Sturmtiger in Waffen SS-Divisionen?

  • Hallo Leute,

    war jetzt länger unterwegs.

    Habe hier noch den ein oder anderen interessanten Aspekt lesen können.

    Wie erwähnt, es war für mich Ressourcen Verschwendung damals, dennoch natürlich sehr imposante Kampfwagen diese Sturm Tiger, ohne Frage.

    Ich denke, bei anderem Kriegsverlauf, taktisch viell. anders eingesetzt, hätten diese "Ungetüme" sicher einiges damals anrichten können.

    Egal, es ist/war wie es ist.

    Dennoch, einige tolle Beiträge von euch.

    Dafür Danke !!! :thumbup:

    Besonders die Sturm Tiger aus dem "Ruhrkessel" war mir so noch nicht bekannt.

    Sehr schöne Details dazu.

    Grüße

  • Hallo,


    ich lese immer, dass der Sturmtiger in anbetracht der Tatsache, dass es keine oder evtl. wenige feindl. Bunker zu "knacken" gab für etwas zu kurz gegriffen, sieht man mal von Warschau ab.*

    Folgende Überlegungen könnten eine Rolle gespielt haben:


    > Erfahrungen aus Stalingrad saßen möglicherweise in den Gedanken fest und daraus folgernd Rückeroberung dt. besetzter Städte

    > Rückeroberung der inzwischen wieder feindl. besetzten Maginotbunker

    > Rückeroberung von Westwall - Bunkern

    > Zerschlagung feindl. Truppenkonzentrationen etc. ( Wie in einem Falle im Westen geschehen)


    Dass das alles Fehlplanungen waren hat sich dann heraus gestellt.


    Gruß Karl


    * Man hoffte ja seitens der Führung auf den Endsieg ( oder zumindest die Verlängerung des eigenen Lebens!)

  • Hallo Karl,


    In meinen Augen waren die Sturmtiger in erster Linie für den Einsatz in bebautem Gelände vorgesehen, denn nicht nur der Einsatz in Warschau ist ein Indiz dafür sondern ebenfalls der "Blitzbesuch" der beiden Sturmtiger der Sturmmörser-Kompanie 1000 Mitte Oktober 1944 im Raum Budapest steht meiner Meinung nach mit der Absetzung und der Verhaftung von Admiral Horthy im Zusammenhang. Die Absetzung von Admiral Horthy fand ebenfalls Mitte Oktober statt und die deutsche Führung musste zu diesem Zeitpunkt noch von Kämpfen in Budapest ausgehen.

    Anlässlich der Ardennenoffensive wurden auf Anordnung von Hitler am 15.12.1944 die Sturmmörser-Kompanien 1000 und 1001 dem LXVII. AK für einen Einsatz in Lüttich zugeteilt, denn das Korps hatte die Aufgabe die rechte Flanke der 6. SS Panzerarmee zwischen Monschau und Lüttich zu decken. Die Tatsache, dass die beiden Kompanien während der Ardennenoffensive letztendlich ohne Auftrag im rückwärtigen Gebiet blieben, ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass dem LXVII. AK der Durchbruch durch die amerikanischen Linien nicht geglückt war.

    Gruss


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang

    In meinen Augen waren die Sturmtiger in erster Linie für den Einsatz in bebautem Gelände vorgesehen,

    das widerspricht nicht grundsätzlich meiner Auffassung, wenn Du damit Städte meinst, auch wenn ich das nicht explizit erwähnt habe.

    Allerdings dann im direkten Einsatz auf Häuserblocks, denn "indirekt" gab es genügend andere Möglichkeiten, wenn verfügbar ( Bomber, schwerste Artillerie usw.).

    Denn für was sonst die Panzerung?


    Gruß Karl

  • Hallo zusammen,


    Der wenigen mir zum Thema zur Verfügung stehenden Literatur zufolge wurden Sturmtiger an der Westfront punktuell (logisch, bei den vereinzelt hergestellten und eingesetzten Exemplaren) sehr erfolgreich gegen allzu sorglose amerikanische Truppenkonzentrationen eingesetzt. Die Explosion der Granate soll die Bewegungen der US-Army teils stundenlang gelähmt, aber auch ein wildes Artilleriefeuer auf die ermittelten Feuerstellungen ausgelöst haben. Angeblich zerstörten Sturmtiger auch einen Westwallbunker, aber das halte ich wegen des späten Einsatzzeitpunktes nicht für wahrscheinlich.


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hi

    Das vereinzelte auftauchen dieser Fahrzeuge muß für den Gegner verheerend gewesen sein.

    Das einschlagen einer Granate muß ganz schön bumm gemacht haben.


    Das der Rangösen Tiger dort stand ist nicht verwunderlich, selbst die letzten Ferdinands kamen im Osten zum Einsatz.

    Dieser gehörte womöglich nicht zu den Kompanien 1000-1002 und wird wohl eher ein Prototyp gewesen sein.

    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Karl,


    Ich hatte mit Einsatz in bebautem Gelände tatsächlich den Einsatz von Sturmtigern gegen einzelne Ziele in Städten gemeint. Einen flächendeckenden Beschuss hätten die Sturmtiger nicht durchführen können.

    Gruss


    Wolfgang

  • Man hoffte ja seitens der Führung auf den Endsieg

    Ja leider bis zum Schluss! :(

    Trotzdem glaube ich nicht, das der Sturm Tiger "nur" für Rückeroberungen usw. geplant war.

    Dann hätte man auch auf schw. Mörser oder Art. setzten können.

    Ich denke das der Sturm Tiger schon auch als bewegliche Angriffs Waffe so konstruiert wurde, um evtl. als mobile Art./Mörser die Truppen unterstützen sollte.

    Eben, die glaubten ja bis zum Ende noch an den "Endsieg" oder zumindest an eine erfolgreiche Wende des Kriegsverlaufs.

    Interessant (im Detail) finde ich die Anmerkungen von "Wolfgang Grote" dazu.

    Besonders Budapest oder in den Ardennen war mir so noch nicht geläufig.

    Interessante Infos dazu! :thumbup:

    Grüße

  • Hallo,

    nachdem, was ich bisher über die Ardennenoffensive und den Einsatz der Sturmtiger gelesen habe, kann ich mir schwerlich vorstellen, dass die Sturmtiger selbst bei erfolgreichen Durchbruch durch die amerikan. Linien rasch zu ihrem vorgesehenen Einsatzort gekommen wären.

    Ein gravierender Mangel bestand ja gerade darin, dass es für schwere Panzer wenig geeignete Vormarschstraßen gab und innerhalb der Marschbänder keine entsprechende Marschdisziplin existierte. Ausweichen im Gelände war oft nicht möglich. Witterungsbedingungen, alte Minenfelder, unwegsames Gelände etc.liesen dies nicht zu. Ausreichender Nachschub Fehlanzeige. Mit Sicherheit hätte es dann große Schwierigkeiten gegeben, so meine Annahme, die Sturmtiger wieder zurück zu führen.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo Mitstreiter

    Ich denke mal das er nicht von der Westfront kam.

    Dieser hier kam vermuthlich aus der Heeresversuchsanstalt.

    Für diesen Tiger ist er viel zu weit von den anderen entfernt.


    Es sei denn er hatte die Voraussetzung einer Reperatur in Königsborn oder Burg.

    Ich ziehe aber die erste Variante vor.

    mfg Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo,

    bisher gab es mir keinen bekannten Nachweis, dass sich ein Sturmtiger in der Heeresversuchsanstalt Hillersleben zu irgendeinem Zeitpunkt befand, was die nächst gelegene Heeresversuchsanstalt wäre. Ausgenommen natürlich der Transport des liegengebliebenen Sturmtigers an der Autobahn bei Ebendorf zum Sammmelplatz in Hillersleben. Bliebe noch Kummersdorf.

    MfG Wirbelwind

  • Hi

    Laut Sturmpanzer.com ist der in Kubinka stehende Tiger in oder bei Budapest erbeutet worden.

    Er gehörte zur Kp.1000.

    mfg Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo zusammen,

    hier einmal ein Bericht aus der Waffen-Revue von 1994 über den Sturmmörser.

    Diesen Beitrag kann man Online hier lesen: Waffen-Revue Sturmmörser

    Finde ihn persönlich recht interessant.


    Lg Andre

  • Hallo Zusammen,


    Nachstehend ein paar Einzelheiten zu den Einsätzen der Sturmmörser-Kompanie 1002 im Reichswald :

    - Am 02.02.1945 wurde die Zuführung der Sturmmörser-Kompanie 1002 zum OB West befohlen

    - Am 11.02.1945 erfolgte die Unterstellung der Sturmmörser-Kompanie 1002 mit 5 Sturmmörsern unter die Panzerjäger-Abteilung 33, die Teil der 15. Panzergrenadier-Division war.

    - Am 12.02.1945 wurden dem Panzergrenadier-Regiment 115 3 Jagdpanzer der Panzerjäger-Abteilung 33 und die 5 Sturmmörser der Sturmmörser-Kompanie 1002 zur Unterstützung eines befohlenen Angriffs unterstellt. Der Gefechsstand des Regiments befand sich 1 Km nördlich von Pfalzdorf. Der Angriff erfolgte um 11.00 Uhr und startete am Südostrand des Reichswald und sollte in nördliche Richtung zu einer Waldschneise an der Strasse Kleve - Asberg geführt werden. Der Angriff blieb aber liegen.

    - Am 13.02.1945 war die Sturmmörser-Kompanie 1002 wieder der Panzerjäger-Abteilung 33 unterstellt, die ihren Gefechtsstand östlich von Pfalzdorf (Staudenhof) hatte. Am Nachmittag des 13.02.1945 verschoss die Sturmmörser-Kompanie insgesamt 40 Schuss auf erkannte feindliche Bereitstellungen und Ziele im Reichswald.

    - Am 24.02.1945 kamen 2 Sturmmörser der Sturmmörser-Kompanie 1002 bei der Panzerjäger-Abteilung 33 zum Einsatz; sie verschossen insgesamt 12 Schuss auf erkannte feindliche Bereitstellungen im Raum Hoest - Hoenhof.

    - Am 28.02.1945 wurde die Sturmmörser-Kompanie 1002 mit 2 Sturmmörsern der Kampfgruppe Tebbe (I. Abteilung (Panther)/Panzerregiment 16) der 116. Panzerdivision unterstellt.

    - Die Sturmmörser unterstützten am 28.02.1945 das Fallschirmjägerregiment 24 im Raum Uedem, das durch einen Gegenangriff, der durch einige Panzer der Kampfgruppe Tebbe unterstützt wurde, den Durchbruch feindlicher Kräfte vereiteln konnte.

    - Am 02.03.1945 schied die Sturmmörser-Kompanie 1002 aus dem Unterstellungsverhältnis bei der Kampfgruppe Tebbe aus und wurde östlich des Rheins verlegt.

    Quellen : KTB Panzerjäger-Abteilung 33 & Panzergrenadier-Regiment 115 sowie Gefechtsbericht der Kampfgruppe Tebbe.


    Gruss

    Wolfgang

  • Guten Tag, Hallo, Hallo zusammen, Moin.....


    Vlt.noch als Ergänzung:


    Zum Bau wurden beschädigte Tiger-Panzer verwendet. Turm und obere Wanne wurden durch einen festen Aufsatz mit 150mm Frontpanzerung ersetzt.


    Also eigentlich Recycling....


    Der Raketenwerfer war -wie schon vorstehend erwähnt- eine umgebaute Version des "Wurfgerät 38cm" von der Marine.


    Der Sturmtiger -lt.Texttafel Panzermuseum Munster- konzipiert zur Zerstörung von Gebäuden und Befestigungen. Die Waffe hatte eine enorme Zertörunsgkraft, die moralische Wirkung auf den Gegner verheerend.


    Im Panzermuseum Munster steht ein Exemplar.


    Grüße....


    Sturmtiger-1.jpg

  • Hallo zusammen,

    besten Dank für die vielen Antworten, Anregungen, etc.

    Ich hatte damals das Kapitel eröffnet, da ich auf der Suche nach einer Einheit war, der ich mein Sturmtiger-Modell im Massstab 1:35 zuordnen kann.

    Letztendlich habe ich dem Modell dann kein Btl.-/Div.abzeichen verpasst (wer die Wahl hat....).

    Das Modell ist fertig. Ein paar Bilder anbei.


    Gruss

    _OG


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  • Guten Abend OG,


    vorab,

    ich bin kein Modellbauer, hätte nie die Ruhe, Geduld dafür, um sowas hinzubekommen.


    Dein Modell macht echt was her her, sieht gut aus,

    was ich aber sensationell finde, dass ist der Blick in den Innenraum.

    So noch nie gesehen, sehr gut.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • was ich aber sensationell finde, dass ist der Blick in den Innenraum.

    Hallo,

    Modellbauer machen so etwas häufiger, ich persönlich zwar nicht, aber ich mache den Innenraum aber doch.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,

    danke, danke.

    Da bei dem Modell das Innenleben mit dabei war, dachte ich mir, mach ein Schnittmodell draus, dann sieht man wenigstens was davon. Also Dremel raus und los ....:)

    Gruss

    Obergefreiter