Gefangenenlager in Russland und Deutschland

  • Guten Abend liebe Forenmitglieder,


    Mein Vater war Offizier der deutschen Wehrmacht (zuletzt IR 379, Feldpostnummer 15091) und vom 29.04.1945 bis 21.06.1949 in russischer Kriegsgefangenschaft. Laut meinen Informationen war in folgenden Lagern:


    29.04.1945 - 08/1945 Kgf.Lager Fürstenwalde, 08/1945 - 09/1945 Kgf.Lager Frankfurt an der Oder, Offiziers-Straflager, Insellager Rybinsk 10/1945 - 04/1946, Werft-Lager Rybinsk 7276/12 bzw. 4 von 04/1946 - 04/1948, Hauptlager Rybinsk 7276/13 von 04/1948 - 08/1948 und Lager Jaroslawl 7276/4 bzw. 1 bis 06/1949. Am 21.06.1949 wurde er in Friedland entlassen und gleich darauf von britischen Behörden wegen seiner Tätigkeit in der russischen Marinewerft im britischen Lager Bad Driburg verhört.


    Hinsichtlich seines Aufenthalts im o.g. Offiziersstraflager soll meines Wissens eine Verurteilung erfolgt sein. Ist über das Leben in den Lagern aber auch über alle seine Unterlagen in russischer und britischer/deutscher Hand etwas in Erfahrung zu bringen? Sind vielleicht Tipps erhältlich, wo ich weitere Informationen über ihn erhalten könnte?


    Vielen Dank für jede Hilfe und freundliche Grüße


    Polaris

  • Grüß Gott Polaris,


    deine Informationen zur Gefangenschaft, stammen von der Wast&DD !


    Du kannst beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes , seine Gefangenenakte anfordern.

    https://www.drk-suchdienst.de/…ormular-zweiter-weltkrieg

    Schreib im Online Formular bei ,, Grund der Suche"

    Benötige die Gefangenenakte zu meinem Vater XY

    Diese Auskunft ist für Familienangehörige kostenlos und dauert in der Regel ca 3-6 Monate

    Leider kommt die Akte als Kopie in russisch, wird also nicht übersetzt, aber es wird sich jemand finden der das kann...


    Da dein Vater Offizer war, müßte es auch Unterlagen im Militärarchiv in Freiburg zu Ihm geben,

    https://www.bundesarchiv.de/DE…und-kontakt-freiburg.html


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Lieber Eumex,


    vielen Dank für die Tipps und Deine Mühe, dass werde ich tun.


    Mit freundlichen Grüßen


    Polaris


    PS: Oder als "halber Bayer": Vergelt´s Gott!

  • Hallo Polaris,


    kennst Du schon die Aufstellung der "Lager im Osten" (mühevolle Zusammenstellung

    von ehansl02 auf der Basis von Unterlagen des DRK-Suchdienstes) ?


    Schau mal hier:

    Lager im Osten


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)


    P.S.

    Hinsichtlich seines Aufenthalts im o.g. Offiziersstraflager soll meines Wissens eine Verurteilung erfolgt sein.

    Das war so "üblich", denn mit einer Verurteilung (z.B. wegen Kriegsverbrechen) wurde der Kriegsgefangene

    automatisch "Strafgefangener" und konnte sich u.a. nicht auf den Schutz der Genfer Konvention berufen

    (die die UdSSR ja sowieso nicht ratifizert hatten).

    Davon waren v.a. Offiziere betroffen; es wurden i.d.R. Todesurteile verhängt bzw. 25 Jahre Arbeitslager.

    Damit verfügte man über ein Potential an Arbeitskräften für den Aufbau des zerstörten Landes.

  • Lieber Rudolf,

    vielen Dank für Deine Hilfe.


    Weiß vielleicht noch jemand etwas über die britischen Verhöre in Bad Driburg?


    Viele Grüße


    Polaris

  • Hinsichtlich seines Aufenthalts im o.g. Offiziersstraflager soll meines Wissens eine Verurteilung erfolgt sein.

    Hallo,


    die Dokumentationsstelle Dresden bei der Stiftung Sächsische Gedenkstätten unterhält eine Datenbank, in der Personen verzeichnet sind, die seit 1941 durch sowjetische Behörden/Gerichte verurteilt wurden. Weiteres zu diesen Urteilen bzw. den Schicksalen der Verurteilten ist ggf. dort über einen Antrag zu erfragen: https://www.dokst.de/main/content/Datenbanken/datenbanken und https://www.dokst.de/main/antrag-auf-auskunft-zu-personen


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Vielen Dank Johann-Heinrich,


    Dein Tipp hilft mir sehr weiter.


    Mit freundlichen Grüßen


    Polaris