Telefonie & Telegraphie

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    Auch bei der Wehrmacht und bei zivilen Diensten der Post und Reichsbahn wurden unterschiedliche Fernmeldegeräte genutzt.


    Nicht jede Privatperson hatte früher auch Telefon. In Landgemeinden gab es vor 1939 oftmals nur beim Bürgermeister oder der Polizeidienststelle ein Telefon.

    Öffentliche Fernsprecher gab es nicht in jedem Ort oder nur zu den Öffnungszeiten des dortigen Postamtes.

    Je nach Ortsgröße gab es unterschiedliche Arten von Apparaten.

    Selbstwältelefone mit Wählscheibe gab es erst um 1926 und dann auch nur erst in Hamburg, wesentlich später folgten München und Berlin.


    Die nachfolgende Zeichnung zeigt ein typisches Telefon jener Zeit ab 1935 in Einfachbauweise.

    Auf einemHolzkasten ist ein Läutewerk (Wecker) montiert.

    Der Hakenumschalter dient zur Unterbrechung des Gesprächs, an ihm wird der Telefonhörer eingehängt.

    Mit dem Kurbelinduktor wird die Vermittlungsdtelle gerufen und Mittels Wechselstrom ein Rufstrom durch die Leitung geschickt. Der Sprechstrom wir Mittels einer separaten Batterie, eines üblicherweise 4 V Akkus mit zwei Batteriezellen zu je 2 V Gleichstrom betrieben. Die Akkus mußten etwa alle 6 Wochen von der Reichspost ausgetauscht werden, sie wurden zu Zusammenstellen geschickt und kontrolliert und aufgeladen, ggfs. repariert oder ersetzt.

    Solche Telefone nennt man OB Geräte also Ortsbatterie Geräte.

    ZB = Zentralbatteriegeräte nutzen eine geringe Versorgungsspannung von 4 V bis 60 V Gleichspannung.

    Die Versorgungsspannung liegt ständig an der postalischen Leitung an, man braucht nur noch das Gerät anschließen.


    forum-der-wehrmacht.de/wcf/index.php?attachment/164634/

    ZB --> Zentralbatterie Geräte haben den Vorteil, es muß keine separate Ortsbatterie vorhanden sein.


    Bei der Wehrmacht oder Reichsbahn, wurden ZB Geräte nur innerhalb größerer Dienststellen betrieben.

    Für den Feldbetrieb oder Streckenbetrieb langten die einfacheren OB Geräte aus.




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    Klappenschrank OB 03 für 1 Amtsleitung und 3 Vermittlungspaare


    Wird die Vermittlung gerufen, fällt eine Fallklappe bei dem jeweiligen Endteilnehmer.


    Mit demgrünen Abfragestecker wird das Anliegen erfragt nachdem der grüne Stecker in die Buchse der soeben gefallenen Teilnehmerklappe eingestöpselt wurde.

    Zum Rufen des anderen Teilnehmers wird der rote Vermittlungsstecker in die Buchse des anderen Teilnehmers gestöpselt und der Kurbelinduktor betätigt und der Hörer eingehängt.

    Sobald das Gespräch beendet wurde, fällt die Klappe des Vermittlungspaares, nun kann die Vermittlung die Stöpsel ziehen und die gefallenen Klappen wieder aufrichten.


    Soweit die Theorie...ausprobiert habe ich es noch nicht.


    Weiß Jemand über solche Geräte Bescheid oder hat historische Unterlagen, die er in Kopie hier einstellen kann?


    Die Wehrmacht verwendete solche Geräte bei der Feldtelefonie.