SS Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 31

  • Hallo, ich suche Infos zu meinem Großvater, er war SS-Angehöriger und ist im Februar 45 im Elsaß gefallen. Zu den letzten Kriegsmonaten haben wir ganz gute Infos gefunden, aber die Zeit davor ist schwieriger.. Laut WASt sind kaum Aufzeichnungen erhalten, wir haben aber einen Auszug, dass er am 16.11.1943 Jäger in der 10. Kompanie SS Jäger-Bataillon SS Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 31 war und bei Jagodnoje Bor verletzt wurde (Granatsplitter). Offenbar steht er da auf einer Liste für den Hauptverbandsplatz. Was ich nicht verstehe: Das ist doch eine Trainingseinheit? Waren die aktiv? Die Erkennungsmarke ist 1481 in der stkp ss gren ers btl Ost, das war in Breslau, aber der Verwundungsoet ist bei Kaliningrad, wo im Nov 43 so ziemlich gar nichts los wR, oder? Kann da jemand weiterhelfen? Danke schon jetzt!

  • Guten Abend "Briesch",

    erstmal ein Willkommen im Forum.


    Du eröffnest hier einen Thread zum Großvater, gut,

    an anderer Stelle schreibst du in einen vorhandenen Thread, auch Großvater, da mit Info Frundsberg.


    Warum streust du deine Fragen übers Forum, warum nicht ein Thread, alles an bisherigen Erkenntnissen reingepackt und ab dafür?


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Briesch,


    der Großvater ist in der Zeit zwischen dem 27.6. und dem 10.7.1943 bei der Stabskompanie SS-Gren.Ers.Btl. Ost in Breslau erfasst worden, daher die Erkennungsmarke, evtl. ein Volksdeutscher aus Rumänien?


    Zu dieser Zeit wurden dort viele in die Waffen-SS eingestellt und anschließend zur Ausbildung zum Rekrutendepot der Waffen-SS in Bobruisk, Nachschubkommandantur der Waffen-SS und Polizei.

    Man bildete aus den Ausbildungsbataillonen dann sogenannte "SS-Jäger-Bataillone"...


    Der Großvater kam mit der 10.Kompanie dann zum sogenannten "SS-Jäger-Bataillon Pannier" bei der Kampfgruppe von Gottberg


    1.11.1943

    Teilnahme von Teilen des II. Jäger-Bataillons am Bandenunternehmen „Heinrich“ unter der Führung des HSSPF Russland-Mitte (Chef der Bandenkampfverbände), Kampfgruppe von dem Bach, im Raum Polozk – Krassnopolje – Pusstoschke – Idritza – Szebesch („Bandenrepublik Rossono“) vom 1.11. bis zum 8./9.11.1943 (18. bzw. 20.11.1943)

    (s.a. Kampfgruppe von Gottberg, Ia, TgbNr. 19/43 g, Einsatzbefehl für das Bandenunternehmen “Heinrich“)


    Gliederung:

    Stab (II./ SS-Jäger-Btl)

    3.Kompanie

    7.Kompanie

    8.Kompanie

    10.Kompanie


    Ziel des Unternehmens war die Zerschlagung der sogenannten „Bandenrepublik Rossono“, da das PzAOK 3 die Kampfkraft der dortigen Partisanen so hoch einschätzte wie die der regulären Truppen der Roten Armee. Das PzAOK fürchtete einen Vorstoß der Roten Armee in diesen Raum, der zum Durchstoß auf Daugavpils führen könnte. Neben der KGr.v.Gottberg wurden auch Kräfte des HSSPF Ostland, Jeckeln, und erhebliche Kräfte der Heeresgruppe Mitte eingesetzt

    Einsatzgruppe Jeckeln Ssebesh – Idritza – Opotschka

    Einsatzgruppe von Gottberg südlich und südwestlich Polozk


    Einheiten der KGr.v.Gottberg:

    SS-PolRgt 2

    SS-PolRgt 13 (verstärkt durch eine Batterie Oberfeldkommandantur OFK 392)

    SS-PolRgt 24 (verstärkt durch lit.SchumaBtl 255, mit 9.Pol.Pz.Komp.)

    SS-Sonder-Batl.Dirlewanger

    SchumaBatl 57

    SS-Jäger-Abt.Pannier (Nachschubkommandantur d.SS.u.Pol.Rußland-Mitte)

    Flak-Abt I./KdoStab RFSS

    SS-Jäger-Bataillon Pannier

    Pol.PzKp.12

    TN-Baukompanie

    Gend.EinsatzKdo zbV Kreikenboom

    Gend.Züge (mot) 13, 19, 49


    Leichtgeschütz-Abt (mot) der HGr.Mitte

    Nachr.Abt 262 HGr.Mitte

    1 Pz-Kp der HGr.Mitte (evtl. PzKp. Mitte des SS-PolRgt 13 ?)

    1 Pi- Kp. (mit Spezialausrüstung: Minensuchgerät, Flammenwerfer, Panzrvernichtungsmittel)

    1 Bau-Pi-Kp.(Btl ?) der HGr. Mitte

    1 Flak-Battr

    1 Battr. der OFK 392

    SichRgt 64 (ohne ein Bataillon)

    Luftwaffe (Fliegerunterstützung durch Fliegerführer 1)


    Kommandos der Sicherheitspolizei und des SD


    Im November 1943 gelang es der Roten Armee, nördlich von Witebsk bei Newel die deutsche Front zu durchstoßen und damit die Verbindung mit dem Großbandenraum Rossono herzustellen.

    Die am 29.10.1943 fortgesetzte sowjetischen Offensive der „Kalininfront“ erfolgte mit drei Stoßkeilen:

    Im Norden drang die 3.russ.Stoßarmee mit 4 Divisionen und 2 Pz.Brigaden in Flanke und Rücken der deutschen 16.Armee bis Pustoschka vor, das die am 10.11.43 erreichte.

    In der Mitte stieß eine Gruppe der 4.russ.Stoßarmee mit 2 Divisionen längs der Bahnlinie Newel – Polozk nach Südwesten in den Raum Dretun und Saborje.

    Im Süden erreichte eine andere Gruppe der 4.Stoßarmee mit 3 Divisionen und einem Kavalleriekorps, ohne auf Widerstand zu stoßen, mit den Spitzen am 9.11.1943 den Raum von Sawan am Obol.


    Um eine vollständige Inbesitznahme des nördlich von Polozk gelegenen Partisanengebietes Rossono durch die Rote Armee zu verhindern sahen sich die dort gerade zur Bandenbekämpfung, Unternehmen „Heinrich“, eingesetzten deutschen Polizei- und Sicherungsverbände plötzlich vor die Aufgabe gestellt, unverzüglich eine neue Sperr- und Auffanglinie gegen die angreifenden sowjetischen Truppen aufzubauen, die erst am 7.11.von deutschen schwachen Sicherungskräften (SS-KGr. von Gottberg) bei Dretun und Saborje zum Stehen gebracht werden konnten. Die Einheiten der KGr.v.Gottberg wurden dann der 16.Armee (HGr.Nord) und der 3.Pz.Armee (HGr.Mitte) unterstellt und verblieben zum Teil bis zum Frühjahr 1944 im unmittelbaren Fronteinsatz.

    Erst Anfang November 1943 kamen weitere Truppenverstärkungen an die Front. Neben der 290. und 122. ID gelangte auch das SS-Sonder-Batl.Dirlewanger (im Rahmen der KGr.v.Gottberg) in den Fronteinsatz bei Dretun und Newel. Trotz heftiger deutscher Abwehr gelang es dem Gegner am 8.11.43, die Rollbahn Pustoschka – Newel zu sperren. Ein Versuch der 23. und 32.ID von der Rollbahn Pustoschka – Newel nach Westen auf den Jasno-See vorzustoßen, lief sich fest.

    (R.Michaelis, SdKdo.Dirlewanger, S. 46,s.a. Karte S.48, 87.ID, S. 192, s.a. Karte S.188, HP.Klausch, Antifaschisten in SS-Uniform, S. 88, H.Hüttmann, PolBtl 307,S.44)


    Einem späteren SS-Oscha der 10.Kp. wurde nachträglich der 16.11.1943 als Sturmtag bescheinigt ("Ort nach Rgts.Befehl) "Oktjabr u. Jagodnyj-Bor".


    Wie er von dort zur "Frundsberg" kam, kann ich nicht sagen...


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump