6. SS Gebirgsjäger Division in der Wetterau und Vogelsberg 30.03.1945 bis 03.04.1945 (Ostern 1945)

  • Hallo miteinander,


    Hallo Ulf,


    ich habe mich auf Jan (#50) bezogen.Danach waren Versprengte der Nord in Breitenbach im Einsatz.

    Die Nord darf man wohl im März/April 45 nicht mehr als einen geschlossenen Großverband ansehen.

    Die Überquerung des Mains bei Hanau hat der Wehrmacht in Hessen das Genick gebrochen, es drohte ein riesiger Kessel zu entstehen. Um dem zu entgehen, strömten die deutschen Truppen völlig ungeordnet in östliche Richtung.

    Nur: Die voll motorisierten Verbände der Amerikaner waren schneller. Am 30.3. hatte die 4.US Pz.Div Hersfeld erreicht, Keine andere amerikanische Division war zu diesem Zeitpunkt tiefer in das Deutsche Reich eingedrungen. Damit war für die deutschen Truppen jetzt der Weg nach Osten versperrt. Das Problem der Amerikaner dabei war aber, daß der Raum zwischen Hersfeld und Hanau noch nicht vollständig gesichert war. Und genau dort befand sich die Masse der vorhandenen Nord.

    Teile der Nord überfielen die Nachschubkonvois der 4. US Pz.Div wie Strassenräuber, selbst vor San.Transporten wurde nicht Halt gemacht, das Rot Kreuz Abzeichen bot keinen Schutz, An manchen Tagen lebte der US-Nachschub gefährlicher als die Kampftruppe. Die Situation änderte sich für die Amerikaner erst, als die 26. US Inf.Div aus Hanau in die Wetterau vorstieß.

    Kurz gesagt: Es ist sehr wahrscheinlich, daß kleinere Gruppen der Nord, vieleicht in Kp.Stärke, sich in Nord-/Osthessen und nicht in der Wetterau befunden haben.


    Eine Frage noch Ulf, wie kommst Du als Bestattungsort auf Schlüchtern ?


    Gruß Jürgen

  • Hallo,


    Hier zwei Zeitungsartikel der HNA von 2016 und 2018 zum Teil mit Fotos, welche die Thematik Breitenbach behandeln. In dem einen wird von 30 SS-Soldaten berichtet, entgegen der Darstellung der HZ von 2015, in der von einer Hundertschaft die Rede ist.

    Der zweite Artikel berichtet außerdem von einem Buch, das drei Bürger aus Breitenbach zu den Vorkommnissen erstellt haben ("Kriegstage in Breitenbach – Die Kampfhandlungen an den Ostertagen 1945"). Vielleicht ist es ja noch zu erwerben und gibt weitere Aufschlüsse, auch zur Zugehörigkeit der SS-Truppen.


    https://www.hna.de/lokales/rot…-breitenbach-9743647.html


    https://www.lokalo24.de/lokale…gstage-ihrem-7116139.html


    Gruß,

    andernach

  • Guten Tag zusammen,


    eine Frage an Jürgen, der es vielleicht wissen mag. Inwiefern sind die Berichte aus 2015 seriös recherchiert und verläßlich? Hat das mal jemand überprüft? Gerade in Bezug auf die dort genannten Personen, von denen (eigenartigerweise) nicht einer in den Sterberegistern geführt wird.


    Alfred Lauer war übrigens Kommandeur der schweren Flak-Abteilung 273; angeblich bis 04/1945. Wenn dem so war, wie kommt er dann nach Bebra?


    Läßt sich das aufklären?


    Grüße


    edit: Welches Breitenbach ist eigentlich gemeint? Bebra-Breitenbach oder Breitenbach am Herzberg?

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo,

    gemäß den Artikeln muss es sich um Breitenbach/Bebra handeln. Im weiteren Umfeld gibt es zwar noch Breitenbach am Herzberg, Breitenbach/Schlüchtern und im Norden Breitenbach/Schauenburg, die liegen allerdings nicht direkt an der Fulda bzw. haben die besagte/gesprengte Brücke.

    Bei Breitenbach/Schauenburg (damals Kassel-Breitenbach) war übringens ein Hauptwirtschaftslager der Waffen-SS. Leiter muss ab November 1944 (gem. Führerliste von John Moore) ein SS-Sturmbannführer Friedrich Müller gewesen sein. Dessen Ehefrau und Tochter (Antonie und Eva Maria Müller) sind bei einem Bomber-Angriff auf das HWL am 29.01.1945 ums Leben gekommen. (Quelle: https://www.hna.de/lokales/kre…-breitenbach-4680569.html).

    Breitenbach/Schauenburg und Breitenbach/Bebra liegen 60 Kilometer auseinander. Somit ist zunächst nicht auszuschließen, dass auch weitere SS-Truppen "in der Gegend" waren. Die 30 (oder 100, je nach Quelle) Mann, die in Breitenbach/Bebra eingesetzt waren, müssen somit nicht umbedingt von der 6. SS-GebDiv "Nord" gewesen sein. Allerdings ist mir nicht bekannt, was im März/April 1945 mit dem HWL Kassel-Breitenbach geschehen ist.


    Gruß,

    andernach

  • Hallo Diana,


    es geht um Breitenbach/Bebra.


    Bebra war/ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Daher gab es auch einige Flakbatterien rund um Bebra. Ab Dez.44 war Lauer Kdr. dieser Einheiten.


    Seriös? - denke schon. Die Zeitungsberichte beruhen hauptsächlich auf der Recherche von drei Personen. Der eine ist Geschichtslehrer und Mitglied im Geschichtsverein Rotenburg/Fulda, der zweite leitete bis zu seiner Pensionierung das Studienseminar in Bad Hersfeld u. hat Geschichte studiert, der dritte ist in unmittelbarer Nähe zu dieser Fuldabrücke aufgewachsen und hat mehr als 10 Jahre zu diesen Ereignissen Material gesammelt. Abgerundet wird das ganze noch durch mehrere Treffen der Dorfbevölkerung, die auch noch einiges beitragen konnten. Das ganze ergab dann ein Buch - liegt mir aber nicht vor.


    Gruß Jürgen

  • Hallo,


    Trotzdem sollte man solche "Heimatbücher" oder Publikationen von "Heimatfroschern" ordentlich gegenprüfen, mag sein dass sie sich jahrelang damit beschäftigen, aber leider nehmen es viele nicht so genau und prüfen ihre Quellen nicht und übernehmen diese 1:1. Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, dass viele von "denen" beratungsresistent" sind. Viel Schund wird auch in Zeitungsartikeln verbreitet - z.T. von hochstudierten Menschen....


    Was vielen auch fehlt ist eine objektive Heransgehenweise und Recherche. Ich habe bisher in meiner Gegend keinen Zeitungsartikel oder Heimatbuch gelesen, welche nicht fehlerbehaftet waren, weswegen ich solchen Leuten gegenüber sehr argwöhnisch bin....


    Gruß Ju

    Suche alles zu 6. ROB Lehrgang f. Inf. VII Lenggries - 553. VGD - ab Herbst 44

  • Hallo

    Im Buch von Jürgen Möller "Der Kampf um die Thüringer Pforte" ist ein 2 Seitiger Bericht über den Verbleib der Reste der 6.SS drin.

    Vielleicht hat jemand die Möglichkeit diese Seiten ein zu scannen wenn er das Buch hat.

    Sonst muß ich alles abschreiben.

    mfg Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)