Produktion von Flugzeugmotoren

  • Hallo,


    anbei ein Pressebericht über die Herstellung von Flugmotoren in einem BMW-Flugmotorenwerk, drin auch kurz beschrieben der Beschussversuch eines Flugzeugmotors mit 2cm-Flak und sMG.

    Quelle: Völkischer Beobachter Nr. 11 vom 11.Januar 1942, Seite 3


    Gruß, J.H.

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    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Johann Heinrich

    Changed the title of the thread from “Produktion von Flugmotoren” to “Produktion von Flugzeugmotoren”.
  • Hallo J.H.,

    auch kurz beschrieben der Beschussversuch eines Flugzeugmotors mit 2cm-Flak und sMG.

    also da melde ich doch erhebliche Bedenken an. Propaganda halt, aber dennoch danke fürs Einstellen..


    Gruß Karl

  • Moien,

    dürfte der 801 gewesen sein. Der war bekannterweise ziemlich robust und beschußunempfindlich, und funktionierte auch nach Zylinderverlust. Was spricht also gegen Beschußversuche?

    h.

  • Hallo,


    BMW 801 dürfte hinkommen - der hatte allerdings 14-Zylinder im im Doppelstern, und nicht 18 Zylinder wie im Artikel genannt.

    Der Motor war - was die Mehrmotorigen betrifft - in bestimmten Baureihen der Do 217 und der Ju 88/188 eingebaut.
    Und 700 km/h hat keine der genannten Typen erreicht - höchsten im steilen Sturzflug ohne Sturzflugbremsen (wenns die Flugzeugzelle denn aushielt!). Dabei dürfte aber kaum ein PK-Mann mitgeflogen sein.


    Das Projekt BMW 802 hätte 18 Zylinder gehabt - kam aber nie in den praktischen Versuchsbetrieb, und bestimmt nicht 1942 (als der Artikel publiziert wurde).

    Bleibt also "nur" der BMW 801.


    Der Artikel enthält verschiedene Elemente zur gezielten Fehlinformation des Feindes - der natürlich solche Artikel mitgelesen hat.

    Daher: ein plumper Täuschungsversuch - verpackt als "netter" Informationsbeitrag für den breiteren, technisch interessierten Leserkreis.


    Gruß, Uwe K.

  • Hallo,


    Quote


    Was spricht also gegen Beschußversuche?

    Beschussversuche wird es sicherlich gegeben haben, aber Kaliber 20mm hält kein Motorblock aus Stahl aus, einer aus Alu noch viel weniger.


    Es heißt oft, .357 Magnum bringt einen stählernen Motorblock zum stehen, um den äußeren Block und die Zylinderwand zu durchdringen braucht es aber schon stärkere Gewehrkaliber mit Hartkern.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Beschussversuche wird es sicherlich gegeben haben, aber Kaliber 20mm hält kein Motorblock aus Stahl aus, einer aus Alu noch viel weniger.

    Hallo Thilo,


    welcher Motorblock?


    Der BMW 801 war ein 14-Zylinder Doppel-Sternmotor und kein Reihenmotor! Selbstredend weitgehend aus Leichtmetall gefertigt. Ab den 30er Jahren waren alle Flugmotoren weitestmöglich aus Leichtmetall-Legierungen gefertigt - bei allen Nationen. Nur die hochbelasteten Teile (Getriebeteile, Lagerschalen der Gleitlager und Laufbüchsen, Pleuel und Kurbelwelle, usw.) waren aus Stahl gefertigt.

    Ein Flugzeug ist kein LKW, Panzer oder U-Boot - da kommt es aufs Gewicht an. ;)


    Fahr mal ins Museum Schleißheim - dort steht ein BMW 801, den du von allen Seiten bestaunen und studieren kannst.


    Zur Beschussfestigkeit:

    Das beim Sternmotor innenliegende Kurbelgehäuse war von fast allen Seiten durch die außenliegenden Zylinder, Zylinderköpfe und Stoßstangen abgedeckt! Jedes Geschoss trifft also so giut wie immer zuerst auf die Zylinder; und die dünnwndigen Minengeschosse der 2 cm explodieren beim Auftreffen (Splitterwirkung), die Panzergeschosse gehen natürlich durch wie "durch Butter". Wenn durch Beschuss ein kompletter Zylinder (mit Kolben, Pleuel) wegfliegt (bzw. ein Loch hat und nicht mehr komprimiert) und sich nichts verkeilt - dann läuft der Motor mit den restlichen 13 Töpfen manchmal immer noch eine Zeit lang weiter. Natürlich unter starkem Schmierölverlust.

    Es gibt tatsächlich Berichte, wo Fw 190 Piloten vom England-Einsatz mit abgeschossenem Zylinder und völlig veröltem Flugzeug zurückkehrten (natürlich mit Notlandung direkt bei erreichen der französischen Kanalküste). Das kam nicht oft vor, aber es gibt einzelne Berichte (muss ich suchen - vermutlich ein Bericht von einem Einsatz der 10.(Jabo)/JG 26, nach Luftkampf/Treffern mit Typhoons an der englischen Küste). Klar ist der Motor danach nur noch zum Einschmelzen gut - wichtig ist aber, dass er den Piloten noch irgendwie zurückbringt. Denn im Winter im Kanal baden gehen ist kein Spaß - eindeutig zu kaltes Wasser.


    Die durch Beschuss stark gefährdeten Teile sind hier: Kommandogerät und Einspritzpumpe, alle Teile des Kraftstoffsystems (Pumpen, Kraftstoffleitungen, Einspritzleitungen), Luftschrauben-Getriebe.

    Die Hauptgefahr ist der Motorbrand - ausgelöst durch austretenden Kraftstoff (C3 beim BMW 301) oder Öl.

    Der gesamte Motor und der Öl-Ringkühler waren beim BMW 801 Aggregat (der eigentliche Motor, Getriebe, Luftschraube, Lüfter ... wurden als Gesamtsystem geliefert) durch einen Ringpanzer (der war aus Stahl!) durch Beschuss vor vorne partiell geschützt.

    Deshalb wurden die Fw 190 mit BMW-Sternmotor ja ab 1943 zunehmend auch in den Schlachtgeschwadern eingesetzt ... weil sie weit unempfindlicher gegen Infanteriebeschuss waren als die bis ca. 1943 eingesetzten Bf 109 mit wassergekühltem DB-Motor (601, 605). Eine Treffer in den Kühlerkreislauf beim Reihenmotor (ja, der hat auch einen "Block") - und zumindest die Notlandung ist fällig, weil der Motor sehr schnell überhitzt.


    Auch die Fw 190 Jägerpiloten konnten sich gut hinter dem Sternmotor gegen Beschuss aus den cal. 50 Bomber-Bordwaffen "verstecken", der Motor diente als "Kugelfang" (Motor kaputt, Pilot springt ab - und überlebt).

    Und die Bomber- und Nachtjäger hatten ja eh 2 Motoren - was die Flugsicherheit stark erhöht. Nur brennen darf es nicht.


    Bei den US-Typen wurde deshalb (Sternmotor) auch die P-47 gegenüber der P-51 "Mustang" bei Jabo-Einsätzen und Tiefangriffen bevorzugt. Denn die P-47 Thunderbolt war weit unempfindlicher gegen Beschuss als die Mustang. Viele Mustang Piloten mussten ihren Übereifer bei Tiefangriffen auf Flugplätze mit Notlandung oder Absprung und anschließendem Stalag bezahlen - wenn sie Glück hatten. Ein kleiner Treffer in den Kühler einer Mustang genügte, dass die Maschine nicht mehr nach England zurückfliegen konnte.


    Nix für ungut - und weiterhin viel Spaß beim Gucken der x-ten Wiederholung der "Dirty Harry" Filme mit Zerschießen von Motorblöcken (Harry hat aber eine 44-Magnum - eine 357 ist für Clint Eastwood ein "Damenrevolver" - haha)


    Mit Grüßen, Uwe K.

  • Hallo Leute


    ........heute wäre es bei Harry eine S&W 500 !


    Habe damit schon geschossen....hat mit einem Revolver nichts mehr zu tun...finde ich; zudem Munitions - Geldverschwendung!


    Mal sehen bis die Amis ein 2 cm Zimmerflak bei S&W rausbringen?


    Gruß Karl

  • Moien Thilo,

    .357 mit Arcane-Geschoß oder KTW geht durch, auch durch die modernen Schußwesten! Vor allen nach mehreren Treffern wird es eng!

    h.