15. oder 19.07.1944 gefallen zw. SEROBIA und MINSK

  • Guten Tag,

    dies ist mein 1. Beitrag in diesem Forum hier.


    Ein Onkel von mir mußte am 15. oder 19.07.1944 auf dem Rückzug sterbend liegen gelassen werden. Die Kameraden waren auf der Flucht (offiziell: Rückzug zur Begradigung der Front).

    Geschehen an der Straße von Serobia nach Minsk.

    Ein evang. Pfarrer schrieb so sinngemäß an meine Großeltern.


    Mich würde interessieren wo das geografisch liegt.


    Mir sind militärische Fachausdrücke fremd. Vielleicht weiß ein Mitleser mehr als nur die geografische Lage.


    Mit freundlichem Gruß


    Betontom

  • Hallo Betonom,


    herzlich Willkommen im Forum.


    Da hier die ganze Heeresgruppe Mitte auf der Flucht war, benötigen wir ein paar Informationen mehr.

    Es handelt sich hier um die sowjetische Großoffensive "Bagration"

    Hier mal was zum reinlesen, betrifft die 9. Armee, damit du eine kleine Vorstellung bekommst.;)


    Gibt es Feldpostbriefe (Feldpostnummer), Bilder oder weitere Überlieferungen?

    Würdest du uns den Namen deines Onkel nennen?

    Grüße Matthias

  • Hallo Matthias,


    Ich habe keine Feldpostbriefe oder weitere Überlieferungen. Ein Foto in Uniform auf Heimaturlaub kenne ich, müßte ich nachforschen.

    Auch den Brief des evang. Pfarrers an meine Großeltern habe ich mal gelesen, weiß aber nichts über den Verbleib.


    Meine Nachfrage an die WaST läuft.


    Mein Onkel hieß Rudolf Düking, *19.03.1922 in Borken/Westf.


    Da mein Großvater (* in Voorst/NL) , über meinen Vater zu mir und meinem Sohn die niederländische Staatsangehörigkeit hatten/haben bin ich interessiert ob mein Onkel Rudolf als Niederländer auf deutscher Seite in den Krieg gezogen ist oder ob er vorher Deutscher geworden war. Das Standesamt Borken hat dazu keine Informationen.


    Betontom

  • Hallo Betontom,

    beim Volksbund ist dein Onkel nicht gelistet.

    Vermute einmal das er sich als Niederländer freiwillig zur Wehrmacht begeben hat.


    Lg Andre


    Hallo Betontom,

    wenn ich das jetzt richtig gelesen habe, ist dein Onkel doch in Borken geboren worden und hatte demzufolge doch

    die Deutsche Staatsangehörigkeit damals besessen.

    Hat er denn bis zu seinem Eintritt in die Wehrmacht in den Niederlanden gelebt ?

    Verstehe ich jetzt irgendwie nicht.


    Lg Andre

  • Hallo Betontom,


    a) auf dieser Lagekarte

    http://www.gutenberg-e.org/esk01/maps/LageOst9Jul44a_lg.jpg

    sieht man, dass bereits am 9. Juli 1944 bei Minsk keine geschlossenen Wehrmachtsverbände mehr existierten.


    b) "Serobia" klingt eher nicht russisch. Hast Du diese Ortsangabe schriftlich? Vielleicht liegt ein Übertragungsfehler vor. Es gibt oft auch an die 5 verschiedene Schreibweisen für einen einzigen Ort.


    c) Ich habe den Namen "Serobia" mal in eine sehr empfehlenswerte Ortssuchmaschine eingegeben.

    https://www.jewishgen.org/databases/gazetteer/gazetteer.php

    Die sucht nach ähnlich klingenden Namen und findet auch "untergegangene" Orte.

    Ich habe mal nach der Entfernung von Minsk aus sortiert.


    Viele Grüße

    Bernhard

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    • Serobias.JPG

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  • Andre

    Die niederländische Staatsangehörigkeit wird "vererbt" und nicht durch Geburt in Deutschland verloren und die deutsche Staatsangehörigkeit erwirb man nicht durch Geburt in Deutschland. Jedenfalls so mein Wissensstand und persönliche Erfahrung.

    So bin auch ich in Borken geboren und habe "nur" die niederländische Staatsangehörigkeit. Genauso mein Vater und sein hier angesprochene Bruder Rudolf. Auch mein Sohn, in Westfalen geboren, ist nur Niederländer.


    LG


    Betontom

  • Hallo Betontom,

    danke für deine Aufklärung.

    Kenne mich dummerweise nicht mit den Niederländischen Gesetzen aus.

    Somit ist ja alles geklärt und habe wieder etwas dazu gelernt.

    Habe mein oben geschriebenes auch nicht negativ gemeint und bin da nur von meiner eigenen Logik ausgegangen.


    Lg Andre

  • Nachtrag zur Ortsangabe in meiner Eingangsfrage:


    Gefallen an der Straße von Scelo nach Serobia (Minsk).


    Vielleicht hilft es weiter.


    Betontom

  • Hallo Tom


    Vielleicht ist es das auf der Karte (von 1943) markierte Scelo (Sselo).

    Das Serobia (Minsk).konnte ich leider nicht finden.


    Grüße Thomas

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    • karte.JPG

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  • Thomas


    Danke für den Hinweis. Allerdings lese ich in der Karte Sselo, also mit s statt c. Es könnte trotzdem der gesuchte Ort sein. Vielleicht die gleiche Aussprache mit Schreibvarianten. Meine Schreibweise stammt von einem Totenzettel aus Borken. Ich werde gleich mal Sselo googeln.


    Betontom


    Nachtrag


    Habe Tante google gefragt: Celo, Scelo, Sselo heißt wohl einfach nur Dorf. Auf der Karte, welche korpowo freundlicherweise eingestellt hat heißt der Ort vollständig auch Staroje Sselo.


    Betontom

  • Hallo,


    der Ort heißt korrekt Staroje Sialo, "Das alte Dorf", liegt bei 53°53'7"N 27°16'1"E. Die Ortsnamen auf Wehrmachtskarten sind phonetisch geschrieben. Unten auf einer etwas kleineren Karte.


    Grüße

    Thilo


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