Begründung für den Angriff auf die Sowjetunion

  • Hallo,


    wie wurde der Beginn des Russlandfeldzugs propagandistisch bei der Truppe begründet? Mein Opa scheint in einem Feldbrief empört, schreibt aber nicht warum.

    Ich habe bislang wenig dazu gefunden.

    Angeblich (Hörensagen) war die Begründung ja ein baldiger Angriff der Roten Armee auf Deutschland. Aber es muss doch einen konkreten Anlass gegeben haben, um schnell die Meinung in der Bevölkerung und den Soldaten zu ändern.


    Dank und Gruß,

    Alexander

  • Hallo Alexander,


    Bevölkerung und Soldaten wurden doch mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt,

    hier die offizielle amtliche Proklamation vom 22.06.1941.

    Es blieb dann jedem selbst überlassen, die Aktion innerlich als Wahnsinn abzustempeln oder gute Miene zum bösen Spiel zu zeigen.

    Eine besondere Russlandfreundlichkeit bestand zu keiner Zeit in der Bevölkerung, die Gründe wären aber früher zu suchen (vor 1933).


    http://www.kurt-bauer-geschich…oklamation_1941-06-22.pdf



    Gruß

    Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,


    herzlichen Dank zunächst mal. Die Proklamation hatte ich so nicht gefunden. Ich möchte mal noch konkreter machen, was ich für mich sortieren möchte.

    Am 3.Juli 1941 schreibt mein Großvater an meine Oma: "Was sagst Du nun zu Rußland? Sind das noch Menschen oder sind es keine? Hoffentlich haben wir ihnen bald das Genick gebrochen.".

    Er schreibt leider nicht worauf er sich bezieht, setzt aber offenbar voraus, dass meine Oma weiß wovon er redet. Die Bemerkung scheint sich eher auf ein konkretes Ereignis zu beziehen als auf eine abstrakte Argumentation wie die aus Hitlers Proklamation. Aus wen bezieht er sich, meint er die Russen an sich oder die Bolschewiken?


    Er kommt definitiv nicht aus einer nationalsozialistischen Familie: Bauern aus der Uckermark mit wolhyniendeutschen Wurzeln (Mutter und Vater sprechen fließend russisch). Vater vor 1933 eher den Kommunisten nahe stehend und 1945 freundliche Beziehungen zu den im Ort untergebrachten russischen Offizieren. Das ist natürlich nicht eins zu eins auf meinen Opa zu übertragen. Aber ich glaube nicht, dass er ein strammer Nationalsozialist war oder von einer Mission durchdrungen war. Jedenfalls sind seine Briefe sonst konsequent unideologisch und von der Hoffnung durchdrungen, dass der Krieg endlich ein Ende habe.


    Viele Grüße,

    Alexander

  • Hallo Alexander,


    damit dürften diverse Massaker des NKWD gemeint sein, der ja viele politische Häftlinge nicht rechtzeitig evakuieren konnte

    und dann auf allen möglichen Wegen beseitigt hat (z.B. Lemberg, 5000 x Genickschuss, erschlagen, missbraucht, misshandelt oder verstümmelt )

    Das sprach sich an der ganzen Front rum und wurde natürlich propagandistisch dann zeitnah auch der Heimat präsentiert.


    Gruß

    Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,


    das klingt sehr plausibel. Mir war das so nicht bewusst. Hier kann ich weiter recherchieren.


    Danke!

    Alexander

  • Hallo Alexander,


    Rüdiger hat ja schon einiges geschrieben. Ich möchte Dir noch das Buch des Historikers Bogdan Musial empfehlen, "Konterrevolutionäre Elemente sind zu erschießen." Die Brutalisierung des deutsch-sowjetischen Krieges im Sommer 1941.


    Dort werden auch die Inhalte und Wirkungen von Feldpostbriefen zu den sowjetischen Rückzugsverbrechen (wie in dem Brief von Deinem Großvater) beschrieben. Allein im sowjetisch besetzten Ostpolen wurden im Sommer 1941 vor und während des Rückzugs der Roten Armee bis zu 24 000 politische Gefangene ermordet.

    Hier der Link zum Buch bei Amazon:

    https://www.amazon.de/Konterre…volution%C3%A4re+elemente


    Zum Inhalt hier einmal der Umschlagtext des Buches:

    Quote

    Der 22. Juni 1941 ist ein zentrales Datum in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. An diesem Tag begann der Feldzug der deutschen Wehrmacht gegen die Sowjetunion, der an Brutalität alles Bekannte übertraf. zeitgleich setzte in den eroberten Gebieten die systematische Ausrottung von Juden ein. Die bisherige Forschung konzentrierte sich auf die deutsche Seite dieser Verbrechen. Weitgehend unberücksichtig blieb die Tatsache, dass die Sowjets auf ihrem Rückzug zahlreiche Massenverbrechen begingen, an politischen Gefangenen wie auch an der polnisch-ukrainischen Zivilbevölkerung.


    Bogdan Musial hat die bisher unzugänglichen osteuropäischen Quellen erstmals systematisch erschlossen. Minutiös rekonstruiert er die Ereignisse jener Wochen und weist nach, dass zwischen den vom sowjetischen Geheimdienst NKWD verübten Massenmorden und der Brutalisierung des Krieges im Osten eine fatale Wechselwirkung bestand. Nicht selten waren Wehrmachtsverbrechen eine direkte Antwort auf die NKWD-Gräuel. Auch die immer noch umstrittenen Anfänge des Holocaust erscheinen in neuem Licht.

    Mehrere Fotos der durch deutsche Soldaten aufgefundenen NKWD-Opfer konnte man dann ausgerechnet in der ersten sogenannten Wehrmachtsausstellung als Beispiele für Wehrmachtsverbrechen sehen:


    Quote

    "Jetzt steht fest: Reemtsma und sein Ausstellungsleiter Hannes Heer deklarierten etliche Opfer der sowjetischen Terrortruppe NKWD als Wehrmachtsopfer. Jetzt steht fest: Die Ausstellung übernahm Bilder mit irgendwelchen Bildlegenden aus irgendwelchen Archiven – massenhaft und ungeprüft. Heer und Reemtsma, zwei unerschrockene Heroen der Volksaufklärung, sind entzaubert als Schlamper und Stümper. Für den Berliner Historiker Jörg Friedrich ist die Schau nur noch eine „primitive Tendenzveranstaltung“."


    https://www.focus.de/politik/d…lettanten_aid_178493.html

    Ausgerechnet diese Fotos hatten dann auch besonders emotionale Reaktionen der Besucher hervorgerufen.

    Der SPIEGEL schrieb damals kritisch über "Landser vor Leichenbergen", welche die Ausstellungsthesen beweisen sollten.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17817453.html


    Ich habe hier einen kurzen Auszug zum Thema Feldpostbriefe, um einige Kernpunkte bei Musial zu nennen:


    "Reaktionen deutscher Soldaten


    Im Reich stützten Feldpostbriefe die Glaubwürdigkeit der Propaganda. Daher ist die Frage von Bedeutung, wie die deutschen Soldaten die sowjetischen Verbrechen wahrnahmen und auf sie reagierten. Sie waren schließlich unmittelbar mit ihnen konfrontiert, und nicht selten gehörten Kameraden von ihnen zu den Opfern.


    Deutsche Soldaten als Augenzeugen


    Grundlage für die folgenden Überlegungen sind zeitgenössische Aussagen, vor allem Feldpostbriefe deutscher Soldaten.

    [...]

    Die Nachrichten über die sowjetischen Verbrechen verbreiteten sich blitzschnell in der Truppe. Manchmal waren deutsche Soldaten diejenigen, die sie entdeckten, wie zum Beispiel in Luck.

    Die Wehrmachtsführung hatte gegen die Besichtigung der Mordstätten nichts einzuwenden. Im Gegenteil, der Anblick von Leichenbergen schürte bei den Soldaten den Haß auf die Sowjets und motivierte sie für den Kampf gegen die Sowjetunion.

    Auf die Nachricht über das Massaker in Lemberg wurden die 1. und 4. Gebirgsdivision angewiesen, "ihre Wort- und Bildberichter auf diese Greueltat anzusetzen". Der Führer des III. Bataillons der 1. Gebirgsdivision empfahl seinen Soldaten, sich die Gefängnisse in Lemberg anzusehen, "um die Notwendigkeit des Kampfes gegen die 'jüdisch-kommunistische Verbrecherbande' - die Rote Armee - zu erkennen".

    Tausende von deutschen Soldaten besuchten in diesen Wochen Gefängnisse und andere Orte, an denen Massengräber entdeckt worden waren. Im ehemaligen Ostpolen gab es Hunderte solcher Stätten.

    [...]

    Abgesehen von den Fotos, schrieben deutsche Soldaten Tausende von Feldpostbriefen an Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen in der Heimat, in denen sie diese Ereignisse schilderten. Viele der Briefe sind heute der Forschung zugänglich. Aus ihnen und aus Nachkriegserinnerungen läßt sich rekonstruieren, wie die deutschen Soldaten auf die Verbrechen reagierten."


    (Bogdan Musial, "Konterrevolutionäre Elemente sind zu erschießen."

    Die Brutalisierung des deutsch-sowjetischen Krieges im Sommer 1941, Berlin 2000, S. 210f.)



    Der britische Historiker Donald Rayfield geht in seinem Buch "Stalin und seine Henker", München 2004, (S. 474)

    sogar von bis zu 100.000 NKWD-Mordopfern im weiteren Gebiet von Lemberg aus.


    Daß Dein Großvater am 3. Juli 1941 schrieb "Was sagst Du nun zu Rußland?Sind das noch Menschen oder sind es keine?"

    bezog sich sehr wahrscheinlich auf die Tatsache, daß viele Opfer vor ihrem Tod von den Sowjets gefoltert, verstümmelt und vergewaltigt worden waren (siehe dazu die Quellenbelege bei Musial).


    Donald Rayfield hat passend dazu in den Archiven ein in sowjetischen Folterkreisen beliebtes, sehr makabres "Gedicht"

    von Stalins NKWD-Schergen gefunden:

    "Es gibt keine größere Freude, keine schönere Musik / als das Krachen gebrochener Leben und Knochen. / . . .

    Und deshalb will ich auf dein Urteil eine unerschütterliche Sache / schreiben: An die Wand! Feuer!"

    Quelle:

    https://www.perlentaucher.de/b…lin-und-seine-henker.html


    Unter dem Link auch die Beschreibung des insgesamt sehr lesenswerten Buches zur Stalin-Zeit:

    "Ein Genozid unvorstellbaren Ausmaßes.

    Nachdem vor einigen Jahren Archive des Politbüros, des KGB und anderer Institutionen des untergegangenen Sowjetreichs für Wissenschaftler geöffnet wurden, konnte Donald Rayfield neue Erkenntnisse über Stalin und seine Henker - Dserschinski, Menschinski, Jagoda, Jeschow, Berija und ihre wichtigsten Komplizen - gewinnen. So entstand das beklemmende Porträt einer Epoche - vom Vorabend der Oktoberrevolution bis zur Exekution Berijas im Dezember 1953 -, in der ein skrupelloses Regime gegen das eigene Volk wütete.

    Stalin und seine Henker werden mit kurzen, prägnanten Biografien vorgestellt - eine Chronologie des Terrors.

    Der Autor aber beschreibt nicht nur das brutale wie banale, das ausschweifende wie zwielichtige Leben der Täter, sondern bringt immer wieder auch ausführliche Exkurse zur Geschichte der UdSSR. Dabei werden die Hungersnöte, die Zerschlagung des Bauernstandes, die Ermordung der alten Herrscherschicht, die Schauprozesse, die Enthauptung der Roten Armee (34.000 Offiziere wurden erschossen), die Deportation von Dissidenten und die Ausrottung ethnischer Minderheiten mit einer Fülle konkreten Materials geschildert."


    Beste Grüße

    Bodo

    "Die Historiker verfälschen die Vergangenheit, die Ideologen die Zukunft." (Zarko Petan, slowenischer Schriftsteller und Aphoristiker)

  • Hallo,


    Buch ist bestellt. Herzlichen Dank für den Tipp.

    Das klingt sehr plausibel.

    Die Psychologie während des Krieges ist ein Aspekt den ich noch zu wenig verstehe.


    Viele Grüße,

    Alexander

  • Hallo Alexander,


    Die Psychologie während des Krieges ist ein Aspekt den ich noch zu wenig verstehe.

    wenn Du dich wirklich abseits der populärwissenschaftlichen Mainstream-Berichte zum Unternehmen Barbarossa unter Berücksichtigung von unbequemen Aspekten informieren willst,

    sei Dir die Publikation von Dr. Klaus Jochen Arnold empfohlen. Ein hoch angesehener Historiker, der bereits Gutachter des Bundestages zum Thema Behandlung russischer Kriegsgefangener war.


    https://www.amazon.de/Wehrmach…words=Klaus+Jochen+Arnold



    Gruß

    Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,


    ist auch in meine Bücherliste aufgenommen. Ich will verstehen was da wirklich los war.


    Viele Grüße,

    Alexander

  • Hallo Alexander,


    Ich habe Dir da mal was zu Klaus Jochen Arnold rausgesucht:


    „Hoch angesehen“ sieht anders aus bzw. ist natürlich immer eine Frage des Standpunktes bzw. der daraus resultierenden Perspektive.


    Was auch immer Du liest: bleib kritisch. Und glaube nicht alles, was Du liest.



    Schöne Grüße,

    Justus

  • Hallo Justus,


    immer auf der Suche nach dem Haar in der Suppe? "Viel Feind, viel Ehr", würde jetzt ein Uli Hoeneß dazu sagen.

    Es ist längst nicht mehr zeitgemäß, bei der jüngsten Zeitgeschichte den linken Denunziantenstadl "Wikipedia" zu Rate zu nehmen.

    Was dort stattfindet und von anonymen Gesinnungs-Paparazzis zusammengetragen wird, ist längst als halbkriminelles Machwerk entlarvt.


    Die o.g. Publikation von Arnold ist preisgekrönt und der Bundestag wird wissen, welchen Historiker er als Sachverständigen zu Rate zieht.

    Man nimmt in Rechtsfragen wohl den Besten und Objektivsten, der auf dem freien Markt zu bekommen ist. Alexander wird sich über ergiebige Fakten freuen (" was da wirklich los war"),

    fernab von politisch korrekten Sichtweisen mit reiner Opferfokussierung, die sonst unerwähnt bleiben müssen.

    So wie es sich für einen brillanten Militärhistoriker gehört, der mit seiner faktenbasierten Dissertation von fragwürdigen Pädagogen (Wigbert Benz) diffamiert wird.


    Vergiß das mal langsam mit Objektivität und Wikipedia. Das hat selbst der Gründer von Wikipedia zugegeben, bei jüngster Zeitgeschichte, egal in welchem Land, besitzen

    dort anonyme Ideologen die Deutungshoheit und spielen mit ihren Editierungen Gesinnungspolizei.


    Gruß

    Rüdiger

  • Hallo,


    ich rate hier allen Beteiligten dringend zur Mäßigung.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Justus,


    in der Sache stimme ich Dir natürlich zu, wollte nur generell einmal auf die beliebte "Zitierwaffe" Wikipedia hinweisen.

    Deren Linkslastigkeit und unsachlichen Formulierungen bei politisch-historischen Artikeln sind nicht zu verachten.


    Gruß

    Rüdiger

  • Hallo,


    offensichtlich geht es hier nicht um Fakten sondern darum, die Deutungshoheit über die Geschichte (zurück ?) zu gewinnen.


    [..] und der Bundestag wird wissen, welchen Historiker er als Sachverständigen zu Rate zieht.

    Man nimmt in Rechtsfragen wohl den Besten und Objektivsten, der auf dem freien Markt zu bekommen ist.[..]

    Das war und ist nun definitiv kein Alleinstellungsmerkmal - es wäre sicher fair gewesen hier auch zu sagen, daß Dr. Klaus Arnold nicht der einzige ("welchen", "den Besten") Historiker war, der zu Rate gezogen wurde. Vielmehr wurden auch Prof. Dr. Beate Fieseler (Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Jochen A. Frowein, Dr. Rolf Keller (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten), Prof. Dr. Tanja Penter (Universität Heidelberg) und Dr. Christian Streit als Sachverständige um Stellungnahmen zu den Anträgen auf Gewährung einer symbolischen finanziellen Anerkennung für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene gebeten.


    https://www.bundestag.de/dokum…5/kw21_pa_haushalt/374446


    Die o.g. Publikation von Arnold ist preisgekrönt

    Das war 2004 tatsächlich ein geteilter 3.Platz - also tatsächlich wohl nicht der Beste.

    Und nebenbei: der Namensgeber dieses Preises (Werner-Hahlweg-Preis für Militärgeschichte und Wehrwissenschaften) war seit 1933 SS-Mitglied und seit 1936 NSDAP-Mitglied gewesen - der Preis wurde zunächst ab 2012 nicht mehr vergeben und 2017 als Förderpreis für Militärgeschichte und Militärtechnikgeschichte neu ausgeschrieben.


    Gruß Frank

  • Hallo,


    zur guten wissenschaftlichen Tradition gehört es immer den neuesten Stand der Forschung zu einem Thema darzulegen. Gibt es divergierende Ergebnisse in einem Forschungsstrang, dann sind diese jeweils heran zu ziehen. Ein Arnold steht tlw. recht alleine in der Historikerlandschaft, da ist es allemal legitim eine Zweitmeinung einzufordern, besonders bei Novizen auch zu empfehlen.


    Außerdem lieber Rüdiger, dieses Forum versucht sich allen Themen seriös zu nähern, was man ob der Stimmlage Deiner Beiträge (Duktus Streicher und Goebbels) von Dir nicht behaupten kann. Und um Klarheit zu schaffen: es war nicht die jüdische Weltverschwörung die Deuschland moralisch und materiell bis 1945 zugrunde richteten, es waren die Nazi und ihre willigen Helfer. Nur die!!!


    Warum vergessen das Leute wie Du immer wieder und jaulen über eine perfide Linke. Also ergreife die Chance und erkläre uns mal Deine Weltsicht (die ich mal sehr weit rechts vermute), frei raus und ehrlich, stehe wie ein aufrechter deutscher Mann zu Deinen Ansichten. Du bist doch kein ideologischer Fallensteller für Deine Mitmenschen, der aus dem Hinterhalt agiert und dann über seine Beute nochmals beschimpfend herfällt.


    Also was ist?


    Thomas/Hiwi, kannst Dich auch dran beteiligen, ist ein Abwaschen!


    Gruß


    Paul


    Außerdem: Wikipedia ist eine enzyklopädische Wissenssammlung; es ist in der Wissenschaft verpönt bis absolut verboten aus Enzyklopädien zu zitieren! Wenn man hier im Forum darauf zurückgreift, halte ich dies für erlaubt, solange ein entsprechender Verweis erfolgt.

    Wikipedia ist ein großartiges Projekt, da kannst Du es noch so oft als links apostrophieren, Dein Argument bleibt rechtes Gejaule.

  • Hallo Paul,

    Wikipedia ist ein großartiges Projekt, da kannst Du es noch so oft als links apostrophieren, Dein Argument bleibt rechtes Gejaule.

    Du musst genauer lesen, selbstverständlich halte ich Wikipedia ebenfalls für ein tolles Projekt und erfreue mich der vielen Artikel zur Architektur und südamerikanischen Zierfischen.

    Aber Du willst doch nicht ernsthaft behaupten, dass es dort bei gewissen Artikeln zum politischen Geschehen und der jüngsten (deutschen) Zeitgeschichte keine Linkslastigkeit gibt?

    Das es diese Probleme in jedem Land der Welt gibt, ist unbestreitbarer Fakt, selbst dem Gründer Jimmy Wales sind diese bekannt. Nirgends auf der Welt wird wie in Deutschland besessen um die Deutungshoheit und Interpretation gekämpft, die anonyme Edit-Schlacht zu Stuttgart 21 (3000 Seiten-Edits durch 200 Redakteure) ist dazu bestes Beispiel.

    Kein Land der Welt bringt es bei Wikipedia zu solchen beißwütigen Exzessen.

    Von den anonymen deutschen Wikipedia-Administratoren besitzt der überwiegende Teil bekanntermaßen eine linke Gesinnung, entsprechend können bestimmte Beiträge bis hin zur Diffamierung von lebenden Personen ausarten. Nicht die Regel, wird aber mit absolutistischer Macht durchaus zu erzieherischen Zwecken angewandt.

    Bei bestimmten Seiten sind für den Kenner der Materie durchaus seltsame einseitige Gewichtungen wahrnehmbar. Auffällig bei Arnolds Seite ist die Auflistung von skeptischen Statements vieler fachfremder und unterer Historikerchargen, denen jegliches militärhistorische Wissen zum Thema fehlt. Ein Schachkommentator wird sich auch nicht anmaßen, die Techniken und Regeln des Crickettspiels zu bemängeln. Es sei denn, er will Werbung für seinen Intelligenzsport betreiben.




    Warum vergessen das Leute wie Du immer wieder und jaulen über eine perfide Linke. Also ergreife die Chance und erkläre uns mal Deine Weltsicht (die ich mal sehr weit rechts vermute), frei raus und ehrlich, stehe wie ein aufrechter deutscher Mann zu Deinen Ansichten. Du bist doch kein ideologischer Fallensteller für Deine Mitmenschen, der aus dem Hinterhalt agiert und dann über seine Beute nochmals beschimpfend herfällt.


    Also was ist?


    Thomas/Hiwi, kannst Dich auch dran beteiligen, ist ein Abwaschen!

    Ich habe keine besondere Weltsicht, ich rege mich einfach nur auf, wenn der Zeitgeist allzu dreist in Erscheinung tritt oder hysterisch in Foren wacht. Auch wenn irgendein Politiker mit abgebrochenem Studium behauptet, 1946 hätten jugoslawische und griechische Gastarbeiter die Trümmerberge beseitigt und Deutschland aufgebaut. Halt der normale Typus pedantischer Buchhalter.

    Aber Du hast Recht, "halbkriminelles Machwerk" für Wikipedia war über Gebühr unverschämt von mir. Es muss heißen, dort sind vereinzelt hinterpfotzige Ideologen anzutreffen, die fein anonym mit geschlossenem Visier böswillig zur Tat schreiten. Mit der Tastatur statt mit Eisenstange.



    zur guten wissenschaftlichen Tradition gehört es immer den neuesten Stand der Forschung zu einem Thema darzulegen. Gibt es divergierende Ergebnisse in einem Forschungsstrang, dann sind diese jeweils heran zu ziehen. Ein Arnold steht tlw. recht alleine in der Historikerlandschaft, da ist es allemal legitim eine Zweitmeinung einzufordern, besonders bei Novizen auch zu empfehlen.

    Als ausschlaggebend für eine Buchempfehlung war letztendlich die enorme Faktendichte zum Geschehen im ersten Kriegsjahr, die Vielzahl an Fußnoten mit Primärquellenangabe und eine angenehm sachliche Schilderung vieler unbekannter Aspekte (u.a. Radikalisierung). Weit und breit keine Spur von Staatsrevolte, Holocaustleugnung, Präventivkriegsthese oder Verherrlichung des Dritten Reichs bzw. der Wehrmacht.

    Das so eine Studie abseits der vorgeschriebenen Täterforschung viele Feinde hervorruft, damit muss man in diesem Lande wohl oder übel leben.

    Rein fachlich können sie ihm nichts anhaben, so verkommt die Kritik zur reinen Empörung, wie er diesen "Verbrecherverein Wehrmacht" mitunter "gut" wegkommen lässt

    und das Hauen und Stechen ausgewogen schildert. Dabei ist dies die eigentliche Aufgabe eines seriösen Historikers, sich nicht einem existierenden Zeitgeist zu unterwerfen.



    Außerdem lieber Rüdiger, dieses Forum versucht sich allen Themen seriös zu nähern, was man ob der Stimmlage Deiner Beiträge (Duktus Streicher und Goebbels) von Dir nicht behaupten kann. Und um Klarheit zu schaffen: es war nicht die jüdische Weltverschwörung die Deuschland moralisch und materiell bis 1945 zugrunde richteten, es waren die Nazi und ihre willigen Helfer. Nur die!!!

    Ich kenne diese Art der Seriösität, die überfallartige Empörung und der Zorneseifer, mit dem hier zur Tat geschritten wird um jedes vermeintliche "Nazi-Lagerfeuer" sofort im Keime zu ersticken. Die Hartnäckigkeit und der Tatendrang Ist mir sonst nur von nordkoreanischen Diktaturen, den mittelalterlichen Hexenverbrennungen und der Drangsalierung von Galileo Galilei bekannt. Diese Seriösität oder besser brutalstmögliche Präventivarbeit im "Kampf gegen Rechts" genannt, scheint wohl alternativlos zu sein,


    Schon Nietzsche erkannte die Gefahr, dass da einige bei dem Thema wie Don Quichote als ewiger "Ritter von der traurigen Gestalt" enden.

    Quote

    "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein."

    Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse


    Gruß

    Rüdiger

  • Hallo,

    lautet das Thema hier Sinn oder Unsinn von Wikipedia? Da steht manchmal ziemlicher Quatsch.Thema ist doch: Begründung für den Angriff auf die Sowjetunion. Lesen von "Mein Krampf" kann da durchaus hilfreich sein.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,


    ein enger Freund von mir beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem Krieg, insbesondere mit den Ursachen. Der hat das komplette Spektrum der Publikationen von links bis rechts durch und meint immer noch nicht das Gefühl zu haben, die Wahrheit verstanden zu haben. Man muss das immer kritisch lesen. Das Zauberwort ist glaube ich Plausibilität.

    Und Wikipedia hat mir bislang am wenigsten geholfen unsere Familiengeschichte zu verstehen, nicht nur bezüglich des Krieges. Da muss man immer ins Detail.


    Grüße,

    Alexander

  • Hallo,

    um diesem Strang folgen zu können, der im Moment nichts mehr mit dem Angriff auf die Sowjetunion zu tun hat, bräuchte ich kurze Erläuterungen vom Schreiber der Begriffe

    "linke Gesinnung" "hinterpfotzige Ideologen"

    Gruß

    Willi

  • Hallo Willi,


    relativ einfach - die Diskreditierung stammt aus dem süddeutschen Raum. Ist übersetzbar mit hinterhältig, nicht ehrlich gegenüber anderen, hinterm Rücken schlecht reden, lästern und intrigieren. Linke Gesinnung ist gekennzeichnet von hysterischen Reaktionen, schwingende Nazikeule bei wahren Erkenntnissen und das permanente Beharren auf Political Correctness,

    wie es sonst nur bei amerikanischer Prüderie anzutreffen ist.


    "Angriff auf die Sowjetunion" ist wohl nicht mehr der passende Thread-Titel, es geht doch eher in die allgemeine Richtung Feldpostbriefe Sommer 1941 und deren Interpretation.


    Gruß

    Rüdiger