Deutsche Soldatenfriedhöfe wiedergefunden

  • Hallo,


    gestern gingen einige Berichte über die Wiederentdeckung von Massengräbern auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers Ellrich-Juliushütte des KL Mittelbau-Dora im Landkreis Göttingen durch die Medien. Die Gräber konnten erst jetzt mit der Hilfe von historischen Fotoaufnahmen eines US-Veteranen, der das Lager nach dem Kriegsende besuchte, vor Ort lokalisiert und durch Archäologen untersucht werden. Man vermutet dort die sterblichen Überreste von ca. 1.000 KL-Häftlingen, am Fundort soll jetzt eine Gedenkstätte errichtet werden: https://www.ndr.de/nachrichten…assengrab,ellrich100.html


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Update zu den gefundenen Gräbern in Stalingrad


    Meldung des Volksbundes auf Facebook.


    Die Ausgrabungen 5 km westlich von Stalingrad (heute: Wolgograd) sind abgeschlossen. (Wir berichteten hier am 4. Juni). Die Umbetter haben unter schweren Bedigungen 24 Tage lang insgesamt 400 Tote exhumiert!

    Es wurden bisher 343 Erkennungsmarken gefunden, davon sind ca. 107 nicht lesbar bzw. zerfallen.

    Sofern möglich, werden die Gefallenen nun identifiziert.

    Die sterblichen Überreste werden würdevoll auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Rossoschka nahe Wolgograd beigesetzt.

    Gruß Stefan

  • Hallo Zusammen


    Aktuelle Meldung des Volksbundes auf Facebook.


    Volksbund findet Kriegstote in Kroatien
    Das Dorf Torvarnik liegt etwas nördlich der kroatisch-serbischen Grenze und hat eine schöne weiße römisch-katholische Kirche.

    Einst wurden hier schnell und notdürftig Gefallene verscharrt, nur alte Frauen wussten um das Geheimnis, dass sich im Kirchgarten deutsche Gräber befinden.
    Unser Umbettungsdiens konnte nun acht Gefallene mit sieben Erkennungsmarken exhumieren.

    Im Herbst sollen die Gefallenen auf der Kriegsgräberstätte Zagreb – Mirogoy zur letzten Ruhe beigesetzt werden.


    Gruß Stefan

  • ... nur alte Frauen wussten um das Geheimnis, dass sich im Kirchgarten deutsche Gräber befinden ...


    Hallo Stefan,


    Danke für diesen Bericht! Man kann den heute sicherlich hochbetagten einheimischen Zeitzeugen gar nicht dankbar genug sein, dass sie ihr Wissen teilen und sich dank dieser Hinweise immer noch bisher völlig unbekannte Gräber auffinden lassen. Hoffentlich lassen sich die ehemaligen Träger der gefundenen EKM noch identifizieren...


    Danke & Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Johann Heinrich, hallo alle anderen Forumskollegen.


    Von acht Gefallenen wurden Sieben mit Erkennungsmarke gefunden. Sieht man sich unten eine der Marken an, sieht man, dass sie leserlich sind. Aus Datenschutz- Gründen habe ich die Personalnummer unkenntlich gesetzt. Es ist anzunehmen, dass zumindest sieben der Gefallenen identifiziert werden. Die Gefallenen lagen seit dem Jahr 1944 und ein Teil von 1945 in der Grablage. Es ist immer wieder schön, dass Zeitzeugen hier helfen können, da stimme ich dir vollkommen zu, Johann Heinrich.


    Mit freundlichen Grüßen, Mathias

    Files

    Suche alle Informationen über den Verbleib meines Urgroßvaters - Ausbildungs- und Ersatz Bataillon 44, vermisst ab Februar 1945 in Bartenstein, Ludendorff- Kaserne. Hier klicken für Informationen

  • Hallo,

    erstaunlich, daß sich nach so langer Zeit immer noch Schicksale klären lassen. Sehr schön.

    Gruß,

    JR

  • ... Es ist anzunehmen, dass zumindest sieben der Gefallenen identifiziert werden ... Die Gefallenen lagen seit dem Jahr 1944 und ein Teil von 1945 in der Grablage ....


    Hallo Mathias & Stefan,


    ist euch bekannt, ob in dieser Grenzregion in Kroatien zukünftig noch weitere Umbettungen stattfinden werden oder war das jetzt eine erst-/einmalige Umbettungsaktion aufgrund gezielter Hinweise auf diese Gräber? Mir ist der Name eines deutschen Offiziers bekannt, der vermutlich im Mai 1944 auf einem Friedhof in einem Nachbarort des Dorfes Tovarnik beigesetzt wurde und mit dieser Erstgrablage aktuell auch immer noch in der Gräberdatenbank des Volksbundes verzeichnet ist.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • ist euch bekannt, ob in dieser Grenzregion in Kroatien zukünftig noch weitere Umbettungen stattfinden werden oder war das jetzt eine erst-/einmalige Umbettungsaktion aufgrund gezielter Hinweise auf diese Gräber? Mir ist der Name eines deutschen Offiziers bekannt, der vermutlich im Mai 1944 auf einem Friedhof in einem Nachbarort des Dorfes Tovarnik beigesetzt wurde und mit dieser Erstgrablage aktuell auch immer noch in der Gräberdatenbank des Volksbundes verzeichnet ist.


    Gruß, J.H.

    Hallo Johann Heinrich.


    Gerne kannst du mir die Informationen zukommen lassen und ich leite diese weiter.


    Es sind einzelne Feldgräber verzeichnet, genaue Informationen gibt es leider nicht.


    Mit freundlichen Grüßen, Mathias

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  • Hallo Mathias,


    aus den bekannten Gründen schreibe ich Dir den Namen und Hinweis zum Bestattungsort des betreffenden Offiziers dann per PN. Wäre ja wirklich ein toller Zufall, wenn sich vor Ort gerade ein Umbettungsteam befindet und den Friedhof mit seinem Grab ebenfalls lokalisieren könnte.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hi JH,


    danke dafür, daß Du uns hier informierst.

    Die Seite des Volksbundes gefällt mir gut -

    die Fakten einfach, schlicht, gut verständlich dargestellt.

    "So geht Geschichte."


    Grüße, Kordula

  • Moin Mathias,


    ich finde solche Bericht immer wieder spannend und freue mich sehr für die Familien,

    welche die Suche nach ihren Toten abschließen können.

    Daher tolle Arbeit aller Personen, die daran beteiligt sind.


    Ich frage mich dann immer: "Wie läuft das ab?"


    Mich würde sehr interessieren welche Vorarbeiten haben ggf. Familien der Vermissten

    geleistet, wie kommt der Volksbund an die Informationen, wie wird dann weiter mit den

    Daten umgegangen und gibt es eine Abwägung, auch wenn es jetzt bitter klingen mag:

    "Lohnt sich oder lohnt sich nicht?"


    Das sind Fragen die ich mir immer wieder bei solchen Berichten stelle.


    Vielleicht gibt es die ein oder andere Antwort auf meine Fragen.

    Vielen Dank schon mal wenn es so sein sollte.


    Beste Grüße Michael

  • Hallo Zusammen


    Hie mal ein sehr interessanter Bericht des Volksbundes das es leider nicht immer einen Erfolg auf der Suche nach Gräbern gibt.


    Eine Misserfolgs-Geschichte

    Neuerliche Grabsuche in Stalingrad ohne Ergebnis


    und noch ein erfreuliche Nachricht Vom Volksbund auf Facebook


    Stahlhelm mit Schädel gefunden

    Im Wald beim Dorf Taschirowo, 87 Km vom Moskau entfernt hat ein Pilzsammler einen deutschen Stahlhelm gefunden. Beim Rausnehmen aus der Erde stellte man fest, dass unter dem Helm ein Schädel ist.
    Der Mann hat sofort den Volksbund alarmiert.
    Die Exhumierung durch den Mitarbeiter aus dem Büro Rzhew fand am nächsten Tag statt. Es handelt sich um die Gebeine eines deutschen Soldaten, der in Dezember 1941 von seinen Kameraden in einem nicht ganz tiefen Grab bestattet wurde. Es wurde auch die Erkennungsmarke gefunden.


    1.Woche später


    Update: Name des Kriegstoten identifiziert
    Vor kurzem berichteten wir über einen besonderen Fund eines Stahlhelms mit Schädel im Wald von Moskau.
    Über die gefundene Erkennungsmarke konnte nun der Name des Soldaten festgestellt werden. Leider liegen uns aber dazu keine Suchanfragen von Angehörigen vor. Da es sich nicht um eine amtliche Identifizierung handelt, dürfen wir den Namen an dieser Stelle auch nicht nennen. Wir bitten hier um Verständnis.
    Nach weiterer Prüfung über die Deutsche Dienststelle in Berlin (heute: Bundesarchiv) wird der Soldat in unserer kostenfreien Gräbersuche Online zu finden sein


    Gruß Stefan

  • Hallo Zusammen


    Hier wieder 2 Interessante Meldungen des Volksbundes auf Facebook .


    Sondengänger finden Feldgrab im polnischen Eylau (Llawa).


    Im Winter 1945 schwappte der Krieg zurück nach Ostpreußen und brachte großes Unglück.

    Nördlich von Eylau haben Volksbund-Mitarbeiter nun die Gebeine von sechs deutschen Gefallenen geborgen.

    In den Gräbern fanden die Umbetter Ausrüstungsteile der Wehrmacht, Munition und Erkennungsmarken.

    Diese waren jedoch noch nicht geteilt. Nach all den Jahren führt ihr letzter Weg auf die Kriegsgräberstätte Bartenhof / Bartossen.


    Fieberthermometer im Klostergrab


    Im polnischen Neisse (Nysa) fanden unsere Umbetter 14 Gefallene auf einem Klosterfriedhof.

    Die Kriegstoten waren lediglich 40 cm mit Erde bedeckt.
    Unüblich war der Fund eines intakten Fieberthermometers, das 37,8 Grad Celsius anzeigte.
    Parallel zu den laufenden Exhumierungen wurden dort auch die Gräber von zivilen Kriegstoten gesucht - und gefunden.


    Quelle: (Bilder) Volksbund auf Facebook


    Gruß Stefan

  • Hi Stefan,


    vielen Dank für diese Hinweise.

    Fast nicht zu glauben - nach so langer Zeit ...

    Ist, wie ich finde, tröstlich davon zu erfahren;

    es gibt zu viele, von denen nichts zu finden ist,

    nie zu finden sein wird.


    Bekam heute Post vom Volksbund.

    Mein Urgroßvater mütterlicherseits fiel im Nov. 1914,

    sein Vetter bereits im Sept. 1914 - beide ohne Grab.

    Wir sind froh, wenigstens für einen Verwandten,

    unseren Großvater väterlicherseits, zu wissen,

    daß er gefunden und bestattet wurde -

    ein namentliches Grab hat.


    Grüße, Kordula

  • Hallo Kurdula


    Danke für deine Antwort.

    Da hast du vollkommen recht

    gut das es so was wie den Volksbund gibt und die mit ihren zur

    Verfügung stehenenden Mitteln so gute Arbeit leisten.

    Bin ja selber schon über 10 Jahre Mitglied da.


    Mein Urgroßvater wird auch seit 1944 Vermisst ob er je gefunden wird.

    Die Wahrscheinlichkeit ist gering

    aber die Hoffnung stirb zuletzt.


    Gruß Stefan

  • ein Urgroßvater mütterlicherseits fiel im Nov. 1914,

    sein Vetter bereits im Sept. 1914 -

    Hallo Kordula,

    und wer ist damals bei Diksmuide gefallen?

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo zusammen


    Wieder eine Meldung des Volksbundes auf Facebook


    870 Kriegstote unter Kindergarten exhumiert!


    In Orscha, #Weißrussland, wurde durch den Einsatz von Luftbildern und die Befragung Einheimischer ein bisher unauffindbar deutscher #Soldatenfriedhof lokalisiert.

    Dieser liegt ausgerechnet auf dem Gelände eines Kindergartens.

    Nach langen Verhandlungen mit der Stadt erhielt der Volksbund eine Genehmigung für die Ausbettung. Bevor die Kinder aus den Sommerferien zurückkommen, werden alle Arbeiten abgeschlossen sein.


    Weitere Infos folgen in Kürze.

    Fotos: Volksbund


    Gruß Stefan

  • Guten Abend Stefan,

    auch hier - wie oben schon gesagt - kaum zu glauben

    und ganz wunderbar. Danke für Info.



    Hi Rainer,

    Dixmuide - das war der Urgroßvater mütterlicherseits.


    Die anderen, in WK2, da ist vor allen anderen der, der

    trotz zweimaliger Verwundung immer wieder "zurück ging";

    er hätte nicht müssen, wollte aber. Panzerkommandant,

    wir wissen, wann und wo gestorben - doch mehr nicht.


    Grüße, Kordula