Landesschützen-Bataillon 251 Transportführer auf einem Schwimmdock mit 1500 Kriegsgefangenen

  • Hallo,

    am 4.5.1945 strandete ein Schwimmdock mit 1500 Kriegsgefangenen aus Russland und Frankreich vor der Insel Langeland. .https://www.tv2fyn.dk/artikel/300-russere-i-baghaven

    Das Schwimmdock war von den Oderwerken Stettin. Die letzte Fahrt startete in Stralsund.

    Der Transportführer war Hauptmann Helwig vom Landesschützenbataillon 251. (TNA FO 1026_82)

    lt. LDW " Ab dem 1. März 1941 unterstand das Bataillon in Greifswald dem Kommandeur der Kriegsgefangenen II...Von 1942 bis 1945 war das Bataillon dann wieder in Greifswald im Einsatz."


    Meine Frage: für welche Kriegsgefangenenlager war das Bataillon zuständig? Kann man daraus Rückschlüsse ziehen, aus welchem Lager die Kriegsgefangenen kamen?

    hier steht für Greifswald Standorte im Wehrkreis II "STALAG II" ist das ein bestimmtes Lager?


    Für Unterstützung danke ich im voraus.


    Grüsse

    Beate


    „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

  • Hallo Beate,


    meines Wissens nach war das das Stalag II C in Greifswald. Dazu würde Stettin und Stralsund passen, da beide Orte zum Stalag II C gehören


    Thomas

  • Hallo Beate


    willkommen im FdW.

    Ich vermute einmal, Dein Kenntnistand zu den Einsatzorten der Einheit entstammt dem Lexikon der Wehrmacht:


    http://www.lexikon-der-wehrmac…ndschtzBat/Gliederung.htm


    Die Abkürzung STALAG bedeutet Stammlager, von denen es in jedem Wehrkreis (in diesem Fall Wehrkreis II Stettin) mehrere gab. Nun muss man aber wissen, dass viele Kriegsgefangene außerhalb der STALAGs zur Arbeit beispielsweise in der Landwirtschaft oder an der Ostsee auf Werften untergebracht waren. Beim Stichwort Werft fällt mir sofort Schwimmdock ein und Stralsund ist bis heute ein Werftstandort.


    Schwimmdocks verfügen über keinen eigenen Vortrieb (nur in der Vertikalen), so vermute ich einmal, dass wahrscheinlich noch mindestens zwei kräftig motorisierte Schleppschiffe zum Einsatz kamen, eines vorne für den Vortrieb und eines hinten zum Lenken. Selbst wenn so ein Schwimmdock, wenn es aufgeschwommen ist, keinen großen Tiefgang hat, dürfte der Widerstand im Wasser recht hoch gewesen sein. Ergo die Geschwindigkeit nicht sehr hoch gewesen sein. Immerhin beträgt die Strecke von Stralsund nach Langeland rd. 100sm / 180km. Der Konvoi dürfte rd. 2 - 3 Tage unterwegs gewesen sein.

    Interessante Story.


    Der dänische Zeitungsartikel, spricht von einem deutschen Schlepper und einem englischen Fliegerangriff auf den Schlepper.


    Gruß


    Paul

    G-W-G'

  • Hallo Paul, Hallo Thomas,

    Danke für Rückmeldung und Begrüssung :)

    Zwischenzeitlich habe ich eine Antwort aus Langeland bekommen.

    "as far as I know the prisoners stayed in an prison camp in Stargard in Pommern ."

    Das wäre dann STALAG II D http://www.lexikon-der-wehrmac…genenlager/Stammlager.htm

    Nur wird das Landesschützenbataillon 251 dort und auch

    Hier http://www.lexikon-der-wehrmac…02/KasernenStargard-R.htm

    für Stargard nicht genannt.

    An Bord waren Russen, Franzosen, Belgier und Polen.

    Die Reise des Schwimmdock könnte in mehreren Etappen gelaufen.

    Neben Stettin und Stralsund wird auch Sassnitz als Station genannt, es könnte auch längere zeitliche Unterbrechnungen gegeben haben.


    Grüsse

    Beate

    „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

  • Hallo, Beate u.a.a.


    die von Dir gefundenen Informationen kann ich bestätigen. Das Landesschützen-Bataillon 251 war im Wehrkreis II Stettin zur Gefangenenbewachung eingeteilt.

    Im Nov.1940 war es in Demmin eingesetzt. In der anliegenden Gliederung des Ersatzheeres vom Nov.1943 (mit handschriftlichen Ergänzungen aus 1944) wird Greifswald als Standort genannt.


    Mit den Suchbegriffen: greifswald 1945 bzw. stalag IIC

    lassen sich verschiedene Infos finden, auch Fotos zum Stalag IIC.


    Aus Wikipedia:

    "Von 1940 bis 1945 bestand an der heutigen Franz-Mehring-Straße das große Kriegsgefangenenlager Stammlager IIC, in dem viele Kriegsgefangene aus zahlreichen von Deutschland besetzten Ländern interniert und in Nebenlagern zu Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt, die eine große Garnison der Wehrmacht beherbergte, ohne Zerstörungen. Am 30. April 1945 wurde sie auf Veranlassung des Stadtkommandanten Rudolf Petershagen kampflos der Roten Armee übergeben."


    Grüße von Margarete

  • Servus Beate,


    das STALAG IID wurde schon am 29. Januar 1945 evakuiert. Es wurden über 500 russische, 200 französische, 100 amerikanische und 25 kanadische POW über Stettin ins STALAG II-A bei Neubrandenburg gebracht. Dort sind sie am 7. Februar angekommen.

    Gruss, Holger

  • Hallo,

    aus den Erinnerungen von Camille Badie http://byarkivet.langelandkommune.dk/Historier og Artikler/Historier/Viervendttilbage

    Ist abzuleiten, das er den Angriff am 6.März 1945 auf Sassnitz erlebte und am 1.Mai auf das Schwimmdock kam.

    Hier https://www.geneanet.org/forum…d6d802cab345793f&start=15

    Schreibt die Enkelin von Camille Badie, das ihr Großvater im STALAG IID STARGARD war.


    Daraus stellt sich für mich die Frage, was passierte mit den Kriegsfangenenen in Neubrandenburg und sind alle Kriegsgefangenen diesen Weg gegangen.


    Hallo sunninger

    Worauf basieren Deine Angaben?

    Ich kenne https://en.m.wikipedia.org/wik…acuation_and_repatriation

    Danach ging des 1."Evakuierungs"marsch über Stettin nach Neubrandenburg.

    Ein 2. am 25.2.1945 "westwärts" . Ich denke ,da ist noch längst nicht alles bekannt.


    Edit: ein weiterer Zeitzeuge http://stalag.2d.free.fr/stalag_2d_-_1945_-_sur_la_route.htm

    Er beschreibt seinen Marsch ab Februar 1945 über Greifswald, Stralsund nach Rügen nach Sassnitz bis zur Befreiung Anfang Mai.


    Grüsse

    Beate

    „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

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