Diskussions-thread zu den Polizei-Truppen 1919 - 1935

  • Hallo,


    zu dem Polizei-Truppen von 1919 - 1935 - Versuch einer kurzen Darstellung kann man sich hier gerne versuchen auszutauschen.


    Ich - und wohl sicher auch andere Fachleute - werde gerne versuchen, auf Fragen einzugehen.


    Ich weiße aber darauf hin, dass sich meine Kenntnisse aus Original-Quellen fast nur auf die preußische und bayerische Landespolizei beziehen.


    Gruß aus München

    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Guten Abend ans Forum und besonders an Marcus,


    Hut ab, dieses Thema hier im Forum in vier kurzen Teilen vorzustellen, bzw. vorstellen zu wollen.

    Bin auf die nächsten drei Teile gespannt.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo,

    hatte eigentlich gedacht schon was eingestellt zu haben, aber da der Post anscheinend nicht übernommen wurde, nochmal neu. Auch ich finde den 1. Teil interessant und freue mich auf die weiteren!

    Gruß,

    JR

  • Hallo Marcus,


    da packst Du für mich interessante Neuigkeiten aus. Ich war bisher der Meinung, bei den „Landespolizei-Einheiten“ handelte es sich um kasernierte Polizeieinheiten mit einer oder in der Polizeiausbildung, analog zur heutigen „Bereitschaftspolizei“. Nach dem was Du herausgearbeitet hast waren es aber reine Militäreinheiten, mit entsprechender Ausbildung und entsprechenden Aufgaben. Haben die Länder versucht sich auf diese Weise militärische Kompetenz zu verschaffen, auch um eine gewisse Unabhängigkeit von der Reichswehr zu erlangen? Zumindest faktisch konnte auf diese Weise die Reichswehr die geforderte innere politische Neutralität wahren.

    Gehe ich richtig in der Annahme, dass die Polizeieinsätze zum Ende der Weimarer Republik (ab etwa 1930) gegen Massendemonstration hauptsächlich von den „Landespolizeien“ durchgeführt wurden?



    Gruß


    Paul

    G-W-G'

  • Hallo Markus

    Vielen Dank für die Arbeit die du dir hier machst!😶

    Ich wollte dir allerdings nicht so viel Arbeit aufhalsen 😢

    Die Landespolizei waren also überwiegend ehemalige Soldaten die von der Straße weg waren.

    Eine Reserve für eine Wiederaufrüstung war damit auch vorhanden!

    Gruß Arnd

  • Hallo.

    Kann ein Moderator bitte die letzten Beiträge in den Diskussions-Thread verschieben?


    Danke

    Marcus

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  • Tag allerseits,


    es wird argumentiert:


    In den ersten Jahren der Weimarer Republik trat die Landespolizei wie eine Armee auf und handelte teilweise auch so.


    Diese Entwicklung wurde maßgeblich geprägt durch den ersten Chef der Bayer. Landespolizei Oberst Hans Ritter von Seißer, der als ehemaliger Armeeoffizier auf eine gewisse militärische Auslegung dieser

    kasernierten Polizei wohl besonderen Wert legte. So gestaltete sich auch die Ausbildung - auch an schweren militärischen Waffen wie SMG 08, Panzerwagen usw.

    Seißer war ursprünglich Teil des Hitlerputsches - zumindest auf den damaligen Plakaten. Er zog sich aber wieder aus diesem Umfeld zurück. Sein Verhalten hätte ihm fast seinen Posten gekostet.


    Desweiteren wird argumentiert:


    In der Praxis bedeutete das, überspitzt
    gesagt, dass in den Landespolizeien Offiziere, Unteroffiziere und
    Mannschaften der „2. Wahl“ Dienst machten, da die „Besten“ in
    die Reichswehr übernommen wurden.


    Die Reichswehr als 100.000 Mann-Heer konnte nicht alle "erstklassigen Offiziere und Unteroffiziere" nach Ende des 1. Weltkriegs übernehmen. Die Bayerische Landespolizei kam

    daher durchaus auch in den Genuss von Bewerbern, die nicht nur "2.Wahl" waren. Nur ein Beispiel: 1930 wurden für die Hundertschaften der LAPO in einer bayer. Großstadt 40 Polizeianwärter ausgeschrieben.

    Es bewarben sich damals 4.000 Bewerber. Genommen wurden wahrscheinlich damals nur die Besten. Auch 1920 lag die Zahl der Bewerber ähnlich hoch, so dass eine hohe qualitative Auslese gewährleistet

    war.


    Sparsamkeit bei Beförderungen war bei der LAPO bis 1935 oberstes Gebot. Es mangelte all die Jahre an ausreichend höher bewerteter Stellen. So war ein Polizeibeamter der LAPO nach 5 Jahren regelmäßig

    nur Oberwachtmeister. Die Beförderungsmöglichkeiten bei Offizieren waren ähnlich beschränkt.



    Grüße

    Bert

  • Guten Morgen zusammen,


    schon erstaunlich, Marcus sagt im Einleitungspost das hier:

    Quote

    Für Debatten würde ich einen eigenen Thread aufmachen wegen der Übersichtlichkeit.


    Dieser ist hier Diskussions-thread zu den Polizei-Truppen 1919 - 1935 zu finden.

    Marcus,

    ich verschiebe die Posts und werde aber auch in deinem "Teil1" diesen Hinweis auf den Diskussionsthread hinterlassen.

    Ich werde diese dolle Arbeit, aber vor allen die Diskussion, mit sportlichen Ergeiz verfolgen.;)


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Tag allerseits,


    das Argument:


    Es soll Klagen gegeben haben, dass der Drill in der
    Landespolizei schlimmer gewesen sei, als in der preußischen Armee.


    Dies scheint zu stimmen. Es gab bei der LAPO Hauptwachtmeister, die bekannt dafür waren, dass sie vor allem die Anwärter einem besonderen Drill aussetzten. Die Offiziere der LAPO ließen ihre Ausbilder

    meist gewähren, ohne einzuschreiten. Beamte der LAPO, die 1935 in die Wehrmacht übernommen wurden, waren buchstäblich überrascht welcher anderer Umgangston bei der Wehrmacht herrschte.




    Grüße

    Bert


  • Hallo,


    die Sache bekommt Schwung, so soll es sein und Danke Huba fürs abtrennen.


    Danuser: das soll der Versuch einer kurzen Darstellung sein, kein wissenschaftlicher Text, davon gibt es bekanntermaßen schon einiges zur Landespolizei

    die muss aber nicht jeder kaufen.


    Paul Spohn und Jahrgang39:: ich würde es für die Anfangszeit eher anders herum bezeichnen. Militärische Verbände, die etwas in Polizei machten. Es hatte, sicher unter dem

    Eindruck des Jahres 1920, seinen Grund, dass die IMKK (Interalliierte Militär-Kontrollkommission) die Auflösung der preußischen Sicherheitspolizei verlangte. Die daraus hervor

    gegangene Landespolizeien waren zwar nicht viel, aber doch etwas besser, sprich ent-militarisiert. Oberst von Seißer als Kommandeur der Bayerischen Landespolizei ist eine Person

    für sich, seine Rolle beim Hitler-Ludendorff-Putsch, ebenso wie die der Münchner Polizeidirektion und auch seiner LaPo mehr als zweifelhaft. Aber das ist wieder ein Thema für sich.

    Wenn man die Bayerische Landespolizei in München zur Zeit des Hitler-Ludendorff-Putsches anschaut: es waren in München 28 Hundertschaften (=Kompanien) in 2 Gruppen (=Regimenter) und

    sechs Abteilungen (=Bataillone) vorhanden. Zahlenverhältnisse, die genau der Heeres-Organisation entsprachen, und das bestimmt nicht zufällig.


    Bert, "Sparsamkeit" bei Beförderungen ist relativ. Ein Oberwachtmeister ist ein Unteroffizier, es ist, wie auch im Heer in Friedenszeiten, bei den Beförderungen halt nicht so schnell gegangen.

    Die Blitz-Karrieren gibt es eigentlich nur im Krieg, wenn Vorgesetzte (aus-)fallen, das ist bei der Landespolizei nicht anders wie beim Heer. Auch die Reichswehr klagte bis 1935 über die langen

    Zeiten ohne Beförderung. Auch Rommel war, glaube ich, von 1918 bis 1932 Hauptmann und wurde dann 1935 Oberstleutnant.

    Dass bei der Landespolizei bis auf zwei Ausnahmen in Preußen beim Oberst spätestens Schluss war, ist angesichts der Tatsache, dass wir eine Behörde und keine Armee haben, nicht

    überraschend. Der Stellenschlüssel sah halt nur Einheiten bis maximal Regimentsgröße vor und diese waren rar gesät, wie soll man dann in Bayern vor dem Landtag (und auch der IMKK) einen

    General mit entsprechender Besoldung rechtfertigen?


    Macht Spaß, diese Debatte, weiter so.


    Gruß aus München

    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
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  • Tag allerseits,


    manche Entwicklungen wiederholen sich und so war es auch nach dem 2. Weltkrieg beim Neuaufbau der Polizeiverbände. Viele altgediente Polizeibeamte mussten als PG ihren Dienst quittieren und so rückten vielfach ehemalige Berufssoldaten nach, die in den ersten Jahren nach Kriegsende zwangsläufig auch ein gewisses militärische Gepräge einbrachten. Besonders

    ausgeprägt war diese Entwicklung vor allem bei den Bereitschaftspolizeien der Länder und dem Bundesgrenzschutz.


    Um wieder zum Thema zu kommen: Oberst Seißer war der Verantwortliche in den Gründungsjahren. Er "ist kein Thema für sich", sondern Teil dieses Themas.




    Grüße

    Bert

    Edited 4 times, last by Jahrgang39 ().

  • Haben die Länder versucht sich auf diese Weise militärische Kompetenz zu verschaffen, auch um eine gewisse Unabhängigkeit von der Reichswehr zu erlangen? Zumindest faktisch konnte auf diese Weise die Reichswehr die geforderte innere politische Neutralität wahren.

    Gehe ich richtig in der Annahme, dass die Polizeieinsätze zum Ende der Weimarer Republik (ab etwa 1930) gegen Massendemonstration hauptsächlich von den „Landespolizeien“ durchgeführt wurden


    Hallo Paul,


    "militärische Kompetenz" und "gewisse Unabhängigkeit von der Reichswehr" kann man nicht sagen.


    Zur Gründungsphase:

    Man muss den Gesamt-Kontext 1919 anschauen.

    Die Revolution ging ohne Widerstand staatlicher Stellen über die Bühne, die Polizei löste sich praktisch selbst in Luft auf und kam dann nach ein paar Wochen wieder.

    Die Streitkräfte in Form der in der Heimat befindlichen Heeres-Verbände und der kaiserlichen Marine waren daran teilweise sogar maßgeblich beteiligt.

    Die Polizei war anders organisiert, Truppenverbände hatte sie eigentlich nicht vorher, da hatte man sich auf die Armee verlassen.


    1919 kam dann das Problem auf, dass die vorhandenen regulären Heeres-Einheiten sich dann als teilweise unzuverlässig erwiesen haben, es kamen schließlich die

    Freikorps-Verbände als Eingreiftruppen. Mit Aufstellung des 100.000 Mann-Heeres wurden diese dann aber aufgelöst.


    Das Problem war, dass mit den 100.000 Mann des Heeres wenig anzufangen war. Sie wurden für Belange des Militärs benötigt, man schaffte es, der IMKK die Genehmigung zur

    Verstärkung der Polizei und schließlich auch zur Beibehaltung kasernierter Truppen abzuringen. Die IMKK sah diese aber immer sehr kritisch, die Verwendung als (verbotene) Reichswehr-Reserve

    stand immer (völlig zurecht) im Raum, vor allem bei der erfolgten Ausbildung. Die Beschränkungen in der Bewaffnung (feste Schlüssel für Karabiner, MG, MP, Panzerwagen, Verbot von

    Artillerie) waren die aus ihrer Sicht logische Folge.


    Der Spruch mit der "politischen Neutralität" der Reichswehr ist meiner Ansicht nach eh eine Farce. Wer sich für unpolitisch erklärt, trifft damit im Endeffekt im Falle der Staatskrise auch gewissermaßen

    eine Aussage.

    Kein Eintreten für die Regierung (wie 1920 beim Kapp-Putsch) ist eben auch eine Aussage.


    Für die Endphase bzw. allgemein das Auftreten bei den Unruhen ist klar, dass bei voraus geplanten Einsätzen das Gros der Einsatzkräfte von der Landespolizei kam. Ebenso waren die

    Überfallkommandos der Schutzpolizei von diesen Truppen zu stellen, so dass die Verstärkung dann von der Landespolizei kam.


    Weder die Polizeireviere, die auch in den Großstädten zumeist irgendwas zwischen 20 und 50 Beamte umfassten, und erst recht die Gendarmerie war strukturell nicht in der Lage, auf größere

    Ereignisse ohne die Überfallkommandos und nachgeführte Polizei-Einheiten zu reagieren. Ein 20 Mann-Revier wird rund um die Uhr kaum mehr als 3 - 4 Beamte "auf der Straße" gehabt haben

    aufgrund des Schichtbetriebes, Sonderfunktionen und des Innendienstes.


    Ich hoffe, ich konnte ein bisschen was verdeutlichen, ansonsten ruhig nachfragen.


    Gruß aus München

    Marcus

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  • Hallo Marcus,


    ja, einiges ist mir klarer geworden. Trotzdem will ich nochmal nachhaken. Die jeweiligen Landespolizeien waren den Ländern unterstellt, ich sehe darin zunächst den militärischen Arm der jeweiligen Landesregierung. Gerade hier dürfte es sicherlich einige Unterschiede bei den Einsatzgrundsätzen gegeben haben. Interessant finde ich Deine Zusammenfassung zu deren Veränderung im Laufe der 20iger Jahre, weg von einer harten, rein militärischer Reaktion und hin zu weicheren Mitteln bei Massendemonstrationen.

    Inwieweit waren die Länderpolizeien direkt oder indirekt von der Reichsregierung beeinflussbar?


    Gruß


    Paul

    G-W-G'

  • Hallo Paul,


    Landespolizeien unterstehen der Landesregierung und nicht der Reichsregierung.

    Eine Reichspolizei, analog zur heutigen Bundespolizei, gab es nicht.

    Die Reichsregierung hätte auf Landespolizeien verfassungsrechtlich nur schwer Zugriff gehabt, dazu wäre eine Reichs-Exekution nötig gewesen, sprich die Erklärung, dass die

    Landesregierung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht willens oder in der Lage gewesen wäre.

    Diese gab es durchaus, zwei weniger bekannte Fälle 1923 (Sachsen und Thüringen durch den Reichspräsidenten Ebert) und als bekanntesten Fall

    der "Preußen-Schlag" 1932 gegen das Land Preußen. Grundlage war der Artikel 48 Reichsverfassung.


    Die Polizei-Hoheit lag damals, genauso wie heute, beim Land.


    Den Begriff "militärischer Arm der Landesregierung" finde ich in diesem Zusammenhang als unzutreffend.

    Die Einsatzgrundsätze waren prinzipiell polizeilich, auch wenn man unter "polizeilich" heute etwas anderes verstehen mag.

    Die Fachliteratur mit ihren Planspielen und -Beispielen bezogen sich zumeist auf Einsatzlagen, die damals - wie heute - mit rein polizeilichen Mitteln wie wir sie heute verstehen,

    nicht zu bewältigen gewesen wären.

    Eine bewaffnete und organisierte "roten Ruhr-Armee" kann man nicht mit dem Gummiknüppel beeindrucken. Die Planspiele gehen auch von bewaffneten Kräften von mehreren

    hundert Kämpfern aus.


    Um es klar zu sagen:

    eines der Einsatzprinzipien der Polizei in der Weimarer Zeit war, dass die Staatsmacht (um jeden Preis) durchzusetzen war, notfalls mit der Schusswaffe.

    Ein - auch kurzfristiger - Rückzug der Polizei war nur unter taktischen Gesichtspunkten vorgesehen. Es galt "Feind überall", ein Rückzug wurde wegen der psychologischen

    Wirkung - auch auf die Zivilbevölkerung - nicht gewünscht. Die Lage wie 1920 im Ruhrgebiet oder 1921 beim Mitteldeutschen Aufstand, dass sich die Polizei zurückzieht, sollte

    vermieden werden.

    Der Schusswaffengebrauch war aber - auch vor 1923 - grundsätzlich nicht das erste Mittel. Wenn man zur Schusswaffe griff, dann aber konsequent.

    Jeder wusste, wenn der Polizist ruf "Stopp oder ich schieße", dass er dann schießen wird.

    Dieser Ruf hat bis zum Schluss der Weimarer Republik zumeist gewirkt.

    Den Spruch eines Historikers h "Weimarer Polizei schlägt nicht, sie schießt" in der ZDF-Dokumentation "100 Jahre Polizei" kann ich so also nicht

    unbedingt teilen.


    Für die genaueren Auswirkungen, die sich daraus später ergaben, will ich im nächsten Teil 1929 - 1933 dann etwas eingehen (voraussichtlich morgen).



    Gruß aus München

    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
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  • Hallo Marcus,


    vielen Dank für Deine Erklärungen, soweit für mich nachvollziehbar und durchaus erhellend.


    Eine ruhige Nacht


    Paul

    G-W-G'

  • Tag allerseits,


    das Jahr 1928 war für die Polizeiorganisation ein Bayern ein wichtiges Jahr. Durch das Polizeibeamtengesetz vom 12.4.1928, GVBl. S. 193 wurden die Polizeistrukturen wie folgt organisatorisch zusammengefasst.


    - Schutzpolizei (mit Einzelpolizei als staatliche Schutzmannschaft und Landespolizei als Bereitschaftspolizei)


    - Gendamerie (als Teil der uniformierten Staatspolizei)


    Grüße

    Bert

  • Guten Tag ans Forum,


    In Baden, als demokratische Republik:entschied man sich 1919 für folgende staatliche Polizeiorganisation:

    • eine kasernierte, als Landespolizei aufgebaute Sicherheitspolizei, deren Angehörige zum Teil aus den Badischen Volkswehren stammten,
    • eine Schutzmannschaft für den polizeilichen Einzeldienst.

    Durch das Reichs.Schutzpolizei-Gesetz" vom 17.Juli 1922 wurde die staatliche Polizei Badens neuorganisiert.

    Nun gab es die (staatliche) Schutzpolizei mit Bereitschaftspolizei und Einzeldienst.


    1918, direkt nach dem Krieg, wurde aus der (staatlichen) Badischen Gendarmerie die (staatliche) Landespolizeigruppe. Deren Angehörige waren die Landesschutzleute.

    Ab April 1919 hieß die ehemalige Gendarmerie dann auch wieder Gendarmerie und nicht mehr Landespolizeigruppe.


    Neben den staatlichen Polizeiorganisationen existierte in Baden noch die Gemeindepolizei.


    In Baden gab es als "Polizeitruppen" von 1919 bis 1922 also die Sicherheitspolizei und ab 1922 die Schutzpolizei, hierbei aber nur deren "Bereitschaftspolizei-Anteil".


    Das als mein erster Beitrag zur "flächendeckenden Verwirrung" zu deutschen Polizeitruppen während der Weimarer Zeit bis zur Übergangsphase des Dritten Reiches.


    Meine vorstehenden Angaben sind das Ergebnis eigener Ausarbeitungen.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo,


    ich habe mich für den Begriff Landespolizei entschieden, weil es ja die verschiedensten Begriffe gibt für die Polizei-Truppen:


    - Schutzpolizei

    - Bereitschaftspolizei

    - Ordnungspolizei

    - Sicherheitspolizei.


    Eine Aufstellung, in welchem Land die Polizeitruppen wann wie benannt worden sind, ist glaube ich für sich schon eine Herausforderung.


    Gruß aus München

    Marcus

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  • Hallo Marcus,


    Du bist meiner Frage nach den verschiedenen Begriffen zur Polizei zuvor gekommen.

    Für mich gab es die Gendarmen immer in ländlichen Gebieten und Dörfern, vornehmlich in Süddeutschland.

    Schutzpolizei war für mich immer die Polizei (der Schupo an der Ecke) in den Stadtrevieren usw., da habe ich wohl etwas einfach gedacht.


    Da muss ich wohl mal ein wenig nachlesen. Danke für Deinen Einsatz.


    Ach so, hier in Berlin gab es auch die Bau-Polizei, ich glaube bis etwa 1920.


    Beste Grüße


    Paul

    G-W-G'