Diskussion zum Bericht der Kommission zur Erforschung der Todeszahlen von Dresden (13.2.45)

  • Hallo!


    Es ist ja weithin bekannt, dass es eine sehr hohe Anzahl von Opfern unter der Zivilbevölkerung an diesem Tag/Nacht gegeben hat. (Gelinde gesagt)
    In der DDR gab es eine offizielle Zahl von ca. 35 tausend Toten. Diesen gegenüber standen andere Zahlen von 200-600 tsd. Diese Zahlen werden aber von Seiten der Historiker negiert.
    Nach der Wende wurden die Stimmen immer lauter, die forderten doch endlich die "richtigen Zahlen" zu nennen. Rechtsradikale Gruppierungen instrumentalisieren Dresden bis heute.


    Fasst man die Wiki zusammen:




    Über die Legenden (die auch widerlegt wurden) betr. Tieffliegerangriffe usw. sowie über die Frage ob FORMAL Kriegsverbrechen oder nicht möchte ich hier auch nicht zu Disk. stellen.
    Mein Anliegen ist einmal näher zu bringen, was genau macht diese Kommission, wie geht diese vor, welche Ansätze gibt es , welche Quellen, welche Fragestellungen.

    Denn ich glaube dies ist weniger bekannt.


    Meine Quelle:


    <http://hsozkult.geschichte.hu-…e/tagungsberichte/id=1254>



    Ich fasse zusammen:






    Edit: Überschrift geändert! Weil es hier nicht um Dresden geht, sondern um den Bericht und wie man vorgeht und zu welchem Ergbniss man kommt.

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

    Edited 3 times, last by basil ().

  • Die meist zivilen Opfer hier hoch oder herunterzurechnen ist m.E. der falsche Weg und beinhaltet die Relativierung eines Verbrechens, welches ein gewisser Artur Harris (Chief d. brit. Bomber Command), den man ein Denkmal in London u.a. dafür hingestellt hat, von langer Hand vorbereitet hatte !!
    Sein erklärtes Ziel: "Zermürbung der Moral des deutschen Volkes" durch flächendeckende Bombardierung deutscher Großstädte.


    Dresden, dt. Großstadt an der Elbe mit rund 630.00 Einwohnern (1940). Die einstige sächsische Residenzstadt wegen ihren Schönheit und reichen Kunstschätze als >Elb-Florenz< gerühmt, wurde am 13./14.02.1945 Opfer eines kombinierten Großangriffs der britischen und amerikanischen Luftwaffe.
    13 Quadratkilometer Fläche wurden total zerstört, darunter die historische Altstadt mit architektonischen Kostbarkeiten wie Zwinger, Schloß und Hofkirche. Die genaue Zahl der Opfer konnte nie ermittelt werden, da Dresden zum Zeitpunkt des Angriffs mit Flüchtlingen aus Schlesien überfüllt war; mindestens 1,25 Millionen Menschen hielten sich in der Stadt auf.
    Die Leichen unzähliger namenloser Opfer wurden auf riesigen Rosten verbrannt oder in Massengräbern beigesetzt. Bis zum 06.05.1945 waren 39.773 Tote identifiziert; amtliche Schätzungen sprachen von 135.000 Toten, inzwischen jedoch wurden die abschließenden Zahlen auf 40.000 bis 60.000 Opfer korrigiert.
    Die Stadt brannte drei Tage lang, die Aufräumungsarbeiten und die Bergung der Leichen zogen sich wochenlang hin. Die Schreckensnachrichten aus Dresden lösten nicht nur in Deutschland einen Schock aus, Korrespondenten aus den neutralen Ländern berichteten erschüttert über das Inferno, das alle bekannten Schrecken des Luftkriegs übertraf.
    Dresden wurde am 15. Februar, 02. März und 17. April erneut von der US-Luftwaffe angegriffen, ehe die sowjetische 5. Garde-Armee die Stadt am 08. Mai einnahm. Auch nach dem Wiederaufbau seiner weltbekannten Kulturstätten wird Dresden immer zu den Namen gehören, die, beginnend mit Guernica, über Warschau, Rotterdam, Coventry bis hin zu Hiroshima, den sinnlosen Luftterror anklagen.


    Quelle: Christian Zentner, Der Zweite Weltkrieg - Ein Lexikon


    Edit: Vielleicht sprechen die zeitgenössischen Filmaufnahmen, z. Bsp. nach der Bombardierung von Hamburg, eine beredtere Sprache !!

    Edited 2 times, last by Gesperrt ().

  • Hallo!
    Nur nochmal zur Klarstellung. ob hier ein Kriegsverbrechen vorliegt oder nicht, sollte in einem entsprechenden Thread in der Rubrik Kriegsverbrechen geklärt werden.


    Quote

    Über die Legenden (die auch widerlegt wurden) betr. Tieffliegerangriffe usw. sowie über die Frage ob FORMAL Kriegsverbrechen oder nicht möchte ich hier auch nicht zu Disk. stellen.
    Mein Anliegen ist einmal näher zu bringen, was genau macht diese Kommission, wie geht diese vor, welche Ansätze gibt es , welche Quellen, welche Fragestellungen.



    @ Alt-Stralauer
    Du zitierst dieses Lexikon.

    Quote

    Original von Alt-Stralauer
    Bis zum 06.05.1945 waren 39.773 Tote identifiziert;


    Quelle: Christian Zentner, Der Zweite Weltkrieg - Ein Lexikon


    Gibt das Lexikon dazu eine Quelle an? Wenn ja welche? Bei so einer "krummen" Zahl würde mich mal interessieren, welche Quelle das Lexikon zu Grunde legt. Aber ich fürchte, du wirst mir nicht helfen können. Die meisten Lexika haben nunmal keine Fussnoten...


    Hier noch etwas offizielles von der Kommission
    http://www.dresden.de/media/pd…ion.pdf?PHPSESSID=http%3A

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

    Edited 3 times, last by basil ().

  • Quote

    Original von basil
    Hallo!
    Nur nochmal zur Klarstellung. ob hier ein Kriegsverbrechen vorliegt oder nicht, sollte in einem entsprechenden Thread in der Rubrik Kriegsverbrechen geklärt werden.


    Wollte nur meine eigene Sicht der Dinge vermitteln. Ob es sich um eine "Kriegsverbrechen" handelt, will und kann ich nicht weiter beurteilen, dafür gibt es ja Historiker aller Schattierungen.

    Quote


    Über die Legenden (die auch widerlegt wurden) betr. Tieffliegerangriffe usw. sowie über die Frage ob FORMAL Kriegsverbrechen oder nicht möchte ich hier auch nicht zu Disk. stellen.
    Mein Anliegen ist einmal näher zu bringen, was genau macht diese Kommission, wie geht diese vor, welche Ansätze gibt es , welche Quellen, welche Fragestellungen.


    Das mit den Tieffliegerangriffen geisterte schon in einem früheren Lexikon von Zentner sowie auch bei Kurowski herum.


    Ja dazu müßte man wohl Herrn Zentner selbst einmal befragen :D


    Ich betrachte Untersuchungen und Aussagen von Historikern immer mit etwas Skepsis, v.a. wenn diese von staatlichen Stellen abhängig oder gar von diesen beauftragt und bezahlt werden.
    Viele eingesetzte "Kommissionen" sind in der neueren deutschen Geschichte nicht sehr überzeugend gewesen.
    Meine Urgoßmutter sel. pflegte zu sagen: "Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing"  8)

  • Naja wer hätte es denn sonst bezahlen sollen deiner Meinung nach? Die Engländer doch sicherlich noch weniger, oder? ;)
    Aber es heisst: (Hervorhebung durch mich)






    Natürlich hat man da die Gefahr einer Beeinflussung, ganz klar. Aber dafür sind zu viele namenhafte Historiker dabei und stehen zu sehr unter der Beobachtung der Öffentlichkeit!
    Ich finde es sehr spannend, welche Wege und Möglichkeiten gegangen werden um diese Aufgabe zu bewältigen!
    Auf das Ergebniss bin ich sehr gespannt!

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

    Edited once, last by basil ().

  • Quote

    ... Das Andenken an die Opfer dem politischen Streit zu entreißen

    Das geht eben genau so nicht! Ob es 20, 30 oder doch 15 waren... Das ist leider kein Weg. Trauerarbeit ist etwas völlig anderes.


    Gruß
    TAK

    Wer verurteilt kann irren – wer verzeiht irrt nie.

  • Hallo,


    je weiter sich die Bpmbennacht von Dresden dem Datum der neuesten Untersuchungen entfernt, desto geringer werden die Opferzahlen und irgendwann behauptet man, dass es den Bombenangriff garnicht gegeben hat.


    Das ist zwar satirisch gemeint aber widerspiegelt doch die Tendenz der öffentlich-rechtlichen Meinungsmacher. Die genannte Opferzahl von 600.000 war sicher falsch und diente der Zweck-Propaganda im III.Reich, aber genauso falsch können die immer geringer werdenden Opferzahlen sein, die dem Zeitgeist untergeordnet werden (müssen).


    Alt-Stralauer hat es auf den Nenner gebrachtt:


    Zitat: Ich betrachte Untersuchungen und Aussagen von Historikern immer mit etwas Skepsis, v.a. wenn diese von staatlichen Stellen abhängig oder gar von diesen beauftragt und bezahlt werden.
    Viele eingesetzte "Kommissionen" sind in der neueren deutschen Geschichte nicht sehr überzeugend gewesen.
    Meine Urgoßmutter sel. pflegte zu sagen: "Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing"


    Gruß
    Erich



  • Geht das schon wieder los....
    Ist es nicht unerheblich ob 25 tsd. oder 30 tsd? es sind immer 25 tsd. (oder eben 30 tsd) zu viele. Punkt!
    Nur eins muss aufhören, dass die Zahlen politisch instrumentalisiert werden.
    Entschuldigung, aber Bauchgefühle und Stammtischparolen sollten keinen Platz finden (wessen Brot ich ess).
    Es ist noch nicht mal der ganze Bericht veröffentlicht, von den Skeptikern hier war sicherlich keiner bei dem Historikertag, aber trotzdem ist man schon munter dabei die Ergebnisse der Untersuchung anzuzweiflen OHNE! diesen überhaupt gelesen zu haben (können)



    Ich empfehle sich erstmal damit auseinander zu setzen, wie die Untersuchung gelaufen ist, bevor polemisch losgepoltet wird!
    ( öffentlich-rechtlichen Meinungsmache, Zeitgeist untergeordnet werden (müssen)
    Oder muss ich auch polemisch die Frage weitergeben, was gewesen wäre, wenn die Zahl der Opfer in die 100tsd. gegangen wäre`?


    Ich denke dies ist sicherlich genauso fehl am Platze, wie jetzt über die Zahlen zu diskutieren. (im Sinne von waren es 25 oder 45. Es waren einfach zu viele. Wiedermal Punkt!)


    Was interessant ist, ist der Weg wie die Untersuchung gelaufen ist, wann man alles gemacht hat und was nicht. DAS! wäre interessant, die Methodik, aber keine Polemik.
    Denn Polemik ist ein Hohn gegenüber den Opfern!

    Glück Auf!
    "Basil"


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    Edited 2 times, last by basil ().

  • Hallo basil!
    Eigentlich wollte ich mich zum Thema Dresden nicht einmischen, habe ich doch ein mich sehr prägendes Erlebnis im Zusammenhang mit meinem Vater und einem Besuch der Stadt Anfang der Neunziger-Jahre gehabt. Mein Vater, Jahrgang 1926, hat an diesem Tag in Dresden auf offener Srraße sehr heftig geweint. Da ich zuvor meinen Vater mein ganzes Leben nie habe weinen sehen, war dies für mich persönlich sehr berührend. Doch was war meine innere Rührung gegenüber der tiefen Erschütterung meines Vaters, den nach 50 Jahren die Erinnerung überwältigt hatte. Wie ich erst später erfuhr, ist er auf Rückfahrt zu seiner Einheit aus dem Urlaub in Dresden „abgefangen“ und zu „Aufräumarbeiten“ herangezogen worden. Diese bestanden in dem „Stapeln von Leichen auf Eisenbahnschwellen und Verbrennen“(Zitat).
    Doch dies zu erzählen oder auch wegen dieses Erlebnisses eine Bewertung abzugeben, ist nicht der Grund meines Beitrags.
    Zuerst einmal möchte ich Dir, basil, meinen Respekt ausdrücken, ob Deiner wissenschaftlichen Tätigkeit im Rahmen Deines/r Berufes/Ausbildung als Historiker. Wie allgemein bekannt, zählen für Wissenschaftler und damit auch für Historiker grob gesagt ja nur Fakten… Wie diese gesammelt, dann ausgewertet und interpretiert werden, also die Methodik, entzieht sich aber wohl dem Normalbürger. Insofern könnte das Thema hier sicherlich hilfreich und lehrreich sein. Entschuldige aber bitte meine Zweifel, daß der Normalbürger dabei ebenso wie Du das reine wissenschaftliche Vorgehen als spannend betrachten wird.
    Leider deutet schon die Überschrift zu diesem thread aber nicht auf die Absicht hin, eine wissenschaftliche Untersuchung dergestalt zu begleiten, so daß gerade bei dem Thema „Dresden“ auch von Dir damit gerechnet werden musste, dass das Thema „abdriftet“, weil gerade bei diesem Thema die Wellen doch sehr hoch schlagen (eventuell auch von Dir unterschwellig so gewollt, um Deine vielen „Punkt-Um-Statements“ und damit Deine Meinung kundzutun?).
    Und wenn dann doch Beiträge zum eigentlichen Thema gepostet werden, auch wenn diese jetzt schon recht skeptisch dem zukünftigen Ergebnis dieser Studie gegenüber sind, so solltest Du nicht gleich den „Oberlehrer“ spielen, und diese Skepsis auch noch als Stammtischparolen bezeichnen.
    (Übrigens stelle ich den Satz „Wes Brot ich ess,…“ mehr in die Rubrik der Lebensweisheiten aus Lebenserfahrung!).
    Angebrachter wäre m.E. hier der (höfliche) erklärende Hinweis auf die reine Absicht dieses threads und zwar nicht in der von Dir zum Teil getätigten mir persönlich überheblich und arrogant erscheinenden Weise.
    Es sind nun mal nicht alle Teilnehmer des Forums studierte Historiker und sehen die Geschichte als Wissenschaft genau wie Du! Und wenn dann einige gegenüber der wissenschaftlichen Arbeit oder meinetwegen auch deren Vorbereitung Kritik und Vorbehalte äußern, so sehe ich es auch als Aufgabe eines Wissenschaftlers, diesen mit Verständnis zu begegnen und zu versuchen, sie auszuräumen!
    Als studierter Bergmann grüßt Dich ebenfalls mit Glück Auf! und es freut sich auf ein Treffen im Ruhrgebeat Herbert

  • Hallo basil,


    über Deine wissenschaftliche Qualifikation(en) oder Arbeit(en) ist mir persönlich nichts bekannt. Es würde mich aber freuen, weiterhin derart aufbereitete Beiträge zu lesen. (Wenn auch nicht am heutigen Abend; da brauche ich Zeit und Ruhe dazu!)
    Ich respektiere auch die Meinung der anderen Forumsteilnehmer, aber wer nicht möchte, kann sich ja ausklinken.
    Für mich ist es jedoch interessant.
    Auch halte ich es für wichtig, dass solche teilfinanzierte Projekte laufen, denn die Historiker - insbesondere in diesem sensiblen Bereich - sollten erhalten bleiben. Letztlich auch eine Frage des Geldes, folglich finanzierter Projekte. Darüber hinaus bietet dies ja Gelegenheit den wissenschaftlichen Ansatz zu vertiefen, Erfahrungen zu sammeln auf einem Gebiet, das heutzutage nicht gerade aktuelle ist (zumindest bei der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung).
    Gerade durch solche Projekte von Historikern/Wissenschaftlern wird auch das Leid und die Not der damaligen Zeit wachgerüttelt.
    Wir dürfen nicht verkennen, dass es auch Strömungen gibt, die sagen...................das ist so lange her...........vergessen..... will nichts davon wissen....bin nicht betroffen...... usw. Das habe ich sogar bei der Bergung von vermißten Fliegern schon erlebt.


    Ich finde, sind wir froh, dass es solche Untersuchungen überhaupt gibt.
    Das zeigt doch zumindest ein Interesse an der Aufarbeitung dieser schweren Zeit Zeit, den soweit mir bekannt, hat Dresden derzeit auch ganz andere Sorgen.


    Übrigens befindet sich in Dresden neben viel Sehenswertem auch das modern gestaltete "Militärhistorische Museum der Bundeswehr" (ehem. DDR). Je nach Schwerpunktausstellung und Interessenlage besonders sehenswert.


    Gruß Karl

  • Quote

    Original von basil
    Hallo!


    Es ist mir unerklärlich wie eine solche Statistik ernst genommen werden kann.


    Eine Effizien aus dem Verhältnis: Anzahl der Opfer und der Menge der abgeworfenen Bombenlast, zu konstruieren ist sehr gewagt.
    Es ist doch ein Unterschied ob z.Beisp. eine Bombenlast von 10 Tonnen auf ein
    Gebiet von 1000x1000m abgeworfen wird auf dem sich 1000 Menschen befinden, oder sich auf dem gleichen Gebiet 2000 Menschen aufhalten. Im letzteren Fall wird die Opferzahl doch sicher höher sein.
    Meiner Ansicht nach können Opferzahlen von Dresden überhaupt nicht mit in diese Statistik eingebaut werden weil Städte wie Hamburg, Köln und Andere, zum Zeitpunkt der Bombardierungen diese Bevölkerungsdichte nicht annähernd vorzuweisen hatten.


    Basil und noch etwas. Mir vorzuwerfen, dass ich mit meiner "Polemik" die Opfer verhöhne ist eine Unverschämtheit, die ich von Dir so nicht erwartet hätte. Eine Verhöhnung der Opfer findet statt wenn man die Opferzahlen in eine statistische Menge presst


    Gruß
    Erich

  • Hallo,



    Quote

    Es ist noch nicht mal der ganze Bericht veröffentlicht, von den Skeptikern hier war sicherlich keiner bei dem Historikertag, aber trotzdem ist man schon munter dabei die Ergebnisse der Untersuchung anzuzweiflen OHNE! diesen überhaupt gelesen zu haben (können)


    So ist es!


    Im Grunde ist das vorläufige Ergebnis - maximal 25.000 Luftkriegstote - wenig überraschend. Deutlich höhere Zahlen haben sich doch auch schon vor dem Arbeitsbeginn der Historikerkommission lediglich im rechtsextremen Geschichtsrevisionismus wiedergefunden. Wie auch dieser Thread in Ansätzen zeigt wird allerdings mindestens ein Ziel der Kommission schwierig zu erreichen sein: Das Ende der unsäglichen Instrumentalisierung der Opferzahlen. Die Resultate - soweit sie aktuell zugänglich sind - bestätigen im Prinzip noch einmal das, was ohnehin schon feststand. Bereits Mitte der 1990er Jahre kam das Landesamt für Archäologie zu dem Ergebnis, dass die erreichten Temperaturen - großflächig - nicht hoch genug waren um "alles zu verzehren". Dem alten Mythos, es wären zehntausende Menschen im Feuersturm einfach verschwunden, war damit schon vor etlicher Zeit die Existenzberechtigung entzogen worden. Nicht anders verhält es sich mit anderen Behauptungen (Tieffliegerangriffe auf die Bevölkerung usw.) die jahrzehntelang von bestimmten Kreisen kultiviert wurden. Letztendlich sind sie allesamt entkräftet. Dieser wissenschaftliche Erkenntnisgewinn sollte eine Hilfe sein diese schweren Zeiten, nun fern ab zweifelhafter Darstellungen, in Erinnerung behalten zu können. Warum diese wichtigen Anstrengungen derart argwöhnisch, ja ich würde sogar weiter gehen - zum Teil - als bedrohlich aufgefasst werden, will sich mir nicht erschließen. Anstatt sich über eine transparente Auseinandersetzung mit diesem Kapitel und daraus resultierender Gewissheit zu freuen, empfindet manch einer geradezu gegenteiliges. Ob sich das nur mit einem Unverständnis gegenüber der Geschichtswissenschaft begründen lässt, oder tiefere Wurzeln hat, kann ich nicht beurteilen. Für die Zukunft würde ich mir aber wünschen, wenn die zweifelsfrei vorhandene Emotionalisierung nicht Oberhand über vorurteilsfreies Handeln gewinnen kann.



    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

    Edited 3 times, last by Rote-Kapelle ().



  • Man lese bitte von oben nach unten. Ansonsten ist hier vorläufig von meiner Seite aus alles gesagt. Man muss sich schon die Mühe machen den Thread durchzulesen! Da stand ganz am Anfang!!!!


    Quote

    Original von basil

    Über die Legenden (die auch widerlegt wurden) betr. Tieffliegerangriffe usw. sowie über die Frage ob FORMAL Kriegsverbrechen oder nicht möchte ich hier auch nicht zu Disk. stellen.
    Mein Anliegen ist einmal näher zu bringen, was genau macht diese Kommission, wie geht diese vor, welche Ansätze gibt es , welche Quellen, welche Fragestellungen.

    Denn ich glaube dies ist weniger bekannt.


    Was die Sache mit dem Brot betrifft. Dieser haltlose Spruch kam hier um Forum schon öfters ohne je konkret belegt zu werden. Fair wäre es als user dazu Stellung zu nehmen und nicht zu dem, der sich dem entgegenstellt! Diese Disk. des Brotes möchte ich hier aber nicht stellen, wenn dann nur auf diese konkrete Arbeit bezogen. Und die Zahlen habe ich genannt. (die vorläufigen)



    Quote

    Original von Herbert


    so daß gerade bei dem Thema „Dresden“ auch von Dir damit gerechnet werden musste, dass das Thema „abdriftet“, weil gerade bei diesem Thema die Wellen doch sehr hoch schlagen (eventuell auch von Dir unterschwellig so gewollt, um Deine vielen „Punkt-Um-Statements“ und damit Deine Meinung kundzutun?).


    Entschuldigung, bitte von oben nach unten lesen. die Äusserungen die sich entweder garnicht mit dem Thema beschäftigt haben oder nur am Rande haben meine Reaktion hervorgerufen. Um eben nochmal deutlich zu machen, worum es geht und worum nicht.
    Sogar du hast es überlesen, aber nun dürfte es allen klar sein!
    Meine Punktumworte haben nur den Zweck gewissen Leuten hier im Forum zuvorzukommen, die mir sonst wieder Sachen unterstellen oder mangelndes Mitleid gegenüber den Opfern vorwerfen.






    Und sonst ist mir schleierhaft, dass Leute die Ergebnisse angreifen ohne den Bericht zu kennen und - ich unterstelle mal- ohne den Vortrag gehört zu haben!



    Quote

    Original von basil


    Es ist noch nicht mal der ganze Bericht veröffentlicht, von den Skeptikern hier war sicherlich keiner bei dem Historikertag, aber trotzdem ist man schon munter dabei die Ergebnisse der Untersuchung anzuzweiflen OHNE! diesen überhaupt gelesen zu haben (können)


    Wer eine Disk. Zu dem Thema Vorgehensweise und wissenschaftliches Arbeiten nicht interessant findet, der soll bitte seine Meinung zu dem Thema „Dresden“ bzw. dem Bombenangriff in einem anderen Thread kundtun! Danke!

    Glück Auf!
    "Basil"


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    Edited 2 times, last by basil ().


  • Danke für diese Worte!
    Und warten wir bis die endgültigen Untersuchungen vorliegen. Diese werden dann sicherlich publiziert und dann können wir sachlich darüber diskutieren.


    (Wenn denn dann auch die Diskutanten das besagte Werk vor sich liegen haben!!!!!!)

    Glück Auf!
    "Basil"


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    Edited 2 times, last by basil ().

  • Hallo,


    erlaubt mir mal bitte 2 Fragen:


    1. Was für Ergebnisse erwartet Ihr, wenn die angeblichen Untersuchungen abgeschlossen sind? Man Untersucht hier nicht die Geschichte einer Devision, über die es Aufzeichnungen gibt. Es gibt keine genauen Unterlagen wieviele Menschen sich damals in Dresden aufhielten und auch nicht wieviele dabei umgekommen sind. Die Historiker können solange Untersuchen wie Sie wollen, aber Sie können niemals exakte Fakten vorlegen.


    2. Lieber Basil, über was möchtest du den sachlich diskutieren? Über die Anzahl der Toten? was pietätlos wäre, weil e egal ist wieviele es sind. Oder über die Instrumentalisierung der Ereignisse?


    Grüße Alex

  • Hallo Alex!
    Im Gegensatz zu anderen erwarte ich nichts.
    Was die anderen Fragen betrifft, mach dir doch bitte mal die Mühe und lies erstmal was ich gepostet habe, was der Anlass war, worum es geht. Und wie man vorgeht. Danke!

    Glück Auf!
    "Basil"


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  • Hallo Basil,


    ich habe deinen Post verstanden und nicht nur dich hinterfragt, sondern das ganze Thema selber. Das Aufzeigen der Arbeit der Historiker und mit welchen Mitteln ist sehr interesant.
    Aber auch diese Zeit und Mittel die Verwendet werden, um Simulationen darstellen zu können, wieviel Tote es nun wirklich waren, empfinde ich als
    nicht historisch wertvoll oder bedeutsam. Die Mittel und die Zeit sollten Sie eher in Andere wichtigen Themen investieren. Wenn ich falsch liege dann sagt es mir bitte, aber auf etwas anderes Zielen dies Untersuchen doch nicht ab. Und das ist pietätlos.
    Bsp. heutigen Zeit: 2 Fluzeugabstürze eines mit 300 Toten und eines mit 100 Toten. Das größere von beiden findest du auf der Titelseite und kleinere, aber genauso tragische findest du frühestens auf Seite 3. Warum?


    Zurück zu Dresden: Es muss doch keine Prio haben herauszufinden, wieviel Tote es wirklich waren, oder doch? Ist es wichtig ob es 30T oder 40T waren. Es ist doch keine Untersuchung von Material. Das war mein Anliegen. Sorry wenn ich da vieleicht engstirnig und auch subjetkiv denke, aber als Nachkomme von Schlesiern (Breslau) denke ich vielleicht anders.


    Grüße Alex

  • Hier gibt es nichts zu hinterfragen (im Sinne von: Was will der mit den Zahlen und dem Thread erreichen), es ist nichts hinter der Thematik versteckt. Keine vorgefertigte Meinung vorhanden und auch nicht mein Interesse die Zahlen zu politisieren.
    Mir geht es einzig allein um die Methodik und um den interdisz. Ansatz der Forschung zu diesem Thema.
    Disk. über den Sinn oder Unsinn dieser Untersuchung, über das was man mit den Zahlen macht usw. sollen hier nicht behandelt werden.
    Mach(t) doch dazu ein neues Thema auf, bzw. ich meine es gibt schon eines. Danke!
    Das mit den Schlesiern verstehe ich nicht!. Habe selber Vorfahren aus Breslau, und? Hat aus meiner Sicht nichts mit dem Thema hier zu tun! Inwieweit beeinflusst die Herkunft von Vorfahren, die Erkenntnisse wie eine Kommission an eine Sache herangeht? (Antwort gerne via PN)

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Hallo,
    Basil hat Recht, mein persönliches Empfinden hat nix mit dem Urspungsthema zu tun. Wir brauchen auch keinen anderen Thread aufmachen, da dieser jeweils nur subjektive Meinungen wiederspiegeln würde, was zu einer nie Endenen Diskussion ausarten würde.


    Grüße Alex