spezielle Eintragungen für Soldaten des Deutschen Afrikakorps

  • N´Abend allerseits!


    Habe mal eine Frage zu Soldbüchern von Soldaten des Deutschen Afrikakorps (DAK). Ich kenne einige Soldbücher von Soldaten des DAK (Heer oder Luftwaffe) die teilweise Eintragungen haben sinngemäß "Inhaber hat am XY afrikanischen Boden betreten. Stempel und Unterschrift", oder ähnliches (siehe Anhang).


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    Waren solche Eintragungen Pflicht oder Ermessen des Vorgesetzten? Ich kenne jedoch wiederrum auch viele Soldbücher aus denen lediglich die Teilnahme beim Afrikafeldzug aus Untersuchungen zu Tropentauglichkeit, der Verleihung der Italienisch-deutsche Feldzugsmedaille für Afrika oder natürlich durch die Einheit her vermutet werden kann, sprich ohne diese spezielle Eintragung.


    Grüße

    Sven

  • ... Ich kenne jedoch wiederrum auch viele Soldbücher aus denen lediglich die Teilnahme beim Afrikafeldzug aus Untersuchungen zu Tropentauglichkeit, der Verleihung der Italienisch-deutsche Feldzugsmedaille für Afrika ...


    Hallo,


    die Eintragung könnte vielleicht auch als Grundlage für eine Berechtigung des Soldbuch-Inhabers zum Tragen des Ärmelstreifens "Afrikakorps" gedient haben? Der Ärmelstreifen durfte ja vom Inhaber offiziell erst nach dem Verlassen des europäischen Festlandes getragen werden und musste bei Versetzung zu (Ersatz-)Truppenteilen außerhalb des Afrikakorps wieder abgelegt werden.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo!

    Bei dem o.g. Soldbuch habe ich jetzt nur eine Soldauszahlung von 400 RM am 11. Mai 1943 finden können, sprich kurz vor der Kapitulation der deutschen Truppen in Afrika (siehe Anhang).


    Hallo,


    die Eintragung könnte vielleicht auch als Grundlage für eine Berechtigung des Soldbuch-Inhabers zum Tragen des Ärmelstreifens "Afrikakorps" gedient haben? Der Ärmelstreifen durfte ja vom Inhaber offiziell erst nach dem Verlassen des europäischen Festlandes getragen werden und musste bei Versetzung zu (Ersatz-)Truppenteilen außerhalb des Afrikakorps wieder abgelegt werden.


    Gruß, J.H.


    Ob der Soldat ein Ärmelstreifen oder -band "Afrika" getragen hat, geht aus dem Dokument leider nicht hervor. Ich suche aber mal weiter in den restlichen Unterlagen.


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,

    Bei dem o.g. Soldbuch habe ich jetzt nur eine Soldauszahlung von 400 RM am 11. Mai 1943 finden können, sprich kurz vor der Kapitulation der deutschen Truppen in Afrika (siehe Anhang).

    Ich denke, beim Eintrags handelt es sich um keine Auszahlung.

    Der Text ist zwar stellenweise schwer lesbar, und lautet wahrscheinlich:


    "Bei der Gefangennahme ?(vorhanden)? 400.-

    fr. Franken ( vierhundert ) vernichtet ."


    -Unterschrift-

    Feldw. u. Einheitsführer


    MfG Ludwig

    Never let go!

  • Hallo!

    "Bei der Gefangennahme ?(vorhanden)? 400.-

    fr. Franken ( vierhundert ) vernichtet ."

    Könnten es vielleicht französische Francs gewesen sein? Denn nach seiner Gefangennahme am 27. Mai 1943 hat man ihm 250 franzöische Francs abgenommen, aber dieses sogar auch schriftlich bescheinigt ... auch wenn das jetzt wohl nichts mehr mit der Ausgangsfrage zu tun haben sollte! :rolleyes:


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,

    da steht zwar Franken, aber ich würde auch davon ausgehen, dass es sich um franz. France handelt, zumindest eine Währung der damaligen nordafrikanischen Kolonien der Franzosen.

    Diese konnte man evtl. in brit. bzw. amerikan. Gefangenschaft nicht gebrauchen - reine Vermutung.


    MfG Ludwig

    Never let go!

  • der Einrtag war wichtig für eine spätere finanzielle Entschädigung.

    Hallo,

    nach meinem Kenntnisstand gab es keine Erstattung. Mein Vater hat 1945 nach der Kapitulation 1125 norwegische Kronen abgeben müssen. Davon hat er nichts wieder bekommen.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Rainer,


    ja schon klar, aber zu diesem Zeitpunkt, Mai 1943, dachte die überwiegende Mehrheit ( oder fast alle?) noch an einen Endsieg und Entschädigung durch die Reichskasse nach Entlassung aus der Gefangenschaft durch den gewonnenen Sieg.

    Auf jeden Fall wurde alles genau notiert und wenn man bedenkt, dass er das Geld vielleicht auf Befehl vor der Gefangenschaft vernichten musste, dann war sicher eine Bescheinigung Pflicht. Dass die meisten Soldaten nach USA verschift wurden, wussten die damals wahrscheinlich nicht. Also Hoffnung auf Kostenersatz. Außerdem Geldgeschäfte immer Bescheinigung und Soldbucheinträge waren einer Urkunde gleichzusetzen.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,

    ich habe den Eintrag im Soldbuch und eine Bescheinigung vom 19.08.1945 von meinem Vater in meinem Besitz. Aber 1945 nach dem Zusammenbruch des deutschen Reiches dürfte kaum noch jemand mit einer Erstattung gerechnet haben.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo zusammen,


    ich hatte das schon vor einiger Zeit angemerkt. Ich habe zwar keine Unterlagen darüber,

    aber es könnte ja durchaus sein, dass für den Einsatz in besonderen Gebieten, d.h. Gebieten,

    in denen der Soldat besonderen Erschwernissen oder Gefahren ausgesetzt war, eine Zulage

    oder sonstige Entschädigung zum Wehrsold gezahlt wurde. Für Beginn und Ende der Zahlung

    musste es einen objektiven (und nachprüfbaren) Sachverhalt geben. Und das könnte das

    "Betreten des afrikanischen Bodens" gewesen sein.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo allerseits!

    es könnte ja durchaus sein, dass für den Einsatz in besonderen Gebieten, d.h. Gebieten,

    in denen der Soldat besonderen Erschwernissen oder Gefahren ausgesetzt war, eine Zulage

    oder sonstige Entschädigung zum Wehrsold gezahlt wurde.


    der Einrtag war wichtig für eine spätere finanzielle Entschädigung.

    Vielen Dank für eure interessante Einschätzung, wie kann ich mir das jedoch erklären, dass einige mir vorliegenden Soldbücher keine derarteigen Eintragungen haben und hier lediglich die Teilnahme beim Afrikafeldzug aus Untersuchungen zur Tropentauglichkeit, der Verleihung der Italienisch-deutsche Feldzugsmedaille für Afrika oder nur durch die Einheit vermutet werden kann? Musste der Soldat eine gewisse "Stehzeit" in Afrika verbringen hierfür?


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,


    ist die Beurteilung von etwas, was im Soldbuch steht, schon mit einer

    gewissen Spekulation verbunden, so grenzt das Interpretieren von Dingen,

    die nicht aufgeführt sind (und warum sie nicht aufgeführt sind), schon fast

    an Kaffesatz-Lesen !


    Tut mir leid !

    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo allerseits,


    auf den Seiten 18 - bis 22 des Soldbuchs wurde auch eingetragen, ab wann sich der Soldat auf afrikanischen Boden befand. Ab diesem Zeitpunkt wurde die "Afrika-Zulage" bezahlt.


    Grüße aus Freiburg

    Andreas

  • Ab diesem Zeitpunkt wurde die "Afrika-Zulage" bezahlt.


    Hallo Andreas,


    das war ja mein "Verdacht" von Anfang an; hast Du denn auch eine Quelle

    für diese Erklärung ?


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)


    P.S. Habe es selbst gefunden:

    "Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939–1945"

    von Dietrich Eichholtz, Seite 688

    ". . . Eine Besonderheit stellte die "Afrika-Zulage" dar. Sie wurde für Aufenthalt in Afrika gezahlt,

    nicht mit anderen Zulagen verrechnet und erst nach Rückkehr aus Afrika oder im Urlaub in

    Deutschland ausgezahlt - für Offiziere vier RM, Unteroffiziere drei RM und Mannschaften

    zwei Mark pro Tag."

    Der Autor bezieht sich auf:

    Absolon, Rudolf; Die Wehrmacht im Dritten Reich, Band V; Boppard 1988, Seite 357


  • Hallo,


    somit hat Rudolf den "Nagel auf den Kopf getroffen"


    Meine Behauptung:


    Hallo,


    der Einrtag war wichtig für eine spätere finanzielle Entschädigung.


    Gruß Karl

    .....war also grundsätzlich nicht falsch. Den richtigen Bezug hat dann Rudolf hergestellt.


    Absolon, Rudolf; Die Wehrmacht im Dritten Reich, Band V; Boppard 1988, Seite 357

    Nachgeschlagen: S. 357 Zulagen, aber Afrikazulage auf S. 358,

    Quelle: HVBL 1941 B S. 331, 414, 444, u. 549:HVBL. 1942 B S. 37 u. 492;HM 1942 S. 368;HVBL. 1943 B S. 149.


    Gruß Karl

  • N´Abend!


    Vielen Dank für des Rätsels Lösung ... habe mittlerweile sogar einen Stempel bzgl. der Afrika-Zulage gefunden (siehe Anhang). Der Inhaber des Solbuches war mit dem Flak-Regiment 102 in Afrika. Demnach war der Inhaber 176 Tage als Wachmeister (3 RM / Tag) in Afrika.


    Danke euch nochmals!


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven, hallo allerseits,

    anbei ein Hinweis auf eine Fundstelle zu dem Thema: T314 R16 Anlage 14 zu KTB O.Qu. D.A.K.:

    Panzergruppe Afrika O.Qu./Qu1 "Besondere Anordnung für die Versogung Nr. 33" vom 17.11.1941 unter I. Allgemein Punkt 2. Afrikazulage.

    Viele Grüße vom Br.Pionier

    Bildschirmfoto 2018-10-30 um 11.14.25.png

    Edited once, last by Br.Pionier ().