Bitte um Hilfe bei Uniformbestimmung

  • Hallo miteinander,


    für meine private Ahnenforschung benötige ich eure Hilfe bezügl. der Uniform auf dem Foto (die Bildqualität ist leider nicht besser). Das Foto wurde vermutlich um 1942 bis 1944 in Danzig aufgenommen. Könnt ihr mir sagen, um welche Art von Uniform es sich handelt und was die diversen Abzeichen bedeuten? Von entscheidender Wichtigkeit ist für mich, ob etwas darauf hindeutet, dass der Träger evtl. bei der Feldpost beschäftigt war.


    Im Voraus vielen Dank,

    olsoIMG-20160511-WA0003.jpg

  • Hallo, ich erkenne eine Heeres Uniform, Gefreitenwinkel auf dem Oberarm. Farbe der Schulterklappenumrandung ist sehr hell, könnte weiss also Infanterie sein.


    Das runde ovale Abzeichen auf der Brust kann ich nicht erkennen, kann vom Verwundetenabzeichen bis zum Reiterabzeichen alles sein, evtl. bekommst du den Bereich ja noch besser gescannt.


    Ich glaube nicht das man an der Uniform überhaupt irgendwie eine Zugehörigkeit zur Feldpost erkennen kann.


    evtl. gibt es Feldpostbriefe oder Postkarten auf denen eine Felpostnummer angegeben ist, daraus könnte man erkennen zu welcher Einheit der abgebildete zugehörig war.


    Name und Geburtsdatum bekannt ? Krieg überlebt ? Wast Anfrage oder Gräbersucheonline könnten nützlich sein.


    Gruß Sascha

  • Moien,

    Feldpostangehörige waren Beamte und trugen die entsprechende Uniform der Wehrmachtsbeamten.

    h.

  • Hallo Avia.B33, bzw. h.,


    ist ein interessantes Thema, Feldpost u.s.w.

    Weißt Du wie es um den Postschutz bestellt war? Das waren ja auch Angehörige der Reichspost, die dafür abgestellt waren. Hatten die ebenfalls Uniformen der Wehrmachtsbeamten, oder eher die feldgrauen, robusteren Uniformen wie sie auch die WH trug? Ich denke mal, dass aufgrund der eher militärischen Ausrichtung des Postschutzes, (Objektschutz u.Ä.), eine Felduniform zweckdienlicher gewesen wäre.

    Gruß

    Andreas

    Beste Grüße, Andreas


    "Die Würde des Menschen ist unantastbar". (Art.1GG)

  • Moien,

    der Postschutz hatte eigene Uniformen mit eigenen Abzeichen (hatte nichts mit der Feldpost zu tun, die war ein Teil der Wehrmacht!)

    Auf die Schnelle, Kragenspiegel ähnlich deren des NSKK (grob gesagt) mit Adler auf dem linken Ärmel und wenn ich mich irre ein Ärmelband. Der Postschutz ist noch am ehesten mit einer Sonderpolizei zu vergleichen.

    h.

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Antworten.


    @ h.: Bedeutet deine Antwort, dass auf dem Foto KEINE Wehrmachtsbeamten-Uniform zu sehen ist?


    @ Sascha: WAST, Gräbersuche etc. habe ich schon kontaktiert und konnte so einiges über meinen Großvater herausfinden. Auch sein Grab habe ich ermittelt und mittlerweile besucht. Aber es existiert kein Foto von ihm. Daher versuche ich auf diesem Wege die Wahrscheinlichkeit abzuschätzen, ob er auf dem Familienbild abgebildet sein könnte.


    Vielleicht könnt ihr anhand der folgenden Daten, die ich von der WAST erhalten habe, eine Übereinstimmung mit der Uniform feststellen:


    Erkennungsmarke -11- F.P.A 785

    Truppenteile:

    ab 1941 Feldpostamt 785 "Feldpostschaffner"

    ab 1942 Infanterie Ersatz-Bataillon 120 (mot), Danzig Langfuhr

    ab 1942 Feldpostamt 785

    ab 1942 Feldpostamt 215


    Könnt ihr mir außerdem sagen, wo genau die genannten Truppenteile bzw. Feldpostämter stationiert waren und im Einsatz waren?


    Liebe Grüße,

    olso

  • Moien,

    dass Fotos seit wie schon von den Kollegen gesagt, einen Gefreiten des Heeres. Bei der Waffengattung halte ich mich zurück.

    Feldpostbeamte trugen die Uniformen der Wehrmachtsbeamten entsprechend ihrer Laufbahn. Schulterkstücke mit grüner Waffenfarbe und gelber Nebenfarbe sowie die Auflage FP. Amtsbezeichnung waren Assistent, Sekretär Obersekretär Inspektor usw.

    Die Beamten kamen aus der regulären Reichspost, zumeist waren es auch gediente Reservisten. Inwiefern jetzt Soldaten zur Dienstverrichtung an Feldpostämter abgeordnet wurden kann ich nicht sagen. Die Feldpost hatte mehrere eigene Ju 52 zur Verfügung.

    h.

  • Hallo Olso, hallo Zusammen...,

    ich schließe mich den o.a. Meinungen an und sehe hier einen Gefreiten des Heeres auf dem Bild. Auch die Umrandung der Schulterklappen würde ich der Infanterie zuordnen.

    Das Abzeichen auf der Quetschfalte der linken Brusttasche ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Verwundetenabzeichen des 2. WK vermutl. in schwarz. Das erhöhte Hakenkreuz scheuert gerne und oft an der Überbekleidung oder Ausrüstungsteilen. Daher kommt dann das Material des Abzeichens Messing oder Eisen durch. Das ergibt dann meistens dort einen hellen Fleck auf den Fotografien so wie bei Olso oben.

    Alles Gute und bis bald Volker

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    ich bin absolut kein Experte in diesem Metier, konnte mich aber daran erinnern, dass ich in den 80er Jahren diesbezüglich mal was gelesen hatte. Die Paspelierung war bei der Feldpost Zitronengelb, also sehr hell. Beim Postschutz rot.

    Nun, nachdem ich heute Stunden damit verbracht habe zu suchen kam das zu Tage:

    Quelle Amtsblatt des Reichspostministeriums, Verfügung d RP Ministeriums


    Weitere Tafeln folgen

    Gruß

    Andreas

    Beste Grüße, Andreas


    "Die Würde des Menschen ist unantastbar". (Art.1GG)

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  • Hallo,

    der Vollständigkeit halber zitiere ich:


    Die Uniform der Feldpostbeamten im Unteroffiziers- und Offiziersrang entsprach der für die ranggleichen Wehrmachtsbeamten des Heeres vorgeschriebenen feldgrauen Uniform. Zur Unterscheidung von den Wehrmachtsbeamten des Heeres trugen die Feldpostbeamten als Kennfarbe Zitronengelb in den Abzeichen und die Buchstaben „FP“ auf den Schulterstücken. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sollte ein Ärmelstreifen mit der Aufschrift „Feldpost“ sein, der jedoch nicht getragen wurde. Mit der Neuregelung der Rechtsstellung und Überführung der Feldpostbeamten im Unteroffiziersrang in das Soldatenverhältnis erhielt dieser Personenkreis im Juli 1944 die Uniform der Mannschaften und der Unteroffiziere des Heeres mit Zitronengelber Waffenfarbe. Die Feldpostbeamten im Offiziersrang behielten ihre bisherige Uniform.

    Quelle:

    HM (Allgemeine Heeresmitteilungen) Nr 47 v 22.01.1944 und 212 v 04.04.1944

    Archiv für deutsche Postgeschichte 2/87


    Gruß

    Andreas

    Beste Grüße, Andreas


    "Die Würde des Menschen ist unantastbar". (Art.1GG)

  • Moien,

    Nachtrag:


    Feldpostbeamte waren Beamte a.Kr., trugen jedoch die Uniform der aktiven Wehrmachtsbeamten.

    Der Postschutz, 1932 aufgestellt, kam 1942 unter die Zuständigkeit der Allgemeinen SS und bekam SS Kragenspiegel, Schulterstücke und den entsprechenden Ärmeladler. Dazu ein Ärmelband "SS-Postschutz".

    Ein bekanntes Foto zeigt eine russische Soldatin in Berlin, die aus Spaß eine solche Jacke einschl. Schiffchen angezogen hat.

    1944 kam der Fernmeldsonderdienst ebendfalls zur Feldpost, gleiche Uniform, Auflage für die Schulterstücke "T".

    Dann gab es noch den Funkschutz der Reichspost, aber ob und welche Uniform dort getragen wurde, ist mir unbekannt.

    h.

  • Moin zusammen,


    allen Beteiligten herzlichen Dank für die ausführlichen Infos.


    olso