Koppelschloss Strafbataillon

  • Hallo,


    Kann mir jemand vllt aus den Forum erklären warum das Koppelschloss von der Strafbataillon komplett frei war von Parteizeichen und es noch nicht einmal Platz für "Gott mit uns" gab.


    Danke und Gruß Mathias

  • Hallo Mathias,


    Quote

    Kann mir jemand vllt aus den Forum erklären warum das Koppelschloss von der Strafbataillon komplett frei war von Parteizeichen und es noch nicht einmal Platz für "Gott mit uns" gab.

    war das wirklich so ?

    Gruss Dieter

  • Hallo Augustdieter,


    Ja hatte gestern eine Diskussion über dieses Thema und habe es gegoogle und da kam das nackte Koppelschloss zum Vorschein.


    Deshalb stell ich die Frage in der Hoffnung Licht ins Dunkle zu bekommen


    Gruß Mathias

  • Guten Tag ans Forum und an den Anfragenden,


    das mit dem "nackten Koppelschloss" bei den so genannten Strafbataillonen kann ich so wie Dieter ebenfalls nicht pauschal unterschreiben.

    Ein Stammtischgespräch und einmal "googeln" sind keine nachprüfbaren Quellen zum eröffneten Thema.

    Quellen wären zum Beispiel entsprechende Uniformvorschriften für diese Bewährungseinheiten.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter,


    Da ich ja keine genauen Uniformvorschriften gefunden habe die diese These stützen frage ich ja in die Runde und wage zu bezweifeln das dies bei einen Stammtischgespräch beantwortet werden kann bzw überhaupt als Gesprächsstoff von Interesse ist.


    Nix desto trotz send ich dir freundliche Grüße in die Normandie und bitte meine Unwissenheit zu entschuldigen.


    MfG Mathias

  • Hallo,


    wenn ich dem Buch von Petersson: "Ein sonderlicher Haufen" Glauben schenken kann, dann hatte zumindest das SS - Bewährungsbataillon 500 die normalen SS Koppelschlösser.


    Gruß Karl

  • Hallo,


    Und die 999 nicht oder teilweise?


    Gibt leider nirgends Fotos dazu die Aufschluss geben könnten.


    Danke für die Info, das Buch steht auf meiner Agenda


    Gruß Mathias

  • Hallo Mathias,


    Danke für die Info, das Buch steht auf meiner Agenda

    ich möchte Dir aber das Buch nicht vollumfänglich empfehlen, da es nach meinem Geschmack zu viele "romanhafte" Stellen aufweist. Ich persönlich bin mehr für das reine Sachbuch. Der Verfasser, Petersson, bezeichnet es als Saga und schreibt: "So bürgt denn auch der Verfasser dieser Erzählung (!) dafür, dass die geschilderten Begebenheiten tatsächlich geschehen sind und dass er nichts dazuerfunden hat."

    Einen gewissen Ein - und Überblick zum Strafbataillon (Bewährungsbataillon) 500 erhält man allerdings schon.


    Gruß Karl


    Nachtrag: Na, dann bin ich zu spät und Du weißt ja schon Bescheid.

  • Hallo Karl,


    Ist in den Buch die Uniformierung geschildert? Habe im Internet nur ein Bild eines Landsers gefunden wo das besagte Koppelschloss abgebildet ist und kann nicht entnehmen ob es ein Angehöriger der 500er oder 999er ist.


    Gruß Mathias

  • Hallo Mathias,


    ja, die Uniformierung ist geschildert.

    Das Koppelschloss ergibt sich aus dem Sachverhalt, wenn man weiß was auf dem Koppelschloss der SS steht....

    S. 17 heißt es pathetisch: " .......daß die Soldaten dieses Bataillons nur ein Streben haben, nämlich die Worte auf ihrem Koppelschloss wahrzumachen." Gott mit uns" kann es nicht sein, zumal es eine SS - Einheit ist. Also war das Koppelschloss beschriftet und nicht leer und es kann nur der SS - Tenor der SS Koppelschlösser sein, der hier passt.


    Gruß Karl

  • Hallo .


    Diese Frage ist für den " Kenner " einfach zu beantworten.


    Die Soldaten in Strafeinheiten verloren während dieser Zeit ihre Rechte als Soldat ( beispielsweise das Recht auf Beschwerde oder angemessene Verpflegung , angemessene Freizeit ) und entsprachen dem Strafgefangenen im Zivilleben. Hier gab es ja auch den Status " Verlust der bürgerlichen Rechte " bei einer Verurteilung. Zum Beispiel das Verbot des Wählens oder dem Verbot des Aufenthaltes in bestimmten Städten. Mit dem blanken Koppelschloss wurde die " Wehrunwürdigkeit " der jeweiligen Personen dokumentiert. Dieser Status war nach der Entlassung der Personen aus dem Militärdienst ein schwerer " Makel " im weiteren Lebensverlauf.


    Ähnliches gab es bereits in der Armee bis 1918 als Strafmaßnahme. Als äußerliches Kennzeichen wurde bei diesen Militärpersonen die Kokarde an der Kopfbedeckung entfernt. Somit befanden sich diese außerhalb der " Wehrgemeinschaft ". Wie schwer dieses wog, kann man sehr gut in dem Film " Der Hauptmann von Köpenick " sehen, als Rühmann auf dem Arbeitsamt gefragt wurde : " Haben se jedient ? "


    Wehrdienstverweigerer in der ehemaligen DDR hießen " Spatensoldaten " , da diese auf ihrem Schulterstück einen silbernen Spaten trugen und lediglich für Baumaßnahmen eingesetzt wurden. Auch hier gab es für den weiteren beruflichen Lebensweg schwere Einschränkungen.


    Gruß Andreas

  • Hallo Mathias,

    Ist in den Buch die Uniformierung geschildert? Habe im Internet nur ein Bild eines Landsers gefunden wo das besagte Koppelschloss abgebildet ist und kann nicht entnehmen ob es ein Angehöriger der 500er oder 999er ist.

    gibt es einen Kontext zum Foto, Jahr und Nationalität des Soldaten? Nicht wenige vermuten, diese Koppelschlösser waren als 1943er Spätfertigungen nur für Hilfstruppen der Wehrmacht angedacht. Expertenrunden konnten als einzigen Unterschied in der Ausstattung nur die roten Litzen an den Schulterklappen diagnostizieren.

    Nicht das alle Militaria-Händler nur einem unbewiesenen Gerücht aufliegen.


    MfG

    Tac

  • Hallo Tac.


    Was " diagnostizierst " du denn bitte als Hilfstruppen der Wehrmacht ?


    Diese gab es in dem Sinne gar nicht. Es gab die " Handschar " der Waffen SS als Division ( Moslems ) und die Kosackenabteilung Pannwitz der Wehrmacht. Des weiteren ein SS- Kosacken Kavalleriekorps ,welches im Februar 1945 in Kroatien aufgestellt wurde. Weiterhin viele Freiwillige aus ganz Europa, beispielsweise die SS Division " Nederland".


    Sogenannte Hilfstruppen generieren sich eigentlich immer aus Söldner, welche für Geld kämpfen. Oben genannte Verbände kämpften aus Abscheu dem Bolschewismus gegenüber bzw. für einen unabhängigen Staat. Da sind insbesondere die russischen Kosacken zu nennen, die ja am eigenen Leib die Knute der Kommunisten spüren mussten.


    Ich glaube kaum, das diese Freiwilligen sich beispielsweise mit einem " blanken " Koppelschloss zufrieden gegeben hätten. Selbst Pannwitz trug zu seiner Uniform die russische Pelzmütze der Kosacken. Die Angehörigen der "Handschar " die muslimische Kopfbedeckung, den " Fez " mit dem Totenkopf. Alle diese waren gleichberechtigte Soldaten der Wehrmacht und SS. Nicht umsonst beziehen heute noch tausende ehemalige SS-Angehörige der baltischen Staaten eine Pension aus der BRD. Sie alle waren vollumfänglich Angehörige der damaligen deutschen Streitkräfte mit allen Rechten und Pflichten dieser.


    Es ist immer wieder erstaunlich, was in diesem Forum stellenweise für ein Unsinn verbreitet wird.


    Gruß Andreas

  • Hallo,

    Strafeinheiten

    dieser Begriff ist nicht genug differenziert.


    Man darf Einheiten wie " Dirlewanger" nicht mit Bewährungseinheiten gleichsetzen. Da gibt es ganz wesentliche Unterschiede.

    https://de.wikipedia.org/wiki/SS-Sondereinheit_Dirlewanger

    In dem von mir geschilderten Fall aus dem o.g. Buch handelt es sich um das

    SS Bewährungsbataillon 500 ( Frontbewährung) und auf dem Koppelschloss stand ( Nun muss ich es halt niederschreiben, weil es historisch so ist:" Meine Ehre heißt Treue" ( S. 16). Auf dem li. Ärmel war sogar der Hoheitsadler, ansonsten war alles gleich der normalen SS -Uniform, nur die Kragenspiegel waren ohne Runen, wie bei den Rekruten. In den dann neu ausgegebenen Soldbüchern stand der alte und er neue Dienstgrad, so dass dort die Degradierung erkennbar war.

    Im Herbst 1943 erhielten diese Soldaten dann gesonderte Kragenspiegel, nämlich 2 gekreuzte Karabiner mit einer Handgranate.

    Ansonsten waren das Soldaten mit allen Rechten und Pflichten. ( Einschränkungen nur nach Urteil oder Disziplinaranordnung).


    Andreas (Heinrichotto):

    Wenn Du mir die Quelle für das "blanke Koppelschloss" lieferst, dann hat sich eben der Autor des Buches mindestens geirrt!

    Verpflegung: Geringster Satz in Matzkau - ! (Im Fronteinsatz sah das aber meist anders aus.)


    Weitere Nachforschungen werde ich anstellen und ggf. und soweit möglich Auskünfte einholen um meine Angaben hier im FdW weiter zu untermauern.


    Hier geht es nun weiter:


    Fälschlich "Strafbataillon 999", richtig: "Bewährungstruppe - Bataillon 999",( bedingt wehrwürdig).


    Für diese sog. Sondereinheiten des Ersatzheeres galt die HDv. 39 mit Ergänzungen und Änderungen durch Verfg. OKH.

    Diese Sondereinheiten sind bei Soldaten in Ausbildung je nach Art des Verstosses, Vergehens, nach Verurteilung durch eine Feldgericht in Haft zu nehmen und nach Entlassung aus dem Strafvollzug zu entscheiden, ob dieses zu einer Sonderabteilung oder wieder zur Truppe kommt. (Die einzelnen Kriterien möchte ich hier nicht alle aufzählen).


    Für diese Soldaten, die in eine Feldsonderabteilung versetzt wurden, "charakterlich minderwertige Soldaten" sollte das Sonderbataillon eine Straf -und Erziehungsmaßnahme sein. Die Voraussetzungen nach HDV 82/5 b mussten gegeben sein.

    Die Dienstzeit war im allg. 4 Monate, danach Entscheidung ob Rückversetzung zu einem anderen (regulären) Truppenteil.

    Der Dienst in den Feldsonderabteilungen war "hart und schwer."


    Mit Befehl Hitlers vom 2.4.42 wurde das Strafvollstreckungswesen neu formuliert.

    Straflagerverwahrung in Zukunft nur noch in Feldstraflagern.

    Es gab dann:

    - Feldstrafgefangenenabteilungen

    - Strafvollstreckungszüge der Divisionen und Armeen

    - Kriegswehrmachthaftanstalten

    - Kriegswehrmachtsgefängnisse

    - Wehrmachtsgefängnisse im Heimatkriegsgebiet

    dann

    - Straflagerverwahrung

    - Zuchthaus - und Gefängnisstrafen

    - Festungshaft


    Auf Grund Hitlererlass vom 21. 12. 1940 über die Aufstellung von Bewährungstruppen ordnete Chef OKW im Benehmen mit OB der Wehrmachtsteile am 18.7.1944 die Voraussetzungen für die Verwendung in der Bewährungstruppe und die Zuständigkeiten.


    Für die Luftwaffe galt der Erlass des RLM vom 3. 11. 42. "Luftwaffen Jägerkompanien z. B. V.", aufgelöst mit Erlass RLM vom 6.8.43, nun "Sonderkompanien z. B. V.

    ( Ich habe bewußt auf Fußnoten verzichtet, weil sehr geürzte Zusammenfassung mit teils meinen eigenen Worten).


    Weitere Quellen:

    > Auerbach: "Die Einheit Dirlewanger" VfZ Jahrgang 10 ( 1962) Heft 3

    > Tessin:" Verbände und Truppen der dt. Wehrmacht und der Waffen - SS" Band 13, ( Bewährungstruppe)

    > Absolon: Die Wehrmacht im III. Reich" Band 6

    Anmerkung:

    In einer Veröffentlichung des "Militärverlages Berlin" ( Ost) werden diese Einheiten als Strafdivisionen geführt.

    Dis ist entspr. der mir vorliegenden Literatur nicht korrekt. Sh. oben.



    Gruß Karl

    Edited 3 times, last by Karl Grohmann: Weiterschreiben nach Aktenstudium. Korrektur Rechtschreibug ().

  • Guten Tag ans Forum,


    was Andreas (Heinrichotto) betrifft, so kann ich Karl nur beipflichten:

    bitte nicht nur zum "blanken" Koppelschloss Quellen nennen, egal ob Primär-, Sekundär oder Tertiärquellen.

    Denn ein "Kenner" liefert Quellen, wie man bei Karl sehen kann.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • ... und die Kosackenabteilung Pannwitz der Wehrmacht. Des weiteren ein SS- Kosacken Kavalleriekorps

    ... Es ist immer wieder erstaunlich, was in diesem Forum stellenweise für ein Unsinn verbreitet wird ...


    Hallo Andreas,


    es ist tatsächlich erstaunlich, was in diesem Forum stellenweise für ein Unsinn verbreitet wird. Für alle, die sich über die Geschichte der "Kosacken" noch etwas informieren möchten, hier noch ein Link:

    https://www.kosaken.de/geschichte/kosaken.html


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo zusammen,


    In Militariakreisen spekuliert man auch, diese 'blanken' Koppelschlösser seien entweder der Legion Condor zuzuordnen, weil sich diese ja in Spanien nicht offiziell als Deutsche Truppe zeigen konnte, oder sie gelten als Nachkriegs-Umarbeitungen aus Wehrmachts-etc.-Koppelschlössern zur neuen, entnazifizierten Verwendung (aber gab es 1945-1950 Bedarf an sowas?).


    Da ich von Straf- und Bewährungseinheiten so gar keine Ahnung habe: Wie sah denn deren sonstige Uniform bzgl. Effekten aus? Den Hoheitsadler müssten sie ja schon aus kriegsrechtlichen Gründen getragen haben, warum nicht auch das normale Koppelschloss?


    Mit Bitte um Erleuchtung und

    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo Thomas,


    wie oben von mir geschrieben trugen die das normale Koppelschloss - je nach dem - SS oder Wehrmacht.


    Lt. Schlicht/Angolia (S. 571) trugen die Offiziere der Legion Condor braune Leder - und Schulterriemen spanischer Fertigung, mit einem Zwei - Dornenschloss ( Ähnlich wie das dt. Lederzeug für Offiziere).

    Uffz. und Soldaten: Schwarzes Lederkoppel mit mattfeldgrauen oder aluminiumfarbenen Koppelschloss, das auf der glatten oder gekörnten Oberfläche keinerlei Abzeichen aufwies.


    Auch Frankos marokkanische Truppen, die von der dt. LW eingeflogen worden waren, trugen blanke Koppelschlösser.


    Gruß Karl