Sollten wir den Holocaust nicht mehr weiter diskutieren, sondern einen Strich darunter ziehen?

  • Hallo Leute,

    wir sind hier bei Forum der Wehrmacht.

    Sie hörte nach der Kapitulation am 9.Mai auf zu existieren.

    Damit hat der DDR Kram hier nichts mehr zu suchen.

    Auch die Trauer die von den beiden deutschen Regierungen dem Volke auferlegt wurde,

    sollte hier nicht diskutiert werden. (im Westen: Persilschein, im Osten: gewendet.)

    Hier sollte nur stehen was die Betroffenen vor Kriegsende dachten oder tun konnten.

    Nur zur Information: An Großkampftagen an der Ostfront starben bis zu 10000 Landser,

    die waren die Jahre zuvor auch nicht auf Rosen gebettet.

    Und ganze Familien wurden im Osten auch ausgerottet. (das kann ich bezeugen.)

    Um wem hat damals wohl eine Mutter mehr getrauert?

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

    Edited once, last by Bludau Ostpreußen: P.S. Die deutsche Bevölkerung im Krieg wusste das es Konzentrationslager gab, aber nur wenige wussten welche Zustände dort herrschten. ().

  • Und ganze Familien wurden im Osten auch ausgerottet. (das kann ich bezeugen.)

    Um wem hat damals wohl eine Mutter mehr getrauert?

    Hallo Ralph,


    weder den ersten, noch den zweiten Satz von dir kann ich verstehen und nachvollziehen. Was genau kannst du bezeugen?


    Und was bedeutet dein zweiter Satz überhaupt?

    Gruß Viktor

  • [...]

    Eine für mich mindestens genauso wichtige Frage:

    Sind wir lernfähig?

    [...]

    Hallo Thomas, hallo an alle,


    und gerade deswegen sollte kein "Schlussstrich" gezogen: Damit wir in Deutschland zumindest versuchen, zu verstehen, wie es damals dazu gekommen ist. Aber genauso, wie man die Vergangenheit nicht 100% rekonstruieren kann, wird man auch so etwas enormes wie die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschen Reiches niemals ganz verstehen, greifen können. Ich dachte immer, ich wüsste alles aus Büchern und Filmen - bis ich selbst mal Auschwitz besucht habe. Und merkte, dass ich eigentlich nichts weiß.

    [...]

    Das besitzt für mich ein gewisses Geschmäckle, jenes einer grotesken Inszenierung, am deutschen Aufarbeitungswesen soll die Welt genesen.

    Das die Welt nach mittlerweile 30 Jahren exzessiver Holocaust-Aufarbeitung keinen Deut besser geworden ist, im Gegenteil, wird in egoistischer Eigenliebe zur Jurisprudenz ignoriert.

    [...]

    So ein besessenes Land mit gewaltentwöhnten Kriegsenkeln, die als "bessere Deutsche" pharisäerhaft richten wollen und auf die Gegenwart mit einem "Nach mir die Sintflut" pfeifen, sind mir einfach nicht geheuer...

    [...]


    "Exzessive Holocaust-Aufarbeitung"? Schon mal den mit einem großen roten "J" gestempelten Reisepass einer mit Zwangsnamen "Sara" versehenen jüdischen Frau in der Hand gehabt, von der man weiß, dass sie "in den Osten" deportiert wurde und nicht zurückkam? Oder von einem Theresienstadt-Überlebenden gehört, der von all dem, was er vor seiner Deportation besaß, nach seiner Befreiung nur/immer noch seine deutschen Orden aus dem Ersten Weltkrieg bei sich hatte? Ich glaube, eine Aufarbeitung kann nicht enden.


    Und was heißt "gewaltentwöhnte Kriegsenkel"? Ich bin froh, dass ich nicht wie meine Großmutter nachts in den Luftschutzkeller muss und nebenan eine britische Luftmine den ganzen Block zerstört. Oder wie die andere Großmutter wegen Tieffliegern um mein Leben fürchten muss. Und ich nicht, wie sie beide, (fast) alle Brüder als "gefallen für Führer, Volk und Vaterland" beklagen muss. Und nicht wie mein Großvater es gerade noch so aus sowjetischer Umkesselung in amerikanische Kriegsgefangenschaft schaffen muss. Oder wie mein anderer Großvater mich kämpfend vom Balkan zurückziehen muss.


    Aber ich will und muss verstehen, wie es dazu kam. Wie Menschen mit Rassismus und im Endeffekt selbstzerstörerischem Nationalismus und Militarismus aufgewachsen sind und in die Katastrophe marschierten und andere Länder und Völker mit hineinrissen. Wie "Patrioten" Menschen umbringen konnten, die nur 30 Jahre vorher selbst als deutsche Soldaten ihre Haut zu Markte getragen haben. DAS sehe ich als meine Aufgabe als Deutscher an - nicht, den "Finger zu erheben" (aber doch die krassen Nationalsozialisten, die wirklich überzeugten, die mordenden und Morde vorbereitenden zu nennen). Und auch nicht anderen Ländern vorzuschreiben, wie sie mit ihrer Vergangenheit umzugehen haben.

    Gruß

  • Hallo Viktor,

    das waren Gedanken eines Deutschen, dem gerade der Kragen geplatzt war.

    Das hier der Holocaust als das einzige Elend des Krieges dargestellt wird.

    (ein Landser an der Front, ein Inhaftierter wegen Defätismus, oder Deserteur, waren dem Tod bestimmt näher,

    als ein Kapo oder Facharbeiter im KZ "ob jetzt Jude oder nicht").

    zu 1. das Schicksal meiner Familie werde ich mit dir hier nicht behandeln.

    zu 2. In der Wehrmacht verloren deutsche Mütter ihre Söhne. )

    Du bist hier im Forum der Wehrmacht!

    Das wirst du wahrscheinlich nie verstehen.

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Ralph


    Das der Holocaust nicht das einzige Schlimme was passiert ist!

    Allerdings dass Schlimmste was ich mir vorstellen kann!

    Es sind auf dem deutschen Vormarsch Kriegsverbrechen begangen worden und auf dem russischem Vormarsch Kriegsverbrechen begangen worden!

    Eine Aufrechnung dieser Sauerein ist weder möglich noch statthaft!

    Es sind immer die Überlebenden die unsäglich leiden!

    Ob eine russische oder deutsche Mutter leidet macht keinen Unterschied!!

    Wenn du die Suchfunktion nutzt wirst du feststellen dass im Forum auch andere Kriegsverbrechen behandelt werden!

    In diesem Thread geht es nun mal um den Holocaust!

    Du hat die Möglichkeit selbst einen Thread, zum Thema das dir auf den Nägeln brennt, zu eröffnen!


    Gruß Arnd

    Edited once, last by Arnd50 ().

  • N'Abend allerseits,


    ich würde gerne mal versuchen, die aufgeheizte Stimmung ein wenig zu versachlichen und dadurch wieder runterzufahren. Ob mir dieser Versuch gelingt, werden wir sehen.

    Wie Ihr seht, dreht sich diese Diskussion immer wieder im Kreis. Warum? Ihr habt kein Ziel festgelegt, mit dem Ihr begründet, warum Ihr diese Diskussion führen wollt. Ein Ziel könnte tatsächlich eine echte Aufarbeitung des Vergangenen sein. Das wird aber solange nicht gelingen, solange die falschen Fragen gestellt werden.

    Thomas hat als einziger eine Frage gestellt, die zielführend sein könnte, nämlich: "Sind wir lernfähig?". Ich erlaube mir mal, die Frage zu ergänzen: "Haben wir etwas aus dem Holocaust gelernt? Und falls ja, was?".

    Wir sind die Generationen, die über die meisten Informationen über den Holocaust verfügen. Aber was machen wir daraus? Wie man hier in diesem Thread im Kleinen das sehen kann, was man auch im Großen in der ganzen Gesellschaft beobachten kann, sind wir keinen Schritt weiter. Die Diskussionen drehen sich im Kreis, man verhakelt sich in kleinen Details, kreist um die Frage, wer wie viel gewusst hat/gewusst haben müsste - aber bringt das was? Ganz klar: Nein.

    Meine Frage für diese Diskussion wäre in die Zukunft gerichtet: "Was lerne ich aus der Vergangenheit, das mir hilt zu verhindern, das etwas so Entsetzliches jemals wieder passiert? Welches Handwerkszeug hat man mir mitgegeben, um das verhindern zu können?".

    Mich hat schon in meiner Schulzeit im Geschichte-Leistungskurs die Frage nicht losgelassen, wie es dazu überhaupt kommen konnte. Wie kann ein Volk, das das Zeitalter der Aufklärung hinter sich hatte, das große Philosophen wie Kant und Nitzsche hervorgebracht hatte, kollektiv so unmenschlich werden?

    Mir haben 3 Bücher weitergeholfen, die ich hier gerne als Hilfestellung empfehlen möchte. Alle vom 1923 geborenen Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter geschrieben, der sich sehr mit der Thematik befasst hat. Alle 3 Bücher sind zumindest noch bei Amazon erhältlich, auch wenn ich nur äußerst ungern auf einen Buchversand hinweise.


    Das erste Buch heißt "Die Gruppe". Es beschreibt gruppendynamische Prozesse, die sowohl in der Kleingruppe gelten als auch auf eine ganze Gesellschaft übertragbar sind. Solche Prozesse können "Gesund" und zum Wohle der ganzen Gruppe verlaufen, also positiv, solche Prozesse können aber auch ins Negative abgleiten, indem sich einer die Meinungshoheit ergattert und damit die Macht an sich reißt und dann die Gruppe dann in eine Richtung führt, die der Gruppe nicht mehr ermöglicht, gemeinsame Ziele festzulegen. Ich schrieb oben, dass dieser Diskussion ein Ziel bzw. eine Absicht fehlt, im Sinne von "Was wollen wir mit dieser Diskussion erreichen?". Deshalb läuft hier ein gruppendynamischer Prozess ab, der der Diskussion eher nicht zuträglich ist.


    Das zweite Buch heißt "Wer nicht leiden will, muss hassen". Es erklärt, wie in einem Einzelindividuum, das aus einer für es unlösbaren Situation, zuerst Schuldzuweisungen gegenüber anderen entstehen und dann Hass. Wenn mehrere solcher Einzelindividuen sich zusammenrotten und daraus eine vermeintliche Stärke entsteht, die es erlaubt, sich aus der Ohnmacht zu befreien, dann können solche Gruppen ausgeprägte Agressionen auf andere Gesellschaftgruppen ausüben. Ist dann ein gemeinsamer Feind ausgemacht, wie beispielsweise bei Hitler das sogenannte "Internationale Finanzjudentum" [Zitat], dann konzentriert sich der gesamte Hass auf diese Gruppe. Sehr lesenswert.


    Und das beste der drei Bücher "Vom Umgang mit Angst", welches zum einen das Vorhergesagte zusammenfasst, aber auch anschaulich erklärt, wie die eigene unbewältigte Angst zu Triebfeder werden kann, um Macht über andere zu erlangen, indem man sie in einen Zustand der Dauerangst versetzt. Richter erläutert das an vielen Beispielen aus der Nazizeit. Er zeigt aber auch auf, wie man sich daraus befreien kann. Eines meiner Lieblingsbücher, das mir wieder aktueller zu sein scheint denn je.


    Diese 3 Bücher könnten ein Schlüssel sein, um den Holocaust zu verstehen und eine wirkliche Aufarbeitung zu ermöglichen, die unsere Gesellschaft vor zukünftigen Entgleisungen schützt. Ein Allheilmittel sind sie selbverständlich nicht.


    Mein Tipp: Einigt Euch erst mal über ein Ziel, warum Ihr diese Diskussion führen wollt. Vielleicht geht's dann besser.


    Gruß

    Anhalter

  • Guten Morgen.


    Ich bin in einer kleinen Stadt namens Schlieben in Brandenburg aufgewachsen, meine Großmutter, geboren 1933, leider letztes Jahr verstorben, hat mir in meiner Kindheit und Jugend einiges erzählt- wie Fliegeralarm war, alle in den Luftschutzkeller mussten, wie viele Bauern in meiner Stadt einen ausländischen Kriegsgefangenen zur Arbeit auf dem Hof "besaßen" (unsere Familie unterhielt einen Franzosen), wie 1945 der Himmel rot wurde, weil Dresden und Berlin brannten, wie sie selbst mit drei Geschwistern ohne Vater aufwachsen musste, weil dieser mit dem letzten Lebenszeichen Ende Januar 1945 aus Bartenstein seitdem mit dem Einmarsch der Roten Armee als vermisst gilt.


    Darum geht es aber vorrangig nicht in diesem Thread. Meine Stadt Schlieben hat im zweiten Weltkrieg ein kleines Arbeitslager der HASAG, Hugo Schneider AG beherbergt. In diesem Lager wurden Panzerfäuste und Munition für den Krieg von Kriegsgefangenen und Deportierten hergestellt. Leider kann ich nicht sagen, inwieweit die Zustände in diesem Lager der zivilen Bevölkerung bekannt war. Ein Bekannter meiner Mutter hat ein Buch über die Geschehnisse seines Vaters geschrieben, welcher von Wilna nach Schlieben zum Arbeiten deportiert wurde.


    Das Buch "Von Wilna nach Schlieben" von Uwe Schwarz kann ich jeden ans Herz legen, der zu diesem Thema mehr erfahren möchte. Eine Aufarbeitung der Dinge finde ich für alle wichtig, sollten solche Zustände nie wieder passieren.


    Um den Grundsatz, daß Krieg für alle Beteiligten, ob die Mutter, welche um Ihren Sohn oder den Mann bangt, ob der Soldat, welcher von seiner Familie getrennt ist und kämpfen muss oder um jeden Einzelnen, welcher Leid davon zieht, muss glaube ich nicht diskutiert werden. Wir sollten allen Opfern, egal welcher Nation, welchen Glaubens gedenken und uns innehalten, dass keiner von uns solche Situationen erleben muss. Es geht nicht um "wen hat es härter erwischt", sondern um "wir alle können daran gedenken und lernen unsere Zukunft, sei es für uns oder unsere Nachfahren, ohne Krieg und Hass zu gestalten", damit dieses schwarze Kapitel der Geschichte ein Einmaliges bleibt.


    Uwe Schwarz - Von Wilna nach Schlieben


    Mit freundlichen Grüßen, Mathias

    Suche alle Informationen über den Verbleib meines Urgroßvaters - Ausbildungs- und Ersatz Bataillon 44, vermisst ab Februar 1945 in Bartenstein, Ludendorff- Kaserne. Hier klicken für Informationen

  • das waren Gedanken eines Deutschen, dem gerade der Kragen geplatzt war.

    Das hier der Holocaust als das einzige Elend des Krieges dargestellt wird.

    Hallo Ralph,


    was ist daran schlimm, wenn sich die Leute zum Thema äussern? Es geht nunmal um den Holocaust und nicht um die Befindlichkeiten der "Landser"...


    ein Landser an der Front, ein Inhaftierter wegen Defätismus, oder Deserteur, waren dem Tod bestimmt näher, als ein Kapo oder Facharbeiter im KZ "ob jetzt Jude oder nicht"

    Für mein Befinden erfüllt diese Äusserung vollends den Tatbestand der Holocaustleugnung, und beantwortet damit die Eingangs gestellte Frage!

    zu 1. das Schicksal meiner Familie werde ich mit dir hier nicht behandeln.

    Erst wolltest du was bezeugen, jetzt weigerst du das zu tun, was denn nun?


    zu 2. In der Wehrmacht verloren deutsche Mütter ihre Söhne.

    Auch diesen Satz verstehe ich nur mit viel Vorstellungsvermögen...

    Du bist hier im Forum der Wehrmacht!

    Das wirst du wahrscheinlich nie verstehen.

    Glaubst du wirklich mich zu kennen, oder platzt dir wieder dein patriotischer Kragen? Wo ich bin und mit wem ich hier zu tun habe, weiß ich seit einigen Jahren gut Bescheid und hab das auch bestens verstanden. Hätte ich einen Hauch des Verdachts, dass die Mehrheit hier so wie du ist, wäre ich von mir aus schon längst hier weg!

    Gruß Viktor

  • Hallo,


    ja, wir sollen weiter der Opfer der Shoa gedenken, in schöner Regelmäßigkeit an den Jahrestagen und zu sonstigen Anlässen. Natürlich "verkommen" diese Gedenken mit fortschreitender Zeit zu (wie manche behaupten: sinnentstellten) Ritualen, aber der Gründungsmythos der beiden deutschen Republiken nach 1945 beruht auf dem verlorenen, von Hitler im Namen und mit Billigung der meisten Deutschen angezettelten Weltkrieg und besonders dem singulären Verbrechen an sechs Millionen europäischen Juden. Womit wir beim Kern der hiesigen Fragestellung angekommen sind. Der Shoa zu gedenken bedeutet sich immer wieder über die Herkunft und dem inneren Zusammenhalt dieser Republik zu vergewissern.


    Aber, wie bereits angemerkt, Rituale schleifen sich ab, ihre Bedeutung geht verloren. Darum ist es wichtig, wieder und wieder die Geschichte zu erzählen wie es dazu kam, dass solche Rituale notwendig wurden. Denn Krieg und Shoa kamen nicht von einem Tag auf den anderen, sie sind die "Endlösung", um ein Nazi-Unwort zu nutzen, einer geschichtlichen Entwicklung. Einer Entwicklung, die, und das sollten wir uns merken, nicht schicksalhaft und ungewollt über die Deutschen herein brach. Voraussetzung war, den anti-demokratischen, anti-parlamentarischen Kräften am rechten Rand (u.a. NSDAP), die über zehn Jahre politisch randständig waren, Optionen auf die Macht zu eröffnen und in konservativer Borniertheit und Hybris zu glauben, alles im Griff zu haben. Die Fehler und Fehlentscheidungen wurden vor der Machtergreifung der Nazis und Hitlers gemacht.


    Es ist also nicht die Frage zu stellen, wie sie hier immer wieder auftaucht, was hätte ich getan, wie hätte ich mich verhalten im Dritten Reich, nein, bezogen auf heute sollten wir uns immer wieder fragen, wie können wir anti-demokratische Kräfte erkennen und sie von der Macht fern halten. Kurz und knapp: wehret den Anfängen.


    Beste Grüße aus dem sonnigen Berlin


    Paul

    G-W-G'

    Edited once, last by Paul Spohn ().

  • Hallo zusammen,

    "Davon haben wir nichts gewusst!" - Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945


    von Peter Longerich (ISBN 9783886808434) und vielleicht ein offenes Gespräch mit der eigenen Verwandtschaft, die diese Zeit miterlebt hat.


    Ich frage mich immer, woher denn die Mitglieder der Weißen Rose und anderer Widerstandsorganisationen von so Vielem gewusst haben? Die hatten weder Internet noch kamen sie aus der Zukunft ...

    Ich habe nur ein unverbindliches Beispiel aufgeführt. Sehr lesens- bzw. hörenswert, auch wenn Du von ihr enttäuscht bist.

    Natürlich kenne ich Longerichs Buch, der gehört zu den guten Historikern. Im Gegensatz zu vielen der hiesigen Kollegen kennt er die Wahrheit nicht, er sucht sie.


    "Exzessive Holocaust-Aufarbeitung"?

    Verzeihung, da habe ich mich beim Adjektiv vergriffen. Hier war ein nicht abwertendes "intensiv" gemeint.


    Und was heißt "gewaltentwöhnte Kriegsenkel"? Ich bin froh, dass ich nicht wie meine Großmutter nachts in den Luftschutzkeller muss

    Bild Dir nicht zuviel ein, als Nutznießer einer Handvoll friedlicher Jahrzehnte hier in Europa.

    In Zeiten einer hochdynamischen multipolaren Welt sind gute Vorsätze sehr schnell wieder über Bord geworfen. Diesmal wird uns der strauchelnde Weltpolizist nicht mehr aufpäppeln und mästen, wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Oder wie eine hier nicht genannte Bundeskanzlerin es vor einiger Zeit auf eine kurze Formel brachte, "haben keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und sozialer Marktwirtschaft für alle Ewigkeit"


    MfG

    Tac

  • Hallo Viktor,

    Holocaustleugner?

    Ich glaub ich bin hier im falschen Film?

    ich habe versucht, das Thema aus der Sicht "vor" 1945 zu betrachten.

    Alles andere interessiert mich hier nicht.

    Wenn ich hart formuliert habe, dann nur um das Thema zu relativieren, das es nicht in Betroffenheit versinkt.

    Meine Mutter Jahrgang 33, Schlesien .

    Mein Vater Vollwaise aus Königsberg.

    Die haben nie einen Juden gesehen und wussten wenig vom Holocaust (vielleicht Konzertlager o.ä.)

    Ich kann mich nur auf diese "Persönlichen Quellen" beziehen.

    Sarkastisch betrachtet zählte für Sie: Genieße den Krieg, denn der Frieden wird schrecklich sein.

    Sie waren Kinder (meine Eltern): Und so war es dann auch. (die ersten 3 Jahre)

    Ich wollte nur relativieren.

    Das man jetzt in die Menschen von damals etwas hineininterpretieren möchte,

    verstehe ich nicht.

    Na ja vielleicht kannst du ja noch etwas ausschlachten.

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

    Edited once, last by Bludau Ostpreußen ().

  • wussten wenig vom Holocaust (vielleicht Konzertlager o.ä.)


    Hallo,


    du willst etwas aus der Zeit bezeugen? Wenn deine Mutter Bj. 1933 ist, hast du darüber gar nichts zu melden!

    Überspitzt? Über die "Konzertlager??? So etwas habe ich noch nicht gehört! Bist du dir sicher , dass du mit deinem "Humor" hier richtig bist?

    Das was du betreibst ist weder Sarkasmus, noch Ironie - das blanker Hohn auf die Opfer der Konzentrationslager...

    Unglaublich und unerträglich!!!

    Gruß Viktor

  • Über die "Konzertlager???


    Hallo Viktor,


    eine meiner Großmütter hat erzählt, dass es in der NS-Zeit hieß, man solle aufpassen, was man sagt, sonst komme man ins "Konzertlager". Also ein zeitgenössischer Euphemismus.

    Gruß

  • "Konzertlager". Also ein zeitgenössischer Euphemismus.

    Hallo Erich,


    ich sehe da weder ein Verweis auf die Verwendung zeitgenössischer Begriffe, noch "...", ich lese das, was ich sehe und am Hintergrund "patriotischer Empörung" über Minderberücksichtigung der Schicksale der "Landser" und der "deutschen Mütter" sagt doch das schon alles, findest du nicht?

    Gruß Viktor

  • Moin,


    es mag ja sein, dass in der Nazizeit die KZ`s vereinzelt verbrämt als "Konzertlager" bezeichnet wurden. Auch ich habe von diesem verharmlosenden Begriff gehört. Aber genau dieses Wort steht doch dafür, dass die brutale und menschentötende Wirklichkeit der KZ`s den Benutzern klar war. Man wollte relativieren, verharmlosen, nicht in Gefahr geraten. Nein, das Wort "Konzertlager" war ein die Wirklichkeit furchtbar verbiegendes Geschwätz. Und es wäre eine Lüge, wenn behauptet würde, dieses sei nur aus heutiger Erkenntnissicht so zu sehen. Mir sind durch Gespräche mit damaligen Zeitgenossen, auch aus meiner Familie, bekannt, Judenverfolgung und KZ´s waren kein Staatsgeheimnis.


    Beste Grüße


    Horst

  • Hallo Horst,


    völlig d'accord. Aus der eigenen Familiengeschichte weiß ich, dass die Erschießungen von Juden 1939 in Polen Wehrmachtsangehörigen bekannt waren. Und nach dem Krieg hieß es, dort und dort habe die und die jüdische Familie gewohnt ... Die "Schlussstrichmentalität" aber hat nicht zur Reflektion des Geschehenen beigetragen. Und die alten antisemtischen Stereotype wurden auch weiter getragen - und werden es noch. Man frage mal Schulkinder, was ihnen zum Thema "Juden" einfällt ...

    Gruß

  • Hallo Viktor,

    ich möchte nur aus meiner Sicht (der Sicht meiner Eltern) sagen.

    Das der Holocaust in den unteren Bevölkerungsschichten kein Thema mehr war.

    Es gab zum Kriegsende nur Siegen oder Untergehen.

    Die Bevölkerung im Osten rechnete nur mit einem überleben als russische Sklaven auf den Feldern.

    Meine Mutter hatte schon Angst von einem (Bolschewisten mit Messer) auf den Propagandaplakaten.

    Die hätten alles für den Sieg gemacht.

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Guten Abend zusammen,


    Ralph,

    wenn ich anfange Posts zu sezieren....


    Quote

    Das der Holocaust in den unteren Bevölkerungsschichten kein Thema mehr war.

    Somit impliziert du, das der Holocaust vorher doch schon Thema war?

    Also war bekannt, was geschehen ist, nur die Prioritäten haben sich kurz vor dem "Endsieg" verschoben?


    Quote

    Es gab zum Kriegsende nur Siegen oder Untergehen.

    wie fein, selbst eingefleischte Nationalsozialisten glaubten nicht mehr an einen Sieg, wie auch.

    Diese Option, siegen oder untergehen, gab es wohl kaum noch.


    Ralph,

    du solltest sachlicher werden, dieser Thread hat nichts mit Ostpreußen zu tun.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Thomas,

    du hast Recht, da ist vieles nur noch Phrase um mir das Thema erträglicher zu machen.

    Ich bin vieles los geworden.

    Und werde mich jetzt raus halten.

    Obwohl ich keine Angst habe mir die Finger zu verbrennen.

    Danke für den Warnschuss.

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • da ist vieles nur noch Phrase um mir das Thema erträglicher zu machen.

    Hallo,


    gerade läuft bei SWR ein Bericht über das Museum der Geschichte der Juden in Polen, vielleicht bringt es dich weiter (die Hoffnung stirbt zuletzt) und du kannst auch dieses Thema besser oder überhaupt "ertragen".

    Auch Mediathek hilft da weiter...

    Gruß Viktor