Lutrebois 1944

  • Hallo an alle,


    im Rahmen von Recherchen zum Einsatz der 167. Volksgrenadierdivision während der Ardennenoffensive, bin ich auf die Ereignisse vom 30.12.44 im Raum Lutrebois - Chateau Losange gestoßen. Dabei konnte ich folgenden Stand der Literatur ausarbeiten, wobei sich die verschiedenen Quellen teilweise nicht decken. Hat jemand vielleicht weitere Informationen zu den beschriebenen Eregnissen (es handelt sich genau um das 331. GR / 167. VGD.)?


    Ereignisse am 30.12.1944, GR 331

    In Bergström, Christer, The Ardennes 1944-1945, Hitler’s Winter Offensive, S. 312, 2014 wird beschrieben, dass die 167. VGD die Straße Arlon (Martelange) – Bastogne überschritten hat und den Wald „Bois Bechou“ nordöstlich von Assenois erreicht hat. Allerdings bestand keine Chance gegen die 4. US-Panzerdivision, so dass sich die Division wieder auf die östliche Seite der Straße Arlon – Bastogne zurückziehen musste. Laut Generalleutnant Hans-Kurt Höcker wurde das angreifende Bataillon volsständig aufgerieben.

    Bergström bezieht sich dabei in dieser Aussage auf den Text in Cole, Hugh M., The Ardennes: Battle of the Bulge, S. 626, 1964 (Fußnote 209, Kapitel 8, The Ardennes 1944-1945). Cole beschreibt, dass am Morgen des 30.12.1944 die 167. VGD die Straße Martelange – Bastogne überschritten hat und den Rand der Wälder südöstlich von Assenois erreicht hat. Dort stießen die Grenadiere auf das 51. Armored Infantry Bataillon der 4. US-Panzerdivision, welches jeden Versuch, aus dem Wald in freies Gelände durchzubrechen, verhinderte. Außerdem wurden Jagdbomber und Granaten, welche gezielt in den Bäumen explodierten, den Grenadieren zum Verhängnis. Diese Angriffe wurden von der Artillerie der 35. US-Infanteriedivision durchgeführt.

    Cole bezieht sich dabei auf die Aussagen von Generalleutnant Höcker, Hans-Kurt, MS # B-041, 167th Volks Grenadier Division, 24 December 1944-February 1945, Corps Hoecker, 2-10 March 1945 and 59th Infantry Division, 20 March-24April 1945, S.7, 1946. Höcker beschreibt in dieser Studie den Angriff des Spitzenbataillons am 30.12.1944. Er gibt an, dass das Spitzenbataillon den äußersten Rand des Waldes südlich von Remoifosse erreicht hat. Dabei wurde der Btl.-Kdr. verwundet und der Adjutant ist gefallen. Aufgrund dessen, dass die 1.SS-Panzerdivision dem Angriff nicht folgen konnte, musste sich das Spitzenbataillon wieder zurückziehen. Dabei sind nur wenige Männer des angreifenden Bataillons zu den deutschen Linien zurückgekehrt.

    Die von Cole eingeführte und danach zitierte Wendung, dass das Bataillon [was] „cut to pieces“, kommt bei Höcker nicht vor und wurde wohl von Cole so beschrieben.

    Die Informationen über das Vorrücken der 167. VGD wird auch bei Rickard, John Nelson, Advance and Destroy, Patton as commander in the Bulge, S. 228, 2011 so wiedergegeben. Wie auch Cole beschreibt Rickard in der Fußnote 11, dass nur wenig Informationen über den Einsatz der 167. VGD bekannt sind. Rickard schreibt noch, dass die 167. VGD vermutlich mit zwei Regimentern angegriffen hat.

    Das Überqueren der Straße Arlon-Bastogne wird auch in der Lagekarte OB West vom 01.01.45 gezeigt. Dort ist die Überquerung eher nordöstlich von Assenois anzusetzen (Lage West 1.1.45). Die Lage deckt sich daher eher mit der bei Betgström beschriebenen Position, wobei der Einbruch in die amerikanischen Stellungen dort nicht in der gleichen Tiefe eingetragen ist, wie bei Bergström beschrieben. Die Meldung, dass die Straße abgeschnitten worden ist, muss demnach beim OKW eingegangen sein und es muss auch am 01.01.45 noch davon ausgegangen worden sein, dass die Straße abgeschnitten ist. Genaue Truppenstellungen oder Verbände werden nicht angegeben. Es kann sich nach der Lage OB-West sowohl um Truppen der 167. Volksgrenadierdivision, als auch der 1. SS-Panzerdivision handeln. Für beide Positionen, nordöstlich und südöstlich von Assenois gibt es Belege, wobei keine Lagekarte OB-West vom 30.12.44 oder 31.12.44 zu finden waren. Inwiefern die Karte vom 1.1.45 die Lage vorherige Tage widerspiegelt, ist nicht sicher zu sagen

    Die Lagekarte des OB-West vom 1.1.45 ist die einzig vorhandene Primärquelle, welche aus Sicht der deutschen Seite vorhanden ist. Alle anderen Primärquellen, die die Ereignisse vom 30.12.44 wiedergeben können, sind aus amerikanischer Sicht beschrieben.

    Von Seiten der 35. US-Infanteriedivision ist bekannt, dass diese am 30.12.44 vom Gegenangriff der 167. VGD auf Lutrebois überrascht worden ist und die 4. US-Panzerdivision zu Hilfe kommen musste, um die vorrückenden deutschen Verbände aufzuhalten.

    Einen ersten Anhaltspunkt liefern die Berichte, welche von deutschen Soldaten, nach ihrer Gefangennahme, durch die amerikanischen Truppen aufgenommen worden sind. Danach ist das I./GR331 am frühen Morgen des 30.12.44 aus dem Wald nordöstlich von Lutrebois angetreten und konnte, zumindest in Teilen, Lutrebois passieren und in die Wälder westlich von Lutrebois eindringen. Darüber hinaus werden im Unit Journal Headquarters 134th Infantry, Dec 44, keine Hinweise gegeben, dass deutsche Truppen die Straße Arlon-Bastogne abgeschnitten haben und diese wieder durch Verbände der 35. US-Infanteriedivision freigekämpft werden mussten.

    Nach dem Report of Action Against the Enemy – December 1944, 35th Infantry Division, Headquarters 35th Infantry Division, APO 35, US Army, January 14 1945, werden die Ereignisse des 30.12.44 so beschrieben, dass der Angriff des GR 331 durch das 134. US-Infanterieregiment aufgehalten werden konnte und das Regiment seine Positionen den Tag über gehalten hat. Der Angriff der deutschen, mit dem Ziel die Straße Arlon – Bastogne abzuschneiden wurde damit zurückgewiesen.

    Im Report of Action Against the Enemy, December 1 to December 31, 1944, Headquarters 134th Infantry Regiment, APO #35, US Army, 4 January 1945, wird für den 30.12.44 ausdrücklich erwähnt, dass der Angriff der deutschen Verbände ca. 400 m vor der Straße Arlon – Bastogne aufgehalten werden konnte und es den deutschen Truppen nicht gelang, diese Straße abzuschneiden.

    Die amerikanischen Truppen der 35. US-Infanteriedivision mussten sich dennoch zurückziehen und waren auf Hilfe der 4. US-Panzerdivision angewiesen

    Der After Action Report, 51st Armd Inf. Bataillon, 4th Armored Division, 23 Aug thru 9 May 45 gibt dabei detailliert die Gegenmaßnahmen des 51. Panzergrenadierbataillons der 4. US-Panzerdivision wieder.

    Danach wurde das 51st AIB bereits um 04:30 von dem Gegenangriff der deutschen Verbände unterrichtet und richtete sich zur Verteidigung ein. In diese Vorbereitungen kam die Meldung, dass die deutschen Verbände in die Wälder westlich von Lutrebois eingesickert ist, um die Straße Arlon-Bastogne südlich von Remoifosse abzuschneiden. Gegen 08:45 wurde im Gefechtsstand des 51st AIB (Chateu Losange) deutsches MG-Feuer wahrgenommen. Dieser Angriff führte zum Rückzug von Einheiten des 134. Infanterieregimentes und die deutschen Truppen verfolgten die sich zurückziehenden amerikanischen Einheiten. Auch wenn es für die amerikanischen Einheiten des 51st AIB zunächst schwierig war das Feuer zu eröffnen, da die deutschen und amerikanischen Truppen vermischt waren, gelang es die deutschen Truppen unter gezieltes Feuer zu nehmen. Die Soldaten des Gefechtstandes beobachteten vom Chateau Losange aus die deutschen Bewegungen. Als die deutschen Soldaten den Wald verließen und auf die Lichtung vor dem Schloss vordrangen, nahmen die deutschen Verbände zwar die amerikanischen Einheiten zuerst unter Feuer, allerdings konnten die amerikanischen Verbände ihre Waffen im zusammengefassten Feuer gegen die deutschen Truppen richten. Die deutschen Verbände mussten sich daraufhin von dem Schloss zurückziehen und wieder in den Wald zurückkehren.

    Neben den Verbänden der 167. VGD befanden sich auch mindestens zwei Züge der 5. Kompanie des 2. SS-Panzergrenadierregiments der 1. SS-Panzerdivision im Bereich um das Chateau Losange. Nach dem Interrogation Report, 134th Infantry Regiment, IPW 60, 30.12.44 kamen zwei Züge der 5. Kompanie bis an den Waldrand zum Chateau Losange, mussten sich dann aber gegen Druck der amerikanischen Verbände zurückziehen. Nähere Einzelheiten zu diesem Gefecht sind im After-Action-Report des 51st AIB nicht erwähnt.

    Das Eingreifen der Divisionsartillerie wird in den vorhandenen After-Action-Reports nur sporadisch beschrieben, es sind keine genauen Einsatzdetails erwähnt. Lediglich die Tatsache, dass es einen deutschen Gegenangriff gab, der mit Hilfe der Artillerie gestoppt werden konnte, wird erwähnt.

    Bei der Beschreibung dieses Gefechtes werden zwar keine deutschen Truppen benannt, aber es kann sich nur um das I./ GR 331 handeln. Dieses Bataillon war das einzige Bataillon, welches es um diese Zeit, aus der Richtung Lutrebois kommend, bis in den Wald geschafft hat und weiter vorrücken konnte.

    Bei diesem Bericht des 51st AIB ist ebenfalls nicht erwähnt, dass deutsche Truppen die Straße Arlon-Bastogne abschneiden konnten. In der Lesart ist der Bericht aber mit den Ausführungen von Höcker identisch. Das betreffende Bataillon konnte in die Wälder westlich von Lutrebois vorstoßen und erlitt dort sehr hohe Verluste. Ort und Rahmenumstände stimmen einigermaßen überein. Der einzige Unterschied ist die Tiefe des Einbruches der deutschen Verbände in die amerikanische Stellung.

    Es besteht auch die Möglichkeit, dass es in der Meldung nach dem Angriff zu einem Fehler gekommen ist und das beschriebene offene Gelände (welches in diesem Fall eine Lichtung vor dem Chateau Losange war) aus deutscher Sicht so interpretiert worden ist, dass die Straße Arlon – Bastogne bereits überschritten war und der westliche Rand des Waldes erreicht worden ist. Dies wird dadurch unterstützt, dass die angreifenden Verbände hohe Verluste erlitten haben und die Truppen teilweise erst Tage später wieder zu den deutschen Linien zurückkehren konnten.

    Ergänzend ist noch festzuhalten, dass auch im After Action Report der 3. US-Armee kein Hinweis darauf enthalten ist, dass Einheiten der 167. VGD (oder andere Einheiten) die Straße Arlon - Bastogne abschneiden konnten.

    Bei Rickard wird noch darauf hingewiesen, dass Einheiten der 1.SS-Panzerdivision am 30.12.44 das Chateau Losange erobert hätten und anschließend bis an die Straße Arlon – Bastogne herangerückt waren. Ein weiterer Angriff auf das Chateau Losange wird in dem After-Action-Report des 51st AIB nicht erwähnt. Es gibt, wie bereits erwähnt, lediglich den Hinweis, dass auch Einheiten der 1. SS-Panzerdivision im Raum um das Chateu Losange präsent waren.

    Gesichert ist, dass der Kampfraum Lutrebois – Chateau Losange – Villers-la-Bonne-Eau im Rahmen der Kampfhandlungen nicht klar zwischen der 1.SS-Panzerdivision und der 167. VGD aufgeteilt war. Die Einheiten der 1.SS-Panzerdivision sollten den Angriff der 167. VGD aus Lutrebois mit Panzern unterstützen, diese mussten sich aber erst von Lutremange nach Lutrebois in Bewegung setzen. Diese Bewegung führte automatisch zur Vermischung der beiden beteiligten deutschen Divisionen. Ebenso kam es im Wald westlich von Lutrebois zu Vermischungen der beiden Verbände. Es kann durchaus sein, dass das Vordringen des 331. GR und des 2. SS-PzGR zeitnah lag und der Angriff der deutschen Verbände als ein einziger Angriff wahrgenommen worden ist


    Kennt vielleicht jemand weitere Quellen zu diesem Thema, die ich noch auswerten kann?


    Vielen Dank.


    Grüße

    strops

  • Servus Strops,


    die Beschreibung auf warfarehistorynetwork.com dürfte sich wohl sich wohl mit deinen Erkenntnissen decken, denke ich. Auch dort wird beschrieben, dass es über den 31. auf beiden Seiten keine Aufzeichnungen gibt.

    Gruss, Holger

  • Hallo Holger,


    vielen Dank für den Link. Leider habe ich innerhalb des Artikels keine Quellen gefunden. Insbesondere trifft dies auf die folgenden Aussagen zu:


    " [...] The concurrent attack by the 167th VGD along the axis of the Bras-Bastogne road met with some initial success and reached the first houses of Bastogne itself; however, in the face of intense artillery fire, attacks by fighter-bombers and finally a counterattack by armored elements of CCA, the division ended the day at the western edge of Marvie [...]." Diese Aussage steht konträr zu den Berichten von Höcker sowie den AAR's der beteiligten amerikanischen Divisionen (35. US-Infanteriedivision und 4. US-Panzerdivision). In diesen Berichten wird der Angriff der 167. VGD weiter südlich im Raum Lutrebois - Straße Lutrebois nach Lutremange beschrieben.


    Zusätzlich wird erwähnt, dass


    "[...] At 1445 hours the German advance [Anm. 1.SS-Pz. Div.] continued and the Chateau Losange was captured by 1600. But this was to be the high-water mark of Hansen’s advance, for as the leading elements of his KG reached the main Bastogne-Arlon road, just to the west of the Chateau, they came under intense artillery fire and direct tank and antitank fire from parts of CCA and the 137th Infantry Regiment. The attack stalled, and Hansen gave orders for his men to go firm [...]." Laut Höcker kam der Angriff der 1. SS-Pz. Div. nicht über die Ausgangsstellungen hinaus. Das Gefecht beim Chateau Losange wird zeitlich im AAR des 51 AIB am Vormittag erwähnt. Für den Nachmittag gibt es keine Erwähnung eines erneuten Gefechtes. Im Gegensatz dazu wird Chateau Losange in der Lage West vom 01.01.45 so dargestellt, als wäre es eingekesselt worden.


    Soweit ich es ermitteln konnte, basierend auf den Quellen der 35. US-Infanteriedivision, sollte der Angriff der 1. SS-Pz.Div. aus Lutremange, in Teilen, in Richtung Lutrebois erfolgen und dann die Straße Arlon-Bastogne bei Remoifosse abschneiden. Dieser Vormarsch begann erst, als die Einheiten der 167. VGD, Lutrebois bereits passiert hatten.


    Aufgrund der fehlenden KTB's aus deutscher Sicht, ist es sehr schwer die Ereignisse gezielt aufzuarbeiten. Sicher ist nur, dass die Einheiten der 167. VGD und 1. SS-Pz.-Div. in Teilen die gleichen Punkte passiert haben (Lutrebois, Wald westlich von Lutrebois, Straße zwischen Lutremange und Lutrebois).


    Vielleicht kann die Lücke auch aus Sicht der 1. SS-Pz.Div. geschlossen werden. Allerdings habe ich mich noch nicht mit der Quellenlage zur 1. SS-Pz.-Div. beschäftigt. Vielleicht kann mir jemand an dieser Stelle weiterhelfen: Gibt es zuverlässige, belastbare Quellen zur 1. SS-Pz.Div., speziell 2. SS-Pz.Gren-Rgt., welche die Ereignisse am 30.12.44 aus Sicht dieser Einheit beschreibt? Vielen Dank.


    Grüße

    strops

  • Hallo "strops",

    habe mich gerade extra hier angemeldet, da ich erstens denke, daß man militärhistorische Daten/Fakten/Erkenntnisse nicht für sich behalten sollte und auch ich natürlich andererseits etwas erfahren kann bzw. habe.
    Deine Zusammenfassung bezeugt Deinen Aufwand der Nachforschungen und die Mühe hier alles einzugeben.

    Ich möchte gerne etwas dazu beitragen.


    Durch einen Tausch bin ich heute in den Besitz des militärischen Nachlasses des damaligen Kommandeurs II./331 der 167. Volks-Grenadier-Division gelangt.
    Ich kann daher folgende Informationen zweier Dokumente aus einer "Primärquelle" beisteuern:


    [...]
    1) Auftrag für II./V.G.R. 331

    Zunächst hinter I/331 durch Lutrebois durchzustossen...
    2) Lage des Regiments um 4,30 Uhr nach Angriffsbeginn um 4,00 Uhr
    I/331 im heftigen Feuerkampf mit Amerikanern in den zu Bastionen ausgebauten Häusern im Ostteil Lutrebois festgelaufen. In Abänderung des Reg.-Befehls Entschluss des Kommandeur II/331: hart nördlich von Lutrebois vorbeizustossen um Waldrand hart westlich Lutrebois zu gewinnen, um dann Lutrebois von Norden und Nordwesten zu nehmen.

    3) Durchführung: Abdrehen der Kompanien in neue Angriffsrichtung (s. Skizze I)
    Verlauf: Kurz nach Heraustreten aus Waldrand starkes Art.- u. Granatwerferfeuer auf Waldrand ostwärts Lutrebois sowie auf gesamtes Angriffsgelände ferner M.G.-Flankenfeuer von etwa 6-8 M.G. aus Lutrebois auf angreifendes II/331. Erschwerende Angriffsverhältnisse: deckungsloses Schneegelände, sehr hell, keine Wintertarnanzüge.

    4) Entschluss des Kommandeurs II/331: Mit 7.Komp. weiterhin ohne Rücksicht auf Flanke durchzustossen. Befehl an 6.Kompanie: in neuer Angriffsrichtung Westteil Lutrebois zu nehmen.

    5) Starker Gegner am Waldrand hart westlich Lutrebois. Nach erbittertem Feuerkampf bricht Kommandeur II/331 mit 7.Komp. ein. Beute: 2 Pak (5,7) 2 s.M.G.6.Komp. nimmt nach schwerem Häuserkampf Lutrebois.

    Einbringung von 77 Gefangenen sowie zahlreicher leichter Inf.-Waffen.

    6) Verteidigung von Lutrebois sowie Gegenstoss wie Skizze II.


    [...]

    An 167. Volks-Grenadier-Division
    Hptm. (a) (V.D.) "H" [...] Btl.-Kommandeur II./331. hat am 30.12.1944, als er sah, dass das I./331 sich in heftigem Ortskampf in Lutrebois festzulaufen drohte, selbstständig handelnd, sein Btl. zuerst, trotz heftigem Flankenfeuers aus dem Orte Lutrebois, nach Norden weitergeführt, um dann nach Osten abdrehend in den Ort einzudringen und Lutrebois endgültig vom Feinde bereinigt. 77 Gefangene wurden eingebracht, 2 Pak, 2 s.M.G. und eine grössere Anzahl von Inf.-Waffen wurden erbeutet. Hierdurch wurde die Strasse Lutrebois bis zur Hauptstrasse nach Bastogne für den eigenen Panzervorstoss freigekämpft. Am 31.12.1944 wurde ein mit starken Kräften durchgeführter Angriff der Amerikaner auf Lutrebois, unterstützt durch schwerstes Artl.- und Granatwerferfeuer, durch die Restteile des II./331 unter persönlicher Führung von Hptm. "H" abgewiesen. An der Spitze eines kleinen Stosstrupps warf Hptm. "H" eingedrungenen Feind wieder zurück.


    Am 1.1.1945 stiess der Feind mit starken Kräften (schätzungsweise ein Regiment) nach starker Vorbereitung durch Artl.- und Granatwerferfeuer erneut gegen Lutrebois vor. Durch den taktisch äusserst geschickten Aufbau der Stützpunkte wurde der Gegener flankierend gefasst und erlitt ausserordentlich hohe Verluste. Nach 3- Stündigem harten Kampf war der Angriff endgültig abgewehrt.

    Das persönliche Eingreifen in vorderster Linie, das schwungvolle Vorreissen des im schwersten Feuer liegenden Batl. und die persönliche Tapferkeit des Hptm. "H" beim Gegenangriff des Feindes waren allein die Voraussetzung, um Lutrebois zu nehmen und zu halten.


    Das Regiment bittet, auf Grund dieser Verdienste, die Nennung des Hptm. "H" im Ehrenblatt des Deutschen Heeres beantragen zu wollen.


    gez. Zellner


    Gruß M.

  • Hallo Maxlrainer,


    ich kann nur sagen: super, vielen Dank. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich Informationen aus einer Primärquelle zu den Ereignissen vom 30.12.44 erhalte.


    Ich habe in diesem Forum noch einen Post zur 167. Volks-Grenadier-Division eröffnet, in dem unter anderem die Unterstellungen der 167. VGD, die Stellenbesetzung (soweit ermittelbar) und ein Bericht über die Ereignisse vom 30.12.44 (aus meinen bisherigen Quellen) abgelegt sind. Vielleicht ist dies für dich auch ganz interessant.

    Die von dir geposteten Informationen bestätigen direkt meine Vermutungen, dass die 167. VGD eingesetzt war, um Lutrebois für die Panzer der 1. SS-Pz.Div. freizukämpfen. Jetzt ergibt sich auch ein Bild, wie dies geschehen ist.


    Grüße

    strops


    Verlinkung zur 167.VGD hergestellt...Huba

  • Guten Morgen Peter,


    vielen Dank für die Quelle. Dieses Buch kannte ich noch nicht, ich werde es mir aber bestellen.


    Bisher habe ich immer die Informationen von http://www.coulthart.com/134/index.htm für meine Recherchen verwendet. Die Informationen aus diesen Quellen (AAR's, POW Report, Unit Journal...) werden maßgeblich von allen bisher von mir gelesenen Autoren ebenfalls herangezogen. Daher habe ich gar nicht gezielt, nach einer anderen Quelle aus amerikanischer Sicht, gesucht.


    Zur Info: Weiterhin nutze ich den AAR des 51 AIB (http://cgsc.contentdm.oclc.org…p4013coll8/id/3769/rec/21) als Erkenntnisquelle.


    Grüße

    Alex

  • Da habe ich noch weiteres Material …

    Vor 12 Jahren war ich dort ein oder zweimal beschäftigt als "Battlefield guide". Dafür hatte ich vieles Material (AAR, Karten, usw ) gesammelt.

    Hier ein Teil, eine 1949 Skizze

    map C 1800[1].jpg

    Grüße

    Peter

    Ich suche immer Berliner Volkssturm- und Schlacht um Berlin Dokumenten wie SB, WP, Zeitungen, Befehle, Bescheinigungen usw ...

  • Hallo Peter,


    vielen Dank für die Skizze. Eine sehr wertvolle Skizze, sie bestätigt meine bisherigen Erkenntnisse, dass der Angriff des I./331 bis zum Chateau Losange vorgetragen worden ist und dort vom 51st AIB aufgehalten worden ist. Eine Passage der Straße Arlon - Bastogne wird dadurch immer unwahrscheinlicher, auch wenn diese in der Fachliteratur oft erwähnt wird. Wie bereits in meinem ersten Post geschrieben, denke ich, dass dies auf die Darstellungen von Cole zurückgeführt werden kann.


    Ich hatte mir ebenfalls eine Skizze zu den Vorgängen erstellt, die deiner Skizze stark ähnelt. Habe diese allerdings noch nicht online gestellt, da ich als Grundlage die Bastogne Karte (Sheet 121) der amerikanischen Streitkräfte verwendet habe und mir nicht sicher bin, ob ich das Kartenbild posten darf (Urheberrecht).


    Grüße

    Alex

  • Hallo Alex

    Die Skizze wurde in 1949 erstellt von einem Kompanieüher der dabei war …

    Peter

    Ich suche immer Berliner Volkssturm- und Schlacht um Berlin Dokumenten wie SB, WP, Zeitungen, Befehle, Bescheinigungen usw ...

  • Hallo zusammen,


    basierend auf der Karte von Bastogne der amerikanischen Streitkräfte (Sheet 121, gefunden unter http://www.coulthart.com/134/m…stogne-sheet-121-1943.jpg) habe ich zu den Ereignissen um das Chateau de Losange eine Karte erstellt, die die Erkenntnisse aus dem AAR des 51st AIB enthält. Wie beschrieben ähnelt diese Karte, der Karte die Peter zur Verfügung gestellt hat. Zusätzlich ist dort noch das weiteste Vorrücken der 5. Kompanie des 2. SS-Pz-Gren-Rgt. dargestellt, wie es sich aus den POW Reports des 134th Infantry Regiments ergibt (http://www.coulthart.com/134/ipw%2044%2012%2030.pdf). Diese Kompanie hat sich dem Chateau de Losange ebenfalls genähert und geriet an dieser Stelle unter heftigen Beschuss. Leider fehlen mir an dieser Stelle noch Quellen zu diesem Regiment. Außerdem denke ich mittlerweile auch, dass die Ereignisse nur im Verbund der beteiligten deutschen Einheiten betrachtet werden können. Die Geschichte der 1. SS-Pz.-Div. am 30.12.44 habe ich bisher nur am Rande mit bearbeitet.


    Für die Nennung belastbarer Quellen zu diesem Themengebiet wäre ich ebenfalls sehr dankbar.


    Grüße

    Alex


    P.S.: Sollte der Kartenausschnitt, den ich online gestellt habe, Rechte Dritter berühren, dann bitte ich darum, sich persönlich bei mir zu melden. Ich werde den Kartenausschnitt dann umgehend entfernen.


    Chateau de Losange.JPG

  • Hallo Alex,

    wie ich im Tread zur 167. VGD geschrieben habe könnte ich dir die Seiten aus Manfred Thorns Buch zukommen lassen.

    Dort wird auch Lutrebois erwähnt.

    Öffentlich kann ich sie hier nicht einstellen ohne die Urheberrechte zu verletzen, oder was meint einer der mods dazu.


    servus

    Manfred

    Keine Macht den doofen!

  • Guten Abend zusammen,


    anbei poste ich die Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse aus den mir bekannten Quellen und den Informationen, die ich aus diesem Forum erhalten habe. Vielen Dank nochmal an alle. Die Darstellung folgt der deutschen Sichtweise, da ich zu den einzelnen Kompanien der 35. US-Infanteriedivision nicht ausreichend Quellenmaterial gefunden habe ( WARNACH: das Buch, welches du empfohlen hast ist noch unterwegs, daher kann ich es noch nicht auswerten). Vom Zeitrahmen deckt es gesichert den Zeitraum von 04:00 Uhr bis 09:00 Uhr ab (mindestens).


    Lutrebois 30.12.44.pngDeutsche Truppen:

    I. Btl. /331, Angriffsbefehl 04:00 Uhr

    1. Kompanie: direkter Vormarsch durch Lutrebois, nach Durchmarsch durch die Stadt starkes Abwehrfeuer aus den Wäldern westlich von Lutrebois, Rückzug in die Stadt (POW 30.12.44); anschließend Position südlich der 6. Kompanie bezogen; Stärke: 70 Mann (30.12.44), 40 Mann (01.01.45)

    2. Kompanie: Angriff im Nordwesten von Lutrebois, genaue Position unbekannt (POW 30.12.44)

    3. Kompanie: Angriff im Südosten von Lutrebois, genaue Position unbekannt (POW 30.12.44)

    4. Kompanie: Unterstützung für den Angriff auf Lutrebois, Angriff wurde unter starken Verlusten am Rande der Wälder westlich von Lutrebois zurückgeschlagen (evtl. Chateau de Losange?); Stärke: 30 Mann (nach Angriff) (POW 02.01.45)

    13. Kompanie (1 Zug): dem I. Btl. für den Angriff unterstellt, genaue Position unbekannt (POW 30.12.44)

    14. Kompanie (1 Zug): dem I. Btl. für den Angriff unterstellt, genaue Position unbekannt (POW 30.12.44), nahm am Angriff des 30.12.44 als Teil der Stabskompanie des I.Btl. teil, schwere Verluste (POW 02.01.45)

    II. Btl. /331, Angriff nach Änderung der Lage um 04:30 Uhr

    5. Kompanie: Stärke: 22 Mann (POW 31.12.44), Teile der Kompanie am Waldrand westlich von Lutrebois (POW 02.01.45)

    6. Kompanie: Nördliches Umgehen von Lutrebois, dann Angriff auf den Westteil von Lutrebois (Nachlass Kdr. II./331), Teile der 6. Kompanie standen anschließend südlich von Lutrebois (POW 01.01.45), andere Teile der Kompanie am Waldrand westlich von Lutrebois (POW 02.01.45)

    7. Kompanie: Beim Versuch dem I. Btl. durch Lutrebois zu folgen, unter schweren MG-Beschuss geraten, Richtung des Angriffs nach Norden geändert und in die Wälder westlich von Lutrebois vorgestoßen; Stärke: 60 Mann (POW 30.12.44), Durchstoß (nördlich der Stadt) an Lutrebois vorbei, ohne Rücksicht auf eigene Flanke und Einbruch in die Wälder westlich von Lutrebois (Nachlass Kdr. II./331)

    8. Kompanie: unbekannt

    13. Kompanie (Teile): unbekannt

    14. Kompanie (Teile): Auf die Einheiten des GR 331 als Panzerabwehrkräfte verteilt, Stärke: 130 Mann

    Amerikanische Truppen:

    III. Btl. /134th Gefechtsstand im Chateau de Losange

    I-Kompanie: Genaue Position unbekannt, in schwere Abwehrkämpfe verwickelt, kein Rückzug verzeichnet (Unit Journal 134th Infantry)

    K-Kompanie: Genaue Position unbekannt, in schwere Abwehrkämpfe verwickelt, kein Rückzug verzeichnet (Unit Journal 134th Infantry)

    L-Kompanie: Rückzug aus Lutrebois auf das Chateau de Losange (Karte Kdr. US-Kp. 1949)

    M-Kompanie: unbekannt

    51st AIB

    HQ-Kompanie:
    Beobachtungsposten im Chateau de Losange, Unterstützung durch 2 Panzer der
    A-Kompanie des 35th Tank Bataillon, Gefecht am Chateau de Losange begann um
    08:45 Uhr und dauerte ca. 10 Minuten (AAR 51st AIB)


    Unsicher ist weiterhin der Angriff auf das Chateau de Losange. Mit dem Rückzug der L-Kompanie des 134th Infantry Regiments entstand westlich von Lutrebois eine Lücke, in die die deutschen Verbände nachgestoßen sind. Nach den Aussagen der POW-Reports wurde die 4./331, die 14./331 und die Stabskompanie des I./331 am 30.12. stark dezimiert. Die Vermutung, dass diese drei Einheiten am Angriff auf das Chateau de Losange teilgenommen haben, liegt nahe. Dies könnte auch durch Höcker bestätigt werden. Er spricht davon, dass das angreifende Btl. stark dezimiert wurde und der Btl.-Kdr. verwundet und der Btl.-Adj. gefallen ist.


    Die hier gezeigte Darstellung würde ich bei neuen Erkenntnissen zu den genannten Verbänden erweitern bzw. ergänzen. Sollten mir Fehler unterlaufen sein, dann bitte ich um einen freundlichen Hinweis, ich werden den Beitrag entsprechend korrigieren.


    Grüße

    Alex

  • Hallo zusammen,


    ergänzend zu dem obigen Bericht ist für die 8. Kompanie/ GR 331 hinzuzufügen:


    8. Kompanie:

    "Nach dem Angriff vom 30.12.44 hat sich die Kompanie
    in mehrere Gruppen aufgespalten, die sich den in ihrer Nähe befindlichen Einheiten
    anschlossen, anschließend kein zusammenhängender Einsatz; genaue Position unbekannt (POW 04.01.45).


    Grüße

    Alex

  • Hallo zusammen,


    anbei eine Übersicht über den Verlauf der Kämpfe in Lutrebois, aus amerikanischer Sicht:


    Amerikanische Truppen:

    51st Armored Infantry BattalionLutrebois 30.12.44_1.png

    A-Kompanie (-1 platoon): Vormarsch, aus westlicher Richtung von Remoifosse kommend, in die Wälder westlich von Lutrebois (Einsatzbefehl gegen 12 Uhr, Sicherung am nördlichen Waldende), gegen 15 Uhr starker Widerstand, welcher die ganze Nacht anhielt, Trennung von der B-Kompanie, Einbringung von 16 Gefangenen (AAR 51st AIB)

    B-Kompanie: Vormarsch aus nordöstlicher Richtung von Remoifosse kommend, in die Wälder westlich von Lutrebois (Einsatzbefehl gegen 12 Uhr, Sicherung östlich des Chateau de Losange), gegen 15 Uhr starker Widerstand, Vormarsch zum Chateau de Losange und Sicherung des HQ/ 51st AIB, Meldung von 18 toten dt. Soldaten und großen Teilen an Ausrüstung im Wald (AAR 51st AIB)

    C-Kompanie: Eindringen in die Wälder hinter der A-Kompanie gegen 21 Uhr

    35th Tank Battalion

    A-Kompanie (Teile): Sicherung des Chateau de Losange (AAR 51st AIB)

    III. Btl./134th

    I-Kompanie: Position innerhalb des Waldes südöstlich von Lutrebois, Beobachtung der Straße Lutremange-Lutrebois, unbemerkt von dt. Truppen, ab 17 Uhr Rückzug in den Wald südwestlich von Lutrebois (3d Bataillon, 134th Infantry Lutrebois*)

    K-Kompanie: Position innerhalb des Waldes südöstlich von Lutrebois, Beobachtung der Straße Lutremange-Lutrebois, unbemerkt von dt. Truppen, ab 17 Uhr Rückzug in den Wald südwestlich von Lutrebois (3d Bataillon, 134th Infantry Lutrebois*)

    L-Kompanie: Rückzug aus Lutrebois zum Chateau de Losange (3d Bataillon, 134th Infantry Lutrebois*)

    M-Kompanie: Sicherung des Waldstückes südwestlich von Lutrebois (3d Bataillon, 134th Infantry Lutrebois*), anschließend Rückzug zum Chateau de Losange zur Unterstützung der Verteidigung (Combat History 134th Infantry Regiment*)

    II. Btl/134th

    E-Kompanie: Als Reserve vom II. Btl. zur Unterstützung des III. Btl. gesendet, wurde im Wald südwestlich von Lutrebois aufgerieben, kehrte am Abend zum II. Btl. zurück, genaue Position unbekannt (3d Bataillon, 134th Infantry Lutrebois*)

    Deutsche Truppen:

    I. Btl./331

    1. Kompanie: Sicherung an der südwestlichen Straße von Lutrebois (POW 01.01.45)

    2. Kompanie: Angriff nordwestlich an Lutrebois vorbei, genaue Position unbekannt (POW 30.12.44)

    3. Kompanie: Angriff südöstlich an Lutrebois vorbei (Schneise zwischen Lutrebois und Waldstück südöstlich Lutrebois), genaue Position unbekannt (POW 30.12.44)

    4. Kompanie: Unterstützung für den Angriff, evtl. bis Chateau de Losange, Position in den Wäldern westlich von Lutrebois (POW 02.01.45)

    II. Btl./331

    5. Kompanie: Sicherung an der Waldgrenze westlich von Lutrebois (POW 02.01.45)

    6. Kompanie: Sicherung an der Waldgrenze westlich von Lutrebois (Teile) und nördlich der 1. Kompanie (Teile) (POW 02.01.45)

    7. Kompanie: Sicherung im Waldstück nordwestlich von Lutrebois (POW 02.01.45)

    8. Kompanie: Aufspaltung in mehrere Gruppen, kein zusammenhängender Einsatz mehr, genaue Position unbekannt (POW 04.01.45)


    *Die Quellen: The Operations of the 3d Bataillon, 134th Infantry (35th Infantry Division) in the Battle of Lutrebois, Belgium, 28 December 1944 – 4 January 1945, personal Experience of a Company Commander), Advanced Infantry Officers Course 1948 - 1949 und Combat History 134th Infantry Regiment wurden freundlicherweise von WARNACH zur Verfügung gestellt. Vielen Dank


    Grüße

    Alex

  • Hallo zusammen,


    ergänzend zu meinem Eröffnungspost, habe ich das weiteste beschriebene Vordringen des G.R. 331 auf einem Ausschnitt des Sheet 121 (http://www.coulthart.com/134/m…stogne-sheet-121-1943.jpg), je nach Autor (wie in Post #1 beschrieben) eingetragen.

    Positionen GR 331.JPG


    Nach Analyse der vorhandenen Quellen (siehe Post #13 und #15) ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Überschreiten der Straße Arlon-Bastogne und damit das Abschneiden der Nachschubstraße in Höhe des Chateau de Losange stattgefunden hat. Die Angaben von Cole, Rickard und Höcker (trotz dessen, dass er der Kdr. der 167. VGD war) lassen sich nicht bestätigen. Dies betrifft auf der oben gezeigten Karte die Positionen 2, 3 und 4.

    Das bei Bergström (Position 1) beschriebene weiteste Vordringen des G.R. 331 kann ebenfalls mit der vorhandenen Quellenlage nicht bestätigt werden. Das G.R. 331 wurde entweder am Waldrand westlich von Lutrebois aufgehalten oder drang bis zum Chateau de Losange (ca. 400 m von der Straße Arlon-Bastogne entfernt) vor, musste sich dann aber wieder zurückziehen. Das Selbe trifft für die Position 5 auf der Karte zu, welche die Lage OB West vom 01.01.45 darstellt.


    Aktuell offen ist noch der Einsatzweg des Regiments der Panzer-Lehr-Division (vermutlich 901. Pz.Gren-Rgt.), welches der 167. VGD unterstellt war. So berichten die amerikanischen Quellen (u.a. Unit Journal 134th Infantry, Combat History 134th Infantry) von deutschen Panzern nördlich von Lutrebois, noch bevor die Einheiten der 1. SS-Pz.-Div. den Einsatzraum um Lutrebois erreicht haben. Die 167. VGD verfügte am 30.12.44 aber noch nicht über eigene Panzerverbände, da die Pz.Jg.Abt. 167 noch in Zuführung war. Aktuell habe ich noch keine Berichte gefunden, die den Einsatz des Regiments der Panzer-Lehr-Division beschreiben. Bei Höcker findet sich lediglich die folgende Aussage: "[...] The regiment of the Armored Instructional Division subordinate to the 167. Volks Gren Div took over the right portion [...]". Anm.: Gemeint ist die rechte Flanke der 167. VGD im Bereitstellungsraum.

    Aktuell versuche ich den Weg dieser Einheit nachzuzeichnen, sobald ich belastbare Informationen gefunden habe, werde ich diese posten.


    Grüße

    Alex

  • Guten Abend

    Sehr schöne Arbeit!


    " Aktuell habe ich noch keine Berichte gefunden, die den Einsatz des Regiments der Panzer-Lehr-Division beschreiben."


    Helmut Ritgen, "die Panzer Lehr Division" bietet doch schon sehr interesante Auskunft


    https://www.amazon.de/Die-Gesc…n-1944-1945/dp/3879436282


    MfG

    Peter

    Ich suche immer Berliner Volkssturm- und Schlacht um Berlin Dokumenten wie SB, WP, Zeitungen, Befehle, Bescheinigungen usw ...

  • Hallo Peter,


    vielen Dank für den Hinweis auf das Buch. Momentan suche ich nach Quellen, ähnlich den bisher verwendeten, mit Aussagen von Kriegsgefangenen oder AAR's der amerikanischen EInheiten, die die Panzer-Lehr-Division erwähnen. Im Einsatzraum war wohl auch das 35th Tank Battalion anwesend (so beschrieben bei 35th Infantry Division in the Battle of the Bulge), bzw. wurden die eingesetzten Panzer durch Artillerie und im Laufe des Tages auch durch Flugzeuge bekämpft. Leider bin ich an dieser Stelle noch nicht, hinsichtlich dieser Quellen, fündig geworden.


    Das Buch kann natürlich auch eine interessante Informationsquelle sein. Allerdings kenne ich den Inhalt des Buches nicht. Bechreibt es auch den Einsatz einer Einheit der Panzer-Lehr-Division (der 167. VGD unterstellt) am 30.12.44 bei Lutrebois?


    Grüße

    Alex

  • Hallo Alex

    Ritgen war Kommandeur des II/PzRgt 130 und hat die Geschichte seiner Einheit (Division) weitgehend recherchiert.

    Leider habe ich das Buch nicht mehr, wie ich mich erinnere gab es doch einige Bastogne - Seiten.

    Grüsse

    Peter

    Ich suche immer Berliner Volkssturm- und Schlacht um Berlin Dokumenten wie SB, WP, Zeitungen, Befehle, Bescheinigungen usw ...

  • Hallo Peter,


    vielen Dank für die Zusatzinfo zu dem Buch. Ich werde das Buch mal auf meine "Zu-Kaufen" Liste setzen. Allerdings geht das auch nur Stück für Stück, es kann also ein bisschen dauern, bis ich neue Erkenntnisse posten kann. Das Ziel bleibt aber weiterhin die Vorgänge um Lutrebois 1944 aufzuklären. Der 31.12.44 fehlt ja noch komplett in meiner Aufstellung. Ich denke, dass es aber nur Sinn macht, den 31.12.44 zu analysieren, wenn der 30.12.44 weitesgehend bekannt ist.

    Neben der Panzer-Lehr-Division muss ich auch noch eine Analyse zur 1. SS-Pz.-Div. LSSAH erstellen, da für diese Lutrebois erst freigekämpft worden ist.


    Grüße

    Alex