Ich suche Informationen zum Feldlazarett (mot.) 666

  • Guten Abend,

    ich suche Informationen zum Feldlazarett (mot.) 666. Ich betreibe Recherchearbeiten zum südlichen Abschnitt der Ardennenoffensive. In einem Soldbuch eines Angehörigen der 212. VGD bin ich auf das Feldlazarett 666 gestoßen und kann diesem jedoch keinen genauen Standort zuweisen. Es müsste sich im südlichen Sauerabschnitt an der deutsch-luxemburgischen Grenze befunden haben. Vielleicht hat der ein oder andere noch Informationen hierzu. Darüber würde ich mich sehr freuen!

    Liebe Grüße
    Peacemaker

  • Moin "Peacemaker",


    das Bundesarchiv-Militärarchiv verfügt über Akten zum Feldlaz. (mot) 666 für den Zeitraum bis Mai 1945.

    Möglicherweise wirst Du dort fündig.


    Auch bei diesen schweren Kämpfen gegen Kriegsende wurde verständlicherweise nur noch das Allernötigste dokumentiert und / oder gemeldet, wenn überhaupt. Die Nennung von genauen Einsatzorten bleib da meist auf der Strecke, der Aufenthalt dort war ohnehin von immer weniger Dauer. Und wenn Meldungen abgesetzt wurden oder überhaupt noch abgesetzt werden konnten, war es fraglich, ob sie die Dienststelle (WASt) noch erreichten. Auch beim Rückzug ging viel verloren.


    Aber offenbar blieb in diesem Fall hier dann doch einiges erhalten und konnte letztlich beim BA-MA archiviert werden ...


    Das Feldlaz. (mot) 666 war Heerestruppe.

  • Moin "Peacemaker",


    habe zwischenzeitlich mal in meiner DB nachgesehen:


    Das Armee-Feldlazarett (mot) 666 (das ist die vollständige Bezeichnung) ist hinsichtlich allgemein aufzufindender Verlustmeldungen offenbar nicht sonderlich in Erscheinung getreten. Mir liegen, außer Deiner Angabe zum 24.12.1944, seit Sommer 1942 nur vier weitere Ereignisse mit Angabe dieser San.-Einheit vor.


    Deine und eine weitere, unmittelbar 2 Tage zuvor vom 22.12.1944, jedoch weisen leider beide keine Ortsangabe auf!


    Da das A.Feldlaz. (mot) 666 Heerestruppe war, war es im Dez. 1944, in Verbindung mit Verwundeten der 212. Volks-Gren.Div., sicher dem Armee-Arzt der in diesem Raum operierenden 7. Armee unterstellt, evtl. von seiner Seite aber auch dem Korpsarzt des im südlichen AOK-7-Raum eingesetzten LXXX. Armee-Korps zugewiesen (als dessen Korpstruppe ist es nämlich nicht genannt), und daher in deren weiteren bzw. engeren Einsatzraum im Einsatz.


    Da die Ardennenoffensive in diesen Tagen auch und gerade in diesem Raum (mit der 212. Volks-Gren.Div. in schweren Abwehrkämpfen in und dann unmittelbar südlich von Echternach, Luxemburg) letztlich zum Stocken kam, kann man für beide Tage den unbestimmten Einsatzort des A.Feldlaz. (mot) 66 im Großraum der 7. Armee bzw. im Unterraum des LXXX. AK ansetzen, für letzteren Großverband wohl im Raum Trier oder in Trier selbst.


    Möglicherweise tauchen ja noch aus NARA-Beständen zur 7. Armee entsprechende Berichte oder Einsatzbefehle des Armee-Arztes AOK 7 o. ä. Dokumente auf, in denen das A.Feldlaz. (mot) 666 genauer lokalisiert wurde.

  • GUten Tag Jürgen,

    ich danke Dir vielmals für Deine Atnworten und Tipps! Schade, dass die die anderen zwei Angaben vom Dezember 1944 keine Ortsangabe aufweisen. Wie weit lagen die Feldlazarette (mot) meistens hinter der Front? Kann man darüber statistische Angaben machen? Trier selbst kommt nicht in Frage, Ich hatte zunächst an das Lazarett Helenenberg gedacht, welches sich etwa 10-15 km hinter der damaligen HKL befand. Allerdings bestand dieses bis März 1945 und wurde meines Wissens nach nicht als Armee-Feldlazarett (mot) bezeichnet. Liegen Dir darüber Informationen in Deiner Datenbank vor?

    Nochmals vielen, vielen Dank für deine Mühe!

    Liebe Grüße
    PeaceMaker

  • GUten Tag Jürgen,

    ich danke Dir vielmals für Deine Atnworten und Tipps! Schade, dass die die anderen zwei Angaben vom Dezember 1944 keine Ortsangabe aufweisen. Wie weit lagen die Feldlazarette (mot) meistens hinter der Front? Kann man darüber statistische Angaben machen?

    Moin "Peacemaker",


    einfach mal die hier angebotenene Recherchemöglichkeiten nutzen und mit einer Suche nach entsprechenden Begriffen ausgiebig stöbern!

    In dem, diesem Forum hier (dem Forum der Wehrmacht, FdW) angeschlossenen "Lexikon der Wehrmacht" (LdW, siehe Link ganz oben auf der Forumsseite zu "Lexikon") findest Du bspw. Informationen zur "Verwundetenversorgung in der Wehrmacht".


    Aber: Die angegebenen, empfohlenen / vorgeschriebenen Entfernungen sind lediglich Anhaltswerte! Grundsätzlich waren für bewegliche San.-Einheiten in erster Linie die lebens- und überlebensnotwendigen Betriebsparameter wie z. B. Frisch- und Abwasserversorgung, Erreichbarkeit für Krankenfahrzeuge, Wetterschutz für die Einrichtungen (möglichst feste Gebäude), nicht erreichbar für feindliche Waffensysteme und Truppen, Beweglichkeit der Frontlinien, usw., usw., für den Ort des Einsatzes der San.-Einheit maßgeblich.

    Statistische Angaben darüber gibt es verständlicherweise nicht, denn allein schon aus Gründen der o. g. Anforderungen waren die Entscheidungen vor Ort jedesmal neu zu treffen.

    Trier selbst kommt nicht in Frage, Ich hatte zunächst an das Lazarett Helenenberg gedacht, welches sich etwa 10-15 km hinter der damaligen HKL befand. Allerdings bestand dieses bis März 1945 und wurde meines Wissens nach nicht als Armee-Feldlazarett (mot) bezeichnet.

    Trier sollte auch nur ein ungefährer Anhaltspunkt sein, da in diesem Raum das LXXX. A.K. im Einsatz war.


    Wenn wir den Einsatzort des A.Feldlaz. (mot) 666 hingegen am Einsatzraum des AOK 7 festmachen (was für das A.Feldlaz. (mot) 666 als Heerestruppe allerdings in erster Linie in Frage kommt, so lange wir keine Zuweisung seitens des Armeearztes AOK 7 ans LXXX. A.K. nachweisen können), dann kommt zunächst mal ein Riesenraum zwischen Westgrenze, Mosel, Rhein und Aachen, dort dann aber, den Suchraum einschränkend uns auf den südlichen Bereich (wg. des nachgewiesenen Verlustfalls eines Soldaten der 212. VGD im Verband des LXXX. A.K.) kommt theoretisch jeder Ort in Frage ...


    Hier ist übrigens der Bericht eines damaligen Soldaten der 212. VGD für genau diese Tage nachzulesen, der ebenfalls am 24.12.1944 verwundet wurde, und zwar unmittelbar sw. von Echternach - seiner Vermutung (!) nach könnte außer dem (mit 10 km Entfernung sehr nahen) nordöstlich gelegenen Helenenberg auch das (etwa doppelt so weit entfernte) nördlich gelegene Bitburg als Einsatzort des "Feldlazaretts" in Frage gekommen sein, in das er verbracht wurde.

    Jedoch dieses Zitat: "Ein Arzt untersuchte mich kurz und sagte mir dann, daß hier lediglich die Wunden versorgt würden, die notwendigen Operationen jedoch nicht durchgeführt werden könnten, aus diesem Grunde sollte ich in ein anderes Lazarett kommen."

    Reine Erstversorgung zur Herstellung der Transportfähigkeit in ein Feldlaz. deutet auf jeden Fall auf einen H.V.Pl. einer San.Kp. hin, denn in einem Feldlaz. konnte grundsätzlich operiert werden! Vielleicht war es dann Helenenberg statt Bitburg - siehe weiter.


    Zu Helenenberg findet sich zudem die Angabe, daß dort Anfang Januar 1945 eine "Sanitätskompanie" (ohne Nummernangabe), also eine bewegliche Feldeinheit, unter ihrem Chef Dr. Kaufmann im Einsatz war. Das konnte durchaus der Fall sein.

    Und im Bericht eines am 08.01.1945 vor Bastogne verwundeten Soldaten wurde Helenenberg als "Verbandsplatz" bezeichnet, was in Form eines H.V.Pl. auf jeden Fall dem dortigen Einsatz einer San.Kp. entsprechen würde.


    Helenenberg und Bitburg liegen für zügige Verwundetentransporte beide verkehrstechnisch sehr günstig.


    Wie man auch hier wieder sieht, muß man mit solchen "Einheiten"angaben wie in diesen Fällen hier grundsätzlich sehr vorsichtig sein. Gerade in solchen Schilderungen wurde zur Bezeichnung der San.-Einheit häufig der erstbeste san.-dienstliche Begriff gewählt, der dem Autor zur Definition eines "Ortes, an dem Verwundete behandelt wurden" einfiel oder geläufig war!


    Reservelazarette (ortsfeste Einrichtungen) hingegen gab es gegen Kriegsende in praktisch jedem Ort des Reichs, in größeren Orten sogar mehrere, teils auch noch mit Teilazaretten.


    Der damalige Einsatzort des A.Feldlaz. (mot) 666 ist statistisch natürlich nicht errechenbar, siehe oben! Ohne ein entsprechendes Dokument muß der Ort weiterhin offen bleiben!

    Liegen Dir darüber Informationen in Deiner Datenbank vor?

    Außer den oben zu Helenenberg bereits erwähnten Informationen, leider nein ...

  • Hallo,


    anbei als Scan ein Zufallsfund, zwar nicht zum Feldlazarett 666,

    aber zur San. Kp. 1/666.


    Frohe Festtage!

    Bernhard

  • Hallo Zusammen


    Falls von Interesse zum Feldlazarett 666 von 1943.


    Der Soldat unten ist in der VBL (DRK) mit dem

    Feldlazarett 666 FPN 34724 Saporoshje 1943 hinterlegt.


    Grüße Thomas

  • Guten Abend,


    ich danke euch für eure Antworten! Besonders dir Jürgen! Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, um mir zu helfen.


    Als ich die Richtlinien durchgelesen habe, musste ich schon schmunzeln. Vieles der dort geforderten Maßnahmen werden wohl Ende 44 nicht mehr umsetzbar gewesen sein. Dennoch würde Helenenberg diese Maßnahmen alle erfüllen, allerdings habe ich nochmal in meinen Unterlagen nachgeschaut und dort wird es nicht als Feldlazarett, sondern als Hauptverbandsplatz bezeichnet. Ich weiß auch, dass neben Verwunderten der 212. auch Verwundete beispielsweise der 276. VGD dorthin kamen. Auf dem dortigen Ehrenfriedhof sind Gefallene beider Divisionen beerdigt.


    Mit dem Veteranen aus dem Bericht hatte ich schon Kontakt. Er kam definitiv zunächst nach Helenenberg. Leider verstarb Friedrich Gürge letzten Jahres. Ich habe versucht Kontakt mit seinem Sohn herzustellen, um ggf. Auszüge aus seinem Soldbuch zu erhalten, aber leider verlief die Kontaktaufnahme erfolglos. So hätte man herausfinden können, unter welcher Nummer Helenenberg verzeichnet wurde. Bitburg wäre möglich. Die Kämpfe verliefen entlang des Westwalls und vor allen Dingen rum um Echternach. Schon damals gab es eine Hauptverkehrslinie von Echternacht nach Bitburg. Ebenfalls hatte ich Kontakt zu jemandem, der sich auf die 212. VGD spezialisiert hat und darüber ein Buch schreiben wollte. Er hatte sogar eine eigene Internetpräsenz dafür erstellt. Auf meine Anfrage hin, meinte er, dass er nicht sagen dürfe, wo sich das Feldlazarett 666 zu diesem Zeitpunkt befand. Leider habe ich auf meine Nachfragen, warum er es nicht sagen dürfe, nie eine Antwort erhalten. Auch hier ist der Kontakt seit Monaten abgebrochen, die Internetseite ist seit wenigen Wochen nicht mehr verfügbar. Mein Gedanke, warum es nicht sagen durfte, war zunächst, dass es sich eventuell um einen größeren Bauernhof oder der Gleichen gehandelt haben könnte, und er deshalb die Adresse nicht sagen wollte. Aber das ist nur eine Vermutung.



    Liebe Grüße

    PeaceMaker


    PS: Noch heute sieht man auf dem Schieferdach von Helenberg das Rot-Kreuz-Zeichen.