Kampf um Bautzen und Umgebung 1945

  • Hallo,

    bin ganz neu hier und interessiere mich sehr für meine Heimatstadt Bautzen und deren Umliegende Dörfer um 1945.


    Kann mir jemand irgendwie mit der Spurensuche nach nach den angeblichen Außenlager der Hydrierwerke und den Ausbildungslager der Werwölfe weiterhelfen und Licht ins dunkle bringen?


    Danke im Vorraus


    Gruß Mathias

  • Hallo Mathias,

    über Hydrierwerke oder größere Tanklager in dieser Gegend ist mir nichts bekannt.

    Ausbildungslager für Werwölfe würde ich eher ins Reich der Legenden verorten.

    Die Jugend war bei Flak und im Volkssturm schon genug vereinnahmt.

    Ich weiß nur das Feldmarschall Schörner seine Beweglichkeit den "Hermann Göring Werken, Brüx, Maltheuern"

    verdankte, welche bis Kriegsende Benzin aus Braunkohle produzierten.

    Aber es gibt jemanden im Forum der ist Buchautor und Experte für diese Gegend.

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

    Edited once, last by Bludau Ostpreußen ().

  • Hey danke für deine Antwort, aber es gab echt das Ausbildungslager der Werwölfe in Neukirch, / Sa. und von einen Bunker habe ich auch schon was erfahren können am Rande des Czorneboh.


    Und jetzt zum anderen Thema mit den Hydrierwerke, von meinen Onkel der Schwiegervater musste etliche Bunkertüren verschweißen unter Aufsicht der Russen bevor diese verschüttet wurden.


    Habe paar Fotos letztes Jahr mal gemacht, stöber die mal raus,auf denen kann man hoffentlich erkennen das es "KÜNSTLICH" angelegt wurde

  • Hallo.


    Echt jetzt ? Also diese ganzen Legenden über irgendwelche Werwölfe gehören ganz einfach in den Bereich der Märchen. Was soll denn das für ein " Ausbildungslager " gewesen sein ? Was ist deine Quelle ? Zur Partisanentaktik: Ich kenne die Oberlausitz beruflich sehr gut. Die Landschaft gibt es überhaupt nicht her, hier einen solchen Widerstand organisieren zu wollen. Keine größeren Waldgebiete, Täler oder sonstigen Verstecke. Das würde nur mit massiver Hilfe der Zivilbevölkerung gegangen sein. Die nämlich diese Leute verstecken und versorgen müsste. Und vor allen Dingen den Mund hält. Völlig utopisch.


    Zu den Hydrierwerken :


    Nach meinem Kenntnisstand gab es ein solches nur in Schwarzheide bei Ruhland. Dieses versorgte den Bedarf der Heeresgruppe Mitte. Ein damaliges Hydrierwerk war ein großer, komplexer zusammenhängender Bau, welcher nicht einfach in irgendwelche " Außenlager " aufgesplittert werden konnte. Dazu war das Herstellungsverfahren von Benzin aus Kohle viel zu aufwendig.


    Ende 1944 begannen die Alliierten gezielt bei Tag und Nacht gerade diese Hydrierwerke zu bombardieren. Dabei war das durch 123456789 angesprochene Werk in Brüx eines der Größten und Wichtigsten. Alleine dieses wurde durch etwa 30 Flak Batterien verteidigt, das macht rund 150 Geschütze aus. Auf Grund dieser Angriffe begann man dann für die Belegschaften in den Werken Schutzbunker anzulegen. Mit diesen wird dein Großvater wohl zu tun gehabt haben.


    Was Unterstände oder irgendwelche Bunker in Wäldern betrifft:


    Mit Anfang 1945 befand sich die Frontlinie in diesem Gebiet entlang der Neiße. Ein Verteidigungsstreifen unterteilte sich in mehreren Linien, die erste wurde Hauptkampflinie genannt, der 2 . Verteidigungsstreifen begann dann ca. 10 km dahinter. Im Rahmen dieser Gliederung wurden dann im Hinterland Artilleriestellungen, Unterkünfte für Reserven und Versorgungspunkte verdeckt angelegt. Solche findet man noch hin und wieder an gewissen Punkten und in Wäldern. Das alles hatte aber nichts mit irgendwelchen " geheimnisvollen " Vorgängen zu tun. Man muss nur in der Lage sein, ein Gebiet topografisch zu " lesen ", dann löst sich alles auf. Und das habe ich als ehemaliger Offizier nun mal lernen müssen.


    Gruß Andreas

  • Als Quelle der Werwölfe beziehe ich mich auf folgendes E-Book:


    Himmler letztes Aufgebot

    Die NS-Organisation "Werwolf"

    Volker Koop

    Böhlau


    Die Textpassage samt Seite reiche ich selbstverständlich noch nach...


    Seite 99- 101 Angst- Nährboden für den Werwolf

  • Hallo,

    Ausbildungsstätten gab es lt. vorangegangenem Beitrag im besagten Buch schon. Zum Beispiel das damalige Wehrertüchtigungslager Neukirch-West. Zwar rekrutierten sich die Werwölfe, so auch in Ostsachsen, aus HJ, Volkssturm aber ebenso aus Gestapo-Angehörigen, 20-25 insgesamt aus Dresden. Es wurden davon 5 Werwolfgruppen gebildet, denen unter anderem Olbernhau, Altenberg, Rosenthal-Schwarze Mühle (Erzgebirge)als Einsatzgebiete zugewiesen wurden, Weiter ist besagtem Buch zu entnehmen, dass ein Herr Richter, Leiter der Kriminalpolizei Löbau, Anführer einer Werwolfgruppe war, die als Besatzung in einem Bunker des Schleifberges bei Qbercunnewalde eingeteilt war, Bunkerbau bei Strahwalde für den Werwolf wird ebenfalls erwähnt. Über Aktionen des Werwolf wird nur erwähnt, dass die vorgesehene Bunkerbesatzung am Schleifberg in ein Gefecht mit der Roten Armee verwickelt war. Bereits im Mai 45 setzte die Suche nach den ausgebildeten Werwölfen ein. Selbst die Stasi kümmerte sich in den 80zigern noch darum, wer als Werwolf fungieren sollte.

    Als Kind glaube ich mich erinnern zu können, dass erzählt wurde, in der Umgebung von Zittau war ein Anschlag der Werwölfe geplant, der aber verraten wurde. Die darauf Gefassten seien erschossen worden. Inwieweit das der Realität entspricht, kann ich nicht mehr verifizieren. Vielleicht sind die Erschossenen einfach auch nur der damaligen Hysterie zum Opfer gefallen, Die Russen und auch die Amerikaner fackelten bei den ,,Werwölfen" oder die sie dafür hielten, nicht lange.

    Zur Gewinnung von Benzin aus Braunkohle gab es in der Nähe von Zittau einen interessanten Ansatz. 1944 wurde von der Oranisation Todt im Neißetal Tanks errichtet, um solchen geplanten produzierten Sprit aus der damaligen Braunkohlenverarbeitung Hirschfelde aufnehmen zu können. Leider kann ich nicht mitteilen, ob jemals Sprit produziert wurde.

    MfG Wirbelwind

  • Danke für deinen Beitrag, von Hirschfelde habe ich auch schon gehört. Mein besagtes Hydrierlager sollte zu den Johne Werken Bautzen gehören.

  • Hallo Mathias,

    die Johne Werke ( Bautzen Schäfferstraße) waren vor und nach dem Krieg ( Perfekta) ,

    meines Wissens immer Hersteller von Papierverarbeitungs- und Druckmaschinen.

    Sicher haben sie im Krieg Rüstungsgüter produziert, aber doch keine besonders Kriegswichtigen.

    So das es große Zuteilungen an Treibstoff erforderte.

    Währe interessant wenn jemand da jemand etwas schreiben könnte.

    Auch kann ich mit dem Begriff Hydrierlager nicht viel anfangen.

    Nach dem Verlust der Ölfelder in Rumänien wurden leichte Treibstoffe für die Truppe

    so schnell wie möglich in Kanister umgefüllt. (Tiefflieger)

    In Kesselwagen wurde eher Rohöl transportiert.

    Ist dann ein Hydrierlager ein Rohöllager? Also Rohstoff für eine Raffinerie?

    Ganz nettes Thema was du da angestoßen hast .

    Gruß Ralph

    P.S. Benutze doch wieder Anrede und Gruß, das senkt den Blutdruck der Administratoren.

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Ralph,


    So soll das doch sein in solchen Runden... Sammel außerdem grad noch etwas Material zusammen um die nächste Diskussion zu starten.


    Andere Frage, bevor ich dumm sterbe: Wie kann man Bilder konfigurieren bevor man sie hochläd, meine sind alle zu groß oder falsche Dateiendungen...

  • Guten Tag Mathias, "Pflastergott",


    Ralph hat´s dir geschrieben,

    Quote

    P.S. Benutze doch wieder Anrede und Gruß, das senkt den Blutdruck der Administratoren.

    wo liegt das Problem, sich an die Regeln des Forums zu halten?

    Deine Bemühung, hier Bilder einzustellen, wird anerkannt,

    deshalb sehe ich von der Löschung deines letzten Posts ab.;)


    Bitte zukünftig daran denken.....


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Mathias,

    Danke für die Fotos, ich sehe nur ein Loch mit Armierungen im Wald und eine alte Treppe.

    Auf jeden Fall nichts Großes.

    Könntest du etwas dazu schreiben, vielleicht den Ort und was du dort vermutest.

    Das wäre sicher hilfreich.

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Ralph,


    Also das künstlich angelegte Areal umfasst eine Fläche von 800m * 325m (habe es letztes Jahr mit den Vermessungsrad abgeschritten, Maße beziehen sich auf das oberste Plateau ohne Verwallung)


    Es ist sehr versteckt im Wald und nördlich von Bautzen gelegen, entschuldige das ich keine genaue Lagebeschreibung reinstelle, möchte keinen Sondlertourismus entfachen.


    Gruß Mathias

  • Hallo Pflastergott.


    Was sollen die Bilder denn nun darstellen ???? Du müsstest dich schon artikulieren, was du darauf vermutest. Also ein " Ausbildungslager " vom Wehrwolf wird das nicht gewesen sein. Erst einmal von der von dir angegeben Fläche nicht. Zum Weiteren betoniert niemand auffällig irgendwelche Teile in den Wald um dann eine " geheime " Organisation aufzubauen.


    Nach dem doch ziemlich jungen Baumbestand von überwiegend Birken sieht das Ding eher aus wie eine ehemalige Abbaugrube von Kies, Granit oder Kohle im Tagebau. Die in dieser Gegend oftmals vorkommende Grauwacke oder Kaolin ist auch möglich. Dafür spricht die von dir angegebene " Umwallung " und die große Fläche. Solche Teile gibt es in der Gegend öfters.


    Das von dir fotografierte betonierte Loch ist nichts weiter als die Verankerung eines Kranes oder Förderbandes zum Transport des Abbaugutes. Dafür sprechen auch die jeweils an den Ecken angebrachten Halterungen mit den Löchern.


    Insofern alles heiße Luft.


    Gruß Andreas

  • Hallo,

    so wie Andreas die zur Verfügung gestellten Bilder interpretiert, für mich nachvollziehbar. Genauso gut, dass in der Umgebung von Bautzen bis an die Lausitzer Neiße Verteidigungsstreifen geschaffen wurden, um die vorhersehbaren Angriffshandlungen der Roten Armee entgegen zu wirken. Wurde bereits erwähnt. Außerdem fanden in und um Weißenberg im April 1945 erbitterte Kämpfe statt, wo die dt. Wehrmacht einer ihrer letzten Siege erringen konnte. Das hat auch Spuren hinterlassen, die ein geübtes Auge heute noch sieht. Noch eins zu den Sondlern. Profis unter denen haben sich längst Kartenmaterial u. andere Dokumente besorgt, um die genauen Standorte der stattgefunden Kämpfe feststellen zu können.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo Matthias,

    als Antwort zu Deinen Fragen, was es mit meiner letzten Antwort auf sich hat.

    Zum Einen, dass in der näheren und weiteren Umgebung von Bautzen sichtbar wird, dass dort Kämpfe stattgefunden haben. Alte Schützengräben, Stellungen etc. Zum Anderen, dass die Profis unter den Sondlern mittlerweile genau wissen, wo sie suchen müssen, um etwas zu finden. Also braucht es keine übertriebene Geheimniskrämerei nicht mehr.


    MfG Wirbelwind