Verwahrung der Wertsachen in den Stalags der Wehrmacht.

  • Hallo,


    heute wurde ich mit einer s.g. PK II eines sowjetischen Offizier konfrontiert, wo ich in einem Punkt nicht weiter komme. Aus der Karte ist ersichtlich, dass dem Major 110 Rubel und eine Uhr abgenommen wurden. Der Zahlmeister quittierte auch die Auszahlung von 10 Rubel.

    Nun kommt mein Problem, nachdem der Mann gestorben war, wurde offenbar das "Konto" gelöscht, und dies mit einem Kürzel E.d.R. bestätigt. Wer kann mir über Deutung dieser Kürzel etwas sagen? Wurde die auch bei den internen Abläufen bei der Wehrmacht verwendet?


    https://obd-memorial.ru/html/i…60-460e-ab41-d864989d4867

    Gruß Viktor

  • Moin Gemeinde,


    ich glaube jetzt, streng genommen bin ich mir sicher die Antwort auf die Frage gefunden zu haben! Aus zwei verschiedenen Sachverhalten ziehe ich die Parallelen, die für mich die Lösung des Problems bedeuten.


    1. Vor 25 Jahren hatte ich die Akten des Oberfinanzpräsidenten des Gaus Braunschweig-Anhalt bezüglich der Behandlung des Umzugsgutes einer jüdischen Frau gesichtet, die es nicht geschafft hat das Reich zu verlassen und in Auswitz umgebracht wurde. Dort wurde die Anfrage der Hafenbehörde, was mit dem Umzugscontainer geschehen soll lapidar geantwortet, "das Eigentum der Jüdin fällt dem Reich zu..."


    2. Praktisch in allen Unterlagen über die Verwaltung des Betriebsvermögens der verstaatlichten Betriebe in der DDR wurden diese als "Eigentum des Volkes" bezeichnet.


    Ich schließe daraus, dass die Abkürzung "E.d.R" nichts anderes, als "Eigentum des Reiches" bedeuten kann.


    Nun wäre es die Frage, ob diese Meinung geteilt wird und ob diese Abkürzung es Wert ist, in das Verzeichnis der Abkürzungen der Wehrmacht aufgenommen zu werden.

    Gruß Viktor

  • Guten Tag ans Forum und an den Anfragenden,


    als Forumsmitglied bin ich schon der Meinung, dass belegte Abkürzungen in unser Abkürzungsverzeichnis gehören.

    Viktor, die Abkürzung "E.d.R." für "Eigentum des Reichs" ist zumindest nachvollziehbar erklärt worden.

    Mal sehen, was unsere Verantwortlich meinen.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter,


    es fehlt der Beleg, könnte ja beispielsweise auch Einzug durch Reichsfiskus heißen.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    möglich und denkbar ist natürlich vieles, hätte ich einen Beleg, hätte ich keine Anfrage gestartet. Ich bin schon froh, dass ich für mich eine plausible Erklärung gefunden habe. Die Hoffnung, dass jemand demnächst mit einer Durchführungsbestimmung oder desgleichen um die Ecke kommt ist etwas größer geworden!

    Gruß Viktor

  • Hallo, Viktor,


    wäre nicht denkbar, daß die heutigen Gedenkstätten dieser ehemaligen Lager Auskunft darüber geben können? Die dürften sich doch mit Kriegsgefangenenakten sehr gut auskennen.


    Nur eine Überlegung ....


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo,


    mich wundert etwas, dass bei der Staatsangehörigkeit steht "ukr." - also ich nehme an, ukrainisch.


    Das Land gab es ja als solches nicht, sondern nur die Sowjetunion.


    War das so üblich? Wurden Ukrainer in irgendeiner Form vielleicht "besser" behandelt?


    LG

  • Wurden Ukrainer in irgendeiner Form vielleicht "besser" behandelt?

    Hallo Flo,


    das auf jeden Fall. Es war weit verbreitet, dass die aus der Ukraine stammenden Kgf entweder nach Hause entlassen oder in die Reihen der Polizei rekrutiert wurden. Es war überhaupt eine der ersten Aufgaben in den Dulags und in den Stalags die Gefangenen nach Volkszugehörigkeit zu trennen/sortieren. Hatten die "angesprochene" den Dienst verweigert, erging es dann denen auch nicht besser, als all den anderen.


    Diana ,

    auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, obwohl mit einigen in einem Kontakt stehe. Muss ich gleich morgen probieren, danke für dein Tipp!

    Gruß Viktor