Einsatzraum Landesschützen-Bataillon 806

  • Hallo zusammen,

    einer meiner Vorfahren war Angehöriger des Landesschützen-Bataillons 806 bzw. danach//zuletzt des GrenRgt 72.

    Kann mir jemand sagen, wo erstgenannter Verband im November 1944 eingesetzt worden ist bzw. welcher Ort mit "Karfal", siehe Anhang gemeint ist.

    Auch habe ich bislang noch keine Hinweise darüber gefunden, wo das GrenRgt 72 ab etwa 12/1944 eingesetzt war.

    Vielen Dank!

    Schöne Grüße

    Stefan

  • Hallo Reinhard,

    die beiden Einträge habe ich natürlich schon gesehen.

    Beim Landesschützen-Bataillon 806 hilft mir der nicht weiter, da ich dort keinen Hinweis auf den Einsatzraum Ende 1944 finde.

    Auch für die Ortschaft Karfal finde ich da keine Hinweise. Dort soll mein Verwandter verwundet worden sein.

    Den Eintrag zur 46. ID habe ich auch schon gelesen und auch schon bzgl. der Chronik:

    Veit Scherzer: 46. Infanterie-Division: Krim - Kaukasus - Kubanbrückenkopf - Isjum - Jassy; Weg und Einsatz einer fränkisch-sudetendeutschen Infanterie-Division 1938 - 1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis 2009

    recherchiert, die aber offensichtlich derzeit überall vergriffen ist.

    Kurzum, die offensichtlichen Quellen habe ich natürlich schon gelesen, bevor ich mich hier ans Forum wende.

    Schönen Abend noch

    Stefan

  • Hallo zusammen,

    Quote

    Auch habe ich bislang noch keine Hinweise darüber gefunden, wo das GrenRgt 72 ab etwa 12/1944 eingesetzt war.

    wenn wir davon ausgehen das das Rgt. mit seiner Div. eingesetzt war dann sind wie im November 1944 in Budapest.

    In Budapest gibt es im Ortsteil/Distrikt Sashalom/ dt.Adlerhügel eine Straße Kartal das könne das Karfal der WASt sein.

    zumal die Angabe völlig "nackt" gegeben wurde.

    Auf jeden Fall bei der WASt nochmal nach haken.

    Gruss Dieter

  • Guten Morgen,

    so wie ich die WASt-Auskunft verstehe, war Kilian am 21.11.1944 Angehöriger der 2. Kompanie Landesschützen-Bataillon 806.

    Am 21.11.1944 wurde er auch in "Karfal" verwundet.

    Folglich müßte das o.g. Bataillon dann zu diesem Zeitpunkt in "Karfal" gelegen sein und nicht mehr in Rothenburg o.d. Tauber.

    Die Meldung der 3. Kompanie Grenadier-Regiment 72 datiert auf den 24.01.1945.

    Sprich, er war erst ab etwa Jahreswechsel 1944/45 beim GrenRgt 72 bzw. der 46. ID.

    Gruß

    Stefan

  • Hallo zusammen,

    wichtig ist hier der Zusatz "lt. Meldung vom" Das ist kein absolutes Datum sondern +/- 3 Monate.

    Absolut sind die Daten der Verwundung.

    Quote

    Folglich müßte das o.g. Bataillon dann zu diesem Zeitpunkt in "Karfal" gelegen sein und nicht mehr in Rothenburg o.d. Tauber.

    Auch das ist eine Möglichkeit

    Gruss Dieter

  • Hallo Matthias,

    vielen Dank für den Hinweis!!!!

    Da wird Kilian allerdings nicht mit dem Landesschützen-Bataillon 806 aus Rothenburg o.d. Tauber dort gewesen sein.

    Ich werde da mal die WASt noch einmal anschreiben, ob er da nicht bereits zum Grenadier-Regiment 72 versetzt war.

    Schöne Grüße

    Stefan

  • Hallo Matthias, super!!!

    Damit stimmt die WASt-Auskunft definitiv nicht.

    Da muß ich unbedingt noch einmal bei der Sachbearbeiterin nachhaken und mir Kopien der Originaldokumente schicken lassen.

    Schönen Abend noch!

    Stefan

  • Hallo Dieter,

    kannst Du mir das mit der "+/- Dreimonatsregel" bitte noch erklären?

    Wie darf ich das verstehen?

    Was soll ich mir dann von der WASt bestätigen lassen?

    Ich habe der Sachbearbeiterin der WASt vorhin noch einmal eine Email geschickt, damit ich Kopien der Originaldokumente bekomme.

    Gruß Stefan

  • Hallo Steffan,

    eine Datumsangabe der WASt mit dem Zusatz "lt. Meldung vom" ist nicht das genaue Datum der Meldung

    Es ist das Datum der Liste in der die Meldung eingetragen ist.

    Diese Veränderungslisten liegen bei der WASt vor und hieraus ist die Angabe die die WASt genannt hat.

    Das Datum ist das Datum der Liste und nicht der Meldung selber. Je nach dem wie viele Meldungen

    eingegangen sind kann das Datum der echten Meldung max. drei Monate vor bzw. nach dem genannten

    Datum liegen. Die Liste wurde also bis zu einem halben Jahr genutzt. In deinem Fall heißt das

    mögliches Datum für die Angehörigkeit zur 3. Kp. Grenadier-Regiment 72 Oktober 1944 - Januar 1945 - April 1945

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter,

    das war mir so nicht bewußt, von dieser "Dreimonatsregel" habe ich bislang noch nichts gehört.

    Das hätte die WASt aber dann auch mal in einer Fußnote vermerken können.

    Vielen Dank für deine hilfreichen Erläuterungen!!!

    Wer war denn damals der listenführende Verband?

    Auf welcher Truppen-Ebene wurden diese Listen ausgefüllt?

    Ich vermute mal Regimentsebene.

    Was heißt dann "Datum der Liste"? Wann wurde das Datum vergeben? Bei Beginn der Liste? Sobald die Liste abgeschlossen wurde?

    Dann würde das mit den 3 Monaten danach aber wiederum nicht hinhauen?

    Beste Grüße

    Stefan

    Edited 3 times, last by stefan75 (September 12, 2018 at 10:50 AM).

  • Hallo Steffan,

    Quote

    Was heißt dann "Datum der Liste"? Wann wurde das Datum vergeben? Bei Beginn der Liste? Sobald die Liste abgeschlossen wurde?

    Dann würde das mit den 3 Monaten danach aber wiederum nicht hinhauen?

    wie du schon geschrieben hast Mail an die WASt und um Aufklärung bitten denn die schlüssig ist die Auskunft noch nicht.

    Als gesicherter Angelpunkt ist der Lazarett-Aufenthalt am 21.11.1944 in Kartal bei Budapest. Diese ist eindeutig der

    3. Kp. Gren.Rgt. 72 (46. ID.) zuzuordnen. (siehe Kartenausschnitt)

    Mit sehr viel Glück wurde das Lazarett von den Sanitätsdienste der 46. ID. betrieben und beim VDK finden sich Verluste

    der Division bzw. deren Regimenter

    Gruss Dieter

  • Guten Abend,

    ich habe nun unter:https://www.wehrmacht-forum.de/index.php?thre…nungsmarke-e-m/

    folgendes gefunden.

    "Außerdem sollten die Einheiten auch jede Veränderung in so genannten Veränderungslisten melden. Diese Listen waren stets mit dem jeweiligen Ausstellungsdatum zu versehen und an jedem 10. eines Monats an die Wehrmachtsauskunftstelle [kurz: WASt] für Kriegsverluste und Kriegsgefangene nach Berlin zu senden. Eine Zweitschrift dieser Liste verblieb beim Truppenteil. Wurde ein Soldat nach erfolgter Ausbildung versetzt, dann bekam die WASt einmal eine Abgangsmeldung von der Ausbildungseinheit und etwas später eine Zugangsmeldung von der neuen Einheit - und so ging das Meldeverfahren weiter. Wurde der Soldat krank oder verwundet und kam in ein Lazarett, dann bekam die WASt eine Abgangsmeldung vom Feld-Truppenteil und die Zugangsmeldung von dem jeweiligen Lazarett. Wurde er geheilt und zur weiteren Genesung einem Ersatztruppenteil zugewiesen, kam wieder eine Abgangsmeldung und die Zugangsmeldung von der Genesenen-Kompanie des Ersatz-Bataillons. Man konnte dadurch den Weg eines jeden Soldaten ziemlich genau feststellen, bzw. seinen augenblicklichen Aufenthaltsort oder Truppenteil ermitteln. Auf diese Weise konnten selbst von einem gerade dem Feld-Truppenteil neu zugeteilter und dort noch unbekannter gefallener Soldat anhand der Erkennungsmarke die Personalien festgestellt werden."

    Demnach müßte doch eigtl. jede Veränderungsliste das Datum vom 10. eines Monats tragen und wie kann es dann zu dieser "Dreimonatsregelung" kommen???

    So wie ich das sehe, wurde die Meldung monatlich abgesetzt, derartige Dauertermine kennt man bei der Bundeswehr ja heute noch.

    Insoweit wäre es super, wenn mir jemand diese "Dreimonatsregelung" verständlich erklären könnte.

    Ich denke, dies wäre nicht nur für mich interessant, sondern für viele, die mit WASt-Auskünften kämpfen.

    DANKESCHÖN!

    Gruß

    Stefan