -im Alter von 99 Jahren- verstorben.

    Nach dem Kriege bekamen die beiden eine zweite Tochter, die im Gegensatz zur älteren Schwester noch lebt, aber nicht mehr als Gesprächspartner fungieren kann.

    Kurt Schäfer hat nach dem Kriege wieder im erlernten Beruf als Architekt gearbeitet.

    Fotos aus der Zeit bei der 7. SS-Eisenbahnbaugrigade gibt es leider nicht mehr, es ist kein Familien-Fotoalbum erhalten geblieben. Doch die ein oder andere, mir auf den ersten Blick eher unwahrscheinlich klingende Schilderung von Ereignissen bei "der 7." wurden mir -ich hatte nur ein "Stichwort" genannt, auch aus der Familie heraus so erzählt. In der Summe der erhaltenen Schilderungen mit zum Teil für mich neuen Details kann ich mir mittlerweile vorstellen, daß die erkennbar positive Einstellung gegenüber den Häftlingen -zumindestens von der Tendenz her- zutrifft. Doch zu diesen Ereignissen später mehr, ich bin noch beim Aufbereiten des Themas und dem Interviewen der "Alt-Eingeborenen" zu diesem Thema...


    Das Fragen-Thema "Angaben zur Person Kurt Schäfer" ist für mich nun abgeschlossen, die letzten der erhofften Informationen habe ich nun gestern erhalten.

    Allen an der Recherche beteiligten nochmals herzlichen Dank.


    Eine schöne Adventszeit wünscht Euch

    Uwe

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  • Hallo an die Mitlesenden,

    es gibt wieder Neuigkeiten,, die ich Euch gerne mitteilen möchte - und ein neuer Name aus der SS-Wachmannschaft, zu dem ich gerne näheres wissen würde.


    Nachdem ich die Häftlingslisten von verschiedenen Zeiten des Bauzuges aufgetrieben habe und die Namen, die -je nach zugeordnetem KZ- im Lauf der Monate unterschiedlichen Häftlingsnummern in eine Datenbank edditiert habe, konnte ich mir einen Überblick über die beteiligten Häftlinge samt deren Gründe für die Verhaftung sowie den erlernten Berufen verschaffen, weswegen sie in den "Bauzug" abkommandiert wurden.


    Durch gezielte Anfrage erhielt ich heute dankenswerter Weise vom " ITS " in Bad Arolsen einige Dokumente zu Häftlingen, die wiederum interessante Hinweise zu den Leidenswegen der Häftlinge

    Auch zu den völlig mysteriösen Angaben über den letzten Tag und den Verbleib des ersten Teil des Zuges sind "belastbare" Hinweise enthalten, deren Schilderung der Ereignisse auch realistisch erscheinen.

    Ein Beispiel:
    Schreiben des Kriminalkommissariats Ravensburg, Az.: II / Mi. / 112/60 , vom 10. Februar 1960


    Betr.: Ermittlungen gegen den ehem. SS-Hauptsturmführer Franz Johann Hofmann, geb. 05.04.1906 in Hof a.d.Saale, z.Zt. Landes-Strafanstalt Rottenburg


    (... Anm.: Es wurden Fragebögen an 10 KK der Polizei versandt, mit deren Hilfe nach KZ-Häftlingstransporten durch Oberschwaben gg. Kriegsende recherchiert wurde. )


    => Auszug zur 7. SS-Eisenbahn-Baubrigade:


    "a) Am 22./23. 4. 1945 wurde der Trsp. in 2 Teilen unter SS-Bewachung mit der Eisenbahn angeblich nach der Schweiz in Marsch gesetzt. Der 2. Transport, bei dem sich (Anm.: der befragte ehem. KZ-Häftling) Jan K. befand, kam noch bis Schussenried ( Anm.: Ortsteil Schussenried-Bahnhof ) und wurde dort von den inzwischen eingerückten franz. Truppen übernommen. Der Führer des Transportes, SS-Sturmführer Lucke, wurde auf dem Schussenrieder Bahnhof sofort von franz. Soldaten erschossen.


    b) Der 1. Teil des Trsp. soll bis nach Aulendorf gekommen und von dort in Richtung Bad Waldsee zu Fuss in Marsch gesetzt worden sein. Nach den Angaben des jetzt in Ozoir / Frankreich wohnhaften Paul C. (Anm.: ehem. KZ-Häftling) sollen auf dem Weg von Aulendorf nach Bad Waldsee von den SS-Wachmannschaften mehrere KZ-Gefangene erschossen worden sein."


    (Auszug aus dem Schreiben, Quelle: Archiv ITS Bad Arolsen)


    Was sich daraus erhärtet: der Anfang April von Stuttgart bis in den Raum Aulendorf geleitete 1. Zugteil blieb dort und wurde entgegen bisher verbreiteter Annahmen nicht "spurlos" vernichtet ("durch Bombenangriffe" etc., wozu es in den örtlichen Ereignisberichten des Jahres 1945 auch keinerlei Bestätigungen gibt.. ) => Zum 1. Zugteil gibt es weiterhin Klärungsbedarf...


    Zum 2. Zugteil läßt sich der Ablauf mittlerweile eindeutig und -auch aus Eisenbahner-Sicht- glaubwürdig darstellen: Der Zug konnte noch bis zum Einfahrsignal des Bahnhofs "Schussenried (Bahnhof)" fahren (*), dort wurde er am Halt zeigenden Esig "gestellt", nachdem der Bahnhof bereits "in franz. Hand" war und kein weiterer Bahnbetrieb mehr möglich war. Die franz. Soldaten befreiten dann die Häftlinge.

    (* = Schussenried hatte zwei Haltstationen, es gab auch "Schussenried-Ort")


    Da ich aber bisher noch keine weiteren Angaben zum "Personal" des Zuges habe würde mich näheres zu dem genannten SS-Angehörigen interessieren. Wer kann Angaben zu Lebensdaten bzw. der zugeordneten Dienststelle im Zeitraum September 1944 bis April 1945 machen?


    => SS-Hauptsturmführer Franz Johann Hofmann,

    geb. 05.04.1906 in Hof a.d. Saale

    ("warum saß er in der Landesstrafanstalt ein und was war der Grund für die Ermittlungen im Jahre 1960 ?" )

    (Nachtrag 7.1. 20.25 Uhr: geklärt, hatte keinen direkten Bezug zur 7. SS.Eisenbahn-Baubrigade .

    Danke an die KZ-Gedenkstätte Neckarelz. Muna Lisa)


    => SS-Sturmführer Lucke (keine weiteren Angaben bekannt)

    + 23.04.1945 in Schussenried ( vermutlich aber eher Aulendorf / Bad Waldsee, es war der Führer des 1. Zugteils.. )


    Für Hinweise stets dankbar,

    herzliche Grüße


    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

    Edited once, last by MunaLisa: Streichung der Frage nach Fr. J. Hofmann, hatte keinen direkten Bezug " zur 7. " ().

  • Hallo Uwe,

    der Einzige, den ich mit Bezug auf das KZ-System habe, ist SS-Hauptscharführer Max Lucke, geb.: 10.10.1910 in Weißenfels. Der taucht aber beim Gräbernachweis des Volksbundes nicht auf.


    Viele Grüße

    Rene

  • Guten Morgen Rene,

    vielen Dank für den Hinweis, bin bereits dabei, vor Ort nach Nachfahren zu suchen, um vielleicht nähere Angaben zu ihm in der Zeit des Kriegsendes zu bekommen. Vielleicht klappt es.


    Herzliche Grüße und ein gutes neues Jahr,

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.