Frage: Einteilung Pferde in leichte, schwere und schwerste

  • Hallo, Zusammen,


    bei der Beladung von gedeckten Güterwagen bin ich auf diese Einteilung gestoßen.

    Dass es solch eine Einteilung gab, ist mir neu.

    Welche Pferdearten sind leichte, schwere oder schwerste?

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Moien,

    müßten folgende Rassen sein: (Beispiel)


    s. g. Polen oder Russenpferde Leicht

    Haflinger, Trakener, u.a.mittel

    Holsteiner, Hannoveraner mittel-schwer

    Kaltblüter wie Belgier usw. schwerste


    Erinnere mich an den Hof meines Großvaters, der hatte ex-Militärpferde, darunter Polen bzw. Russenpferde die hatten gelernt, sich auf Befehl bzw. Druck mit den Schenkeln hinzulegen. Russische Kavallerie benutze ihre Pferde so als Deckung bzw. als Auflage zum Gewehrschießen über den Sattel (Auskunft meines Großvaters)

    h.

  • Hallo,

    Russische Kavallerie benutze ihre Pferde so als Deckung bzw. als Auflage zum Gewehrschießen über den Sattel (Auskunft meines Großvaters)

    diese Art der " Deckung" nehmen war bei der Kavallerie nach Einführung der Feuerwaffen/Gewehre durchaus üblich. Es gibt Bilder dazu..

    Vielleicht hat jemand ein Reglement/ Dienstvorschrift dazu.

    Zur Ausbildung der Kavallerie heißt es in einer mir nur in Auszügen vorliegenden Vorschrift von 1900:

    " ....das Pferd dem Reiter vollständig unterzuordnen, so dass es auf die mit Schenkeln, dem Gesäß und den Zügeln gegebenen Hilfen sofort eingeht"

    Ich kann mir aber vorstellen, dass dieses Reglement noch viele Jahre, auch in den späteren Ausbildungsvorschriften gültig war.


    Gruß Karl

  • Hallo Gerd,


    Welche Pferdearten sind leichte, schwere oder schwerste?


    gemäss der H.Dv.262 "Pferdeersatzvorschrift" vom 30.9.1936 wurden die sogenannten Pferdeklassen wie folgt eingeteilt.



    Reitpferde:

    -für Offiziere,der Kavallerie und Infanterie-Reiterzüge :edle Warmblüter (wie z.B.Trakehner/Ostpreußen,Hannoveraner des leichten Reitschlages)


    -für die übrigen Waffengattungen wie a) allerdings mit Eignung als Zugpferd (wie z.B.Trakehner/Ostpreußen,Hannoveraner,Holsteiner)



    leichte Zugpferde: warmblütige ,kräftige Pferde (wie z.B.Trakehner/Ostpreußen,Hannoveraner,Holsteiner)



    schwere Zugpferde:

    -für Artillerie schwere Warmblüter (wie z.B. Oldenburger,Ostfriesen)


    -für die übrigen Waffengattungen

    gängige nicht zu schwere Kaltblüter(wie z.B. Pinzgauer/Oberländer)



    Schwerste Zugpferde:

    gängige Kaltblüter mit kräftigem starken Knochenbau (wie z.B. Rheinische-deutsches Kaltblut,SchleswigerKaltblut)



    Bergreitpferde:

    im Typ des Haflingerpferdes mit ruhigem Temperament. (Haflinger,Huzulen und Bosniaken etc.)


    Tragtiere:

    Maultiere,Pferde kleineren Schlages,Kleinpferde,Maulesel und Esel



    Darüberhinaus gibt es natürlich noch eine Vielzahl von weiteren Pferderassen welche in der Wehrmacht Verwendung fanden.




    Gruss Chris

  • Hallo Zusammen,


    danke für Eure Antworten.

    Es gab neben den "normalen" gedeckten Güterwagen auch spezielle Transportwagen für Pferde.

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo,


    Quote


    Russische Kavallerie benutze ihre Pferde so als Deckung bzw. als Auflage zum Gewehrschießen über den Sattel (Auskunft meines Großvaters)

    denke eher, das Ablegen diente der Tarnung, z.B. in Lauerstellung. Als Schießauflage verwendet ist der Verlust des Pferdes vorprogrammiert bzw. biete es auch kaum Schutz gegen Gewehrschüsse.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    nach meinem Wissensstand, wurde bei der Kavallerie Deckung hinter dem Pferd nur in einem ausgesprochenen Notfall gesucht. Entweder griff die Kavallerie reitend an, dann wurde in der Bewegung gekämpft. Wurde aus taktischen Gründen für ein Feuergefecht Stellung bezogen, dann wurden die Pferde zu Viert durch einem Soldaten nach "hinten" in Deckung geführt.


    Gruß


    Paul

    G-W-G'

  • Hallo Karl,


    Zur Ausbildung der Kavallerie heißt es in einer mir nur in Auszügen vorliegenden Vorschrift von 1900:

    " ....das Pferd dem Reiter vollständig unterzuordnen, so dass es auf die mit Schenkeln, dem Gesäß und den Zügeln gegebenen Hilfen sofort eingeht"

    dieser Auszug bezieht sich aber wohl mehr auf den direkten Gohrsam des Pferdes alle "Hilfen" anzunehmen.

    Im Anhang habe ich einmal ein Bild welches auch die Nutzung des Pferdes als Gewehrstütze beim deutschen Heer zeigt.


    Gehorsamsübungen wie diese demonstrierten vielmehr den hohen Grad der Ausbildung.

    Dazu gehörte natürlich auch die Gewöhnung der Pferde an Geräusche wie Gewehrfeuer (schussfest machen)oder Motorenlärm sowie auch das Hinlegen der Pferde.



    Gruss Chris