Richtig Anfragen beim Bundesarchiv - Erfahrungen und Kosten

  • Hallo Leute! :)

    Ich möchte einige Anfragen ans Bundesarchiv schicken.


    Hat schon jemand Erfahrungen, was man am besten schreibt, damit man alle vorhandenen Infos bekommt bzw. maximal viele? Gibts hier eine Standardphrase oder nach was sollte man genau Fragen?


    Sind die Kosten generell im Vergleich zur WASt gestiegen? Ich habe gesehen, dass man einen Maximalbetrag angeben kann wie früher bei der WASt. Im Gebührenverzeichnis steht das für Schriftliche Auskünfte oder Ermittlung von Archiv- und Bibliotheksgut je angefangener halben Stunde 15,34€ fällig sind, was mir relativ viel erscheint bei aufwendigeren Recherchen.


    Freu mich schon auf eure Antworten! :)

  • Hallo


    Nach meiner Erfahrung kann es zum einen nicht schaden, falls du in einem eher öffentlichen Auftrag (etwa als Teil eines lokalhistorischen Projektes etc.) nachfragst. Das soll nicht heißen, dass individuelle Anfragen nicht beantwortet werden, die anderen scheinen nur bessere Chancen zu haben schneller beantwortet zu werden. Viel Höflichkeit und Verständnis falls es mit einer Antwort länger dauern sollte verstehen sich von selbst (und das sollte man nach meiner Erfahrung durchaus auch schon im ersten Anschreiben so sagen).


    Was die Kosten angeht, so werden diese in der Tat leider im Normalfall berechnet. Deshalb ist meistens ein Besuch billiger (selbst mit Fahrt- und ggf. Hotelkosten). Wofür zumindest nach meiner Erfahrung nicht unbedingt Geld berechnet wird (das hängt aber sicher davon ab, an wen man gerät) sind vorbereitende E-Mail Fragen, bei denen man herausfinden will welche Akten in welchem Bestand interessant werden - damit man diese dann über invenio vorbestellen kann. Eine Anmeldung dort und Vorrecherchen sind ohnehin meiner Ansicht nach sehr ratsam. Die Benutzerfreundlichkeit des Systems ist akzeptabel, wenngleich ich eine gewisse Einarbeitungszeit für nötig halte.

    Ich habe im Zweifelsfall auch einfach angerufen und um Hilfe bei der Suche/Auskunft zu Beständen gebeten. Das ist auch wegen Schutzfristen etc. immer ratsam vor einem Besuch, sonst kommt man an und erfährt, dass man die bestellten Akten gar nicht einsehen kann (man kann zwar vor Ort einen entsprechenden Schutzfristenverkürzungsantrag stellen, aber man muss Glück haben, dass der schnell bearbeitet wird und man ggf. schon vorher in die interessanten Akten schauen kann). Das gilt natürlich besonders für personengebundene Akten.


    Alles in allem ist das Bundesarchiv oft leider gerade monetär nicht ganz so entgegenkommend wie sagen wir viele Staatsarchive auf Landesebene, mit denen ich zusammengearbeitet habe (wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitunter erst mal selber nachschauen auf eine höfliche und ausführlich formulierte und gründliche Anfrage, anstatt gelcih dafür Geld zu berechnen).

    Was nicht heißen soll, dass sich die Mitarbeiter des BArch nicht oft große Mühe geben zu helfen, aber die Bestimmungen werden dort nach meiner Erfahrung gerade in den letzten Jahren recht strikt gehandhabt, so dass gerade bei mehreren Anfragen eine Vorbereitung und dann Eigenbesuch sehr wahrscheinlich kostengünstiger sind.


    Mit freundlichen Grüßen

    Marc Bartuschka

  • für Schriftliche Auskünfte oder Ermittlung von Archiv- und Bibliotheksgut je angefangener halben Stunde 15,34€ fällig sind, was mir relativ viel erscheint bei aufwendigeren Recherchen.

    Hallo,


    ein Stundensatz von ca. 30,-€ erscheint dir zu viel? Das Archive mit einer Kostendeckung von ca. 3% arbeiten, muss man nicht wissen, das ist aber so. Den Rest zahlt die Allgemeinheit. Wenn du in einem Archiv eine Leistung in Auftrag gibst, kannst du dies ruhig mit Ölwechsel in einer Autowerkstatt oder putzarbeiten an deiner Fassade vergleichen. Bei meinem Autohändler zahle ich 65,-€ Stundenlohn. Die Bauhandwerker-Leistungen sind auch nicht günstiger. Wenn du qualifizierte Mitarbeiter veranlasst, auschließlich für dich tätig zu werden, nur um deine Bedürfnisse zu befriedigen, warum soll deren Arbeit minder bewertet werden?


    Hinzu kommt, dass es keine Kann-, sondern eine Muss-Bestimmung ist.

    Gruß Viktor