Allgemeine Frage zu den Erkennungsmarkennummern

  • Hallo allerseits,


    ich habe eine ganz allgemeine Frage:


    Wer bzw. welche Kommandoebene hat im zweiten WK eigentlich die Listen mit den Erkennungsmarkennummern geführt und aufbewahrt? War das ein zentrales Register oder wurden die Listen auf einer niedrigeren Ebene geführt, sodass eine Nummer eventuell 2 mal vergeben werden konnte, z.B. in zwei verschiedenen WBK's?


    Gruß

    Anhalter durch die Geschichte

  • Hallo Anhalter,


    diese Frage ist hier schon mehrfach erläutert worden; vielleicht bemühst Du

    auch einmal die Suchfunktion ?

    Die zur Ausgabe berechtigten Truppenteile führten Ausgabe-(Ur-)Listen über

    die ausgegebenen Erkennungsmarken und deren Träger. Darüber hinaus wurden

    Veränderungslisten (Versetzungen u.ä.) geführt.

    Da sich die Beschriftung der Erkennungsmarken (im Heer) aus ausgebendem Truppenteil und

    lfd. Nr. zusammensetzte, kann eine mehrmalige Vergabe nur durch menschliche Fehler

    geschehen sein, denn die Truppenteilbezeichnungen waren i.d.R. einmalig.

    Die Listen wurden turnusmäßig als Meldung an die WASt geschickt, d.h. sie war die

    zentrale Erfassungs- und Auskunftsstelle und konnte/kann ausschließlich auf der Grundlage

    dieser Listen ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo dr. rudolf,


    sehr herzlichen Dank für die Erläuterung. Das hilft mir wirklich weiter.


    Auf die Idee mit der Suchfunktion bin ich durchaus schon selber gekommen. Nur, wenn ich das Suchwort "Erkennungsmarken" dort eingebe, bekomme ich so viele konkrete Einzelanfragen zu bestimmten EM-Nummern angezeigt und als Antwort (völlig zu Recht!) den Hinweis, dass ohne WaSt-Auskunft keine Fragen beantwortet werden, dass ich auf die Dauer nicht alle Anfragen mit den Antworten durchgelesen habe. Und so konkludent, wie Du das hier jetzt beschrieben hast, habe ich das auch noch nirgends gefunden. Ich schlage deshalb vor, dass Deine Erläuterung an zentraler Stelle noch einmal dargestellt wird, denn ich bin sicher, dass sie auch anderen Suchenden helfen wird.


    Ich wage mal eine Schlußfolgerung und bitte Dich, mich ggf. zu korrigieren:


    1, Es ist nicht auszuschließen, dass versehentlich eine Nummer im selben WBK oder LG zweimal vergeben wurde.

    2. Es könnte Übertragungsfehler, z.B. Tippfehler, beim Erstellen der Listen gegeben haben. Dazu die Frage: Was war zuerst: Die Marke oder die Liste?

    3. Der "Zahn der Zeit" könnte die Erkennungsmarken so schlecht lesbar gemacht haben, dass Fehlidentifikationen bei heute aufgefundenen Soldaten nicht auszuschließen sind. Beispielsweise könnte durch Korrosion oder mechanische Beschädigungen aus einer 8 eine 6 geworden sein, oder bei den römischen Ziffern der Luftgaue könnte aus einer III eine II geworden sein (oder umgekehrt). Dann könnte beispielweise eine Marke mit der -496- Lg. Kdo. III leicht mal als -498- Lg. Kdo. II gelesen werden.


    Ich gehe mal davon aus, dass sich die WaSt dieser möglichen Fehlerquellen auch bewusst ist. Welche Methoden wendet sie an, um diese Fehler auszuschließen, um eine zweifelsfreie Identifikation gewährleisten zu können?


    Ich freue mich auf Deine Antwort.

    Gruß

    AnhalterddG

  • Hallo Anhalter,


    alles ist möglich !

    Du musst aber davon ausgehen, dass sich die Beteiligten der Bedeutung der

    Erkennungsmarken im bevorstehenden/laufenden Krieg wohl bewusst waren

    und in dieser Angelegenheit entsprechende Sorgfalt walten ließen.

    Daher möchte ich Deine Option "1." als relativ abwegig betrachten: Die Erkennungsmarke

    wurde mit dem Namen des Empfängers in die Ausgabeliste eingetragen und

    dem Empfänger ausgehändigt, gleichzeitig erfolgte i.d.R. der Eintrag in Soldbuch

    und Wehrpass, und alle haben das gelesen, verglichen, kontrolliert . . .

    Aber Fehler passieren halt.


    Da die Unterlagen - meines Wissens auch heute noch - bei der WASt händisch geführt

    wurden/werden, wäre es wohl eher Zufall, wenn so ein von Dir konstruierter Fall

    tatsächlich aufgetreten wäre.


    Mir ist sowieso nicht ganz klar, was die Beweggründe Deiner Frage sind !?!


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

  • Guten Tag ans Forum und an den Anfragenden,


    Fragen welche die WASt direkt betreffen, könnte man ihr auch direkt stellen und beantworten lassen.

    Also, einfach mal die WASt entsprechend anschreiben.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Fragen welche die WASt direkt betreffen, könnte man ihr auch direkt stellen und beantworten lassen.

    Hallo Peter,


    sicherlich könnte man die der WASt stellen. Aber was sollen die antworten (wenn überhaupt ?):

    Wir machen auch Fehler ? Und wann erwartest Du eine Antwort ?


    Darüber hinaus hätte ich ja allzu gerne die Motivation zu dieser Frage geklärt. Nur, weil es den

    Anfragenden vielleicht interessiert, die WASt anzuschreiben (Alle Welt weiß, dass die durchaus

    "Besseres" zu tun haben.) ?


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

  • Guten Tag ans Forum und an Dr. Rudolf,


    vor allem wegen der uns unbekannten Motivation für die letzte "Dreierfragen-Kombination", werden wir hier im Forum nicht zielgerichtet antworten können.

    Für mich ist es daher naheliegend, dass der Anfragende sich anderweitig bemüht.

    Denn sollte es dem Anfragenden bei Erkennungsmarken tatsächlich um Fehlerquoten bei der WASt und deren Vermeidung durch die WASt gehen,

    wer außer der WASt sollte diese Fragen beantworten können?

    Im übrigen sollte die WASt ein bürgerorientierter Dienstleister sein. Und da gibt es nichts "Besseres" als Bürgerfragen kompetent zu beantworten.

    Ist meine Meinung zum Selbstverständnis von Behörden.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Mir ist sowieso nicht ganz klar, was die Beweggründe Deiner Frage sind !?!

    Hallo Rudolf,


    ich sitze seit 2 Tage an einem Brief an die WaSt, um das Schicksal meines Großvaters aufzuklären, der in den letzten Kriegstagen noch "abhanden" gekommen ist. Ich habe den Fall in einem anderen Thread schon relativ breit erklärt, deshalb will ich das hier nicht noch einmal tun.

    Ich will in dem Brief an die WaSt meine Fragen möglichst so korrekt formulieren, dass ich Antworten erwarten kann, die mir auf meiner Suche weiterhelfen. Ich bin ein völlig unmilitärischer Mensch und habe mehr als 50 Jahre sehr gut damit gelebt, die ganzen militärischen Begriffe und Hierarchien nicht zu kennen. Ich könnte auch jetzt noch nicht genau erklären, was der Unterschied zwischen Division, Regiment und Batterie ist. Und eigentlich möchte ich das auch so beibehalten. Im Vergleich zur Generation meines Großvaters scheint es ein ziemlicher Luxus zu sein, diese Begriffe nicht kennen zu müssen und trotzdem ein gutes Leben zu führen. Nur: Wie schreibt man in dieser Unkenntnis einen Brief an die WaSt, den die WaSt-Mitarbeiter verstehen? Deshalb stelle ich hier solche Verständnisfragen.

    Die WaSt hatte uns in einem Schreiben von Januar 2000 eine EM-Nummer für meinen Großvater mitgeteilt, die niemandem in der Familie bekannt war und auch in den wenigen erhaltenen Unterlagen nicht zu finden ist. Und wie Du oben richtig schreibst, war allen Beteiligten die Bedeutung der EM bewusst. Auch in meiner Familie. Die letzte bekannte EM-Nummer hat meine Mutter gehütet wie ihren Augapfel. Ich versuche jetzt herauszufinden, wo der Fehler gemacht sein könnte. Ich würde neben dem oben Gesagten auch nicht ausschließen, dass die Weitergabe der Nummer innerhalb der Familie nicht geklappt hat, obwohl mein Großvater die Nummer immer bei mehreren Familienmitgliedern hinterlegt hat, wohlwissend, dass mal jemand ausgebombt werden könnte.


    Um nun meine Frage an die WaSt verständlich zu formulieren, ist es mir hilfreich, die möglichen Fehlerquellen zu kennen. Dabei hast Du mir gerade geholfen und dafür danke ich Dir.

    Herzlichen Gruß

    Anhalter durch die Geschichte

  • Hallo Anhalter,


    noch einmal zum Verständnis:

    Auch wenn es sich um Ausnahmen handelte, kann ein Soldat während

    seiner Dienstzeit mehrere Erkennungsmarken gehabt haben. Er kann die

    alte verloren haben, sie wurde unbrauchbar oder (beliebtes "Spiel" bei Soldaten)

    sie wurde durchgebrochen.

    Die Erkennungsmarke wird in der Ahnenforschung/Nachforschung nach Angehörigen

    immer wieder maßlos überschätzt. Für den Suchenden sagt sie lediglich aus, dass

    der Inhaber (irgendwann) einmal Angehöriger des auf der Erkennungsmarke

    vermerkten Truppenteils war, nicht mehr und nicht weniger, wann, wie lange usw.

    das bleibt alles im Dunkeln.


    Das ändert nichts an dem bereits erläuterten Stellenwert der Erkennungsmarken

    zur Nachverfolgung des Werdegangs eines Soldaten bzw. zur Identifizierung

    sofern er gefallen ist. Beides kann aber lediglich die WASt anhand der ihr

    vorliegenden Unterlagen leisten.


    Aus diesem Grund würde ich mich nicht so sehr an der/den Erkennungsmarken

    "festbeißen"; das hilft Dir bei Deinem Vorhaben (fast) überhaupt nichts.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Lieber Rudolf,


    ich halte von diesem ganzen Schwindel mit den Erkennungsmarken sowieso nichts. Die hatten doch damals schon nur den Zweck, die Soldaten ruhigzustellen, denen bewusst war, dass man im Krieg durchaus mal sterben kann. Es reichte doch schon aus, wenn beim Truppentransport ein ganzer vollbesetzter Eisenbahnwaggon mit Granaten beschossen und zerfetzt wurde. Dann haben einem die schönsten Erkennungsmarken bei der Identifizierung nicht mehr geholfen. Alles Bluff.

    Nur leider ist es in unserem Fall so, dass diese besagte EM mit der unbekannten Nummer als einziges Indiz von offizieller Seite dafür angegeben wird, dass es sich bei dem aufgefundenen Soldaten um meinen Großvater handeln sollte. Ich find's lächerlich. Zumal man uns die beantragten Fotos von der Bergung vorenthält.

    Das ist aber nur ein Puzzlestein in meinem Zehntausenderpuzzle. Deshalb kann von Festbeißen keine Rede sein.

    Es macht Spaß, mit Dir gemeinsam die Sache zu durchdenken. Ich glaube, wir haben ähnliche Sichtweisen.


    Gruß

    AnhalterddG

  • ich halte von diesem ganzen Schwindel mit den Erkennungsmarken sowieso nichts. Die hatten doch damals schon nur den Zweck, die Soldaten ruhigzustellen, denen bewusst war, dass man im Krieg durchaus mal sterben kann. Es reichte doch schon aus, wenn beim Truppentransport ein ganzer vollbesetzter Eisenbahnwaggon mit Granaten beschossen und zerfetzt wurde. Dann haben einem die schönsten Erkennungsmarken bei der Identifizierung nicht mehr geholfen. Alles Bluff.

    Nur leider ist es in unserem Fall so, dass diese besagte EM mit der unbekannten Nummer als einziges Indiz von offizieller Seite dafür angegeben wird, dass es sich bei dem aufgefundenen Soldaten um meinen Großvater handeln sollte. Ich find's lächerlich.

    Lieber Anhalter,


    Deine Ansichten in allen Ehren; aber unterstelle mir nicht, ich hätte eine

    "ähnliche Sichtweise" (oder habe ich mich schon einmal ähnlich naiv

    geäußert?).

    Die Erkennungsmarken haben mit Sicherheit dazu beigetragen, dass

    ein Großteil der Gefallenen identifiziert werden konnten. Wenn Du andere

    Erkenntnisse haben solltest, dann behalte es als Deine Erfahrung.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)