SS Fallschirmjägerbat. 500/600

  • Hallo

    Zu der Zeit standen doch auch Rumänen der W-SS an der Oder.

    Hatten die nicht solch Mützen?

    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Guten Morgen,

    ohje ich muss ECHT MIT MEINEN Begrifflichkeiten aufpassen. Uwe hat natürlich recht.

    Stammpersonal der 500er waren reguläre SS- Soldaten, keine B-Schützen. Sorry ! Trotzdem erscheinen mir die abgebildeten Soldaten alle reguläre Soldaten zu sein. Für Führer relativ wenig Auszeichnungen..!?

    Rumänen schliesse ich als Fez Träger eher aus. I d R. keine Muslime und der Fez war extra für muselmanische Einheiten gedacht. Vielleicht ein Jux ? Oder Mützentausch ,es gab nichts was es nicht gibt !!!??? LG Volker

  • Hallo,


    sicherlich hat Volker nicht unrecht, wenn er meint, dass auch ein Mützentausch möglich wäre. Selbst bin ich der Auffassung, dass die muslimischen Einheiten nun nicht gerade den besten Ruf in der Truppe genossen haben, aber vielleicht war es kurz nach Aufstellung und Ausbildung der besagten Einheit.

    MfG Wirbelwind

  • Hi Ulf,

    danke für deine Antwort. Ich werde bei Zeiten die Gegend mal besuchen..

    LG Volker

    Hallo ,


    ich halte es mittlerweile für sehr wahrscheinlich, dass das Bild im Schnee während der Vorbereitung der Ardennenoffensive im Dezember 1944 entstanden ist.



    Gruß


    ulf

  • Hallo

    Könnte das auf dem Bild, ganz links, Degrelle sein?


    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo und frohes neues Jahr, alles Gute für 2019,


    ich möchte hiermit meinen Bericht über den Sturmmann H. Jürgensen nun zum Ende bringen.

    Nach dem Rückzug des Bat. auf die westl. Oderseite wurde eine neue Front in Höhe des Finow Kanals um die Stadt Eberswalde bezogen. Aber auch diese Front der Heeresgruppe Weichsel mit den Resten von Waffen-SS ( z.B. 4.SS-Pol.Pz.-Gren. Div.) Heeres- und Marineeinheiten konnte die Front nicht halten und wurden bis zum Endes des Monates April 45 immer weiter nach Norden und Westen gedrückt. In diese Zeit fallen auch weitere Ordensverleihungen an Jürgensen. Neben dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse wurde ihm auch die Nahkampfspange in bronze verliehen. Er hatte bereits über die geforderten 15 Nahkampftage absolviert. Diese stammen noch aus dem Brückenkopf an der Oder. Auch das Verwundetenabzeichen in silber, für 3 oder mehr Verwundungen wurden ihm verliehen.

    Ab dem 20. April 1945 kam dann das Ende. Die Rote Armee griff aus dem Raum Stettin massiv an und neben anderen Einheiten, kam auch das SS-Fallj.-Bat. 600 zum Einsatz. Am 29.04.1945 kam es zu heftigen Strassenkämpfen in Neu-Strelitz. Hierbei erhielt H. Jürgensen mit einem Lungensteckschuss seine letzte Verwundung. Mit einem Eisenbahntransport gelangte H. Jürgensen in den Westen.

    Hierzu gibt es einen Zeitzeugenbericht des ehem. Rottenführers H. des 11./SS-Pol.-Pz.-Gren-Rgt. 7 :

    Mit meiner Einheit kamen wir im Raum Danzig über die Oxthöfer Kämpe auf die Halbinsel Hela. Wir hatten den Auftrag, die Landzunge gegen den Zugriff zum Festland ( Westen ) abzuriegeln. Die Kämpfe waren ausgesprochen hart. Mit Spaten, Pistole und Handgranate gab es täglich unzählige Grabenkämpfe mit der Roten Armee. Eines Tages erwischte es auch mich. Eine Granate schlug neben mir ein und ich wurde kurz bewusstlos. Nach einer Weile brachten mich Kameraden zu einem Verbandsplatz. Alles voller Blut, ich hatte ein Auge verloren und Splitter im Kopf. Nach einer weiteren Zeit der Bewusstlosigkeit kam ich auf ein Schiff, auch unsere Einheit ( Rgt. 7 ) wurde verladen. An der Mecklenburgischen Küste ( evtl. Swinemünde ? ) wurde ich ausgeladen und über ein weiteres Lazarett in einen Verwundetenzug verladen. Das Rgt. 7 kam weiter zum Einsatz... Um die Monatswende April / Mai 1945 fuhr der Zug mit vielen Halts weiter Richtung Westen. Häufige Bewusstlosigkeit liessen mich Raum und Zeit vergessen. Irgendwann bemerkte ich wie ältere Landser über mich sprachen..die Uniform muss weg. Ich bekam eine Landserjacke und meine SS-Uniform mit allen Auszeichnungen ( EK1 / Sturmabzeichen / Verwundetenabz. und Nahkampfspange in silber ) flog im hohen Bogen aus dem fahrenden Zug. Bei Bad Kleinen gab es für uns, und einen weiteren Zug einen Halt. Vor uns die Engländer, hinter uns die Russen. Man verhandelte, und in der Nacht schleppten sich Schwerverwundete aus dem hinteren Zug, entlang des Bahndammes zu unserem Zug. Viele haben es nicht geschafft. Unser Zug wurde dann von den Briten übernommen, der hintere Zug für rückwärts in russ. Gefangenschaft. Weiter ging die Fahrt nach Lübeck...mit 19 Jahren und 11 Kriegsverwundungen war der Krieg für mich vorbei.. ( PS: Mein Schwiegervater H. starb leider zu früh im Jahr 2000 RIP ! )

    So oder ähnlich ist auch H. Jürgensen ergangen. Er konnte seine Auszeichnungen über diese Zeit retten. Auch er kam nach Lübeck in ein Lazarett. Die Zweitschrift vom Soldbuch wurde ihm in der ehem. Pionierkaserne in Lübeck ausgestellt. Auch heute noch ist diese Kaserne an der BAB 1 weithin sichtbar. Das Soldbuch wurde vom Res. Lazarett 102 Neuruppin ausgestellt. Nach einer Weile wollte sich H. Jürgensen zu seiner Familie nach Lübeck durchschlagen und verliess das Lazarett. Das fiel den Briten auf und so holten sie Jürgensen zu Hause ab. Über Belgien wurde H. Jürgensen nach England ins Camp Sandtoft verbracht. Hier wurde er auch als Kraftfahrer eingesetzt. Im Januar 1948 wurde er nach Lübeck entlassen. Die Familie und insbesondere seine spätere Frau fehlten ihm sehr, sonst wäre er in England geblieben. ( Erzählungen an die Tochter )

    Nach dieser Zeit hat er in versch. Firmen in seinem alten Beruf gearbeitet, in den späteren Jahren wurde er Hausmeister in einer Ferienanlage. Seine Auszeichnungen hat er sich fachgerecht entnazifizieren lassen und er hat div. Veranstalten des Bundes deutscher Fallschirmjäger besucht. Seine Krawatte, ein sehr gutes Kunststoffabz.des Heeresfallschirmschützenabzeichen usw. zeugen von dieser Zeit. In den letzten Lebensjahren wurde es ruhig um diesen rastlosen Mann, er verstarb in einer Senioreneinrichtung 2009.

    Der letzte Kommandeur des Bat. der spätere Sturmbannführer Milius führte die letzten 180 Fallschirmjäger am 02.05.1945 bei Hagenow in US- Gefangenschaft.


    Komisch: Vor vielen Jahren besuchte ich einen Herren, der mit diverser Militaria handelte. Er erzählte mir von einem Stahlhelmfund im Neubaugebiet bei Hagenow und holte einige Kartons hervor. Die Fallschirmjägerhelme waren ohne Innenteil und wie Chips gestapelt. Nur an den Auflageflächen war ein runder Rostkranz erkennbar. Das Foto befindet sich im bereits erwähnten Buch von Michaelis auf Seite 102. Hätte ich das damals geahnt...

    In dem Nachlass befindet sich auch eine Kopie einer Humorzeitung von der Kraftfahrstaffel des Stabes SS-Fallschirmjägerbat. zu Sylvester 1943 und Auszüge aus der DRK Vermisstenbildliste des Bat. FPN: 15814 und 28933 , teilweise mit Randnotizen zu Personen..


    Damit möchte ich diesen Nachlass schliessen. Vielleicht kann noch jemand Hinweise zu einigen Themen geben ?! Ich würde mich freuen

    Euch alles Gute und falls Fragen sind...immer her damit. LG Volker


  • Hallo

    Zu der Zeit standen doch auch Rumänen der W-SS an der Oder.

    Hatten die nicht solch Mützen?

    Jan

    Hallo Jan,

    von ethnischen Rumänen, sprich rumänischen Staatsangehörigen mit rumänischer Volkszugehörigkeit in der W-SS ist mir nichts bekannt. Die der W-SS angehörenden Rumänen waren zwar zur Zeit des Dienstantritts faktisch rumänische Staatsangehörige, da Banat, Siebenbürgen, etc. nach dem 1. WK aus der „Konkursmasse“ des K.u.K. Gebildes an Rumänien gingen, jedoch mit deutscher Volkszugehörigkeit. Damals „Volksdeutsche“ genannt. Siebenbürger Sachsen, Landler, z.T. Banater Schwaben /Donauschwaben, u.s.w.

    Auch ist mir von muslimischen „Rumänen“ in der W-SS nichts bekannt. Es gibt eine verschwindend kleine ethnische Minderheit von Nachkommen aus den Zeiten des Osmanischen Reiches in Südrumänien, türkischer / tatarischer Abstammung, jedoch würden diese Leute eher in der rum. Armee gedient haben.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rumänien

    Die Volksdeutschen konnten auch die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben, in anderen Ländern z.B. u.a. Polen, Ukraine genügte zum Teil auch die Einschreibung in die Volksliste.


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Volksliste

    Das dt. Staatsangehörigkeitsrecht ist ein sehr interessantes Thema.

    Gruß

    Andreas


    PS: Weiterführende Literatur dazu:

    „Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu; Rumänendeutsche in der Waffen-SS“ von Paul Milata

    Rezession:

    http://www.sehepunkte.de/2007/11/12755.html


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Paul_Milata

    Beste Grüße, Andreas


    "Die Würde des Menschen ist unantastbar". (Art.1GG)

    Edited 6 times, last by suum cuique: Anfügen v Rezessionen ().

  • Hallo Volker,

    Kannst Du bitte noch die Kopie der Humorzeitung einstellen.

    Danke für Deine Berichte.

    Gruß Horst

  • Hallo Horst,

    herzlichen Dank für Dein Feedback. Ich werde die Seiten, mit Namensangaben scannen und einstellen.

    Herzliche Grüße Volker