Französische Verlustlisten für 1870/71?

  • Hallo zusammen,


    ich weiß, dass ich mit meiner Frage hier im Forum eigentlich ziemlich OT bin, versuche mein Glück aber dennoch und hoffe auf die (französischen) Spezialisten hier an Bord ;)


    Im Zuge von Recherchen zu Kampfhandlungen im Grenzgebiet an der Saar zu Beginn des Deutsch-französischen Krieges im August 1870 würde mich interessieren, ob es auch auf der französischen Seite Verlustlisten gab oder gibt? Die auf deutscher Seite veröffentlichten 248 Verlustlisten sind mittlerweile komplett digital erfasst und durchsuchbar, aber für die französische Seite konnte ich bislang nichts finden ?(


    Hat hier jemand vielleicht einen Ansatz für mich?


    Vorab vielen Dank für erhellende Informationen.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Salut Fredy,


    merci beaucoup!


    Avec amitiés


    Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo Stefan,


    Habe noch zwei, die nicht in der Liste von oben eingetragen sind , einer davon im August 1870 :



    Nom : NICOLAS Prénom: Nicolas Armée Française Unité : 14 régiment de ligne Date de naissance 12/07/1836 Lieu de naissance Metz Date de décès : 14/08/1870 Lieu de décès : Sarrebruck (Prusse, prov. Rhin, auj. Allemagne, Sarre), hôpital de Saint-Jean Sarrebruck

    Nom : DREIFUSS Prénom : Jules Armée Française Unité : 5 régiment d'artillerie mat.. 6399 Date de naissance : 29/03/1847 Lieu de naissance : Relling (?) Date de décès : 23/11/1870 Lieu de décès : Dillingen (Prusse, prov. Rhin, auj. Allemagne, Sarre)

    Quelle Moselarchiv.


    Grüße

    Fredy

    Suche alles auf die Grenadier-Brigade-Cottbus (aus den Ersatztruppen "Großdeutschland")

  • Salut Fredy,


    herzlichen Dank für die Ergänzungen.


    Amicalement


    Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Guten Tag ans Forum et bonjour Fredy,


    den Datenbestand zu den für Frankreich gefallenen Soldaten kannte ich noch nicht.

    Danke für den Link.

    Je ne savais pas encore cette base de données sur les soldats morts pour la France.

    Merci pour le lien.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie

    Amitiés


    Peter

    (PH)

  • Hallo Fredy,

    Habe noch zwei, die nicht in der Liste von oben eingetragen sind , einer davon im August 1870 :

    es könnte daran liegen, dass Nicolas Nicolas gar nicht gefallen ist. Nur eine Vermutung.


    Name: Nicolas Nicolas
    Geburtsdatum: 11. juil. 1836 (11. Jul 1836)
    Geburtsort: Metz
    Alter: 36

  • Hallo zusammen,


    besten Dank für alle zusätzlichen Informationen - ihr helft mir damit enorm weiter.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo Stefan,


    für August 1870 habe ich noch aus der Liste : Nominative Aussage von Offizieren, die im ersten Teil der Kampagne 1870-1871 getötet oder verwundet wurden.


    02.08.1870 Izet G.L.A, Hauptmann 77 R.I.L in Sarrbrücken

    02.08.1870 Debard L.L , Leutnant 66.R.I.L in Sarrbrücken

    11.08.1870 Arzon François Marie Alfred, Hauptmann 8.R.I.L in Sarrbrücken

    23.08.1870 Fourcade Achille Saint Victor, Leutnant 2.R.I.L in Sarrbrücken. Fourcade ist für mehr Details in der opendatasoft gelistet.


    Grüße

    Fredy

    Suche alles auf die Grenadier-Brigade-Cottbus (aus den Ersatztruppen "Großdeutschland")

  • Salut Fredy,


    sehr interessant!


    IZET und DEBARD sind wohl während der kurzfristigen französischen Besetzung von Saarbrücken am 2. August 1870 gefallen. Bei ARZON vermute ich, dass er wie FOUCARDE während der Kämpfe um die Spicherer Höhen am 6. August 1870 verwundet wurde und anschließend in einem Lazarett oder in privater Pflege in Saarbrücken verstarb.


    Merci beaucoup!


    Amitiés


    Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo Wuschel,


    danke für den Link - die Seite ist mir bekannt.


    Die kompletten Verlustlisten der Königlich Preussischen Armee und der Grossherzoglich Badischen Division (fast 2.000 Seiten) können über den -> Bibliotheksserver der Uni D'Dorf als PDF runtergeladen werden, Links zu weiteren Verlustlisten finden sich bei -> GenWiki. Die Listen wurden bereits digital erfasst und können ebenfalls über -> GenWiki abgefragt werden.


    Eine weitere digitale Abfragemöglichkeit besteht über die -> Denkmalprojekt-Seite, ist aber aus meiner Erfahrung heraus sehr fehlerbehaftet, zumindest bei meinen bisherigen Abfragen :(


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo Stefan,


    Bei ARZON vermute ich, dass er wie FOUCARDE während der Kämpfe um die Spicherer Höhen am 6. August 1870 verwundet wurde und anschließend in einem Lazarett oder in privater Pflege in Saarbrücken verstarb.

    Ja, Arzon wurde am 06.08.1870 tödlich verwundet bei der Schlacht von Spicheren, und verstab am 11.08.1870 im Lazaret 3 in Saarbrücken.


    Die Schlacht von Spicheren hatte auf französischer Seite 1982 Tote und Verwundete, 1096 Vermissten oder die in Gefangenschaft in Saarbrücken starben.


    Grüße

    Fredy

    Suche alles auf die Grenadier-Brigade-Cottbus (aus den Ersatztruppen "Großdeutschland")

  • Hallo,


    zum Berliner Hermann Burghardt und seinem Einsatz in der Schlacht bei Gravelotte/Saint-Privat am 18.August 1870 anbei noch ein etwas kurioses Fundstück.

    Quelle: Salzburger Volksblatt, Folge 224 vom 23.September 1940, Seite 4


    Gruß, J.H.

  • Hi JH,


    sehr schöner Fund, vielen Dank.

    Ob "kurios" oder vll. "ungewöhnlich"? - bin mir da nicht sicher.

    Falls wahr, sollte es nicht irgendwo sonst beschrieben/erwähnt sein?

    Bin gespannt, ob jemand dazu was weiß.



    Hab's, glaube ich, schonmal gesagt:

    lese (so gut wie) immer, was Du ausgräbst;

    ist jedesmal eine Bereicherung = Futter für's Hirn.


    Sonntagsabendgrüße,

    Kordula

  • Hallo Kordula,


    bei Saint Privat war Paul von Hindenburg definitiv mit dem 3.GRzF dabei, in: Hindenburg; Das "Leben eines Deutschen" von Hans F. Helmolt 1926 und in "Aus meinem Leben" von Paul von Hindenburg ist der Kampf ausführlich dargestellt, aber von einer Verwundung steht da nichts.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hi Thilo,


    danke für's Nachschauen.

    Wenn es nichts zu einer Verwundung gibt - jedenfalls bisher -,

    dann ist die Schilderung vll. doch eine Mär + durchaus kurios.


    Es macht sich aber auch besser, darüber nichts zu schreiben -

    schließlich war's "nur" ein einfacher Meldereiter ...

    Paßt schlecht zur Legendenbildung.


    Grüße, Kordula


    PS: Entschuldigung für's OT, Stefan;

    hoffe, es stört nicht zu sehr =) .

  • Hallo Kordula,


    nein, stört überhaupt nicht - ganz im Gegenteil ;)


    Ich bin auch schon über solche Geschichten aus dem Krieg 1870/71 gestolpert, bei denen man nicht weiß, ob sie wahr sind oder nicht. Nachprüfen lässt sich da meistens kaum was, da entsprechende zeitgenössische Unterlagen nicht (mehr) vorliegen.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Tag allerseits,


    Hindenburg wurde tatsächlich verwundet:


    Beneckendorff und v.Hindenburg, Premier-Lieutnant Konrad Otto Heinrich
    Johannes v., Garde-Schützen-Bataillon, schwer verwundet durch 2 Schüsse
    in die Brust und 1 Schuß an den Hals in der Schlacht bei St.Marie
    aux Chenes am 18.August 1870 (52) Inhaber des Eisernes Kreuzes 2.Klasse


    Fundstelle

    http://home.foni.net/~adelsforschung1/ehren00.htm


    Aber seine damalige Verwundung passt nicht zur Presseveröffentlichung. Hindenburg wurde am Hals und an der Brust verletzt, nicht aber am Fuß.


    Grüße

    Bert