Wo mehr erfahren über deutsche Kriegsgefangene in Norwegen?

  • Hallo Forum,


    ich wollte mich erkundigen ob jemand von euch weiß, ob es Unterlagen zu in Norwegen in Gefangenschaft geratene deutsche Soldaten gibt und wenn ja, wo diese zu erfragen sind.

    Auf der Seite des norwegischen Reichsarchivs tuhe ich mir leider etwas schwer informationen zu finden. Mein norwegisch hält sich leider sehr in Grenzen.


    Gibt es hier Erfahrungen?


    Beste Grüße

    Dedelaos

  • Moin,


    laut Wast befinden sich die Gefangenenakten aus westalliertem Gewahrsam (Amerika, Großbritannien, Frankreich und Belgien) bei der Wast.

    Bei Anfragen nach Unterlagen aus russischem Gewahrsam soll man sich direkt ans DRK wenden.

    Über Norwegen ist nichts vermerkt.

    Hatten die Norweger denn "eigene" Gefangene?

    Bin hier leider nicht informiert.


    Gruß

    Andreas

    Der Franke ist ein freundlicher, hilfsbereiter und höflicher Mensch ------ Man darf ihn nur nicht ansprechen


  • Hallo Maulaff,


    danke für deie Nachricht.
    An den Suchdienst habe ich auch bereits gedacht. Meine letzte Anfrage wurde jedoch abgeschmettert mit der Begründung dass der Suchdienst nur schicksalsklärende Auskünfte im Bezug auf Vermisste und Gefallene erteilt.


    Zu deiner Frage ob die Norweger eigene Gefangenenlager hatten bin ich mir nicht sicher. Aus Erzählungen, die Bekannterweise mit gesunder Skepzis zu beäugen sind, weiß ich dass mein Verwandter in einem Lager in Norwegen nach Kriegsende zumindest kurz interniert wurde. Das Lager soll von der Roten Armee geführt worden sein.

    Mir ist auch nicht ganz klar ob Mitglieder der Organisation Todt, bei der er tätig war, regulär als Soldat gezählt und somit als Kriegsgefangene angesehen wurden.


    Beste Grüße

    Dedelaos

  • Moin,

    Die Wast bittet auf ihrer Seite darum bei Anfragen zu russischen Kriegsgefangenen sich direkt an das DRK zu wenden.

    Ich verstehe dann nicht ganz warum du diese Auskunft dort nicht bekommst.


    Zitat:"

    An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis:


    Sollen Ermittlungen zu einer Person durchgeführt werden, die sich in Kriegsgefangenschaft in sowjetischem Gewahrsam befand, bitten wir Sie, sich direkt an den


    Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes


    Chiemgaustraße 109

    81549 München


    zu wenden. Diese Unterlagen liegen in der Deutschen Dienststelle (WASt) nicht vor."


    Gruß

    Andreas

    Der Franke ist ein freundlicher, hilfsbereiter und höflicher Mensch ------ Man darf ihn nur nicht ansprechen


  • Hallo,

    nunja, dann werde ich mir der Argumentation in petto einmal mal Glück beim Suchdienst versuchen.

    Vielen Dank auf jeden Fall schonmal für deinen Hinweis, Andreas!


    Bleibt abschließend nur noch zu klären, ob Mitglieder der Organisation Todt auch in Kriegsgefangenschaft kamen....

  • Hallo Dedelaos,


    hast du denn eine mögliche Seite für deine Suche auf Norwegisch finden können?
    Ich lebe momentan in Oslo und spreche fließend Norwegisch und Schwedisch. Werde mal beim norwegischen Reichsarchiv schauen, vielleicht findet sich etwas online. Ansonsten kann ich sicher auch mal in Person da erscheinen, wenn es in Oslo seinen Sitz haben sollte, das Studium hält einen ja nicht ständig beschäftigt...

    EDIT: Das norske riksarkivet liegt bei mir direkt um die Ecke. Nach was genau suchst du denn?


    Grüße,
    Toni

  • Hallo Dedelaos,

    hast du denn eine mögliche Seite für deine Suche auf Norwegisch finden können?
    EDIT: Das norske riksarkivet liegt bei mir direkt um die Ecke. Nach was genau suchst du denn?

    Hallo Kirsz,


    Allgemein:
    im Riksarkivet in Oslo wird das zu Teilen erhaltene Archiv der Organisation Todt Einsatzgruppe Wiking aufbewart. Die Bestände sind über die Website der norwegischen Archive größtenteils inventarisiert. Vor Ort konnte ich in einer erhaltenen Kartei personenbezogene Unterlagen zur gesuchten Person finden. Diese bezog sich jedoch nur auf die OT-Mitgliedschaft. Mangels ausreichender Zeit konnte ich jedch leider nicht noch nach Unterlagen zu Kriegsgefangenen suchen.

    Inzwischen konnte ich aber herausfinden dass es solche Unterlagen sowohl für Wehrmachtsangehörige als auch für Ausländer (nicht Norweger) gibt. Wehrmachtsangehörige und so genannte Unerwünschte Personen, wozu sowohl Zwangsarbeiter andere Nationalität als auch deutsche Zivilarbeiter (inklusive OT Angehörige) zählten, wurden aus Norwegen nach Kriegsende regelrecht in ihre Heimatländer abtransportiert. Hierzu existieren Transportlisten und ähnliches. Bei den Lagern in denen Wehrmachtsangehörige und deutsche Zivilarbeiter gesammelt wurden handelte es sich um eine Art selbstverwaltete Internierungslager. Und ja, auch OT-Angehörige wurden dort interniert. Das konnte ich inzwischen für zumindest eionen Fall nachweisen.

    Zu deinem Angebot:
    Also wenn du für mich im Archiv tatsächlich nachsehen könntest, wäre das wirklich sehr nett von dir. Bist du denn immer noch in Norwegen?


    Beste Grüße
    Dedelaos