Begründung für den Angriff auf die Sowjetunion

  • Hallo,


    und vielen Dank für die Antwort! Da für mich hier ein sehr "krudes" Weltbild offensichtlich wird, bin ich aus diesem Strang draussen.

    Eine Empfehlung an Lektüre, die 4 Bände "Geschichte des Westens" zumindest Band 2 und 3, von Heinrich August Winkler.

    Den Moderatoren weiter viel Vergnügen beim Verfolgen des Threads.

    Gruß

    Willi

  • Grüß Gott Alexander,


    Angeblich (Hörensagen) war die Begründung ja ein baldiger Angriff der Roten Armee auf Deutschland. Aber es muss doch einen konkreten Anlass gegeben haben, um schnell die Meinung in der Bevölkerung und den Soldaten zu ändern.

    ja, so war das, Hitler hielt am 22. Juni 1941 im Reichstag eine Rede hier unter dem 22.06.1941 zu finden, die inhaltlich gleich auszugsweise als Tagesbefehl vor dem Angriff an der Ostfront verlesen wurde*. Es ist eine "Einkreisungsrede", wie Kaiser Wilhelm sie vor Beginn des I. Weltkrieges hielt, pure Panikmache. Wahr daran ist, daß vor Ribbentrop französische und englische (niederrangige) Unterhändler in Moskau waren, nach dem I. Weltkrieg waren die Sowjetunion und Deutschland auf internationalem Parkett Underdogs und Stalin war schwer beleidigt, daß Frankreich und England ihm die 2. diplomatische Garnitur, die noch dazu kaum etwas anzubieten hatte, geschickt hatten, mit denen kam Stalin nicht zurecht.**


    Heute kreist das ganze als "Präventivkriegs-These" durch das Internet, spar' Dir die Zeit, das alles zu lesen, Stalin hatte nicht vor, Deutschland oder von ihm besetztes polnisches Gebiet anzugreifen. Tatsache ist allerdings, daß Stalin damals moderne Verteidigungsbunker an der deutsch-russischen Demarkationslinie in Polen errichten ließ und auch, daß die damalige Verteidigungsstrategie vorsah, aus dieser Bunkerlinie Angriffsstöße zu unternehmen, um das Kriegsgeschehen ins Feindesland zu tragen, das ist regional begrenzt bei der Heeresgruppe Süd im Gebiet um Belzec gelungen, daher erschien diese Propaganda den Soldaten in diesem Frontabschnitt für wahr.


    Gruß Wolfgang


    ________________________________________________________

    * Ferdinand Hacker, "Verlorene Jugend", S. 21

    ** Richard Overy, "Russlands Krieg 1941 - 45"

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo in die interessante Runde


    Ich lese zur Zeit

    Kalkulierte Morde von Christian Gerlach

    Ca.1200 Seiten anstrengend zu lesen!

    Bin noch am Anfang !

    Der Autor scheint die Thesen zu vertreten das es massive wirtschaftliche Gründe für den Angriff gab!

    Die Führung hatte die Befürchtung das durch die unzureichenden Nahrungsvorräte ( die Blockade der Einfuhren ) es zu ähnlichen Zuständen wie 1918 kommen könnte!

    Folgerung von mir:

    Eine Armee im Felde produziert nichts sondern braucht Essen und Trinken fehlt zu Hause in der Produktion!

    Ein Bauer/Sohn fehlt bei der Feldarbeit also weniger Ertrag!


    Gruß Arnd

  • Hallo Arnd,


    natürlich hatte Hitler "massive wirtschaftliche Gründe" für den Angriff, neben sozialdarwinistischen und rassenideologischen Gründen (Lebensraum).


    Mit den eigenen Ressourcen hätte Hitler auch nach der Besetzung Frankreichs seinen einzigen verbliebenen Kriegsgegner England nicht niederringen können und laß' mich Deine These ergänzen, eine moderne (motorisierte) Armee braucht nicht nur "Hapahapa", sondern auch Sprit, Hitler, als militantem Anti-Alkoholiker, hätte es sicher nicht leid getan, seine Panzer mit französischem Cognac fahren zu lassen und den Luftkrieg gegen England mit eben diesem "Sprit" zu führen, aber das hätte nicht gereicht, England hatte Zugriff auf das persische Erdöl, Hitler hatte nur eine bescheidene Ölquelle in Rumänien und Stalin stand in Griffweite darauf.


    Der eigenartige Verlauf des Ostfeldzuges zu Beginn ist genau damit zu erklären, es war, wie Hitler gesagt hätte "kriegswirtschaftlich" bedingt, militärisch richtig wäre es bei einem so zentralistisch verwalteten Staat, wie die Sowjetunion, die Hauptstadt vordringlich anzugreifen, das war zunächst auch das Kriegsziel. Aber, Hitler lenkte den Angriff vordringlich auf die Ukraine, dort gab es "Hapahapa", mit dem man die Truppen versorgen und das man in die Heimat schicken konnte, weiter östlich im Donez-Becken gab es aber Bodenschätze, wie Kohle und Eisen und von da aus war der Weg nach Süden zu den Ölfeldern von Maikop oder Baku offen, dahin unterwegs war Stalingrad.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo,


    der Weg zum 2. WK war nicht vorgezeichnet oder unumgänglich. Der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung sah zwischen dem Ende des 1. Weltkriegs und dem Beginn des 2. Weltkriegs einen Krieg nicht als Mittel zur Lösung der politischen und wirtschaftlichen Probleme. Auch die NSDAP, so paradox es klingen mag, gab sich als Friedenpartei, Hitler trat in öffentlichen Reden als Friedensbefürworter auf.

    Diese Friedensliebe war aber auch immer eine bedingte. Die Geschichte der Nazis als Friedenengel ging so. Deutschland, durch den Versailler-Vertrag gedemütigt am Boden liegend, will keinen Krieg, aber wenn die bösen Mächte um Deutschland herum (im Osten die Bolschewisten im Westen die kapitalistische anglo-amerikanische Verschwörung) den Krieg bereiten, dann wird sich Deutschland wehren müssen. Aus diesem Basisthema entwickelten die Nazis eine fortwährend verbreitete Propaganda über die gesamte Bandbreite der Politik, einschließlich der Diffamierung und Terrorisierung politischer Gegner und Minderheiten. Indem man geschickt weit verbreitete Ressentiments und Vorurteile bestätigte und immerzu neue (tlw. groteske) Bedrohungsszenarien propagandistisch aufbaute und aufblähte, sämtliche Gegenstimmen systematisch ausschaltete, wurde die Begründung einen Krieg zur Verteidigung Deutschlands führen zu müssen immer glaubhafter.

    Selbst im der offiziellen Begründung für den Krieg gegen die Sowjetunion kommt Hitler immer wieder auf den beschriebenen Begründungszusammenhang von Einkreisung und erzwungener Gegenwehr zurück.

    Die Propaganda deckte. wie bereits gesagt, eine sehr große Bandbreite kleinerer Begründungen, eingebettet in die große Geschichte, so dass sich jeder etwas nach seinem Gusto aussuchen konnte, warum der Krieg begonnen werden musste.


    (Diese hier nur sehr grob beschriebenen Mechanismen dienen auch heute noch als Blaupause, um aus Krisenszenarien - tatsächliche oder erfundene - einen Trigger zu machen für einen erlaubten Verteidigungskrieg).

    In Klammern weil ein Gegenwartsbezug hergestellt wird, also diese Einlassung gehört, da in Klammern, nicht zum eigentlichen Beitrag.


    Gruß


    Paul

  • Guten Abend Paul,


    darf ich Deinen ausgezeichneten Beitrag ergänzen? Hitler bediente sich der kaiserlichen "Einkreisungs"-Legende: "Mitten im Frieden überfällt uns der Feind"


    Und hier sieht man auch, wie Adolf sich in verschiedenen Reichstagsreden als "Friedensengel" präsentiert hat. Man beachte unbedingt seine Rede vom 22. Juni 1941, die ist auszugsweise vor dem Angriff an der Ostfront verlesen worden, womit die nächste Legende, die "Präventiv-Kriegs"-Legende, die zu meinem Leidwesen im Netz herumgeistert.

    Friedensengel "Adi" hat die Sowjetunion angegriffen, weil er ohne deren Ressourcen den Krieg gegen England nicht hätte fortführen können.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo Wolfgang

    Das er der Wehrmacht am Öl fehlte war mir bekannt!

    Das es auch um Mampf (ohne Mampf kein Kampf) ging ist mir neu!

    Die Idee Panzer und Flugzeuge mit französischem Cognac zu tanken ist genial fortschrittlich und ökologisch 😎

    Ich vermute allerdings, daß der Krieg dann schon viel früher zu Ende gewesen wäre, hackestramm kämpft kein Soldat gut!

    Da hätten viele den Sprit lieber gesoffen!

    Hab's zu Beginn des WK 1 auch gelegentlich gegeben, daß auf dem Vormarsch, zufällig auf dem Weg liegende Weinkeller, zur Verkostung genutzt wurden.


    Gruß Arnd

    Edited once, last by Arnd50: Rechtschreibung auf Anregung von Wolfgang ().

  • Grüß Gott Arnd,


    nicht böse sein, aber Du hast Dich an die neuzeitliche Schreibweise zu schnell gewöhnt, dass macht dass Lesen Deiner Beiträge recht schwer schau mal hier, nimm lieber das scharf S aus der Schule, seit es als old-fashioned gilt, lese ich oft Fehler bei "das" und "dass".


    Ich glaube nicht, daß erst ich auf die Idee gekommen bin, mit Feind-Cognac zu fahren oder zu fliegen, ich denke, das haben die damals tatsächlich gemacht.


    Natürlich ging es auch um "Mampf" im "Brotkorb" Ukraine - Shitomir heißt Weizenfrieden - und für Truppen die "sich aus dem Lande ernähren" sollten, ich nenne das marodieren, war das nicht ein schlechter Frontabschnitt, mein Vater hat sich da sehr wohl gefühlt, es gab da mehr "Mampf" als in der Heimat, aber dahin wurde der ukrainische "Mampf" auch geschickt.


    Gruß Wolfgang

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  • Hallo zusammen,


    um noch einmal einen Nachtrag zur neulich angesprochenen Doktorarbeit von Klaus Jochen Arnold (Untertitel "Kriegführung und Radikalisierung im Unternehmen Barbarossa") anzubringen; es passt gerade so gut zu Arnds Lektüre:

    Ich lese zur Zeit

    Kalkulierte Morde von Christian Gerlach

    Ca.1200 Seiten anstrengend zu lesen!

    Bin noch am Anfang !


    Warum wurde Arnold in Rezensionen von Kühne, Dieckmann, Pohl und Gerlach angegriffen, aber von Peter Hoeres viel und Christian Hartmann teilweise gelobt?


    Hoeres hat das aus dem Forschungshauptstrom Hervorragende an Arnolds Arbeit in seiner Rezension klar benannt:


    "Dies liegt zum einen an der äußerst umfangreichen Auswertung der Quellen, vornehmlich aus dem Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg. Zum anderen an der mit großer Sorgfalt betriebenen Quellenkritik und an dem multifaktoriellen Zugriff auf das Thema.

    Damit überwindet Arnold die in der Forschung zu Recht beklagte perspektivische Verengung auf die Wehrmacht im „Unternehmen Barbarossa“. Anders ausgedrückt, Arnold gibt dem Feldzug gegen die Sowjetunion den Charakter eines sich reziprok brutalisierenden und radikalisierenden Krieges zurück."

    https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-5647


    Am Beispiel Christian Gerlachs läßt sich zeigen, welche wunden Punkte Arnold in seiner eingehenden Quellenanalyse getroffen hatte.

    Gerlach hat zu Arnolds Buch geschrieben:


    Gerlachs letztgenannter Kritikpunkt, das Fehlen sowjetischer Sekundärliteratur, hat wohl den Grund der oftmals geringen Verlässlichkeit.

    Das hat z.B. Bernd Bonwetsch, der Gründungsdirektor des Deutschen Historischen Instituts Moskau, nach der erstmaligen Öffnung der russischen Archive hervorgehoben:


    "Wenn in der gegenwärtigen Geschichtsdebatte der Sowjetunion wie überhaupt im öffentlichen Bewußtsein der Krieg eine große Rolle spielt, so ist das kein Wunder. Viele derjenigen, die sich an dieser Debatte beteiligen, sind Kriegsteilnehmer. Sie sind immer noch auf der Suche nach 'ihrem' Krieg.


    Derjenige die die Historiker "erschrieben" haben, habe mit demjenigen, an dem er teilgenommen habe, wie der Schriftsteller Viktor Astaf'ev es formulierte, "nicht das geringste zu tun".

    Das rührt vor allem von der sattsam bekannten Praxis der "Beschönigung" (priukrasivanie) her, die die sowjetische Geschichtswissenschaft alles aus den Darstellungen hat entfernen lassen, was einen Schatten auf die Sowjetvergangenheit hätte werfen können. [...] Jeglicher Realismus war aus der dargestellten Realität verbannt worden."


    Bernd Bonwetsch, Der "Große Vaterländische Krieg" und seine Geschichte, In: Dietrich Geyer (Hrsg.), Die Umwertung der sowjetischen Geschichte, Göttingen 1991, S. 167 f.


    Ein Beispiel für einen strittigen Punkt in Gerlachs Buch sind die Opfer des Partisanenkrieges im Jahr 1941.

    Hoeres hat dazu geschrieben:

    Quote

    [2] Arnold wagt für den Partisanenkrieg im mittleren Bereich der Ostfront den Versuch einer Quantifizierung (zwischen Juni 1941 und Mai 1942 3.248 Verluste auf deutscher Seite und 17-23.000 getötete Partisanen oder Rotarmisten, zwischen Juni 1942 und Juni 1944 25.130 deutsche Verluste und 77.191 auf sowjetischer Seite). Weitere Quantifizierungen werden Aufgabe für die Zukunft sein.

    https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-5647

    Arnold widerlegt damit Gerlachs Behauptung, alle gefangenen Partisanen seien von der Wehrmacht erschossen worden.

    Wobei sich Gerlach in seinem Buch später selbst widerspricht, wenn er von 63.000 gefangenen Partisanen die Zahl von 23.000 als in Gefangenenlager eingebrachte nennt:


    "So Gerlach, S. 875 f. und 879. Er behauptet, daß sich deren Tod "aus anderen Quellen ergebe" und meint, daß nur entflohene und wiederaufgegriffene Gefangene nicht "generell" umgebracht worden seien. Belege werden nicht angeführt. Auf S. 879 widerspricht er eigenen Thesen, indem er anführt, daß sich unter den zuvor als Todesliste interpretierten Zahlen Zehntausende befanden, die an Dulags [Durchgangslager] abgegeben worden seien. Er führt deshalb "nur" 40 000 aus dieser Zahl (63 000) als Erschossene an. [...]"

    (Klaus Jochen Arnold, Die Wehrmacht und die Besatzungspolitik in den besetzten Gebieten der Sowjetunion. Kriegführung und Radikalisierung im „Unternehmen Barbarossa“, Berlin 2005, S. 475, Anmerkung 371.)


    Interessant ist Gerlachs Behauptung, die Wehrmacht hätte eine Verschwörung inszeniert, indem sie Erschossene nur als Gefangene ausgewiesen habe. Das knüpft an die Darstellung des am Ende abgesetzten Leiters der 1. Wehrmachtsausstellung (an der Gerlach prominent beteiligt war) Hannes Heer ("Verwischung der Spuren") an, den dieser in der Rezension als "einschlägigen Autor" empfiehlt.


    Dabei ist Heer mehrfach der Geschichtsfälschung überführt worden, z.B. hier

    "Um die angebliche Gesamtschuld der Wehrmacht zu belegen, fälschte Reemtsmas Mitarbeiter Heer die Geschichte des Massenmordes im Ghetto von Nieswicz...

    In seinem parallel zur Ausstellung erschienenen Buch „Vernichtungskrieg“ geht Heer bei seiner Fälschung ins Detail."

    https://www.focus.de/politik/d…ustration_aid_163935.html


    oder hier dargestellt von Roman Töppel: Wehrmacht in der NS-Diktatur (Rezension):


    Quote

    Wie Peter Lieb in der Nachbemerkung zu seinem Beitrag (303f.) festhält, hat Hannes Heer Stellen im Tagebuch des Kommandeurs des Infanterieregiments 747, Oberst Carl von Andrian, sogar erfunden (!), um zu belegen, dass Andrian über Judenerschießungen im Voraus informiert gewesen sei. So etwas bezeichnet man im Allgemeinen als Geschichtsfälschung.

    http://www.sehepunkte.de/2010/07/17107.html

    Weiter schreibt Toeppel:

    "Im Gegensatz zu den holzschnittartigen und einseitigen Aussagen der "Wehrmachtausstellung" und der in ihrem Umfeld entstandenen tendenziösen Veröffentlichungen zeigen die Publikationen des Projekts "Wehrmacht in der NS-Diktatur", dass der Krieg im Osten sehr facettenreich war und dass es "die Wehrmacht" so gar nicht gab. Es handelte sich um ein sehr heterogenes und vielschichtiges Gebilde mit immerhin 18 Millionen Angehörigen, das sich jeder pauschalisierenden Aussage entzieht. Dies gilt nicht nur hinsichtlich ihrer Struktur, ihrer Weltanschauung und ihrer Einsätze, sondern auch ihrer Verbrechen."

    http://www.sehepunkte.de/2010/07/17107.html


    Klaus Jochen Arnold hat mit seiner Dissertation also mehrere "tendenziöse" Veröffentlichungen widerlegt und z.B. auch fehlerhafte Schlussfolgerungen des ebenfalls an der Wehrmachtsausstellung (und der "Überprüfungskommission") beteiligten Christian Streit offengelegt.

    Deshalb ist es auch kein Wunder, dass viele Forscher (wie eben auch Christian Gerlach) Arnold lieber nicht positiv rezipieren wollten.


    Gruß

    Bodo

    "Die Historiker verfälschen die Vergangenheit, die Ideologen die Zukunft." (Zarko Petan, slowenischer Schriftsteller und Aphoristiker)

  • Hallo Bodo,


    danke für die umfangreiche Darlegung der verschiedenen Aspekte zur Rezeption von Arnold.

    Sie zeigt die Bandbreite der kritischen Bewertungen seiner Arbeit. Unter Berücksichtigung der Kritik scheint die Arbeit durchaus ein wertvoller Beitrag zur Auseinandersetzung über die Kriegsführung der Wehrmacht zu sein.

    Es ist jedoch ratsam, die Arbeit als eine von vielen Beiträgen zu dieser Thematik zu werten und nicht, wie Du es zum Schluss machst, als eine alle bisherigen Erkenntnissen anderer Forscher überlegene und weil es so ist, sie tendenziös kritisiert wird.

    Es mag ja sein, dass Arnold die geringe Verlässlichkeit sowjetischer Sekundärliteratur als Grund für seine Ignoranz ihr gegenüber sah. Doch das hätte er selber in seiner Arbeit an geeigneter Stelle ausführen müssen. Ansonsten ist eine nicht begründete Vernachlässigung der Literatur der Gegnerseite ein ziemlich schwerer Fehler.


    Soweit dazu, es geht, so meine bisherige Auffassung, um die propagandistische Begründung für den Russlandfeldzug, ex ante, also vor dem Beginn.

    Das die Nazi natürlich jede Vorlage, die die Sowjetunion bot, nach Kriegsbeginn propaganditisch zur Festigung ihrer Sichtweisen und Behauptungen ausschlachteten dürfte wohl ziemlich unumstritten sein. Aber wie gesagt, wir befassen uns hier mit ex ante.



    Gruß


    Paul

  • Grüß Gott,


    zu meinen Posts #25, 29 trage ich die Fundstelle für den Text des Tagesbefehls (besser "Aufruf") Adolf Hitlers vom 22.06.1941 an die "Soldaten der Ostfront" nach: Gerd R. Ueberschär/Wolfram Wette "Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion", 2. Auflage, ISBN 978-3-596-19063-8, Seite 265.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.