M 1506 (ex. Ostfriesland) 15. Minensuchflottille: Ich suche weitere Infos

  • Hallo Zusammen,

    in einer Gruppe wurde mir dieses Forum empfohlen.

    Ich habe vor ca 1,5 Jahren eine Anfrage bei der WAST zu meinem Urgroßvater gestellt. Vor ein paar Monaten habe ich durch Zufall sein Fotoalbum bekommen. Dort waren sehr viele Fotos aus dem Krieg. Viele Schiffe und ich konnte Oslo erkennen und evtl auch Rotterdam. Vor ein paar Wochen kam dann endlich Post von der WAST. Daraus konnte ich über Google erfahren, dass er auf dem Minensuchschiff 1506 war. Seine Feldpostnr ist NO 22265 MS. Später hat er sich nach Wilhelmshaven versetzen lassen und war auf einem Schiff, welches Nebel erzeugt?

    Ich habe auch seine Zeugnisse bekommen, die kann ich also nachreichen, wenn sie von Bedeutung sind.


    Mein Anliegen ist nun folgendes: ich möchte gerne mehr über den Einsatz dieses Schiffes wissen. Auf den Fotos habe ich gesehen, dass er auch an Land war mit einer Gruppe anderer Soldaten. Was haben die da gemacht? Gibt es vielleicht irgendwo Tagebücher oder Logbücher?

    Dann hat er das Eiserne Kreuz Klasse 2 bekommen. Kann ich herausfinden warum er es bekam ?

    Wer sich für die Fotos interessiert und mir vielleicht mehr Infos zu den Situationen geben kann, kann sich sehr gerne bei mir melden.


    Ich hoffe auf viele Infos, denn ich möchte so gerne die Geschichte dahinter erfahren.


    Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße

    Nina :D

    P.s. leider konnte ich nur ein Bild hochladen, da ich es einfach nicht hin bekomme, die Bilder kleiner zu machen.

  • Hallo Nina,


    recht herzlich Willkommen im Forum.


    Etwas hast Du ja schon herausbekommen. Dein Urgroßvater war vom September 1939 bis 1943 am Bord des Minensuchbootes M 1506. Dieses Boot gehörte der 15. Minensuchflottille an. Diese Boote verrichtete ihren Dienst in der Nordsee. Hauptaufgabe: Minensuchen und Geleitdienst. Anschließend Stabsdienst.


    Ansschlußend versetzt zur Hafenschutzflottille Wilhelmshaven und ab den 01.05.1944 zur Nebelträgergruppe Wilhelmhaven. Diese hatten die Aufgabe, bei einen Luftangriff den Hafen einzunebeln.


    Vielleicht kannst Du die Bilder hier im Forum einstellen. Bilder sagen manchmal mehr wie Worte.


    Gruß

    Lothar

  • Hallo, und vielleicht kannst Du auch die ( anonymisierte ) WASt. Auskunft einstellen oder abschreiben.


    Das: - NO 22265 MS - ist keine Feldpostnummer sondern die Stammrollennummer Deines Uropas. Diese hat jeder Marinesoldat und ist

    eine laufende Nummer des Einstellungsjahres.


    Dein Uropa wurde bei der Mobilmachung ( 1939 ) bei der Ostseestation der Kriegsmarine für die seemännischen Laufbahn ( S ) eingestellt.

    Laut Stammkarteneintrag wurde er am 15.9.1943 zur Marinestation Nordsee überstellt.


    Hier etwas über die Aufgabe der 15. Minensuch-Flottille,

    http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/km/mboote/m11-19.htm

    https://www.axishistory.com/bo…655-15-minensuchflottille


    Beim Bundesarchiv scheint es Auszüge des Kriegstagebuches des Minensuchbootes M-1506 zu geben.

    Seine jeweilige Verwendung steht ja auf dem Stammblatt.


    Gruss G.

    Edited once, last by Gram ().

  • Guten Morgen,


    aus wlb-stuttgart.de:


    Am 20.3.42 werfen die Minenschiffe Cobra und Brummer vor der Halbinsel Ribachi, unter Sicherungsgeleit der Trawler UJ 1108, UJ 1109, M 1506,des Wachbootes Polarkreis und der 8. S-Flottille mit S 42, S 44, S 45 und S 46, die Minensperre »Bantos A«.

    Gruss, Holger

  • Servus,


    hier noch eine Info über die Nebelwerfergruppe Wilhelmshaven aus Luftwaffe zur See:


    Fernschreiben vom 18.5.1944 an Kdo. d. Schiffe und Boote d. Lw. von Gen.d.Lw.b.Ob.d.M.


    1) Nebelträgergruppe Wilhelmshaven überführt mit Zustimmung Gen.d.Lw.b.Ob.d.M. nachstehende Nebelträgerboote von Peenemünde nach Wilhelmshaven:

    ZZ 4, 13, 16, 20. YE 4, 26, 45, 97, 130, TM 26, ZK 19, QU 13, KW 114, UK 95, Sch 18.


    2) Die restlichen 15 Boote verbleiben vorläuftig Peenemünde, bis Anweisung OKL/ Gen.Qu. 2/VI für weitere Verwendung vorliegt.


    3) Von unter 2.) verbleibenen Fahrzeugen werden YE 97 (NP 5), YE 4 (NP 9), YE 45 (NP 13) für 2 Wochen E-Stelle Karlshagen zur Verfügung gestellt.


    Außerdem noch eine Feldpostkarte gefunden, wo der Empfänger im August 1940 an Bord von M 1506 war, also zu der Zeit wie Uropa.

    Gruss, Holger

  • Mein Anliegen ist nun folgendes: ich möchte gerne mehr über den Einsatz dieses Schiffes wissen. Auf den Fotos habe ich gesehen, dass er auch an Land war mit einer Gruppe anderer Soldaten. Was haben die da gemacht? ...


    Hallo Nina,


    dann wollen wir mal... ^^


    Zu M 1506 ein paar Daten, das Boot war vor dem Krieg ein Fischdampfer mit Namen "Ostfriesland". Es gehörte zur 15.Minensuchflottille, weiteres (z.B. zu deren Einsatzräumen und Kommandeur) findest Du in der "Chronik Seekrieg" bei der Württembergischen Landesbibliothek: http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/km/mboote/m11-19.htm


    Die Bootsdaten:


    Schiffsname: M 1506 - ex Ostfriesland, weitere Namen im Verlauf der Verwendung: V 214; V 1507; M 4626; OCTANT

    Schiffstyp: Fischereifahrzeug/Seitenfänger

    Baudatum: 8.10.1937

    Bauort: Wesermünde

    Bauwerft: Deschimag Werk Seebeck

    Baunummer: 587

    Betreiber: Deutsche Hochseefischerei AG Nordsee

    Heimathafen: Wesermünde

    Techn. Daten:

    Länge ü. A:. 56,40 m

    Breite: 8,00 m

    Volumina: 474 BRT

    Antriebsleistung: 750 PS

    Geschwindigkeit: 11,7 kn

    Verbleib: 1960 abgebrochen

    Quelle: Wolfgang Walter, Deutsche Fischdampfer, 1999


    M 1506 war u.a. im Rahmen der Operation "Weserübung" eingeplant und nahm dann auch an der Besetzung Norwegens teil - daher stammen vermutlich die von Dir genannten Bilder aus Oslo und Rotterdam. Interessant ist auch, das M 1506 unter seinem späteren Namen M 4626 bei der 46.Minensuchflottille an der franz. Westküste im Jahr 1944 (im Zuge der Invasionskämpfe/Vorbereitung der alliierten Landung?) anscheinend in französische Hände fiel und dort weiter unter dem Namen "Octant" eingesetzt wurde - da war Dein Urgroßvater aber glücklicherweise schon nicht mehr an Bord.


    Zu seinem Werdegang lässt sich noch sagen, dass er als einfacher Soldat schon zu Kriegsbeginn zur Marine kam und sich dort vom einfachen "Decksgast" bis zur "Seemännischen Nr. 2" und Bootsführer hochgedient hat. Die seemännische Nr.1 eines Schiffes ist immer der dienstälteste seemännische Unteroffizier an Bord, also der Mann, der für die Erledigung aller seemännischen Aufgaben an Deck durch die Decksmannschaft zu Sorgen und in der Regel auch die meiste seemännische Erfahrung hatte. Dein Urgroßvater war nach diesem Unteroffizier an Deck der zweite Mann und Übernahm in dieser Funktion wohl auch als "Unteroffizierdiensttuer" Vertretungsweise die Aufgaben seines Vorgesetzten.


    Zu den Booten der Nebelträgergruppen hänge ich Dir noch mal einen kurzen Bericht an, aus dem deren Organisation und Arbeitsweise etwas hervorgeht. Die Hauptaufgabe war die Vernebelung von Häfen inkl. der dort befindlichen Kriegs- und Handelschiffe und Hafen- und Küstenanlagen zum Schutz gegen Luftangriffe und Luftaufklärung. Dies wurde zum Teil vom Wasser aus durchgeführt, weil die Boote beweglich waren und entsprechend der vorherrschenden Windverhältnisse für eine möglichst effektive Vernebelung des Hafengeländes je nach Bedarf auf dem Wasser verschoben werden konnten. Vermutlich hat Dein Urgroßvater als Mannschaftsdienstgrad und gestandener Seemann ein solches Nebelträgerboot als "Bootsführer" geführt.

    Quelle: Neuigkeits-Welt-Blatt Nr. 277 vom 24.November 1943, Seite 2


    Es wäre sehr schön, wenn Du trotz der erwähnten technischen Schwierigkeiten die Bilder noch einstellen könntest ;) Liegen Dir auch Informationen zu seinen Dienstgraden und Beförderungen vor und hat Dein Urgroßvater den Krieg überlebt?


    Gruß, J.H.


    Edit:

    ... Gibt es vielleicht irgendwo Tagebücher oder Logbücher?... ... Dann hat er das Eiserne Kreuz Klasse 2 bekommen. Kann ich herausfinden warum er es bekam?...

    Gerade gesehen: Im Bundesarchiv/Militärarchiv in Freiburg ist unter den Bestandsnummern RM 96/1165 und RM 96/1169 mindestens ein Band eines Kriegstagebuchs (KTB) von M 1506 aus dem Jahr 1942 archiviert. Darin könnten auch Aufzeichnungen zu den Gründen einer Verleihung des EK II an Deinen Urgroßvater vorhanden sein. In den KTB der übergeordneten 15.Minensuchflottille könnten weiterhin auch entsprechende Vorschlags- und Verleihungslisten enthalten sein, vielleicht fragst Du selbst einmal in Freiburg an? https://www.bundesarchiv.de/DE…freiburg-im-breisgau.html

    Files

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 5 times, last by Johann Heinrich ().

  • Augustdieter

    Changed the title of the thread from “Ich suche weitere Infos” to “M 1506 (ex. Ostriesland) 15. Minensuchflottille: Ich suche weitere Infos”.
  • Hallo, da bin ich wieder. Und viiieeelen Dank für die ganzen Infos. Ich freu mich richtig drauf, alles nachzuschauen. Geschichte kann soo spannend sein😁

    Ich habe mir eine App runtergeladen, um die Bilder zu verkleinern. Ich hoffe sie sind noch zu erkennen. Ich habe die Dokumente nicht anonymisiert, da sie ja außerhalb der Datenschutzfristen fällt. Sollte es gehen die Regeln des Forums verstoßen, hole ich es gerne nach.

    Die privaten Fotos meines Uropas stelle ich gerne hier ein. Ich muss nur mal überlegen, da ja nur 5 Fotos pro Thema erlaubt sind.

    Ich freue mich über die zahlreichen Antworten und habe bestimmt noch mal die Eine oder Andere Nachfrage.... aber ich bin nicht so fit in der Materie, wie Frau von der Leyen😂😂😂😂 joke am Rande 😉

  • Servus,


    anbei die Bestandsnummern:


    BArch RM 96/1161 - 1. Jan. 1942 - 9. Apr. 1942 - Kriegstagebuch für Minensuchboot "M 1502", Minensuchboot "M 1506", Minensuchboot "M 1507"


    BArch RM 96/1163 - 3. Jan. 1942 - 15. Jan. 1942, 1. Feb. 1942 - 3. Apr. 1942 - Kriegstagebuch für Minensuchboot "M 1506" und Minensuchboot "M 1507"


    BArch RM 96/1165 - 2. Mär. 1942 - 9. Mär. 1942


    (ex FD "Ostfriesland") Ab September 1939 als Minensuchboot "M 1506" bezeichnet, ab 24.2.1943 als Minensuchboot "M 4626" bezeichnet, 1944 französiche Beute "P661 Octant"; eingesetzt in der 15. Minensuchflottille (siehe RM 69), Verweis: RM 96/1161, RM 96/1163

    Gruss, Holger

    Edited once, last by Sunninger ().

  • Bilder 1 - 5 Die Zeit bei RAD

  • Bilder 6 - 10 der Anfang bei der Marine

  • Bilder 11 - 15 er war auch mal bei der Marine-Artillerie oder nur zu Besuch ?

  • Bilder 21 - 25 Ankunft/ Auslaufen aus Oslo

  • Bilder 31 - 35 Einsatz im Eis (Norwegen)

  • Hallo zusammen,


    zu Bild 32, das Bild zeit den Eisbrecher "Stettin" nach 11.01.1940 mit M 1506

    Servus Dieter,


    ich glaube nicht das dies M 1506 ist, da der Brückenaufbau komplett anders ist. Schaut ehr nach einem V-Boot aus.

    Denke das das Bild von M 1506 aus gemacht wurde, da es im Besitz des Urgroßvaters war.


    Das Bild dürfte dann ja im Eis-Winter 1939/40 entstanden sein, da der nächste schwere Winter erst wieder 1942 war und

    dort die Brücke schon wieder repariert war.

    Gruss, Holger

    Edited once, last by Sunninger ().

  • Servus,


    kann es dann sein, das die Bilder die Abteilungen 8/171 oder 1/175 zeigen, da er ja seinen Wohnsitz in Wesermünde hatte und ebendiese Abteilungen dort "beheimatet" war?

    Gruss, Holger