Einquartierungen der Panzer-Aufklärungs-Lehr-Abteilung aus Krampnitz und Artillerie-Regiment 24 aus Pirna 1939/40 in Urmersbach

  • Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach den Wehrmachtseinheiten, die ab Herbst 1939 bis Mai 1940 in der Eifel, genauer gesagt in meinem Heimatort Urmersbach, einquartiert waren. Gibt es irgendwo ein Verzeichnis der Wehrmachtseinheiten, die damals in dieser Gegend in/um Urmersbach (bei Kaisersesch) einquartiert waren? Hat jemand eine Idee wo/wie man eventuell weiter forschen könnte?


    Bei meinen Recherchen bin ich auf Soldatenfotos und ein Wehrstammbuch eines in Urmersbach einquartierten Soldaten der 3. Lehrschwadron der Panzer-Aufklärungs-Lehr-Abteilung (K 102) aus Potsdam-Krampnitz gestoßen. Er war Kradschütze in der Einheit und ab 06.11.1939 in Urmersbach stationiert (wie lange genau ist nicht mehr bekannt). Die Einheit war jedenfalls vom 06.11.1939 bis zum 04.05.1940 zur Verwendung im

    Operationsgebiet der Westfront in der Eifel eingesetzt. Die 1. und 2. Lehrschwadron der Panzer-Aufklärungs-Lehr-Abteilung mit ihren schweren 8-Rad Panzerspähwagen vom Typ SdKfz 232 waren unter anderem
    im Nachbarort Düngenheim, die 3. Lehrschwadron bestehend aus den Kradschützen der Abteilung in Urmersbach einquartiert. Außerdem ist auf einem Bild auch ein erbeuteter "Tschechen-/Skoda-Panzer" zu sehen. Könnte wohl auch zur 3. Schwadron gezählt haben?! Verfügt zufällig jemand über das Buch "
    Die Panzer-Aufklärungs-Lehrabteilung 1937-1940" von Hans Cramer und könnte mir mitteilen, ob in diesem Buch eventuell irgendwelche Eintragungen über die Einquartierungszeit 1939/40 in der Eifel enthalten sind? Das würde mir bereits sehr weiterhelfen.


    Weiterhin fand ich durch Soldatenfotos und Erzählungen meiner Großmutter heraus, dass auch Soldaten aus Sachsen im Ort einquartiert waren. Es waren Soldaten vom Artillerie-Regiment 24 aus Pirna, wohl vom 1. Bataillon. In unserer Gegend mussten zu dieser Zeit wohl laut Eintragungen in Schulchroniken etwa 2.000 Soldaten des 1., 2. und 3. Bataillons ab 07.11.1939 u.a. in Kaisersesch, Masburg und auch Urmersbach einquartiert werden. Hat zum Artillerie-Regiment 24 und dessen Zeit in der Eifel vielleicht irgendjemand weitere Informationen?


    Weitere in Urmersbach und direkter Umgebung einquartierten Wehrmachtseinheiten ist mir nichts bekannt, außer dass auch eine bayrische Truppe dort für kurze Zeit gewesen sein soll.


    Viele Grüße und besten Dank für die Hilfe,

    Benjamin


  • Hallo Benjamin,


    in dem Buch von Hans Cramer finden sich leider nur wenige Hinweise zur Einquartierungszeit in der Eifel:

    Seiten 79/80: "Bereits Ende Oktober 1939 rückte die ALA wieder zu neuem Einsatz aus. Die Fahrt ging nach Westen über die Autobahn zunächst nach Wuppertal, nach wenigen Tagen weiter nach Dachsenhausen und endlich mit Einsetzen der schlechten Witterung nach Koblenz. Dort blieb die Abteilung bis über Weihnachten in den neuen Infanterie-Kasernen, wurde Anfang Januar bei strenger Kälte in die Gegend von St. Goarshausen verlegt und schließlich in der Eifel in Düngenheim und seiner Umgebung untergebracht. Der Winter 1939/40 war kalt und schneereich, selbst der Rhein war zeitweilig zugefroren. Die Unterbringung in den Eifel-Dörfern war kalt und recht behelfsmäßig. Oft gingen die Gedanken in die schönen, gepflegten Krampnitzer-Kasernen zurück. Aber die Wintermonate gaben Zeit für die Vollendung der Ausbildung und wurden, soweit das Gelände und die Witterung es zuließen, von den Schwadronen eifrig genutzt, galt es doch , die im Polenfeldzug gesammelten Erfahrungen auszuwerten."

    Seite 86: "Am 9. Mai erhält die ALA Alarmbefehl und schon in der Nacht vom 9. zum 10. rollt die Abteilung an die Westgrenze."


    Ist nicht viel, passt aber zu Deiner Zeitangabe "06.11.1939 bis zum 04.05.1940" gut!


    Beste Grüße

    Werner

  • Hallo Werner,


    hab vielen Dank für die hilfreichen Infos! Das passt sogar sehr gut, denn im Nachlass des Kradschützen befand sich auch eine Postkarte von Koblenz und die Angabe mit dem Nachbarort Düngenheim passte ja auch ganz gut. Die Einheit des Kradschützen wurde u.a. aus Platzgründen, aber auch um etliche Munitionskisten für den bevorstehenden Westfeldzug herzustellen, nach Urmersbach verlegt. Dann könnte es auch gut mit den Bildern der schneebedeckten Panzer passen, dass die Einheit dann wohl Ende Januar/Anfang Februar 1940 in die Eifel verlegt wurde.


    Nochmals besten Dank und viele Grüße,

    Benjamin