3-Jahres-Verpflichtung bei der französischen Marine 1945/46?

  • Hallo zusammen,


    meine Frage hat zwar keinen direkten Bezug zur Wehrmacht, aber bevor ich mich – mit mageren Sprachkenntnissen – in einem französischen Forum anmelde, versuche ich es erst einmal hier.


    Wir haben ja im Forum Experten, die weit über den Tellerrand schauen…


    Konkret: Der französische Comicautor Dimitri schreibt in seiner Autobiographie (La BD... un merveilleux métier de chien, Gergovie, 1999.) über seine Zeit bei französischen Marine.


    Er hatte sich 1945 oder 1946 für 3 Jahre verpflichtet. Seine Dienstzeit verbrachte er in Brest.


    Mich interessiert vor allem, in welchem Alter diese 3-Jahres-Verpflichtung abgeschlossen werden konnte, bzw. der Dienst angetreten wurde?


    Gab es da Unterschiede zu den normalen Wehrpflichtigen? Wenn ich es richtig sehe, rückten die Wehrpflichtigen mit 20 Jahren ein, oder auch früher?


    Vielleicht kennt jemand ein französisches Forum, wo diese Fragen kompetent geklärt werden können?


    Gruß Frank

    Suche Informationen/Fotos zur 56. Minensuchflottille

  • Guten Tag ans Forum und an Frank,


    über Dimitri (Jahrgang 1927), so ein Pseudonym von ihm, kann man zum Beispiel auf Wikipedia nachlesen, dass er

    Soldat bei der Wehrmacht gewesen sein. Eine Zugehörigkeit zur französischen Kriegsmarine ist in diesen Quellen nicht erwähnt.

    In einem Interview hat er wohl mal erwähnt, dass er 1946 noch bei der französischen Marine gewesen sei.


    Ich kenne Franzosen, die in den 1960-er/70-er/80-er Jahren als Wehrpflichtige oder Freiwillige in der französischen Marine gedient haben, davon die

    meisten in Brest. Aus den Jahren 1945/46 habe ich weder für Wehrpflichtige noch für Freiwillige eigene Quellen, noch kenne ich Senioren oder Historiker, die ich befragen könnte.


    Heutzutage kann man hier als Freiwilliger zwischen dem 17.-26.Lebensjahr für 1 Jahr in die französische Marine eintreten. Diese Dienstzeit kann man bis zu viermal verlängern.

    Die Wehrpflicht ist in Frankreich bereits seit 1996 oder 1997 abgeschafft.


    Nach vielleicht hat hier jemand im Forum ja noch entsprechende Quellen aus den Jahren 1945/1946.

    Möglicherweise kann der historische Dienst der französischen Streitkräfte die gestellten Fragen beantworten.

    Ich meine, dass die dort in Paris auch auf eine in Englisch verfasste Anfrage antworten würden.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Frank,


    Er hatte sich 1945oder 1946 für 3 Jahre verpflichtet

    1946 wurde der Militädienst in Frankreich für einen Zeitraum von einem Jahr wieder hergestellt. Guy Mouminoux, Alias Guy Sajer und Dimitri , hatte sich für 3 Jahre verpflichtet ( falls das wahr ist ) wahrscheinlich dann für den Indochinakrieg (1946-1954), hat aber nur 10 Monate gemacht ? bei der französischen Marine ? sehr komisch. Um Wehrdienst in der französischen Marine zu machen, musste man mindestens ein Jahr zuvor Matrose gewesen sein.


    Zitat des Autors aus "Der vergessene Soldat" ( Le soldat oublié )


    Die französische Armee wird meine Schritte später unternehmen. Die sanfte französische Armee. Der Gewinner wird einen kleinen Platz für die Besiegten machen, der ich bin. Ich werde die Geschichte der Helden des Gegenübers, sehr genau anhören, zu den ich noch keine Gelegenheit hatte, zu gehören.

    Die französische Armee, in der ich eine dreijährige Verpflichtung eingegangen bin, tut es nicht, wird letztendlich nur zehn Monate halten. Trotz seines Wohlbefindens werde ich mich ernsthaft damit befassen, krank werde ich doch nach Hause geschickt.

    Dennoch werde ich vorher an einer großen Parade in Paris im Jahr 46 teilnehmen. Eine lange

    Meditation zu den Toten wird dort durchgeführt. Ich habe heimlich Namen gegeben:

    Ernst Neubach, Lensen, Wiener, Wesreidau, Prinz, Solma, Roth, Olensheim,Sperlovski, Smellens, Dunde, Kellermann, Freivitch, Ballers, Frosch,

    Woortenbeck, Siemenleis........ich weigere mich, Paula beizutreten....... Ich werde nie den in den Hallen vergessen, oder die von Lindberg, Pferham, Wollers........ Und ihre Erinnerung bleibt in Mir als ein inbrünstiges Gebet.

    Es gibt noch einen anderen Mann, den ich vergessen muss, er hieß Sajer und ich denke, dass du ihm vergeben hast.


    Grüße

    Fredy

    Suche alles auf die Grenadier-Brigade-Cottbus (aus den Ersatztruppen "Großdeutschland")

  • Hallo Peter, Hallo Fredy,


    vielen Dank für Eure Einschätzung.


    Tatsächlich halte ich Dimitris Autobiographie von 1999 für glaubwürdiger als seinen Roman Le Soldat oublié von 1967.

    Er spart die Zeit zwischen 1939 und 1945 aber komplett aus und berichtet nur kurz von seiner Zeit bei der Marine.

    Leider ohne genaue zeitliche Angaben. Ich zitiere hier mal die entscheidenden Stellen:


    "Puis la guerre s'est terminée. Tout fini par passer, même la vie, mais je ne m'en souciais pas à l'époque. J’avais eu la chance de la conserver, ce qui m'apparaissait déjà énorme, et j j'avais bien l'intention de l'utiliser. [...]

    Je me retrouvais au sein de la Marine nationale comme un convalescent qui se refait une santé. Ça me plaisait beaucoup la Marine! L’ennui, c'est que nous n'étions jamais embarqués. J'oubliais peu à peu mes préoccupations [B.D.] d'avant-guerre. Je jetais un coup d'aeil, parfois, sur quelques dessins qui me retombaient entre les mains. Je n y ais pas indifférent. Je regardais cela comme une chose du passé. Quelque chose de dépassé. Je rêvais surtout de parcourir le monde. Rien d'original à cela. Qui n'y a pas pensé à vingt ans? Il me fallait auparavant écouler ce contrat de trois ans que j'avais contracté à l'égard de la Flotte.

    Cela m'amenait aux calendes grecques. J'avais, hélas, du temps pour réfléchir. Ce temps était fait de biens peu d'actions et de beaucoup de désceuvrement. On était jeunes, on riait pour des riens, des conneries. On cavalait les filles, c'était duraille à Brest. Les Bretons, ça veille au grain et ça tabasse ferme. II y avait les cuites. […]

    Dix mois après mon incorporation, je tombais malade. Une sale histoire intestinale que j'avais contractée auparavant, une dysenterie dont je traînais les séquelles. La Marine héritait de mon cas et voyait d'un fort mauvais ceil un futur pensionné qu'il lui faudrait porter à bout de bras. Je fus admis à l'hôpital. On me soigna un petit temps et on m'accorda une perme de convalescence. […] Je fus donc réexpédié chez moi afin de parachever mon m rétablissement. La guerre était finie et on n avait plus besoin de tant de monde. […] L’armée m'y avait précédé avec ma fiche de démobilisation. Elle me renvoyait dans mes foyers. J'étais libre! J'allais pouvoir attaquer. Je me retrouvais rapidement à Paris."

    Gruß Frank

    Suche Informationen/Fotos zur 56. Minensuchflottille