Sterbeurkunden in Berchtesgaden vom 18.05.1945 mit Todesursache "erschossen" o.ä., "Eingetragen auf mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler"

  • Hallo,


    wie im Betreff skizziert bin ich zufällig auf insgesamt 11 Sterbeurkunden vom 18.05.1945 in Berchtesgaden getroffen, in denen jeweils auf "mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler" verzeichnet ist, dass die Personen "erschossen" worden seien, davon 5mal "erschossen von Franzosen" und 2mal "Ermordung durch Besatzungstruppen".


    Da ich bei einer Websuche die Hintergründe nicht aufklären konnte und auch nur weniges beim Volksbund eingetragen zu sein scheint, führe ich nachfolgend meine Abschrift bei (Quelle: ancestry). Ein paar Details zu Eltern, Heirat und Geburt sind auf den Sterbeurkunden nachträglich per Bleistift vorgenommen worden.


    Zu dem erstgenannten Oberstleutnant Friedhelm Feit konnte ich nur finden:

    Verlustliste 1. Weltkrieg vom 20. April 1918: Leutnant, 9.8. Bünde, Herford, leicht verwundet.


    Vielleicht können Experten hier weiterhelfen? Bei Bedarf stelle ich die Urkunden oder Ausschnitte ein.


    Danke & Grüße

    Jörg


    ==============================================================================

    Nr. 210, 18. Mai 1945:

    Oberstleutnant Friedhelm Feit, aktiver Offizier, evangelisch, wohnhaft in Wiesbaden, Richard Wagnerstr. 27, ist am 6. Mai 1945 um 16 Uhr 00 Minuten in Egglergraben, Bischofswiesen tot aufgefunden worden.

    *09.08.1897 in Bünde in Westfalen.

    Vater und Mutter: unbekannt.

    Verheiratet mit Gerda geborene Kuntz, wohnhaft in Wiesbaden, Richard Wagnerstr. 27

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen von Franzosen (Personalien auf Grund Soldbuch).

    Eheschließung am 09.08.1941 in Wiesbaden


    Nr. 211, 18. Mai 1945:

    Leutnant Christoph Schütte, Gärtner, evangelisch, wohnhaft in Wiessdorf, Leverkusen-Schlebusch, ist am 6. Mai 1945 um 16 Uhr 00 Minuten in Egglergraben tot aufgefunden worden.

    *13.05.1895 in Leverkusen-Wiessdorf

    Vater: Adam, Gärtner, verstorben in Leverkusen

    Mutter: Marg. geb. Iven (?) wohnhaft in Leverkusen

    Heirat: Lena geb. Hermes, wohnhaft in Leverkusen

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen von Franzosen (Personalien auf Grund Soldbuch).

    Eheschließung: 1939 in Leverkusen


    Nr. 212, 18. Mai 1945:

    Leutnant Josef Tintrop, Buchbinder, katholisch, wohnhaft in Oberhausen-Osterfeld, Hügelstraße, ist am 6. Mai 1945 um 16 Uhr 00

    Minuten in Egglergraben tot aufgefunden worden.

    *05.02.1914 in Oberhausen/Rhein

    Vater: unbekannt.

    Mutter: unbekannt.

    Heirat: mit unbekannt.

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen von Franzosen (Personalien auf Grund Soldbuch).


    Nr. 213, 18. Mai 1945:

    Leutnant Arno Müller, evangelisch, wohnhaft in Wilhelmshafen, Leiteweg 32, ist am 6. Mai 1945 um 16 Uhr 00 Minuten in Egglergraben tot aufgefunden worden.

    *26.05.1920 in Küstringen/Oldenburg

    Vater: Franz Müller, Angestellter

    Mutter: Emilie, geborene Ney, beide wohnhaft in Wilhelmshafen, Janstr. 6

    Heirat: mit Elise, geborene Ibeling, wohnhaft in Wilhelmshafen, Leiteweg 32

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen von Franzosen.


    Nr. 214, 18. Mai 1945:

    Fahnenjunker-Unteroffizier Horst Forstmann, Religion unbekannt, wohnhaft in Eutin/Holstein, Bahnhofstr. 4, ist am 6. Mai 1945 um 16 Uhr 00 Minuten in Egglergraben tot aufgefunden worden.

    *05.07.1922 in Eutin

    Vater: Willi Forstmann

    Mutter: Frau Forstmann in Eutin/Holstein, Bahnhofstr. 4

    Nicht verheiratet.

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen von Franzosen (Angaben auf Grund vorgefundenen Brief)


    Nr. 215, 18. Mai 1945:

    SS-Hauptsturmführer Richard Mende, Devisensachbearbeiter, katholisch, wohnhaft in Merschweiler/Saar [=Merchweiler], Hermann-Göringstr. 54, ist am 7. auf 8. Mai 1945 in Grainswieser Kiesgrube, Bischofswiesen tot aufgefunden worden.

    *29.03.1908 in Kaiserslautern

    Vater: Adam Bernhard Mende, Reichsbahnschaffner

    Mutter: Helene Mende, geborene Kirsch, beide wohnhaft in Kaiserslautern.

    Heirat: mit Margarete Mende, geborene Klein, Merchweiler/Saar, Hermann-Göringstr. 54.

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen

    Kinder der Ehe: 2

    Geb.Tag der Ehefrau: 15.II.1922

    Eheschließung am 04.05.1942 in Neunkirchen/Saar

    Volksbund:

    https://www.volksbund.de/graeb…dd3bdd04d92c633e19fde5e9d


    Nr. 216, 18. Mai 1945:

    SS-Sturmmann Werner Giesbers, Fabrikarbeiter, katholisch, wohnhaft in Mussum 126 bei Bocholt/Westfalen, ist am 7. auf 8. Mai 1945 in Grainswieser Kiesgrube, Bischofswiesen tot aufgefunden worden.

    *05.12.1925 in Mussum

    Vater: Johann Giesbers, Lokomotivführer

    Mutter: unbekannt.

    Nicht verheiratet.

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen


    Nr. 217, 18. Mai 1945:

    SS-Kanonier Oskar Göhner, Schmied, konfessionslos, wohnhaft in Raderbusch/Westpreußen, Kreis Strasburg, ist am 7. auf 8. Mai 1945 in Grainswieser Kiesgrube, Bischofswiesen tot aufgefunden worden.

    *12.01.1921 in Ebenfeld/Bessarbien

    Vater: unbekannt.

    Mutter: unbekannt.

    Nicht verheiratet.

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen

    Volksbund:

    https://www.volksbund.de/graeb…64e98df5df8577d7a37c8c478


    Nr. 218, 18. Mai 1945:

    unbekannte weibliche Leiche ist am 7. auf 8. Mai 1945 in Grainswieser Kiesgrube, Bischofswiesen tot aufgefunden worden.

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen

    Randvermerk vom 24.09.1952:

    Studienassessorin Irmgard Anni Trompe, evangelisch, wohnhaft in Berchtesgaden, Salzburger Str. 17, *14.06.1913 in Hohenaschau (Standesamt Niederaschau im Chiemgau Nr. 13/1913), unverheiratet.


    Nr. 220, 18. Mai 1945:

    unbekannte Leiche eines SS-Mannes Panzerfeldwebel Hermann Krause, katholisch, wohnhaft in Sagan-Küpes/Schlesien, ist am 7. Mai 1945, Todesstunde unbekannt, in Bischofswiesen Holzlagerplatz Aschau

    aufgefunden worden. 30 Jahre alt.

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: Ermordung durch Besatzungstruppen.

    Randvermerk vom 25.01.1957:

    Berichtigung aufgrund der Anzeige der WASt vom 18.01.1957, zuletzt wohnhaft in Dahme/Mark, *25.03.1915 in Dahme/Mark, verheiratet mit Gerda Krause geborenen Fellenberg, wohnhaft in Dinslaken, Rosenstraße 71.

    Volksbund:

    https://www.volksbund.de/graeb…ce231f8ee10e3e961d2dc9519


    Nr. 221, 18. Mai 1945:

    unbekannte Leiche eines SS-Mannes Panzeroffizier Hans Schier ist am 7. Mai 1945 in Bischofswiesen Holzlagerplatz Aschau aufgefunden worden. 29 Jahre alt.

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: Ermordung durch Besatzungstruppen.

    Volksbund:

    https://www.volksbund.de/graeb…09a555157fb839d2dbcd1eb6f

  • Servus Jörg,

    zu Richard Mende gibt es folgende ergänzende Daten aus der SS-Führerliste :


    Mende, Richard

    SS-Hstuf.

    geb. 29.3.1908 in Kaiserslautern

    SS-Nr. 457.999

    Hstuf. SS-Kdo.Obersalzberg 1.1945

    Ostuf. Flak-Abt. 12 10.1943

    Ustuf. Flak-Abt. 4 1.1942

    Ustuf. I./LSSAH 7.1941


    Danach kann man feststellen : die SS-Angehörigkeit erfolgte ziemlich "spät" aufgrund der hohen SS-Nummer und er war 1945 bei einer SS-Einheit auf dem Oberssalzberg :klick.

    Gruß, westermann

  • Guten Morgen zusammen,


    die entsprechende SSO gibt zu Mende nur diese zwei Seiten her.


    Die SS-Nummer ist, wie vermutet, eine vorläufige SS-Nummer, wie bei vielen Polizisten,

    bei Übernahme in die SS....wahrscheinlich fehlten wie so oft die nötigen Papiere, die später nachgereicht werden mussten.


    Stutzig machen mich die Angaben aus der Moore-Liste, hier Ustuf.,

    sagt seine SSO doch etwas anderes.


    Mende.jpg         Mende1.jpg



    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo,


    anbei ein paar Ergänzungen zu Ogerstleutnant Dipl.Ing Friedhelm Feit:


    Ergänzung zu Oberstleutnant Dipl.Ing. Friedhelm Feit:

    Diensteintritt 01.10.1915

    Januar 1918 Leutnant d.R. Pionierkompanie 68

    Januar 1919 ausgeschieden

    Juni 1935 Leutnant d.R.a.D. Pionier-Schule II

    Oktober 1936 Hauptmann (E) H D St 9

    Oktober 1937 Fest.Pi.St. 19

    August 1940 Major

    15.03.1941 OKH/WaPrüf Fest

    01.12.1941 Übernahme zu den aktiven Truppen-Offizieren, Liste "S". u. DAL II (beides angegeben)

    01.12.1942 Oberstleutnant

    01.04.1944 Führer-Res. OKH, mit gleichzeitiger Kommandierung zum St. H.P.Kdr.3

    02.05.1944 Stab Fest (lt. Stellenbesetzung)

    30.05.1944 Minenunfall

    29.09.1944 Führerhauptquartier

    28.01.1945 "lt. Wehrpass Kdr. Stabsquartier im Fhr.H.Qu." siehe Anhang


    Feit.JPG


    1939: Beurteilung durch Kdr. (Schäfer) Fest.Pi.St. 19: Beherrscht sein Arbeitsgebiet in taktischen wie technischen Beziehung einwandfrei. F.g.a.

    15.03.1940: "Fest.Pi.St. 19" F.g.a., zur Beförderung geeignet

    18.01.1941: "Stellv. Kdr. Fest.Pi.St. 19"; Gute Kenntnisse im Festungsausbau, F.g.a.


    Quelle: Nara T78R942, 943, 948

    Grüße Matthias

  • Guten Tag ans Forum,


    habe auf der Gedenkseite des französischen Armeeministeriums nach orts- und datumsbezogenen Ereignissen gesucht, die sich auf

    das Erschießen der deutschen Soldaten in Bayern am 18.05.1945 hätten beziehen können. Dachte hierbei an eine Vergeltungsmaßnahme wegen

    einer vergleichbaren Handlung durch Deutsche in der Endphase des Zweiten Weltkriegs.

    Bin mit meinen Suchparametern (Orts- und Datumsangaben) nicht fündig geworden.

    Waren die am 18.05.1945 Erschossenen "nur" zur falschen Zeit am falschen Ort oder hat jemand im Forum etwas Konkretes zu dem Grund des Geschehens?


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter, hallo zusammen,


    lese ich aus deinen Ausführungen, dass eine Vergeltungsaktion an Deutschen Wehrmachtsangehörigen und Angehörigen der SS sowie einer offensichtlich zivilen weiblichen Person also so in Ordnung gewesen wäre?


    Das die Verantwortlichen sowie die Hintergründe dieser Taten ermittelt bzw. aufgegklärt werden können, halte ich für wenig wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist es so wie du schreibst: "Zur falschen Zeit am falschen Ort".


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo,


    in Bischofswiesen befand sich die sogenannte "kleine Reichskanzlei".

    Vielleicht waren die Erschossenen dort angestellt/beschäftigt?

    Passt auf jedem Fall zur Vita von Oberstleutnant Feit, eventuell auch zur Vita von SS-Hauptsturmführer Richard Mende.


    Was mich etwas stutzig macht sind das am 06.05.1945 französiche Partisanen oder Soldaten dort waren, soweit ich weis waren es Amerikaner.???

    Grüße Matthias

  • Hallo Matthias,

    Quote

    Die Besetzung des Obersalzbergs war derart prestigeträchtig, dass sich amerikanische und französische Einheiten bei der Eroberung einen Wettlauf lieferten. Am 4. Mai 1945 wurden US-Truppen noch von französischen beschossen,.......


    Quelle


    Gruß

    schlichi

  • Guten Tag ans Forum,


    für Oberbayern lassen sich für den Mai 1945 einzelne französische Gefallene über deren Datenbestand belegen, sogar für Bischofswiesen/Berchtesgaden.

    Also ist es ein Indiz dafür, dass die Franzosen entsprechend dort waren.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die durch den Geistlichen Ametsbichler mündlich gemeldeten Erschießungen nur durch die Todesanzeigen dokumentiert worden sind.

    Direkte oder indirekte Augenzeugen kann es vermutlich gegeben haben, die ihr Wissen zumindest mündlich weitergegeben haben.

    Wer hat eine erfolgversprechende Idee, wo man mit weiteren Recherchen ansetzen könnte? In denke dabei vor allem an ein Kommunalarchiv oder das einer Kirchengemeinde oder an

    Heimatvereine pp.


    Noch kurz zur Frage von Nicco: nein, Vergeltungsaktionen sind natürlich nicht in Ordnung, aber wie im vorliegenden Fall wohl auch eine historische Tatsache. Wir als Historiker sind keine

    Juristen, die einen Sachverhalt rechtlich aufarbeiten und würdigen müssen, sondern historisch belastbare Quellen finden und geschichtlich interpretieren sollten.

    Dafür engagiere ich mich als nicht professioneller Historiker in unserem Forum. Eine rechtliche Aufarbeitung habe ich professionellen Juristen zu überlassen.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Jörg,


    im Mai 1945 waren chaotische Zustände, trotzdem erscheint ungewöhnlich, dass für 11 Personen die Sterbeurkunden nur aufgrund mündlicher Aussage eines Geistlichen ausgestellt wurden.

    Ist etwas Näheres über die Seelsorge des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen bekannt?


    Gruß Christa

  • Hallo Zusammen,

    Wer hat eine erfolgversprechende Idee, wo man mit weiteren Recherchen ansetzen könnte? In denke dabei vor allem an ein Kommunalarchiv oder das einer Kirchengemeinde oder an

    Heimatvereine pp.

    dazu könnte sich eine Nachforschung im Archiv des Erzbistums München und Freising lohnen.


    Gruß

    schlichi

  • Servus,


    Ergänzung und Korrekturen zu:


    Nr. 212, 18. Mai 1945:

    Leutnant Franz-Josef Tintrop, Buchbindermeister, katholisch, wohnhaft in Oberhausen-Osterfeld, Hügelstraße, ist am 6. Mai 1945 um 16 Uhr 00

    Minuten in Egglergraben tot aufgefunden worden.

    *05.12.1914 in Sterkrade, NRW

    Vater: Friedrich Wilhelm Tintrop

    Mutter: Anna Louise geb. Flesch

    Heirat: Maria geb. Lordick am 31.Oktober 1939

    Mündliche Anzeige des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen.

    Todesursache: erschossen von Franzosen (Personalien auf Grund Soldbuch).

    Gruss, Holger

    Edited once, last by Sunninger ().

  • Hallo Christa,


    Quote

    im Mai 1945 waren chaotische Zustände, trotzdem erscheint ungewöhnlich, dass für 11 Personen die Sterbeurkunden nur aufgrund mündlicher Aussage eines Geistlichen ausgestellt wurden.

    Ist etwas Näheres über die Seelsorge des Pfarrers J

    im Mai 1945 waren chaotische Zustände, trotzdem erscheint ungewöhnlich, dass für 11 Personen die Sterbeurkunden nur aufgrund mündlicher Aussage eines Geistlichen ausgestellt wurden.

    Ist etwas Näheres über die Seelsorge des Pfarrers Josef Ametsbichler in Bischofswiesen bekannt?

    bekannt?

    den Daten nach fanden auch standesamtliche Ermittlungen statt.


    https://www.erzbistum-muenchen…bischofswiesen/cont/49327


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Jörg,


    ähnliche Erschießungen durch Franzosen nach Kriegsschluß hat es auch im Kreis Miesbach gegeben. An einer Kreuzung steht heute? noch immer

    ein Gedenkstein, der auf 5 (7) Panzersoldaten hinweist, die nach der Gefangennahme durch Franzosen erschossen worden sind.


    Also wird es in Oberbayern häufiger erfolgt sein.


    Gruß

    Dieter

  • Guten Tag ans Forum,


    der damalige Kommandeur der französischen 2. Panzerdivision (2e DB), General Leclerc, war für seine zumindest tolerierten Übergriffe seiner Soldaten gegen

    deutsche Gefangene und Zivilisten, auch in Bayern, bekannt. In Frankreich besitzt er ein hohes Ansehen. So ist der Kampfpanzer "Leclerc" der französischen Armee nach ihm benannt.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Servus,


    am 8.Mai wurden in Bad Reichenhall 12 französische SS-Männer der Division Charlemagne, welche zwei Tage zuvor von den Amerikanern übergeben worden sind, von den Franzosen hingerichtet.

    http://aventuresdelhistoire.blogspot.com/2010/07/le-crime-de-guerre-oublie-du-marechal.html


    Interessant dürfte auch das Buch "Le chemin le plus long" von Piere Quillet aus dem Jahre 1997 sein, welches über den Weg seiner 1. Kompanie des 501. RCC der 2. DB von General Leclerc un deren Gräueltaten aufzeigt.

    https://www.contre-info.com/mo…un-heros-au-passe-douteux

    Gruss, Holger

    Edited 2 times, last by Sunninger ().

  • Hallo zusammen,


    Danke für alle Beiträge und Hinweise!


    In der Tat wurden standesamtliche Nachforschungen durchgeführt. Anbei ein Beispiel mit handschriflichen Ergänzungen. Auf jeder Urkunde steht auch noch "Der Anzeigende ist amtsbekannt und ist vom Ableben aus eigener Wissenschaft unterrichtet."


    Die oben fehlende Nr. 219 würde übrigens vom selben Pfarrer angezeigt mit Todesursache "Kraftfahrzeugunglück": Stabsgefreiter Josef Mayerhofer, Schneider, katholisch, wohnhaft in Stein/Donau, Eglsee 115, ist am 8. Mai 1945 im Lager Beseler verstorben. *01.08.1913 in Röhrenbach. Vater+Mutter: unbekannt.


    Grüße

    Jörg

  • Hallo,


    Josef Ametsbichler wird im Einwohnerverzeichnis Berchtesgaden von 1924 als Kooperator geführt, was so etwas wie ein Kaplan erscheint. Anschrift: Nonntal 177.


    En weiterer Webfund lautet (siehe google):

    "Im Mai 1969 verstarb unser langjähriges Ehrenmitglied Geistlicher Rat Josef Ametsbichler, der erste Pfarrer der

    Herz-Jesu-Kirche Bischofswiesen. Sein Sarg wurde von 6 Watzmanner Buam zu Grabe getragen, welches sich

    an der Südseite der Bischofswieser Kirche befindet."



    Grüße

    Jörg

  • Hallo,


    möglicherweise im Zusammenhang mit vorstehenden Ereignissen sind folgende, deutlich später erfolgte Beurkunden zu sehen, oder auch nicht. Es handelt sich um mündliche Anzeigen eines Leichenwärters, so dass vermutlich die Bestattungen unmittelbar nach Fund erfolgten.


    Die Monate April bis Juni weisen allgemein zahlreiche Selbsttötungen sowie Lazarett-Verstorbene auf.


    Grüße

    Jörg


    Nr. 241, 01.06.1945:

    Diplom-Ingenieur Georg Grethlein, evangelisch, wohnhaft in Untersalzberg II, am Bergbach 64 ist am 5. Mai 1945 um 15 Uhr 30 Minuten in Obersalzberg verstorben.

    *08.01.1908 in Selb/Oberfranken

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Kopfschuß


    Nr. 242, 02.06.1945:

    Arbeiter Josef Lohr, katholisch, wohnhaft in Obersalzberg, Lager Antenberg, ist am 6. Mai 1945 in Obersalzberg verstorben.

    *21.02.1893 in Treidlkofen

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Bauchschuß


    Nr. 248, 02.06.1945:

    Obergefreite Oskar Scherer, Autoschlosser, wohnhaft in Pirmasens, Mozartstr. 39, ist am 6. Mai 1945 um 13 Uhr 00 Minuten in Berchtesgaden, Bahnhofstr. verstorben.

    *04.08.1918 in Pirmasens

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Herzschuß

    https://www.volksbund.de/graeb…be539b5b8025f66f675c4e3df


    Nr. 249, 02.06.1945:

    Polizeibeamte Heinrich Prummer, wohnhaft in Geltendorf, ist am 6. Mai 1945 in Berchtesgaden, Friedhof verstorben.

    *14.07.1902 in Geltendorf

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Kopfschuß, Schädelzertrümmerung


    Nr. 253, 04.06.1945:

    SS-Rottenführer Markus Müller, katholisch, wohnhaft in Steinach an der Saale, ist am 8. Mai 1945 in Schappach, Gemeinde Bischofswiesen verstorben.

    *07.12.1919 in Steinach an der Saale

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Kopfschuß

    https://www.volksbund.de/graeb…afda9fc85eea6b4e8ceb0526f


    Nr. 254, 04.06.1945:

    Schieferdecker Manfred Paul Bär, wohnhaft in Mylau, ist am 8. Mai 1945 in Schappach, Gemeinde Bischofswiesen verstorben.

    *23.10.1926 in Mylau, Kreis Plauen

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Genickschuß

    https://www.volksbund.de/graeb…e68e6f26d1e00190049ec2476


    Nr. 255, 04.06.1945:

    Unbekannte Leiche eines Mannes ist am 9. Mai 1945 nachmittags in Schappach, Gemeinde Bischofswiesen aufgefunden worden.

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Genickschuß


    Nr. 256, 04.06.1945:

    Leiche eines Mannes ist am 9. Mai 1945 nachmittags in Schappach, Gemeinde Bischofswiesen aufgefunden worden.

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Genickschuß


    Nr. 257, 04.06.1945:

    Leiche eines unbekannten Mannes ist am 9. Mai 1945 nachmittags in Schappach, Gemeinde Bischofswiesen aufgefunden worden.

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Kopfschuß


    Nr. 258, 04.06.1945:

    Maurer Andreas Heinrich Deißenroth, wohnhaft in Machtlos Kreis Ziegenhein/Kurhessen, ist am 9. Mai 1945 in Schappach, Gemeinde Bischofswiesen verstorben.

    *03.11.1923 in Machtlos

    Eingetragen auf mündliche Anzeige des Leichenwärters Luitpold Koller in Berchtesgaden.

    Todesursache: Kopfschuß

    https://www.volksbund.de/graeb…ff32e68dd52a6c4681b0967ff