Kriegsfotoalbum einem wiss. Archiv vermachen?

  • Ein Hallo in die Runde!

    Das dicke "Kriegsalbum" meines 1991 verstrobenen Vaters (Reichswehr ab 1926 über 1933-1945 Wehrmacht bis 1958 Bundeswehr) habe ich für mich in verschiedenster Hinsicht schon durchgearbeitet und will auch keine einzelne Fotos zu Soldaten und Einheiten mehr klären. Ich halte es für sinnvoller, stattdessen das Album im Original jemandem oder einer Stelle zu vermachen, der/die respektvoll damit umgeht und als Forschungsquelle zugänglich machen kann. Mein Vater hat durchgängig beschriftet, wer mit welcher Einheit wo zugange war. Haltet Ihr dieses Vorgehen für sinnvoll und welche Stelle würdet Ihr empfehlen? Im Internet stieß ich auf ein sog. Militärmuseum, das Fotos und andere Materialien aufkauft, doch das kann es ja wohl nicht sein, was ich suche. Bei Interesse könnte ich für das Forum eine ausführliche Gliederung zur Verfügung stellen.

    Für Hinweise dankbar und mit besten Grüßen

    Linussohn

  • Hallo Sohn von Linus,


    ich würde an Deiner Stelle, dass Material dem Bundesarchiv übergeben und damit dauerhaft der Nachwelt erhalten und Forschern zur Verfügung stellen.

    Beste Grüße!
    Dirk

  • Hallo,


    es richtet sich danach, wie umfangreich der Nachlass deines Vaters ist. Wenn es ausser den erwähnten Fotoalbum noch womöglich noch Briefe, Urkunden und Dokumente aus der gibt, ist es zu überlegen, ob es nicht etwas für einen regionalen Kommunalarchiv wäre. Sprich einfach mal einen Stadt- oder Kreisarchivar an, diese/r würde dir schon eine fachmännische Empfehlung geben.

    Gruß Viktor

  • Hallo,

    Deine Absicht ehrt dich. Allerdings haben viele kommunale, Landes- und Bundesarchive zum einen mit Platzproblemen und Personalproblemen zu kämpfen, zum anderen haben sie offiziell in der Regel qua Bestimmungen eigentlich nur den Auftrag behördliche Schriftgut, Pläne, Fotos und "neuerdings" auch audiovisuelle Medien in Auswahl für die Nachwelt aufzuheben. Es hängt daher oft sehr stark von der Entscheidung der jeweiligen Archivleitung ab, ob das Angebot von dir als Privatperson von ihnen überhaupt in Erwägung gezogen wird. Sehr oft verzichten sie dankend. Das schreibe ich nicht, um dich von deinem Plan abzuhalten, sondern um etwaigen Enttäuschungen vorzubereiten. Neben den Archiven für die allgemeine behördliche Überlieferung gibt es aber ja noch spezialisiertere Institutionen, wie das militärhistorische Museum in Dresden etc., die vielleicht stärkeres Interesse hätten. Aber wie gesagt. Oft hängt es von den Entscheidern ab, ob angebotene Objekte den Weg in institutionale Hände finden.

    Gruß,

    JR

  • Hallo,

    ich kenne den Umfang des Nachlasses nicht. Wenn er neben den Bildern auch Briefe enthalten sollte, dann ist aus meiner Sicht das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen eine mögliche Anlaufstelle. Die sammeln private Lebenszeugnisse und stellen diese dann auch für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung.

    Grüße

    P

    Suche Material (Feldpostbriefe, Dias, Bilder, Filmaufnahmen etc.) zum Maschinengewehr-Bataillon 10 bzw. Granatwerfer-Bataillon 10.

  • Liebe Forumsmitglieder,

    vielen Dank vorerst für das Bündel an Vorschlägen, denen ich nachgehen werde. Da das Album nicht ganz so gut beschriftet ist, wie das von Stöcker, prüfe ich erst mal die Idee, das Album dem Archiv meines Vaters Heimatstadt anzubieten. Bevor ich es weggebe und Ihr Forumsmitglieder dann nicht mehr als Hilfsmittel nutzen könnt, schreibe ich noch eine Inhaltsangabe heraus. Es wäre gut, wenn es jemanden gäbe, der das dann verschlagworten könnte, so dass man über die Suchfunktion auf die berühmte Nadel im Heuhaufen stößt. Oder müsste ich das selbst anfertigen, aber wie dann technisch am besten einbringen?

    Danke nochmals und spätabendliche Grüße,

    Linussohn

  • Hallo Linussohn,


    was das Bundesarchiv angeht, so gehe ich davon aus, dass die Interesse haben werden.

    Inwieweit es kommunal sinnvoll ist, hängt meines Erachtens von der Präsens deines Vaters vor Ort ab!

    Empfehlen kann ich Dir jedenfalls erst einmal einen militärischen Lebenslauf anzufertigen, der u.a. Dienstgrade, Standorte, Dienstzeiten und Einsatzzeiten sowie für Dich wichtige Stationen enthält, untermalt eventuell mit Fotos.

    Vervielfältigungen anfertigen auf jeden Fall nicht vergessen.


    P.S. : Und Danke, dass du es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machst!:)

    bis dann
    gruss Det


    Bitte Alles zur Vorbereitung und Durchführung des Sudeteneinsatzes 1938…...........

  • Hallo Det,

    da kann ich ja gleich mal helfen aus dem besagten Kriegsalbum, mal sehen, ob es Dir so was bringt. Ich kann nur A4 Vorlagen einscannen.

    Gruß, Linussohn

    Hätte gerne geholfen, doch hat eine Seite ca. 40MB und ich weiß nicht, wie ich Dir das ohne Qualitätseinbußen übermitteln kann. OneDrive? Bin nicht so kundig.

  • Moin Linus,


    ich persönlich wäre vorsichtig, einen solchen Nachlass für einen "Guten Zweck" zu übergeben, wohin auch immer.


    Auch die Menschen in diesen Institutionen kennen den "Wert" solcher Nachlässe.

    Man denke einmal an den Nachlass von z.B. Siegfried Lauterwasser, und die Fotos der damaligen Reichsparteitage, die mittlerweile größtenteils

    völlig aus dem Internet verschwunden sind...


    Zehntausende Fotos, die noch vor Jahren Online zu finden waren, diese endeten in privaten Archiven.

    Alle diese Bilder sind heute Online nicht mehr sichtbar, nur noch gegen Bezahlung, für hohe Summen.


    Gruß


    Micha


    P.S. Ich habe einzigartige Fotos, fotografiert von Heinrich Hoffmann, die ich nicht einmal "bewerten" würde.

    Funde aus einem Altpapiercontainer in den 1990er Jahren, die der Leibfotograf des Führers in Frankreich aufgenommen hatte.

    Spenden..., wohin?

    Edited once, last by Holzkopf ().

  • Hallo Linussohn, Hallo zusammen,


    vielleicht kann hier mal ein Moderator den Linussohn helfen......:/


    Oder du schreibst mir eine mail : deproe@t-online.de

    bis dann
    gruss Det


    Bitte Alles zur Vorbereitung und Durchführung des Sudeteneinsatzes 1938…...........

  • Hallo Linussohn,


    geben Sie in die Suchmaschine "Deutsches Wehrkundearchiv" ein und mach sie sich selbst ein Bild.

    Wie teuer und umständlich alles in Freiburg abläuft kann man ja immer mal wieder im Forum lesen.

    Gute Erfahrung habe ich auch, neben dem Wehrkundearchiv, im Institut für Zeitgeschichte in München gemacht.

    Allerdings kann ich nicht sagen ob das ifz in München Interesse an Fotoalben hat.


    Mit frdl. Gruß

    Gerhard

  • Liebe Kundige,

    ich folge mal dem Vorschlag von Det (Deproe) und füge eine Inhaltsübersicht dieses besagten Albums an. Die angedeuteten Missbrauchsmöglichkeiten öffentlich gemachter Bilder halten mich von weiteren Schritten zunächst ab. Aber ich bin gerne bereit, auf konkrete Nachfrage von Forumsmitgliedern einzelne Photos zu scannen. Vielleicht müsste man dann PDF hernehmen und/oder jedes Bild irgendwie vor Fälschung oder Missbrauch schützen? Oder gar ein Copyright darauf erheben? Da habe ich mich in was eingelassen...

    Viele Grüße, Linussohn

  • Hallo zusammen,

    Ich persönlich wäre vorsichtig, einen solchen Nachlass für einen "Guten Zweck" zu übergeben, wohin auch immer.

    Die angedeuteten Missbrauchsmöglichkeiten öffentlich gemachter Bilder halten mich von weiteren Schritten zunächst ab.

    das ist, als wenn ich mein Geld aus Angst verbrennen würde, um es nicht zu verlieren oder bestohlen zu werden.

    Am Ende landet nämlich das Zeug auf dem Müll oder im Hochofen.

    Beste Grüße!
    Dirk

  • Hallo Linussohn, hallo zusammen,


    jetzt hast Du schon einige Antworten erhalten un bist wahrscheinlich genauso Schlau wie "vorher".


    Die Diskusion "Schätze oder Schrott" wurde unabhängig auch bereits in Eisenbahnforen geführt. Der Tenor war: "Ist's ersteinmal im Archiv, "verschwinden" die Dokumente".


    [Im "Eisenbahnbereich" gibt es mehrere sinnvolle Möglichkeiten, z.B. die "Eisenbahnstiftung" oder das DGEG Archiv, als Ansprechpartner.]


    Das Problem bei persönlichen Unterlagen, Dokumenten und Bildern ist, da schließe ich mich Holzkopfs Meinung "voll und ganz" an, das Alben "von guten wohlmeinenden Menschen" "übernommen" werden, die Alben "gefleddert" und die Bilder "Militär geht immer" auf dem Flohmarkt oder im Internet zu horrenden Preisen "verhökert" werden.


    [Hatte gerade im letzten Dezember auf der Fotobörse in Darmstadt "so ein Erlebnis": Ein Händler bot ein Konvolut Bilder einer motorisierten Saneinheit im Formar 3x3 cm, "für'n Hunderter an". "Als ich Dies "für leicht Übertrieben" hielt war er so Beleidigt das er mich nicht mal die Daten von einem Erstgrablagenbild abschreiben lies (wieder was Gelernt, erst Abschreiben!)]


    Ich möchte Dir meine Idee anbieten: Suche Dir den für die Einheit Deines Vaters "zuständigen" Forumteilnehmer "aus" und gib Diesem die Unterlagen. Ich find dies Sinnvoller als in "irgendein Archiv", da dann Deine Unterlagen bei den entsprechenden Einheiten eingefügt werden und so "der Öffentlichkeit" zugänglich bleiben.



    Viel Erfolg, Thomas

  • Hi Linussohn uaa.,


    nicht in's Bockshorn jagen lassen - weder wegen möglichem Mißbrauch

    von Bildern noch von Archiven oder deren Mitarbeitern, die vermeintlich

    nicht seriös wären.


    Copyright / Bildrechte.

    Streng genommen, hat nur der die "wirklichen" Rechte,

    der auch die Negative besitzt - ist überwiegend nicht der Fall.

    Abzüge sind vielfach gemacht + bereits während des Krieges

    weitergegeben worden.


    Ein hier im Forum eingestelltes Bild

    -- ist nicht sonderlich groß - höchstens für private Zwege geeignet,

    -- kann mit einem Schriftzug versehen werden, s. hier oder hier.


    Seriöse Autoren + Verlage prüfen sehr genau, wer Bildrechte hat;

    dort dürften "geklaute" Bilder eher nicht landen.



    Archive / Institutionen.

    -- mögliche Stellen anschreiben,

    -- nach Rückmeldungen ggf. telefonieren,

    -- Besprochenes schriftlich festhalten und

    -- bestätigen lassen.


    Ich denke, es wird sich schnell herausstellen,

    wo "Dein Schatz" am besten aufgehoben ist.


    Grüße, Kordula

  • Guten Morgen Thomas,

    Ich möchte Dir meine Idee anbieten: Suche Dir den für die Einheit Deines Vaters "zuständigen" Forumteilnehmer "aus" und gib Diesem die Unterlagen. Ich find dies Sinnvoller als in "irgendein Archiv", da dann Deine Unterlagen bei den entsprechenden Einheiten eingefügt werden und so "der Öffentlichkeit" zugänglich bleiben.

    damit würde es der Forschung vorenthalten und vermutlich zerfleddern später dessen Erben das Album zwecks Gewinnmaximierung. Landesarchive bieten seriöse Verträge (Schenkung) inkl. Klärung der Bildrechte, katalogisieren das Album auffindbar.


    H.W.

  • Landesarchive bieten seriöse Verträge (Schenkung) inkl. Klärung der Bildrechte, katalogisieren das Album auffindbar.

    Hi HW,

    guter Hinweis - kann ich nur bestätigen. Danke sehr.

    Grüße, Kordula

  • Guten Tag,


    "auffindbar" ist ein wichtiges Stichwort.

    Hier ein Negativbeispiel:

    Vor vielen Jahren zeigt mir ein Kollege, Leiter eines schwäbischen Stadtarchivs ein dickes Fotoalbum, dass der Kommandeur einer dort stationierten US-Pioniereinheit bei der Rückverlegung in die USA dem Bürgermeister des Standortes übergeben hatte. Das enthielt großformatige Fotos von der Aufstellung 1942 in den USA, von den Einsätzen in Nordafrika, Sizilien, Italien und vom Kriegsende 1945 in Bayern.

    Der Bürgermeister hatte das Album dem Stadtarchiv übergeben, und hier hat es jahrzehntelang keiner eingesehen.

    Ich empfahl dem Archivar, das Album an US-Nationalarchiv zu übergeben - und dort war man überglücklich.


    Meine Empfehlung: Den Nachlass an das Bundesarchiv-Militärarchiv übergeben und das Archiv des ursprünglichen Standort des Vaters über dire Abgabe informieren oder Kopien/Scans diesem Stadtarchiv übergeben.

    Mit freundlichen Grüßen

    G. Aders

    (25 Jahre Leiter eines Kommunalarchivs im Rheinland)

    Edited once, last by Aders ().

  • Hallo zusammen,


    glaube, dass jeder hier negative und positive Beispiele kennt oder davon gehört hat.

    Leider verwirrt das auch!

    Linussohn :

    Bitte schaff Dir einen Überblick wie ich oben mitgeteilt habe und sende es an meine Mail Adresse. Dabei kann man erst feststellen, von was hier ausgegangen werden kann.

    Also nur eine kleine Zusammenfassung nach Deinem Dafürhalten auf 1 DIN A4 Seite.

    bis dann
    gruss Det


    Bitte Alles zur Vorbereitung und Durchführung des Sudeteneinsatzes 1938…...........