FPN 59601 E

  • Hallo erstmal - bin ganz neu hier. Danke für die Aufnahme :-)


    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Heute habe ich vom DRK Suchdienst Auskunft über meinen Opa erhalten. Die FPN ist mit 59601 E angegeben. Ich habe bereits über die seite mit den Stamps recherchiert. Was mich irritiert ist, dass hier eine Einheit der SS angegeben ist und anders geschrieben ist, als das was vom DRK kam. Denn hier heißt die Einheit 1 Panzer Korps 44 Panzer Gren. Regiment 25.

    Könnt ihr mich aufklären? Es verwirrt mich total :-(


    1000 Dank an euch!

  • Hallo Enkelin,


    herzlich willkommen im Forum.


    Die Zuordnung der FPN hängt von dem Zeitraum ab, in dem sie vergeben wurde.


    Die vollständige Belegung war


    (12.3.1943-7.9.1943) Stab III u. 9.-12. Kompanie SS-Panzergrenadier-Regiment 1 (H.J.),
    (8.9.1943-22.4.1944) 1.3.1944 Stab III u. 9.-12. Kompanie Panzergrenadier-Regiment 25


    Zum SS-Pz. Gren. Rgt. 1 findest du http://www.lexikon-der-wehrmac…erregimenterSS/PGRSS1.htm etwas


    und zum Pz. Gren. Rgt. 25 http://www.lexikon-der-wehrmac…regimenter/Gliederung.htm.


    Laut unserem Lexikon war das Panzer-Grenadier-Regiment 25 der 12. Panzer-Division unterstellt.


    Wenn möglich stelle die Auskunft hier ein.

    Persönliche Daten bitte schwärzen.

    Vielleicht kann dann noch mehr herausgelesen werden.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo rolli.m!


    Laut dem Schreiben des DRK:


    Geburtsjahr: 1926

    Zugehörigkeit zu oben genannter letzten Einheit: 26.12.1943

    Eine Angabezu Dienstgrad und Stellung gibt es nicht.

    Beginn der Gewahrsam: 8.5.45

    Verschleppung: 1.4.46


    Danke für die Hilfe:-)

  • Moin,


    wie Roland schon sagte, ist es immer einfacher für alle, wenn du das Schreiben eingescannt - die Daten des Sachbearbeiters und ggf persönliche Angaben von dir/deinem Verwandten geschwärzt- hier einstellst. Es kommt nämlich doch ziemlich häufig zu Übertragungsfehlern.


    Was ist den ansonsten über den Opa bekannt. Und hier auch gleich mal gefragt, wieso die Irritation über die SS-Einheit?


    Desweiteren, die Feldpostnummer gehört - trotz zwei Eintragungen - zum selben Regiment. Das SS-Panzergrenadier-Regiment 1 (Hitlerjugend), wurde in SS-Panzergrenadier-Regiment 25 umbenannt. Es gehörte also zur 12. SS-Panzerdivision Hitlerjugend.

    Link SS-Pz.Gren.Rgt. 25

    Link 12. SS-Pz.Div. Hitlerjugend


    Die beiden obigen Links sind hierzu falsch.


    Die Angaben des DRK sind vermutlich Übertragungsfehler: Es soll vermutlich heißen: 1. SS Panzer-Korps, SS-Panz.Gren.Rgt. 25. Hier kommt es darauf an, von wann diese Angabe ist, da die Division mehrmals dem I. SS-PzKorps unterstellt war.

    Zum einen könnte die 44 eigentlich SS heißen, zum anderen ist es nicht untypisch, das in der Nachkriegszeit bei Nennung von letzten Einheiten einfach mal die "SS" weggelassen wurde, "um sich das Leben einfacher zu machen".


    Gruß

    Christian

    Suche alles zu Esten in Polizei, Wehrmacht & Waffen-SS

  • Hallo.


    Was kann ich sonst noch erzählen:


    Das einzige Mal, dass mein Opa über den Krieg sprach ist Jahre her. Da sagte er, dass er Panzerfahrer war und er Glück hatte, dass seine Einheit auf dem Weg nach Stalingrad war und nach Frankreich abgezogen worden wäre. Ich meine als kleines Kind eine Tätowierung an der linken Innenseite des Oberarms gesehen zu haben - aber vielleicht täuschen mich meine Erinnerungen.


    Seitens der Familie wird das Thema nicht besprochen...über die Gefangenschaft weiß ich nur, dass er in einem Bergwerk arbeiten musste.


    Das Schreiben habe ich angehängt.


    Ach und ich habe um ehrlich zu sein, Angst davor, dass mein Opa nicht der ist für den ich ihn immer hielt...Klingt ziemlich doof ich weiß :-(


    LGrps20180822_173519.jpg

    rps20180822_173411.jpg

  • Moin,


    die 12.SS-Pz.Div. ging am 08.05.45 in Enns im heutigen Österreich in us-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Das passt also auch zu den DRK-Angaben.


    Zu Stalingrad: nichts für ungut, aber aus meiner subjektiven Sicht hört man diese "ich wäre beinah noch nach Stalingrad gekommen" Geschichte von jedem dritten Veteranen.

    Wenn dein Opa tatsächlich Jahrgang 1926 war, passt das überhaupt nicht. Der Jahrgang selbst wurde (siehe Einberufung) erst Ende 1943 einberufen. Wenn er als Freiwilliger zur Waffen-SS gekommen ist, hier z.B. Musterung Jg 1926 SS-HJ, dann war das ja auch erst im II. Quartal 1943 der Fall, da war Stalingrad schon gefallen. Zu diesem Zeitpunkt war dein Opa also - höchstwahrscheinlich - noch nicht mal Soldat und auf jeden fall noch nicht ausgebildet und frontverwendungsfähig. Ich denke also, dass die Stalingrad-Geschichte einfach nur eine Geschichte ist ;-)


    Mein Onkel musste damals als Kriegsgefangener bei den Belgiern im Bergwerk arbeiten. In seinem Fall kam er aus einer Bergbauregion und wurde daher "zweckmässig" verwendet.


    Und zu Deiner Sorge, natürlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen, aber ich denke, dein Opa war der, als den du ihn wahrgenommen hast. Niemand sollte sich dazu emporheben und darüber urteilen wie andere Menschen zu irgendeiner Zeit mal entschieden haben. Dein Opa hat sich anscheinend als Jugendlicher dazu entschieden, sich freiwillig zur Waffen-SS zu melden. Wenn du dich ein wenig durch das Forum und durch die zur Division vorhandene Literatur liest, wirst du feststellen, das "freiwillig" nicht immer "freiwillig" bedeutet.


    Gruß

    Christian


    Edit: RS-Fehler behoben.

    Suche alles zu Esten in Polizei, Wehrmacht & Waffen-SS

  • Danke Christian für die Ergänzungen/Klärungen.


    enkelin : Da du/wir in vielen Fällen so gut wie nichts wissen über Gründe o. Taten o. ähnliches

    können wir uns leider überhaupt kein Urteil erlauben.

    Ich glaube, mein Vater war als 20-jähriger in der verdeckten Wehrmacht zur Grundausbildung, weil

    dort Kost und Logis frei waren. 18 Monate sind da einfach zu überstehen, wenn es zu Hause keine

    Alternativen, sprich Arbeit und Einkommen gab.

    1939 ist er wahrscheinlich wie viele andere mit dem Glauben an den Sieg losgezogen und hat den

    ganzen Schlamassel nur knapp überlebt.

    Aber weiß ich das wirklich ? Leider nein.

    Das Thema und seine Konsequenzen wurden totgeschwiegen.

    Also kann ich nur Vermutungen anstellen und werde keine Antworten mehr bekommen.


    Deshalb bleiben Sie in der Erinnerung, wie ich/du Sie erlebt haben.

    Und daran ist nichts falsch.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Erstmal Danke euch beiden für eure lieben Worte. Ich habe letztens eine Dokumentation über die 12. Panzerdivision der Hitlerjugend gesehen, die in Frankreich dieses furchtbare Gemetzel veranstaltet hat. Ich musste sofort an meinen Opa denken. Das waren doch noch halbe Kinder....