• Hallo zusammen,


    hab mal eine Frage an das Forum.


    Was geschah eigentlich mit gefallenen Werwölfe?

    Wurden sie als gefallene (Soldaten) auf dem Friedhof bestattet?

    Hatten Sie Erkennungsmarken? Und handelten sie bei Kriegsende selbstständig?

    Kenne einen Fall aus unserer näheren Umgebung,dort hat ein Werwolf alleine eine amerikanische Panzerkolonne

    angegriffen und wurde dabei tödlich verletzt.Wer der junge Werwolf war und wo er beigesetzt wurde konnte ich nicht

    herausfinden.


    Welche Motivation steckte wohl hinter solchen Aktionen um alleine die Amerikaner anzugreifen.


    Gruß Holger

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  • Hallo!

    Kenne einen Fall aus unserer näheren Umgebung,dort hat ein Werwolf alleine eine amerikanische Panzerkolonne

    angegriffen und wurde dabei tödlich verletzt.Wer der junge Werwolf war und wo er beigesetzt wurde könnte ich nicht

    herausfinden.

    Sicher, dass das ein Werwolf war und kein fanatischer oder desorientierter Einzelkämpfer oder -täter war?

    Woher stammt deine Info?

    Wo soll das gewesen sein und wann?

    Gibt es ggf. auch amerikaische Berichte dazu?


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,

    amerikanische Berichte zu dem Fall habe ich nicht aber es müßte die

    63.US-Infanterie-Division(Generalmajor Louis Hippes) gewesen sein.

    Meine Infos stammen aus einem Heft von Albert Deibele,Stadtarchivar von 1954.

    Es geschah am 24.April1945 in Heubach/Beuren( Ostalbkreis).


    ........ein Werwolf aus dem RAD-Lager Heubach stellte sich voll Todesverachtung mit einer Panzerfaust den amerikanern entgegen. Die Amerikaner erwiderten das Feuer. Ihr Anführer aber, ein Mann von Herz, winkte die Bauern zu sich. An ihrer Stelle ging ein Holländer namens Kaschon und die Tochter des Bauern Frey zu ihm und erzählten dem Offizier, das sich in Beuren nur einige Buben und keine Soldaten aufhalten würden. Der Offizier meinte,d ie Bauern sollten die Buben vertreiben, denn er wollte keinen Krieg gegen Kinder führen. Er gebe Ihnen hierzu 10 Minuten Zeit. Es gelang den Leuten von der Nutzlosigkeit ihres Widerstandes zu überzeugen. Ein Teil ergab sich den Amerikanern, die anderen ergriffen die Flucht. Den Anführer der Jungen, einen 18jährigen Lehrersohn aus Hürben, fand man zwei Tage später tot in einem Busch.


    So der Bericht von Albert Deibele


    Gruß Holger

  • Hallo Holger,


    "Werwölfe" als auch fanatischer oder desorientierter Einzelkämpfer waren keine Kombattanten

    und genossen keine Schutz gemäß der Genfer Konvention.

    Das waren irregulärer die mit Freischärlern und Partisanen gleich zu setzen sind.


    Quote

    Den Anführer der Jungen, einen 18jährigen Lehrersohn aus Hürben, fand man zwei Tage später tot in einem Busch.


    Das war die Regel wie mit diese Personen verfahren wurde, sofortige Erschießung und mit viel Glück verscharrt

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    "Werwolf" war eine von Himmler (unter propagandistischer Unterstützung von Goebbels)

    ausgerufene Partisanen-Oganisation. Verlässliche Angaben über Art, Umfang und Aufbau

    der Organisation gibt es wenig.

    Spektakuläre (und auch propagandistisch genutzte) Aktionen wie die Ermordung des Aachener

    Oberbürgermeisters OPPENHOFF ließen die Werwolf-Organisation sicherlich größer und

    durchorganisierter erscheinen als sie tatsächlich war.

    In der Rückschau ergab sich - v.a. auch in der örtlich betroffenen Bevölkerung - die Ansicht,

    dass jeder fanatische Hitlerjunge, der mit einer Panzerfaust gegen anrückende Panzer vorgegangen

    ist, ein "Werwolf" war. Der Wahrheitsgehalt solcher Darstellungen lässt sich heute kaum noch

    nachvollziehen.

    Der propagandistische Erfolg der Werwolf-Organisation - v.a. im Hinblick auf die einrückenden Gegner -

    war sicherlich größer als ihre tatsächliche (kämpferische) Wirkung oder gar ihre Auswirkung auf

    eine Verlängerung der Kampfhandlungen.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

  • Moin Holger,


    ein schwieriges Thema, ich erinnere, daß der Schriftsteller Erich Loest wohl vor langer Zeit in einer TV Dokumentation über das Thema aus eigener Erinnerung berichtete?

    Ebenso erinnere ich eine filmische Dokumentation aus amerikanischer Quelle, in der die Exekution eines angeblichen Werwolf Mitgliedes auf Film festgehalten wurde?


    Werwolf / Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/…Freisch%C3%A4rlerbewegung)


    Der ältere Bruder meiner Mutter, Jahrgang 1933, war Schüler einer NPEA in Kärnten in Österreich, der Junge hat sich nach der Kapitulation 1945 für eine sehr lange Zeit bei Bergbauern in Österreich versteckt, und dort gearbeitet.

    Vermutlich aus lauter Angst als ehemaliger Schüler der NPEA für was auch immer belangt zu werden.

    Erst Ende des Jahres 1946 ist der Junge zurück in seine norddeutsche Heimat gelaufen, und hat nur seiner Mutter später über all das berichtet.


    Weit genug abgeschweift, sorry, sollte jemand von euch hier im Forum einen Hinweis auf lesenswerte Literatur zu dem Thema der damaligen Werwolf (Bewegung?) anfügen können,

    dann wäre ich für einen guten Hinweis sehr dankbar?


    Nie wieder Krieg!


    Micha

  • Hallo Holger,


    gibt mal oben rechts in der Suchfunktion Wehrwolf und auch noch Werwolf ein, so bekommst Du jede Menge Hinweise.


    Außerdem:

    Im Januar 1945 wurde die Broschüre " Werwolf - Winke für Jagdeinheiten" herausgegeben Barett Verlag Solingen ISBN: 3 - 924753-07-5.

    Neuauflage.

    Militärisch organisiert gab es bereits in der "Anlage zu Ia 2036/43g.v. 30.30.3.43 GEHEIM, Abschrift von der Anlage zu Obkdo. der Heeresgruppe B,

    Ia Nr. 7142/42g v. 4. 9. 42: Richtlinien für Jagdkommandos".




    Gruß Karl

  • Militärisch organisiert gab es bereits in der "Anlage zu Ia 2036/43g.v. 30.30.3.43 GEHEIM, Abschrift von der Anlage zu Obkdo. der Heeresgruppe B,
    Ia Nr. 7142/42g v. 4. 9. 42: Richtlinien für Jagdkommandos"


    Hallo Karl,


    nur damit hier nicht ein falscher "Zungenschlag" hineinkommt:


    "Jagdkommandos" und der von ihnen geführte "Jagdkampf" ist eine reguläre infanteristische

    Gefechtsart, für die es in jeder Armee der Welt in Vergangenheit und Gegenwart regulär

    ausgebildete Truppenteile gab/gibt.

    Diese haben Kombattantenstatus und müssen sich an das Kriegsvölkerrecht halten.

    Das hat nichts mit der "Werwolf-Organisation" zu tun, die weder Kombattanten-Status

    hatte, noch irgendeine Reglementierung durch das Kriegsvölkerrecht, (auch wenn wohl

    gewisse Anleihen beim regulären Jagdkampf gesucht wurden.).


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Rudolf,


    im Prinzip richtig, was Du niedergeschrieben hast, aber als Mitte 1944 die Vorbereitungen für den Aufbau des "Werwolfes" begannen, wurden die im Partisanenkrieg der Wehrmacht und im Einsatz von Jageinheiten gewonnenen Erkenntnisse im Januar 1945 in einer Broschüre, Kleinkriegsanleitung unter dem Titel "Werwolf - Winke für Jageinheiten" herausgegeben. (Auszug aus dem Vorwort zu der Broschüre.)


    Zu den Begriffen, die von der Wehrmacht übernommen wurden auch hier unter "Gliederung".


    https://de.wikipedia.org/wiki/…Freisch%C3%A4rlerbewegung)


    Grüße von Karl

  • Guten Abend,

    gestern stolperte ich zufällig über diesen Bericht, in dem auch Wehrwölfe erwähnt werden. Quelle ist der Donaukurier vom 15.05.2005, Autor war ein Herr Ettle.

    https://www.donaukurier.de/lok…-Wochen-an;art575,1113763


    Ich zitiere mal zwei die 2 Textpassagen:

    "Im Eichstätter Raum hatten die Amerikaner am 25. April das Regiment übernommen, offiziell war der Krieg am 8. Mai 1945 zu Ende. Doch die Besatzer wurden vor allem im Saupark verschanzten fanatischen SS-Leuten wochenlang nicht Herr. Diese übten ihr Terrorhandwerk weiter aus, Minen lagen in den Wäldern und forderten Opfer. Der Müller von Bubenroth bei Breitenfurt, Johann Schuster, wurde von einem SS-Mann hinterrücks erschossen."


    "Die Leute der SS (Schutzstaffel) gehörten der Organisation "Wehrwolf" an, diese Partisanen sollten die Besatzungstruppen bekämpfen. Sie hatten Johann Schuster auf der Liste stehen, der Verbindung mit Pfarrer Franz Schneeberger und Bürgermeister Franz Xaver Mödl (Dollnstein) hatte, die mit der Diktatur nicht einverstanden waren. Johann Schuster fuhr öfter mit dem Rad nach Dollnstein. Bei der Rückkehr am 30. April 1945 wurde er fünfzig Meter vor dem Mülleranwesen mit einer Maschinenpistole erschossen. Sein Sohn Theo Schuster: "Mein Vater war sofort tot, meine Mutter blieb unverletzt. Polizei und Kriminalpolizei, die noch nach Jahren recherchierten, brachten zu dem Mord nichts heraus." Der Mörder lebte, ja lebt vielleicht noch, unerkannt irgendwo in Deutschland."


    Da mir die Geschehnisse nichts sagten, schrieb ich mal dem Autor, mal sehen ob ich noch ein paar Quellen zu den Geschehnissen nach dem 8.Mai 1945 bekomme.


    Sagt es vielleicht hier jemand was oder kann es sogar bestätigen? Gibt es dazu Literatur?

    Schönen Abend noch und danke!

    Gruß Thomas