Lager des weiblichen Arbeitsdienstes 10/131 Donauwörth/Schwaben, Bezirk XIII Altbayern 1941

  • Hallo zusammen,


    hier ein kleiner Bericht zum Lager des weiblichen Arbeitsdienstes 10/131 Donauwörth/Schwaben, Bezirk XIII Altbayern


    Anneliese Helmer, geb. 6.12.1922 in Neuburg an der Donau, März 1941 ‚Abitur an der Mädchenoberschule in Kempten,

    Einberufung zum RAD nach Donauwörth für den 4.4.1941, das Lager lag weit außerhalb von Donauwörth, Unterkunft ein kleines Zimmer mit je zwei Stockbetten mit Strohsäcken,

    die ersten vier Wochen waren mit dem entsprechenden Drill im Innendienst ausgefüllt, es gab auch Vorträge über Politik und Kriegsgeschehen. Am Ende der Innendienstzeit kam die Einteilung zum Außendienst, diese Dienst war mit jeweils vier Wochen an einem Platz eingeplant:

    1. im Donauwörther Krankenhaus den ganzen Tag in der Küche Riesenbottiche roher Kartoffeln schälen und die Küche putzen.

    2. beim Bauern Schleibinger auf dem Feld mithelfen, tagelanges Distelstechen,

    3. beim Heimatdichter Benno Benedikter, dessen Frau ein kleines Spezereiengeschäft mit Küchenartikel, diversen Dingen wie Postkarten, Kuverts etc, führte, hauptsächlich in der Küche abspülen und den Steinboden wischen, ab und zu im Laden bedienen; da A.H. sich sehr gut mit den Benedikters verstand, beantragte Herr Benedikter eine Verlängerung, die ausnahmsweise von der Lagerführerin für weitere vier Wichen gestattet bewilligt wurde. „... Überall, auch im Lager, war der Heimatdichter sehr bekannt...“,

    4. im Haushalt bei den Inhabern eines Schuhgeschäfts die Küche in Ordnung zu bringen und das vierjährige Töchterchen zu beaufsichtigen,

    5. ansonsten bei Bauern Heu aufladen... „... Die Abiturientinnen waren im Lager nicht so gerne gesehen, daher wurden wir bei den Kleider-, Schuh- und Kamm-Appellen besonders gefilzt...“

    „... Als ich entlassen wurde, stand in meinem RAD-Ausweis die Beurteilung „Führung: sehr gut.“...“ (s.a. S. 11 für den Ausweis, 4.4.41 RAD, 1.10.41 K.H.D. eingetragen)


    „... Nun wollte ich gleich im Anschluss an diesen Pflichtdienst mein Medizinstudium beginnen... Ausgerechnet jetzt kam eine neue Verordnung heraus, die uns alle für ein weiteres halbes Jahr zum Kriegshilfsdienst verpflichtete..

    Ohne dazwischen nach Hause fahren zu dürfen, musste ich per Eisenbahn nach Regensburg fahren...

    Landete mit fünf angehenden Medizinstudentinnen im Oktober 1941 im Reservelazarett IV Obermünster (früher ein Priesterseminar) am Petersweg 11 in Regensburg...

    (Andreas Perschl (Hrsg.), Anneliese Helmer, Erlebnisse einer Medizinstudentin im Zweiten Weltkrieg, Traditionsbuchreihe, 1.Auflage 2018, S. 10 – 19

    S. 15 Bescheinigung v. 16.8.1941 der DRK-Grundausbildung für die Arbeitsmaid Anneliese Helmer. Lager des weiblichen Arbeitsdienstes 10/131 Donauwörth/Schwaben, Bezirk XIII Altbayern

    S. 16 Urlaubsschein v. 21.6.1941, Dienststempel Reichsarbeitsdienst- Arbeitsdienst für die weibliche Jugend Lager 10/131)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump