Verluste der 4.(F) Aufklärungsgruppe 11 im Mai 1940

  • Hallo,


    unten die Todesanzeige von Oberleutnant Hellmut Bernd Lenzer, hier gibt es ein paar Abweichungen zwischen Anzeige und Sterberegister:


    Vornamen lt. Anzeige: Hellmut Bernd

    Lt. Sterberegister Friedrich Leonhard Helmut


    Lt. Anzeige Oberleutnant in einem Inf. Reg., Beobachter in einer Fernaufklärungsstaffel

    Lt. Sterberegister Oberleutnant der 4.(F) Aufklärungsgruppe 11



    Geburtstag: 10.09.1915

    Todestag: 20.05.1940

    Todesort: Reservelazarett Koblenz-Kemperhof infolge Hirnhautentzündung nach Flugzeugabsturz


    War er nun im Heer oder bei der Luftwaffe, kann man den Absturz, der letztendlich zum Tode führte, eruieren?


    Grüße

    Thilo

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  • Hallo Thilo,


    1. Todestag muss der 20.6.1940 sein (du schreibst oben 20.5.).

    2. Der Absturz erfolgte am 10.6.40, rund 25 km südlich Soissons infolge Flak- und Jägerbeschuss. Die Do 17 P (4137, 6M+BM) konnte noch brennend notlanden.

    3. Oblt. Lenzer war Heeresangehörigiger.


    Erklärung:

    Erst im Verlauf der Jahre 1941/42 wurden die Heeres-Beobachter von der Luftwaffe übernommen und wechselten auch die Uniform - oder gingen zurück zu ihrer Heeres-Stammeinheit.

    Die Aufklärungsgruppe 11 gehörter zu den Heeres-Aufklärungsverbänden und erhielt ihre Aufträge direkt von den zugeteilten Heeresverbänden auf Korps- oder Armee-Ebene. Die Nahaufklärer [ -> (H)-Staffeln ] mit den Hs 126 operierten dabei eher im Frontbereich, die Fern-Staffeln [ -> (F)-Staffeln ] mit Do 17 (F oder P) ausgerüstet, im gegnerischen rückwärtigen Bereich. Die Beobachter kamen meist von Heeres-Verbänden (z.B. Artillerie, Kavallerie, ...) weil das Oberkommando bei der Aufstellung der Verbände annahm, dass die "Bodensoldaten" bei der Sichtbeobachtung die Lage/Situation besser beurteilen könnten als die "Schlipssoldaten". Die Luftwaffen-Beobachter waren wohl nach Einschätzung der Wehrmachtsführung zu blöde, um einen Panzer aus der Luft von einem Traktor unterscheiden zu können. Oder ob eine Truppenkolonne den Gegenr verstärkt oder flüchtet. * Ironie aus *


    Ähnlich war es ja bei der Küstenfliegern - auch hier kamen die Beobachter (Leutnant z. See, Oblt. z. See, ..) meist aus der Marine. Dort nahm man an, dass eine erfahrener Marine-Offizier aus der Luft ein Schlachtschiff besser von einem Kohlefrachter unterscheiden kann als ein Luftwaffen-Offizier. * Ironie aus * Andererseits hatten die Marine-Offiziere eine navigatorische Ausbildung, die derjenigen der Luftwaffe deutlich überlegen war (z.B. die Kenntnisse in Astro-Navigation, Einschätzung des See-Wetters, usw.).


    V. Grüße, Uwe K.

  • Hallo Uwe,


    Quote


    1. Todestag muss der 20.6.1940 sein (du schreibst oben 20.5.).

    Du hast recht, Verwechselung meinerseits. Vielen Dank für Deine Anhagen!


    Hast Du auch etwas zu folgender Person:


    Leutnant (Lt. Volksbund Oberleutnant) William Fehn

    geb. 24.05.1907 in Gießen

    gef. 10.06.1940 lt. VB Croquemont (?) lt. Angehörigen an der franz. Kanalküste

    Beruf: Diplom-Fechtlehrer, SS-Untersturmführer (A-SS) SS-Nr. 225.768

    zuletzt wohnhaft in Erkrath, Hindenburgstr. 20, verheiratet, ein Sohn, den er nie gesehen hat. Auch sein Vater Carl und der Großvater William waren Fechtmeister.


    William Fehn ruht auf der Kriegsgräberstätte in Champigny-St.André. Endgrablage: Block 17 Reihe 25 Grab 1345


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Moin Thilo,


    > Hast Du auch etwas zu folgender Person:

    > Ltn. William Feh


    Ja, er starb als Beobachter in einer Hs 126 der 3.(H)/21 [= 3. Nahaufklärungsstaffel (Heer) 21].

    Als Ursache ist nur "Absturz" genannt. Zum Todeszeitpunkt war Feh Leutnant. Offensichtlich posthum zum Oblt. befördert.

    Den Verlustort habe ich als: Croquement


    Jetzt verrate mit bitte mal in welcher Disziplin William Feh als Fechtmeister besonders stark war: Säbel, Degen oder Florett ?

    Meine Tochter ficht nämlich Degen und behauptet sich seit einigen Jahren auf Wettbewerben ganz leidlich.

    Mir war bis dato unbekannt, dass man als Profifechter seinen Lebensunterhalt verdienen kann - Respekt !


    V. Grüße, Uwe K.

  • Hallo Uwe,


    Quote


    Jetzt verrate mit bitte mal in welcher Disziplin William Feh als Fechtmeister besonders stark war: Säbel, Degen oder Florett ?

    das kann ich Dir leider nicht sagen. Sein Vater Carl Fehn war Fechtmeister der Universität Gießen, unterrichtete also Studenten im Fechten. In seinem Haus in der Bismarckstraße 42 in Gießen befand sich auch der Universitäts-Fechtboden.


    Großvater William Fehn war kaiserlicher Hoffechtmeister und hat auch Bücher geschrieben:


    Fehn, William: Die Fechtkunst mit dem krummen Säbel. Praktische Anleitung zum Militär-Fechten (Hieb und Stich) und zum deutschen kommentmäßigen Studentenfechten, Straßburg 1885


    William Jr. war in der SS - vielleicht als Fechtlehrer?


    Sein Sohn wurde allerdings Dr. der Chemie, verstorben 2007.


    Ein Bekannter war in den 80er Jahren Fechter in der dt. Jugendnationalmannschaft, damals wurden die Fechter zu internationalen Turnieren geflogen und durften im Luxushotel wohnen, heute fahren sie im Kleinbus und müssen die Unterkunft z.T. selbst bezahlen. Fechtsport hat leider wohl eindeutig an Stellenwert verloren.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    ja, Säbel ist plausibel bei der Nähe zum Militär. Die militärische Anwendung fällt heute eher weg.

    Obwohl beim Modernen Fünfkampf - wo ja Degenfechten eine der 5 Teildisziplinen ist - zumindest aus dem Ausland eine erhebliche Anzahl Berufssoldaten an den Olympiaden teilnehmen.

    Ein Sport für die Kavallerie eben.


    Ok - lassen wir das Sportfechten - ich selbst habs ja eh mehr mit der Fliegerei.8)


    Ciao, Uwe K.

  • Hallo zusammen,


    Quote

    .....unterrichtete also Studenten im Fechten. In seinem Haus in der Bismarckstraße 42 in Gießen befand sich auch der Universitäts-Fechtboden.

    das an der Uni Fechten "unterrichtet" wurde hat nur sekundär mit Sport zu tun, hier wurde für die Mesur der schlagenden Verbindungen geübt.

    Die Mensur musste auch deswegen geübt werden da sie streng formal geregelt war.


    Quote

    ja, Säbel ist plausibel bei der Nähe zum Militär.

    in dem Fall war der Säbel eine der Mensur Waffen der schlagenden Verbindungen

    Gruss Dieter