Identifizierung Einheitsstempel Polizei-Regiment 19 ?

  • Der einzige Feldpost-Brief meines Großvaters trägt den rätselhaften Einheitsstempel der 1./?-Grenadier-Bataillon 611 ohne Adler. Im Absender schreibt mein Großvater die Feldpostnummer 57205 D, die im März 45 wohl dem Polizei-Regiment 19 zugeordnet war. Er schreibt aus Packenstein in Slowenien. Kann jemand den Einheitsstempel komplett entziffern? War es nun eine Grenadier oder Polizei-Einheit? Wieso trägt der Stempel keinen Adler, denn der Brief wurde noch nicht in Gefangenschaft geschrieben. Herzlichen Dank für die Hilfe!


  • Hallo rubicon,


    Willkommen hier im Forum der Wehrmacht.


    Was weiß man von Deinem Großvater?

    Das mit der Feldpostnummer ist ein Problem.


    Theoretisch gehörte sie dem I. Bataillon des SS-Polizei-Regiments 19, also dem ehemaligen Münchner Reserve-Polizei-Bataillon 72.

    Das wurde im August 1944 in Frankreich vernichtet und dann Anfang 1945 neu aufgestellt.


    Es kam dann wieder (wie vor Februar 1944) nach Slowenien.


    Das Landesschützen-Bataillon 611 war hingegen lange Zeit in Slowenien eingesetzt.


    War er Polizist oder Landesschütze?

    Ein Name würde helfen, gerne auch per PN, da ich sowohl zur Münchner Polizei einiges habe, als auch geringe Bestände zu den Landesschützen in Slowenien.


    Gruß

    Marcus (momentan in Slowenien)

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    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Hallo,


    Der Kommandant des Schutzgebietes

    Untersteiermark---------------------------------------------------------O.U., 15. febr. 1945


    Geheime Reichssache


    […]


    Anlage 4 zum Sonderbefehl über Errichtung von Schutzgebieten und Sicherungsabschnitten

    vom 15. Febr. 1945 - Tgb.Nr. 565/45 (gRs)


    C) Sicherungsabschnitt V […]


    I. Kommandant: Oberstleutnant d.Sch. Bartscht, Kdr. SS-Pol.Rgt. 19 Prassberg


    […]


    III. Kräfte und Standorte:

    1. Kräfte, die zur Bandenbekämpfung dauernd zur Verfügung stehen:

    SS-Pol.Rgt. 19 Rgt. Stab Prassberg

    I. Btl. Oberburg

    II. Batl. Laufen.


    III./Pol.Freiw.Rgt. 2 "Serbien" Btl.-Stab Petersdorf

    Gend.-Einsatzkompanie Cilli in Cilli


    Gend.-Kreisposten u. Abt. Cilli

    Gend.-Zweigposten Arndorf

    Gend.-Posten und Abt. Sachsenfeld

    Gend.-Posten Hochenegg

    Gend.-Posten Frasslau

    Gend.-Posten Pragwald

    Gend.-Posten Franz

    Gend.-Posten Schönstein

    Gend.-Posten Wöllan.


    2. Kräfte, die angefordert werden können, bzw. nach Genehmigung übergeordneter Dienststellen

    zur Verfügung stehen:

    Fliegerhorst-Kommandantur 212/XVIII Landorf

    Nachschub-Btl. 146 - Btl. Stab Cilli,

    Kompanien in Arndorf u. Felberndorf


    3. Kräfte, die im Rahmen ihrer Aufgaben eingesetzt werden können:

    Ldsch.-Btl. 611 Stab u. 1 Komp. in Schönstein

    1 Komp. in Packdorf

    1 Komp. in Packenstein

    1 Komp. in Wöllan.

    (Bahnsicherung)

    Teile Ldsch.Btl. 649 in Cilli u. Petersdorf.


    Wer gerne Karten schaut:


    Cilli = Celje

    Prassberg = Mozirje

    Oberburg = Gornji Grad

    Laufen = Ljubno

    Sachsenfeld = Zalec

    Frasslau = Braslovce

    Pragwald = Prebold

    Schönstein = Sostanj

    Wöllan = Velenje

    Packenstein = Smartno ob Paki


    In einem Gebiet, das ca. 20 x 10 km groß ist, lag theoretisch eine beeindruckende Streitmacht von mehr als Regimentsstärke.


    Praktisch hatte man zu der Zeit in dem Gebiet, das Mittelgebirge bis Hochgebirge mit starker Bewaldung ist, die Kontrolle verloren.


    Von großer Bedeutung war die "Lavanttalbahn" Zeltweg - Lavamünd - Unterdrauburg - Wöllan - Cilli, die eine von vier Bahnstrecken aus dem

    "Altreich" nach Slowenien und Kroatien war und für die Heeresgruppe E von erheblicher Bedeutung gewesen ist.


    Der ursprünglichen Frage kommen wir aber hier kaum näher meiner Ansicht nach, wieso er die Feldpostnummer des I./SS-Pol.Rgt. 19 und einen

    Briefstempel des Landesschützen-Bataillons 611 verwendet.

    Das I./SS-Pol. 19 wurde Anfang 1945 erst neu wieder aufgestellt, nachdem es im August 1944 in Frankreich vernichtet wurde.

    Vielleicht hat er nur einen bereits gestempelten Briefumschlag verwendet?


    Viel Spekulation.


    "Rubicon", gibt es eine Spruchkammerakte?

    Wenn er nach dem Krieg in Bayern bzw. Oberpfalz gelebt hat, sollte seine Entnazifizierungsakte im Staatsarchiv Amberg sein.


    Gruß aus München

    Marcus

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    Edited once, last by Lockenheld ().

  • Hallo "rubicon",

    Quote

    Der einzige Feldpost-Brief meines Großvaters....

    ist denn im Briefkopf ein Ort, Datum angegeben? Das würde die Spekulation etwas eingrenzen. Es könnte ja sein, daß die Truppe "mehr wußte" als die Feldpostverwaltung. Soll heißen: es wurde den Soldaten eine Feldpostnummer bekannt gegeben, unter der sie die Antwortpost zukünftig erhalten würden.


    @Locke, ... kann doch noch fragmentarisch lesen :). Bis demnächst.


    Gruß

    schlichi

  • Hallo und herzlichen Dank für Eure tolle Hilfe!!!!


    Der Brief wurde am 1.4.45 geschrieben. Darin steht, dass mein Großvater in der Nähe des kleinen Bahnhofes Packenstein untergebracht (!) war. Das würde ja wieder zu den Landesschützen passen, von denen eine Kompanie dort lag. Zumindest lief der Brief dann über diese dortige Kompanie. Gehe aber davon aus, dass er Angehöriger des I./SS-PolRgt 19 war. Warum sollte er dann aber in Packenstein untergebracht sein?


    Beste Grüße!

    rubicon

  • Hallo rubicon,


    ich muss einmal schauen, ob ich für Ende März / Anfang April 1945 noch Unterlagen habe.

    Oberburg und Laufen waren schon "recht weit in den Bergen", da ist die Frage, ob man die

    Verteilung geändert hat bzw. auf deutsch sich zurückgezogen hat.


    6 Wochen sind ein langer Zeitraum, da kann sich viel ändern.


    Vielleicht hat Darko (filigranofil) noch etwas.


    Vielleicht ist ein Mod. oder der Admin. so nett, den Thread aus dem Feldpostnummernbereich in den Polizeibereich zu verschieben? hiermit erledigt, Diana


    Gruß aus München

    Marcus

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  • Hallo,


    der Stempel ist kein Feldpoststempel sondern ein Dienststempel.


    Das Landesschützen-Bataillon 611 hatte nie eine eigene Feldpostnummer, ebenso nicht das Landesschützen-Regiment 18 dem das Landesschützen-Bataillon 611 unterstand.


    rubocon sein Großvater war Angehöriger der 1./Landesschützen-Bataillon 611.

    Einsatz im Februar 1945 (nach den Angaben von Marcus) in Schönstein, später in Packenstein beide Orte liegen nur ganz wenige Kilometer (ca. 5km Luftlinie) auseinander.

    Dies würde bedeuten das die 3. Kompanie Polizei-Regiment 19 im März 1945 ebenfalls dort eingesetzt war. (1.Kp. in Packenstein nach den Angaben von Marcus)


    EDITH:

    Das Landesschützen-Bataillon 611 war eine Ers. u. Ausbildungseinheit deshalb auch keine Feldpostnummer (Division Nr. 438).

    Anbei ein Vermisstenauszug aus der VBL FF 396

    Files

    • 611.JPG

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    • 611a.JPG

      (20.75 kB, downloaded 23 times, last: )

    Grüße Matthias

    Edited once, last by Matthias Köhler ().

  • Hallo,


    Opas Dienstgrad wird irgendwo mit "Anwärter" angegeben. Das deutet wohl doch eher auf das Pol.Rgt. hin?!?


    Grüße!

    rubicon

  • Hallo,


    Landesschützen Bataillon 611 war am15.5.1942 als Stab/Ld.Schtz.Btl. 611 gegründet und zu Division z.b.V 438 unterstellt.

    Von 9.11.1943 war zu Ld.Schtz. Reg.18 - Cilli (Celje) unterstellt.

    Bewegungen: Cilli (Celje) - Gurkfeld (Krško) - Schönstein (Šoštanj)

    Leider ist in Arhiv Slovenije auf Verfügung nur einige Dokumenten für den Jahr 1944.


    Grüsse

    Darko

    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

  • Hallo,


    also ich habe keine weiteren genauen Standortangaben.


    Die Einsatzorte verändern sich in den anderen Dokumenten aber eigentlich nicht, das letzte, mir vorliegende Dokument, datiert vom 6.5.1945.


    Ich würde zur genauen Klärung der Einheit empfehlen


    - WASt Berlin (dauert halt)


    - Spruchkammerakte (bei einem Oberpfälzer wäre das dann Staatsarchiv Amberg - geht aber schnell)

    Da hat er ja Angaben machen müssen, wann er wo mit welcher Einheit war.




    Gruß

    Marcus (wieder in Heilenstein, Kreis Cilli momentan)

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  • Hallo,


    anbei noch ein paar Fundstücke zum Ld.Schtz.Btl. 611.

    Stand 27.07.1944


    Quelle:t77r1423

    Files

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    • 1a.JPG

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    • 1b.JPG

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    Grüße Matthias

  • Hallo Matthias,


    ist das das komplette Dokument?

    Danke für den tollen Fund.


    Grüße

    Marcus

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  • Hallo Matthias,


    wie bekannt ALLES zu Slowenien ist Willkommen.


    Herzliche Grüße

    Marcus

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