Bordflak Frachter Sachsenwald

  • Hallo zusammen,


    ich suche die Bordflak-Abteilung, die im April/Mai 1945 das Personal für den Frachter „Sachsenwald“ gestellt hat.


    Das Schiff hat nur eine Fahrt gemacht, daher hat es wohl keinen Wechsel bei den Flaksoldaten gegeben.


    Gab es ein System nach dem die Bordflakgruppen zugeteilt wurden?



    Die „Sachsenwald“ war ein Schiff der Hapag Reederei:



    Stapellauf August 1944 bei der Flenderwerft in Lübeck


    Fertiggestellt März 45 in Lübeck


    Anfang April war das Schiff in Kiel



    1. Fahrt:


    24.04. 1945: Kiel-Holtenau


    25.04. - 27. 04. 45: Rostock


    02.05. - 03.05. 45: Hela , ca 9.000 Personen übernommen


    04.05. - 25.05. 45: Kopenhagen, Ausschiffung der Flüchtlinge


    Angaben zum Schiff:


    Länge: 136 m, 6762 BRT


    Besatzung (kein Militär) ca. 50 Mann


    Flakpersonal ca. 65 Mann




    Quelle:
    Deutsches Schiffahrtsmuseum
    Besatzungsmitglieder


    Gruß,
    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • Hallo zusammen,


    es ist ja doch schon einige Zeit vergangen, seit ich diese Anfrage (s.o.) eingestellt habe. Mein Ziel war es damals gewesen, einen „Bericht“ oder weitere Informationen über die eine Fahrt der Sachsenwald zu finden, und das schien mir über die Bordflakgruppe am Aussichtsreichsten zu sein.
    Nun hat es sich über einen Hinweis im [URL=http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,7863.0.html]Forum Marinearchiv[/URL] schon vor längerer Zeit ergeben, dass ich einen Bericht des „Schiffsarztes“ der Sachsenwald aus dem Bundesarchiv bekommen konnte.
    Eine Zusammenfassung des Berichts habe ich im Beitrag im Forum Marinearchiv eingestellt und möchte das, der Vollständigkeit halber, hier nun auch noch tun:


    Der Sanitätsoffizier war der Führer der San.Komp. 2/1, einer Einheit, die zur 1. Infanteriedivision gehörte und die sich Ende April, Anfang Mai 1945 auf Hela befand. Er wurde mit seiner Einheit und dem ihm unterstellten Feld-Lazarett 110 zur Versorgung der Flüchtlinge und Verwundeten auf das Schiff kommandiert.


    Der Bericht ist 20 Jahre nach Kriegsende geschrieben worden.


    Hier eine Zusammenfassung:


    Das Schiff war ein Neubau der HAPAG und fuhr auf seiner Jungfernfahrt in Charter der Kriegsmarine. Der Frachter hatte fünf Ladeluken mit je einem Zwischendeck. Zur Versorgung der Menschen an Bord gab es nur acht Kochkessel mit je 200 l Fassungsvermögen. Die sanitären Anlagen waren provisorisch auf beiden Seiten des Schiffes errichtet worden.


    Am 2. Mai lag die Sachsenwald vor Hela auf Reede. Da die großen Schiffe dort nicht anlegen konnten, erfolgte die Beladung des Schiffes im Pendelverkehr von der Pier des Hafens Hela zum Schiff aus, dazu wurden sog. „Kampffähren“ benutzt, die ununterbrochen das Schiff anfuhren. Die Flüchtlinge und Soldaten mußten über Fallreeps und Netze an Bord klettern. In den Luken zwei und drei war ein Behelfslazarett eingerichtet. Für die Beladung des Schiffes war die Kommandantur verantwortlich. Am Nachmittag waren der Kapitän und der Sanitätsoffizier der Meinung, daß das Schiff voll sei. Die Auslauferlaubnis wurde jedoch verweigert und es kam ein Beauftragter der Kommandatur an Bord, der befand, daß das Schiff noch nicht einmal halbvoll sei. Der Kapitän mußte allerdings um 22 Uhr auslaufen, um den Treffpunkt mit dem Sperrgeleit zu erreichen. Per Funk wurde um 22 Uhr nochmals um Auslauferlaubnis gebeten, was wiederum verweigert wurde - daraufhin ist der Kapitän ohne Erlaubnis ausgelaufen, dabei konnten die Personen von einigen Fähren, die sich bereits längseits befanden, nicht mehr an Bord genommen werden.


    Die Sachsenwald erreichte am 4. Mai Kopenhagen, dabei wurde sie von zwei weiteren Schiffen begleitet. Die Reise verlief ohne Zwischenfälle. In Kopenhagen hat die Sachsenwald im Freihafen festgemacht, in dem zu der Zeit mehrere deutsche Schiffe lagen. Die Größten waren das Lazarettschiff Monte Rosa und der Kreuzer Prinz Eugen. Der Freihafen bildete ein Internierungsgebiet unter deutscher Verwaltung. Am Nachmittag des 4. Mai gingen ca. 3000 – 4000 marschfähige Soldaten von Bord, danach erfolgte eine Zählung, die ergab, daß sich noch 9150 Menschen auf der Sachsenwald befanden. Die Verwundeten wurden nach einiger Zeit (bis zum 15. Mai) verlegt und am 20. Mai gingen die Flüchtlinge von Bord. Es wurde "Klar Schiff" gemacht, dann kamen wieder deutsche Soldaten auf das Schiff, das am 26. Mai nach Kiel auslief.


    Soweit die Zusammenfassung des Berichts.


    viele Grüße,


    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • Hallo,


    zur "Sachsenwald" kann ich nichts beitragen. Aber vielen Dank für deinen Beitrag. Denn finde ich sehr interessant.
    :D

  • Mein Großvater war einer der 3000-4000 Marschfähigen Soldaten, die In Kopenhagen von Bord gingen. Er sagt, das Frachter war mit Ballastsand beladen worden, da er ansonsten nicht ausreichend Tiefgang gehabt hätte. Außerdem habe er das Lazarett trotz seiner Verwundung gemieden, aus Angst seine Wunde zu infizieren.


    Zu den Flakstellungen am Schiff sagte er , diese seien allesamt demontiert gewesen, das Gesamte Schiff und die darauf befindlichen Truppen seien entwaffnet worden. Er selbst hat in einer der demontierten Flakstellung Quartier gehabt, daher war vermutlich auch keine Flak-Besatzung an Bord ( nach der Eingangs gefragt wurde) er bestätigt die Provisorischen sanitären Einrichtungen von denen im Bericht die Rede ist. Duschen mit Seewasser z.B.


    sollte Jemand Fragen zu dem Schiff und der Fahrt haben, gebe ich diese gerne weiter. Gruß, Axel