Ahnenforschung Bahnschutz

  • Schönen guten Morgen

    Mein Name ist Patrick, 32 und komme aus dem Kreis Heinsberg.


    Folgender Sachverhalt:


    Ich arbeite daran, sämtliche Dokumente meiner Familie zusammen zu tragen und bin gerade dabei den Militärischen Werdegang meines Urgroßvaters zu vervollständigen.


    Kurze Geschichte wie es zu meiner Arbeit kam. Schon als Kind erzählte mir mein Opa immer Geschichten aus der Kriegszeit, wie Er sie erlebte und wer alles aus unserer Familie eingezogen wurde. Er erzählte oft von seinem Vater, meinen Urgroßvater.


    Ich kann mich noch gut an ein paar Kleinigkeiten erinnern, die mir im Gedächtnis geblieben sind und mich recht stutzig machen.


    "gekämpft hat Er bereits im ersten Weltkrieg und er wurde ausgezeichnet"


    "Gefallen wäre dieser Anfang des zweiten Krieges, weil Ihn ein Zug überfahren hätte."


    "Er war stolzes Parteimitglied"


    "Er habe einen Säbel und eine Pistole gehabt"


    "Als die Amis kamen, habe mein Opa aus Angst alles im Garten vergraben"


    Was es mit diesen Stichwörtern auf sich hat, erkläre ich gleich.

    Da mein Opa weitere Details zur Waffengattung, Truppenteile, etc. vor seinem Tot nicht erzählte, musste ich mich selbst ans Werk machen.

    Leider habe ich nur seinen Namen sowie Geburts und Gefallenendaten. Dies hab ich dann an die Wast geschickt, mit der Bitte um Auskunft.


    Folgender Hinweis habe ich bis jetzt erhalten.



    Geb. 23.07.1891 in Siersdorf Kreis Aachen


    Gef. 05.06.1940 in Eschweiler Kreis Aachen

    Zugkollision mit totlichen Verletzungen


    Erkennungsmarkennummer -1884/40-


    Bahnschutz Wachkompanie


    Dienstgrad Schütze


    So nun habe ich die Nummer der Ekm, als was Er eingezogen wurde und welchen Dienstgrad Er hatte.

    Keine Nsdap Mitgliedsnummer, Keine Kompanienummer usw.


    Durch etwas Recherche über Google bin ich nun auf dieses Forum aufmerksam geworden und habe die Kategorien etwas durchsucht. Leider bin ich nicht wirklich schlauer geworden und hoffe auf Eure Unterstützung. An das Bundesarchiv habe ich bereits auch schon geschrieben und warte momentan auf eine Antwort.


    So nun zurück zu meinen Stichwörtern und das was ich bereits selber zusammen reimen konnte (hoffe richtig) und die fragwürdigen Ungereimtheiten.


    Opa sagte zu Anfang des Krieges vom Zug überfahren, soweit noch alles richtig.


    Dienstgrad Schütze? Wie kann mein Uropa einen so niedrigen Rang haben, wenn Er bereits 1914-1918 gekämpft hat? Und wieso hatte Er dann eine Dienstpistole und einen Säbel? Laut meiner Recherche haben Mannschaftsgrade keinen Säbel, oder?


    Die Ekm-Nr. 1884 /40? Was soll das bedeuten? Ich habe noch nie von einer Ekm gehört, die laut Wast so gelistet ist.

    Müsste die Ekm dann nicht folgendes Kürzel beinhalten

    "BahnSch.W.K. und dahinter die Zahl der Kompanie? Bedeuten die Zahlen 1884 die Nummer meines Uropas und die 40 dann die Kompanie?


    Und was ist mit der Mitgliedschaft der Nsdap, laut meines Opas war er drin, müsste die Wast nicht eigentlich die Daten haben?


    Ich Blicke da nicht mehr durch.



    Das was ich mir jetzt zusammen reimen konnte, ist folgendes.


    Bahnschutz Wachkompanie im Kreis Aachen, müsste also Reichsbahndirektion 15 sein, sprich Köln, im Wehrkreisbereich VI. Ich habe einige Wachkompanien gefunden im Wehrkreis 6, aber diese waren an anderen Standorten in NRW und nicht wo mein Uropa dann quasi sein müsste. Eine Wachkompanie 40 im Wk6 habe ich nicht gefunden. Ich konnte auch nicht seinen genauen Standort ermitteln, sondern nur erahnen. Wohnhaft waren meine Urgroßeltern samt Kinder in Alsdorf. Tötlich Verunglückt ist Er in Eschweiler, was mich darauf schließen lässt, dass Er einer Kompanie angehörte, welche im Raum, bzw. Kreis Aachen als Bahnschutz fungierte.


    So weit ich weiter Recherchieren konnte, handelt es sich beim Bahnschutz um Polizeieinheiten, welche laut Internet unter Befehl H.Himmlers gestanden haben, aber Angehörige der Reichsbahn waren. Es läßt mich also weiter darauf Schließen, dass mein Uropa Beamter war. Wenn es wirklich stimmt, dass Er ebenfalls in der Partei war und ich vom Bundesarchiv die Karte bekomme, kann ich darauf zurück führen, dass Er ein Bahnschutzpolizist der SS war? Wenn ich es richtig verstanden habe, waren Angehörige der Partei Polizisten der SS. Dies könnte erklären wieso mein Opa damals die Sachen von seinem Vater verschwinden ließ, aber die anderen Sachen nicht (Bruder meines Opas WH - Angehörigkeit)


    Jedenfalls wäre ich dankbar wenn Ihr mir einige Tipps und vorallem Informationen zukommen lassen könnt.


    Tut mir leid für den langen Text, aber ich versuche alles so detailliert wie möglich zu beschreiben, um Infos zu bekommen.


    Ich bedanke mich schon einmal im voraus.


    Daten in der WASt-Auskunft wurden unkenntlich gemacht, Diana

  • Hallo,


    kannst Du bitte aus der von Dir eingestellten Auskunft der WASt die persönlichen Daten der Sachbearbeiterin entfernen, wie es in den Forumsregeln vorgesehen ist? Es ist schon beachtlich, dass Du Deine Daten und den Familiennamen zu Deiner gesuchten Person unkenntlich machst, während Du die Daten dritter ohne deren Zustimmung im Internet veröffentlichst?


    Gleiche Bitte auch wie schon gestern wieder an die Forums-Moderaten/-Mitarbeiter - vielen Dank!


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Grüß Gott ,


    herzlich willkommen hier im Forum der Wehrmacht !


    Hier kannst Du einmal nachprüfen, ob dein Großvater im 1. Weltkrieg verwundet wurde,

    http://des.genealogy.net/eingabe-verlustlisten/search/index


    hier etwas zum Bahnschutz/ Uniformen,

    https://bahnschutz-uniformen.j…ifdienst-bahnschutz-1936/

    und

    Bahnpolizei, bzw. Bahnschutz


    Die Dienstzeit im 1. Wk, hat nichts mit dem 2. Weltkrieg zu tun, das eine war Kaiserreich, das andere war Drittes Reich.


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Hallo,


    Quote

    Das Alte habe ich natürlich direkt entfernt

    und Dir ist dabei nicht aufgefallen, daß das Dokument bereits bearbeitet war? - Siehe auch meinen Eintrag oben.


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo,


    und Dir ist dabei nicht aufgefallen, daß das Dokument bereits bearbeitet war? - Siehe auch meinen Eintrag oben.


    Grüße

    Sorry Nein ist mir nicht aufgefallen, habe da auch gar nicht mehr groß nach geguckt und es einfach direkt gelöscht.


    In Zukunft gucke ich noch mal genauer hin, wie ich etwas unkenntlich mache.


    Mfg

  • Hallo,


    Dein Urgroßvater war Jahrgang 1891, da wird er im 1. WK Soldat gewesen sein, aber dieser Jahrgang wurde im 2. WK nicht mehr einberufen bzw. nur in Ausnahmefällen.

    Die 40 auf der Erkennungsmarke bedeutet wohl im Jahr 1940. Allerdings scheint mir die Angabe der Wast zur Erkennungsmarke unvollständig zu sein, zumindest sollte noch ein Truppenteil oder eine Diensstelle mit genannt sein.


    Beste Grüße


    Paul

  • Ja das ist mein Problem. Ich kann nichts zuordnen, da scheinbar alles verloren gegangen ist.

  • Hallo,


    wir sollten auf unsere Eisenbahner warten, vielleicht haben die ja von dem Vorfall etwas in ihren Akten/Archiven und können noch Angaben machen.


    Nur ein bißchen Geduld ;)


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    in den Verlustlisten des 1. WK ist er jedenfalls 2 mal verzeichnet.

    Liste vom 01.08.1916 Preußen 595, Reserve-Infanterie-Regiment 65, vermisst

    Liste vom 18.10.1916 Preußen 662,

    Reserve-Infanterie-Regiment 65, bisher vermisst in Gefangenschaft


    Also er hatte schon einiges erlebt.

    Beste Grüße!
    Dirk

  • ... vermisst ...

    ... Reserve-Infanterie-Regiment 65, bisher vermisst in Gefangenschaft ...

    <>

    Hallo,


    der Urgroßvater war Landsturmmann und Angehöriger der 5./Res.-Inf.-Rgt. 65, trug vermutlich die Erkennungsmarke Nr. 851 des Inf.-Rgt. Nr. 65, galt seit dem 4.Juni 1916 als vermisst und war in französischer Kriegsgefangenschaft. Die Angehörigen wurden am 3.Oktober 1916 über diesen Umstand benachrichtigt. Vermutlich ist er aus dieser bis Kriegsende 1918 nicht in die Heimat/den aktiven Dienst als Soldat zurückgekehrt. Evtl. hat er durch die Gefangenschaft gesundheitliche Schäden davongetragen, die ihn für eine spätere Einberufung zur Wehrmacht zunächst untauglich machten?


    Gruß, J.H.


    Edit: Nachdem der Threadstarter seine Zustimmung gegeben hat, können wir seine Suche nach Informationen jetzt auch mit Hilfe der Nennung des Familiennamens weiterführen. Der gesuchte Urgroßvater hier Johann Kleinermanns, im Anhang die beim ICRC archivierten Daten zu seiner Kriegsgefangenschaft. Der Vater hieß H. Franz Kleinermanns.


    Johann Kleinermanns war Jahrgang 1891, d.h. er müsste seinen regulären, zweijährigen Pflichtwehrdienst vermutlich im Zeitraum um 1907 - 1910 und möglicherweise im Infanterie-Regiment Nr. 65 abgeleistet haben. Nach der Entlassung in die Reserve hat er vermutlich noch die eine oder andere Wehrübung geleistet und wurde dann vermutlich nach Kriegsbeginn 1914 als Reservist in das Res.-Inf.-Rgt. Nr. 65 einberufen: http://genwiki.genealogy.net/RIR_65


    Zum Res.-Inf.-Rgt. Nr. 65 gibt es eine Chronik mit dem Titel "Das Reserve-Infanterie-Regiment 65 im Weltkrieg 1914-1918", herausgegeben im Jahr 1938 von der Kameradschaft des Regiments anlässlich eines Wiedersehens. Darin lassen sich sicher die Umstände zu den Kämpfen finden, die zur Gefangennahme von Johann Kleinermanns geführt haben.


    Die von Dirk genannten Einträge in den Verlustlisten des 1.Weltkrieges sind hier zu finden, es gibt in dieser Datenbank weitere Einträge mit dem Familiennamen Kleinermanns aus Siersdorf - möglicherweise weitere Verwandte? http://des.genealogy.net/eingabe-verlustlisten/search/index

  • Hallo,


    der Urgroßvater war Landsturmmann und Angehöriger der 5./Res.-Inf.-Rgt. 65, trug vermutlich die Erkennungsmarke Nr. 851 dieser Einheit, galt seit dem 4.Juni 1916 als vermisst und war in französischer Kriegsgefangenschaft. Die Angehörigen wurden am 3.Oktober 1916 darüber benachrichtigt. Vermutlich ist er aus dieser bis Kriegsende 1918 nicht in die Heimat/den aktiven Dienst als Soldat zurückgekehrt. Evtl. hat er durch die Gefangenschaft gesundheitliche Schäden davongetragen, die ihn für eine spätere Einberufung zur Wehrmacht zunächst untauglich machten?


    Gruß, J.H.

    Darüber weiß ich leider nichts.


    Es gab zwei im ersten Wk, welche gekämpft haben.

    Mein. Urgroßvater Johann Kleinermanns und glaube es war sein Bruder Namens

    Gerhard Kleinermanns, gefallen 1918.


    Mfg

  • Hallo,


    ob er NSDAP-Mitglied war, kann die WASt normalerweise nicht angeben.


    Hier müsste man beim Bundesarchiv, Bestand BDC, anfragen.


    Wenn er kein Bahnbeamter war, gehe ich davon aus, dass er anfangs des Krieges als Notdienstverpflichteter zum Bahnschutz eingezogen wurde.


    Gruß aus München

    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Bundesarchiv hab ich bereits angeschrieben, warte auf Antwort.

    Mfg

  • Hallo,


    hier mal ein paar Informationen zum Verstärkten Bahnschutz.


    Auflösung des Verstärkten Bahnschutzes


    Sämtliche im Bahnschutzdienst eingesetzten Angehörigen des Verstärkten Bahnschutzes (Stamm- u. Ergänzungspersonal) gelten mit dem 05.04.1940 als zum Wehrdienst einberufen.

    Alle Angehörigen des Verstärkten Bahnschutzes sind am 04.04.1940 davon in Kenntnis zu setzen.

    Entlassungen dürfen ab sofort nicht mehr vorgenommen werden.


    Die Bahnbevollmächtigten bei den Reichsbahndirektionen (RBD) stellen sofort Listen über dieses Personal auf, die enthalten müssen:


    Vor- u. Zuname

    Wohnort mit Straße und Hausnummer

    Geburtstag und - ort

    Wehrverhältnis

    Stamm- oder Ergänzungspersonal über Verwendung, seit wann und zu welchen Dienst verwendet

    Angabe ob zum Führer oder Unterführer geeignet


    Die stellv. Gen.Kdos veranlassen anhand der Listen die Einberufung zum Wehrdienst mit Wirkung ab 05.04.1940.


    ...................


    Damit die Ablösung des Stammpersonals baldmöglichst erfolgen kann, ist dieses durch kriegsgediente (WK I von mir ergänzt) Leute oder geeignete Ergänzungsleute auszutauschen.


    .....................


    Im Vollzug des Austausches freiwerdendes Stammpersonal ist spätestens innerhalb von 4 Wochen aus dem Wehrdienst zu entlassen und der Reichsban zur Verfügung zu stellen.


    .....................


    Mannschaften (Ausgebildete) sind den Geburtsjahrgängen 1897 - 1906 zu entnehmen.


    Zuständige Ersatztruppenteile:

    Bereich Heeres-Gruppe A Landesschützenbataillon 12 im Wehrkreis XII

    Bereich Heeres-Gruppe B Landesschützenbataillon 6 im Wehrkreis VI

    Bereich Heeres-Gruppe C Landesschützenbataillon 5 im Wehrkreis V


    Für die im Heimatkriegsgebiet eingesetzten Bahnschutzeinheiten bestimmen die Wehrkreiskommandos die zuständigen Ersatztruppenteile.


    Die Gelben Armbinden sind von den AOK's bzw. W.Kdos zu erfassen und an die zuständigen H.Bekl.-Ämter abzugeben. Ausgenommen sind hiervon die bei westlichen Transportkommandanturen auf Grund besonderer Anordnung Chef Trspw. mit aufdruck "Deutsche Wehrmacht" für Bahnzwecke.


    Bei der ETRA West wurde der Bahnschutz für die Sicherung der wichtigsten Kunstbauten an den Haupttransportstraßen (Schienen) eingesetzt.


    Bei der Etra West waren Stand Februar 1940, insgesammt 2725 Mann beim Verstärkten Bahnschutz eingesetzt. Davon 387 Mann Reichsbahnpersonal und 2338 Ergänzungspersonal.


    Quelle: Sammlung Köhler

    OKH Chef H Rüst und Bde, AHA Ia IV Nr. 466/40 g. Kdos. vom 28.03.1940

    Grüße Matthias

  • Hallo, Hallo zusammen, Guten Morgen, Guten Morgen Matthias.....


    Dankeschön, die oben genannten Listen der Reichsbahndirektion, sind diese irgendwo noch abrufbar?


    Grüße....